Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: MAHAKALA

  1. #1
    Frater M.:M.:
    Gast

    MAHAKALA


    Beschreibung eines Tibetischen Tangas:


    "...Mahakala, „Der Große Schwarze“ (den es aber trotz seines Beinamens auch in Blau und sogar in Weiß gibt), ist besonders beliebt wegen seiner Funktion als Schützer des Dharma***. Er ist die persönliche Schutzgottheit des Dalai Lama. Außerdem gilt er noch als Schutzherr der Mongolei und „Hüter des Zeltes (der Jurte)“, damit also des privaten Heims. Wenn er in voller Bekleidung und mit Stab auftritt, wacht er zugleich noch als „Disziplinarherr“ über die Einhaltung der buddhistisch-ethischen Regeln im Kloster. In dieser Funktion sind dann seine Attribute: Profosstab* mit Juwel an der Spitze und blutgefüllte Schädelschale (wobei letzteres Attribut wohl eher auf seine Rolle als Schutzgott hinweist). Manchmal sieht man über ihm das Vogelwesen Garuda als Sinnbild des guten Prinzips schweben. Häufig wird Mahakala von einem Wesen begleitet, welches unterschiedlich interpretiert wird. Einerseits wird die Ansicht vertreten, daß es sich dabei um Kshetrapala, den Beschützer der Leichenfelder, handelt; andere sehen in ihm eine Dakini (weibliche Gottheit, Himmelswandlerin). Diese Erscheinung reicht dem Großen Schwarzen zusätzlich noch eine blutgefüllte Schädelschale. Ab und an wird Mahakala noch von Tigern und Hunden begleitet. In der Flammenaureole, die ihn wie alle Schutzgötter umgibt, sieht man manchmal verschiedene Fabelwesen versteckt.

    Es sind viele Formen von ihm bekannt, wobei die Anzahl seiner verschiedenen Erscheinungen umstritten ist. Unterschiedlich wird von 67 bzw. von 75 Formen ausgegangen. Unter seinem Namen sind sowohl vorbuddhistische Gottheiten des Bön** als auch der Hindugott Shiva in den tibetischen Buddhismus übernommen worden. Sowohl in seiner vierarmigen als auch in der sechsarmigen Erscheinung gilt er außerdem noch als Schützer der Weisheit. Dharmapalas sind Schützer der Lehre, der Religion. Yidams sind Schutzgottheiten von Tantrasystemen und Orden. Sie wirken aber auch als persönliche Schutzgötter von initiierten Mönchen. ...."










  2. #2
    PanPeter
    Gast

    Re: MAHAKALA




    Als Antwort auf: MAHAKALA geschrieben von Frater M.:M.: am 13. Mai 2001 20:29:28:





    >"...Mahakala, „Der Große Schwarze“ (den es aber trotz seines Beinamens auch in Blau und sogar in Weiß gibt), ist besonders beliebt wegen seiner Funktion als Schützer des Dharma***. Er ist die persönliche Schutzgottheit des Dalai Lama. Außerdem gilt er noch als Schutzherr der Mongolei und „Hüter des Zeltes (der Jurte)“, damit also des privaten Heims. Wenn er in voller Bekleidung und mit Stab auftritt, wacht er zugleich noch als „Disziplinarherr“ über die Einhaltung der buddhistisch-ethischen Regeln im Kloster. In dieser Funktion sind dann seine Attribute: Profosstab* mit Juwel an der Spitze und blutgefüllte Schädelschale (wobei letzteres Attribut wohl eher auf seine Rolle als Schutzgott hinweist). Manchmal sieht man über ihm das Vogelwesen Garuda als Sinnbild des guten Prinzips schweben. Häufig wird Mahakala von einem Wesen begleitet, welches unterschiedlich interpretiert wird. Einerseits wird die Ansicht vertreten, daß es sich dabei um Kshetrapala, den Beschützer der Leichenfelder, handelt; andere sehen in ihm eine Dakini (weibliche Gottheit, Himmelswandlerin). Diese Erscheinung reicht dem Großen Schwarzen zusätzlich noch eine blutgefüllte Schädelschale. Ab und an wird Mahakala noch von Tigern und Hunden begleitet. In der Flammenaureole, die ihn wie alle Schutzgötter umgibt, sieht man manchmal verschiedene Fabelwesen versteckt.

