Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Das ist für mich, das ist für Dich.....

  1. #1
    ein Esslöffel Cappuccino zum Sonntag
    Gast

    Das ist für mich, das ist für Dich.....


    Das ist für mich ....




    Nun Johannes erzählt die Geschichte um Lazarus. Und sie ist ihm so wichtig, dass er sie zur Mitte seines Evangeliums macht. Was muss dies für ein Wort sein.....


    43 Und als er dies gesprochen hatte,

    rief er mit lauter Stimme:

    Lazarus, komm heraus!

    44 Der Verstorbene kam heraus,

    an Händen und Füssen mit Binden umwickelt,

    und sein Angesicht war mit einem Schweisstuch umbunden.

    Jesus sagt zu ihnen:

    Machet ihn frei und lasset ihn hinweggehen!



    Dass der Gebundene hier auf das Wort allen erscheint... - wie kann ein solcher Art gebundener sich selbst aus der Gruft begeben? - steht im Zentrum.

    Lasset ihn hinweggehen... es gibt nichts weiter mit Lazarus zu tun.

    Machet ihn frei... entbindet ihn und lasset ihn...


    Tuet... entbindet und lasset frei... Und Jesu nimmt damit die Anwesenden in die Handlung. Lasset ihn frei...


    Lazarus liebte das Wort und wurde vom Wort geliebt. Um welcher Worte willen aber wurde er gebunden, und verstarb?

    Entbindet ihn... sind es die Wort seiner Nächsten?

    Lazarus der Fromme, Lazarus der Gläubige Eleasar.... wie leicht wird er gebunden aus Glauben ans Wort. Und er nimmt es und als Priester nahm er es auf sich, dass Worte mehr als Schall und Rauch sind.


    Auf Jesu Wort hin wird der Gebundene als der Gebundene sichtbar. Er war Gebunden aus Pflicht, aus Anteilnahme, aus Fürsorge. Und sie baten Jesu "wärest du hier gewesen....". Auch hierin zeigt sich das Binden. Sie liebten ihn, und das Wort liebte ihn, und dennoch verstarb er.


    Was muss dies für ein Wort sein das zeigt und sagt: .....entbindet ihn....






    Ich stand im Kornfeld.

    Vom Wind leicht geführt vermass es mich zu singen -

    und ich sang -

    Und das Meer voll Ären wogte im Rausch der Worte

    bald links, bald rechts, bald quer

    verschlangen und rangen sie miteinander

    bald knickte dünnes Rohr.

    Wie wenig Brot da blieb am End.

    Und ich wusste, das Wort

    das Wort, ich hab es nicht.



    Ich stand im Schlachtfeld

    Mit Gewalt und Macht gerüstet oblag es mir zu hassen -

    und ich befahl -

    Da tobte die Schlacht und es fielen die Tapfern;

    getroffen verwundet und durchstossen

    eifferten sie im Gehorsam im Fall

    und einer fiel mir in den Rücken.

    Wie wenig Gewalt da blieb am End

    Und ich wusste, das Wort

    das Wort, ich hab es nicht.


    Ich stand im Grabfeld

    Mit Einsicht in den Gang aller Dinge berief es mich zu trösten -

    Und ich betete -

    Da sang der Chor der Heiligen im Himmel meinen Trost

    unisono bald, dann im Kontrapunkt gar mancher

    Seine eigene Kunst hervorzutun

    Und einer der verklagte mich

    Wie wenig Trost da blieb am End

    Und ich wusste, das Wort

    das Wort, ich hab es nicht.







    Das ist für Dich...



    Was muss dies für ein Wort sein?


    43 Und als er dies gesprochen hatte,

    rief er mit lauter Stimme:

    Lazarus, komm heraus!

    44 Der Verstorbene kam heraus,

    an Händen und Füssen mit Binden umwickelt,

    und sein Angesicht war mit einem Schweisstuch umbunden.

    Jesus sagt zu ihnen:

    Machet ihn frei und lasset ihn hinweggehen!







    Es ist der letzte Sonntag vor der Adventszeit, einer Zeit der Vorbereitungen. Für viele geradezu eine Zeit voller Verpflichtungen. Wer aber kennt dies, dass wir auf eine Entbindung hinleben? Von Pflichten entbunden zu leben, frei gelassen vom Dienst.

    Es ist ein Glücksfall, dass im Deutschen das Wort Entbindung zwei Denkrichtungen kennt. Sie markiert die Geburt und Abnabelung des Kindes, also der Erneuerung, aber auch der Befreiung (vom Dienst, der Pflicht). Und so haben wir im gleichen Wort ein Paradox vor uns, da ja das Neue da ist.

    Es ist aus der Sicht eines kinderlosen alleinstehenden Mannes vielleicht vermessen, die Geburt im Sinne des Loslassens zu verstehen. Und doch ist in der Geburt das Paradox da: Loslassen um es anzunehmen.

    Vielleicht bezeichnend hier für das Wort Gottes, dem so viel Erwartung entgegengetragen wird, welches so hart in die innere Entwicklung genommen wird, dass man es kaum loslassen kann.

    Die anthroposophische Denkrichtung (ich erinnere mich hier an einen Literaturhinweis als Antwort auf einen meiner Lazarus Beiträge. Er ist also nicht übersehen worden), betrachtet Lazarus im Grab als das Selbst im Kerker des Körpers. Dies geht im Einklang mit der Pflichtfülle, den Ansprüchen die wir an das Selbst stellen, sei es an das eigene oder an das andere.

    Und gerade dieser Anspruch tötet das Selbst, versenkt es unsichtbar in der Grube, wiewohl doch das Selbst die ewige Stimme des Wortes hört. Die Auferweckung des Lazarus ist die Befreiung des Selbst des Lazarus aus aller Pflicht.