    >Es sind viele Formen von ihm bekannt, wobei die Anzahl seiner verschiedenen Erscheinungen umstritten ist. Unterschiedlich wird von 67 bzw. von 75 Formen ausgegangen. Unter seinem Namen sind sowohl vorbuddhistische Gottheiten des Bön** als auch der Hindugott Shiva in den tibetischen Buddhismus übernommen worden. Sowohl in seiner vierarmigen als auch in der sechsarmigen Erscheinung gilt er außerdem noch als Schützer der Weisheit. Dharmapalas sind Schützer der Lehre, der Religion. Yidams sind Schutzgottheiten von Tantrasystemen und Orden. Sie wirken aber auch als persönliche Schutzgötter von initiierten Mönchen. ...."


    .....Was oder wer sind MAHAKALA ?

    Mahakala ist ein tibetanischer Buddhist, dessen grimmige Natur böse Geister bekämpft und dadurch die Luft für die Tibeter reinigt. Mein Dad hatte vor einigen Jahren Gelegenheit Mahakala pujas (Zeremonien) beizuwohnen, die vom hohen Lehrmeister Kalu Rinpoche in Indien durchgeführt wurden. Das war ein absolut faszinierendes Erlebnis.


    Namaste!

    Ruhe (eingebildet), Nebelschwaden über einem See (ebenfalls eingebildet, man ersetzte die Nebelschwaden durch Abgasdunst, den See lasse man ganz weg, um der Wirklichkeit nahe zu kommen). Die Schöpfung des Urbuddha, seine Emanation aus einer auf dem See treibenden Lotusblüte, dieses Bild vor Augen, befindet man sich in Swayambunath am Ort des Geschehens, einige Äonen zu spät wohl, doch der Ort stimmt laut buddhistischer Überlieferung. Dort wo sich heute Haus an Haus drängt, wo rasend schnell die letzten Felder von der Flut der Häuser geschluckt werden, dort liegt im Tal von Kathmandu, auf einem Hügel über der Stadt, der Stupa von Swayambunath. Mehr als dreihundert steile Stufen führen zum Heiligtum hinauf, vorbei an Votivstupas und Statuen der Vorläufer des Buddhas Sakyamuni, vorbei an tibetischen Gläubigen, die am am frühen Morgen ihre Niederwerfungen vor diesen Statuen vollbringen, während Gruppen von Affen auf den Statuen nach Eßbarem Ausschau halten, vorbei an Andenkenverkäufern, Dolpo-Pa, die ihre Erzeugnisse aus ihrer Heimat hinter den Bergen anbieten, die auf den Stufen das Mantra "Om mani Padme hum" in Steine meißeln, vorbei an bettelnden Kindern und noch mehr Affen, laut streitenden, zähnefletschenden Affen, kleinen, aggressiven Ungeheuern, hinauf zum im Volksmund Affentempel genannten buddhistischen Heiligtum, hinauf zum Ort der Ruhe, doch der ist mittlerweile eingenommen von noch mehr Andenkenverkäufern. Hier oben also, in der eingebildeten Ruhe, kann man seine Gedanken zurückschweifen lassen zu dem See, der ehemals das Tal von Kathmandu füllte (bevor er sich seinen Abfluß durch die Chobar Schlucht suchte), oder man schaut hinab ins Leben, hinab zu den Tempeldächern, die im sich immer schneller ausbreitenden Kathmandu kaum noch auszumachen sind. Vor einigen Jahren noch trennten Felder Swayambunath von Kathmandu, doch wo letztes Jahr noch Gemüse und Reis wuchsen, wachsen jetzt Häuser empor. Zugegeben, durch die traditionelle Ziegelbauweise, natürlich heute im Betonskelett, sehen die neuen Häuser nicht aus wie Fremdkörper. Zudem dienen verfallene Häuser als Steinbruch, so daß zwei Jahre alte Häuser kaum von zwanzig Jahre alten zu unterscheiden sind. Was die Lage ernst macht in der ehemaligen Reisschale, ist ihre geographische Lage. Kathmandu liegt in einem Becken in Form einer Schale zwischen Bergen. Und diese Schale liegt auch noch um rund 700 Meter höher als die umgebenden Täler mit ihren wasserreichen Flüssen. Sie liegt trocken in den Bergen, ohne Zufluß für die Wasserversorgung von rund einer Million Menschen, ohne Ablaß für die Abgase dieser Million und ihrer bald 300.000 Fahrzeuge. Die heiligen Flüsse des Tales, ohnehin nur nach starken Regenfällen mehr als Bäche, haben sich in rasender Geschwindigkeit in Kloaken verwandelt, an deren Ufer man nur noch mit größter Anstrengung an ihre Heiligkeit und reinigende Kraft glauben kann. Zwar wird die Trinkwasserversorgung mit Hilfe von Brunnen gelöst. Doch diese saugen für immer mehr Menschen das Wasser aus dem Boden. Um rund 12 Meter ist der Grundwasserspiegel am Rande Kathmandus teilweise bereits abgesunken.

    Shiva, der in Pashupatinath verehrt wird, ist in seiner Form als Pashupati die wichtigste hinduistische Gottheit Nepals. Der Shivaismus kennt eine Vielzahl von Erscheinungsformen Shivas, die seine verschiedenen Aspekte symbolisieren. Seine Erscheinungen nehmen extrem widersprüchliche Formen an, lassen sich aber in zwei Hauptaspekte einteilen. Einer davon ist der des Schöpfergottes in seinen friedlichen Manifestationen, zu denen auch Pashupati gehört, der "Herr der wilden Tiere". Doch an den friedlichen Shiva, mag man hier am heiligen Wasser nicht mehr glauben, eher schon an seine anderen, die schrecklichen Erscheinungsformen, in denen er im Kathmandutal ebenfalls häufig anzutreffen ist. Als Bairava wird er mit einer Kette aus menschlichen Schädeln um die Hüfte und abgeschlagenen Schädeln in einer der vier Hände dargestellt, tanzend auf einem Dämonen, den er unter seinem Fuß zertritt. In dieser Form ist Shiva der "Große Schwarze", Mahakala, ist der Große Herr der Zeit, und als solcher Zerstörer - wie die Zeit selber.

    Abtauchen in die Gassen Kathmandus, in die verwinkelten Sträßchen der Altstadt. Gemüse stapelt sich in den Gassen, klingelnde Fahrräder und Rikschas, hupende Motorräder bahnen sich ihren Weg durch das Gedränge der Menschen. Es ist so eng, daß glücklicherweise viele der Gassen kein Auto passieren kann. Größere Fahrzeuge bleiben ausgesperrt, keine Dieselschwaden stinkender Lastwagen verpesten die Luft. dafür drängen sich Menschen dicht an dicht. Immer wieder trifft der Blick neugierige Augen, Blicke die sich offen kreuzen, nicht verschämt zu Boden blicken oder wegschauen. Lachende, staunende, fragende Augen. Aber nur ganz selten ein teilnahmsloses Gesicht. Die Menschen haben Zeit um sich zu schauen, sind nicht getrieben von ungreifbarer Zeitnot. Niemand zeigt den Überdruß an dem Fremden, der hier durch ihre Stadt läuft, in Gassen herumstöbert, in denen er eigentlich nichts verloren hat. Und auch von den Gebäuden blicken in der Regel nicht Uhren herab, sondern Augen, die alles sehenden, alles verfolgenden Augen Buddhas, die nicht Überwachen, sondern ermahnen, Mitleid und Erbarmen mit den Menschen symbolisieren. Überall Augen und dennoch nie das Gefühl beobachtet zu werden, nie das Gefühl als unerwünschter Eindringling betrachtet zu werden.

    Buddha, wohl wahr, auch der Buddha, der Erleuchtete, ist in Nepal zuhause. Wer nur Kathmandu kennt, könnte dies leicht vergessen. Vor rund 2600 Jahren wurde er am Fuß des Himalaya geboren, auf dem Boden des heutigen Staates Nepal. Doch wo in Kathmandu findet sich noch ein Ort der Ruhe und Einkehr, die der Buddha verkörperte? Bestimmt nicht in den Gassen der Stadt, doch auch nur schwerlich im Trubel der Souvenirverkäufer und Touristen, dort, wo sich der Urbuddha das erste Mal als blaue Flamme über einer Lotusblüte manifestiert haben soll, bei dem Stupa von Swayambunath (wer könnte hier heute eine unscheinbare blaue Flamme wahrnehmen?). Nur in seltenen Augenblicken verwandelt sich das Treiben unter den Augen des Buddha in einen Ort der mystischen Stimmung, wenn tibetische Buddhisten ihre Zeremonien feiern (unbeeindruckt von laufenden Videokameras und klickenden Kameras), wenn die Segnung mit einem laut gerufenen "gyaltso" endet und die Konturen im Staub des in die Luft geschleuderten Mehles verschwinden.


    Wer dem wilden Trubel Kathmandus entkommen will, muß nicht weit fahren. Schon die Nachbardörfer haben ihren Charme und die Ruhe bewahrt. In der nur 20 Kilometer entfernten alten Königsstadt Bhaktapur fühlt man sich Lichtjahre vom modernen Großstadtleben entfernt. In den Gassen der sorgfältig und liebevoll mit deutscher Hilfe restaurierten Stadt wird Korn geworfelt, Reisgarben lehnen zum Trocknen an den Hauswänden, Kinder lassen ungestört von Fahrzeugen auf der Straße Drachen steigen, Mütter stillen ihre Säuglinge, Kleinkinder tapsen über die Gassen - dies ist Nepal, doch wo liegt Kathmandu?









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