    Machet ihn frei und lasset ihn hinweggehen!


    Weihnachten ist nahe. Falls Sie gerade Josef und Maria heissen, und die gute Frau im hochschwangeren Zustande ist, und zwischen Wuppertal und Frankfurt irgendwo auf der Autobahn steckengeblieben sind, derweil ihnen Zuhause die Wohnung gekündigt wurde und die Eltern ihnen eine Szene gemacht haben, erinnern sie sich etwas an Martha und Maria und an Lazarus den das Wort liebhatte, Hirten auf dem Felde hin oder her, die Waisen aus dem Morgenland ebenfalls. Selbst wenn der Weltuntergang droht und selbst dann, wenn die ganze Torah nur von ihm erzählt und euch verkündigt, was er alles für euch tun soll / wird....


    Unsere eigentliche Aufgabe ist, dass wir es annehmen können, wann immer, wo immer, wie immer... und uns überraschen lassen :)


    Euer





  2. #2
    Karl Kartoffel
    Gast

    Re: Das ist für mich, das ist für Dich.....


    >

    Das ist für mich ....



    MACHT im eigenen Sinn ist das Erkennen seiner eigenen Größe:

    Die Kraft, sich selbst zu leben und

    das Bewusstsein, das, was der Andere mir zeigt zu verstehen und an mir selbst verändern zu können.


    Zu verstehen, zu überwinden und die Einstellung zu Problemen zu verändern.

    Dies ist die einzige Form, wo MACHT = KRAFT ist.




    MACHT über andere = GEWALT


    Gewalt entsteht:

    wenn ich Anderen erlaube, meine Grenzen zu überschreiten, sprich ich gebe Macht ab

    wenn ich mich von Äußerem oder anderen Personen abhängig mache, sprich ich gebe Macht ab







    Gefühl der „Ohn-Macht“




    Wann fängt GEWALT an?

    Wenn ich den Anderen in Ungewissheit oder ohne Orientierung lasse, denn

    · er/sie hat keine Möglichkeit zu entscheiden, ob er das will oder nicht.


    Weil er sich auf meine ungenauen Angaben verlassen muss, verliert er Kraft und kann nicht bei sich selbst sein, da sein Augenmerk auf das ungenaue Ziel gerichtet sein muss. Er kann seinen „Weg“ nicht betrachten, den Sinn nicht verstehen, sich selbst nicht erkennen.



    (Die Ausnahme: Wenn ich jemandem einen Lernschritt vermitteln will, muss ich

    Folgendes beachten:


    Gebe ich zu viel Information folgt, Schüler/Kind denkt nicht

    (wird zum Befehlsempfänger) daraus folgt Abhängigkeit

    Gebe ich zu wenig Information folgt, Schüler/Kind wird unsicher, verliert die Motivation, ist überfordert, bleibt abhängig


    Will ich das verhindern, sollte ich Absicht und Ziel deutlich formulieren, d.h.


    „Ich möchte das und das tun mit dem und dem Ziel!Möchtest Du daran teilhaben?“


    ...und dem Gegenüber die Möglichkeit geben, sich dazu zu äußern.








    Partnerschaft, Klarheit, ... und Respekt vor mir selbst und dem Anderen

    Konflikte können sofort gelöst werden




    Was ist OHNMACHT?


    Ohnmacht ist das Gefühl, jemand anderem etwas recht machen zu wollen, ohne Orientierung zu sein (d.h. im Moment nicht zu wissen, was man selbst möchte oder – wenn man es weiß: nicht die Kraft zu haben, es dem anderen vorzuleben)


    Die eigene Kraft wird zurückgehalten und kann nicht nach außen

    Folge: Ein Gefühl der Enge entsteht


    Wann immer wir sagen: „Ich kann das nicht!

    „Wie soll ich das tun? das ist Ohnmacht




  3. #3
    Gerda Subasic- Seebacher
    Gast

    Re: Das ist für mich, das ist für Dich .... unser Lazarus


    >Es ist der letzte Sonntag vor der Adventszeit, einer Zeit der Vorbereitungen. Für viele geradezu eine Zeit voller Verpflichtungen. Wer aber kennt dies, dass wir auf eine Entbindung hinleben? Von Pflichten entbunden zu leben, frei gelassen vom Dienst.

    >Es ist ein Glücksfall, dass im Deutschen das Wort Entbindung zwei Denkrichtungen kennt. Sie markiert die Geburt und Abnabelung des Kindes, also der Erneuerung, aber auch der Befreiung (vom Dienst, der Pflicht). Und so haben wir im gleichen Wort ein Paradox vor uns, da ja das Neue da ist.

    >Es ist aus der Sicht eines kinderlosen alleinstehenden Mannes vielleicht vermessen, die Geburt im Sinne des Loslassens zu verstehen. Und doch ist in der Geburt das Paradox da: Loslassen um es anzunehmen.

    >Vielleicht bezeichnend hier für das Wort Gottes, dem so viel Erwartung entgegengetragen wird, welches so hart in die innere Entwicklung genommen wird, dass man es kaum loslassen kann.

    >Die anthroposophische Denkrichtung (ich erinnere mich hier an einen Literaturhinweis als Antwort auf einen meiner Lazarus Beiträge. Er ist also nicht übersehen worden), betrachtet Lazarus im Grab als das Selbst im Kerker des Körpers. Dies geht im Einklang mit der Pflichtfülle, den Ansprüchen die wir an das Selbst stellen, sei es an das eigene oder an das andere.

    >Und gerade dieser Anspruch tötet das Selbst, versenkt es unsichtbar in der Grube, wiewohl doch das Selbst die ewige Stimme des Wortes hört. Die Auferweckung des Lazarus ist die Befreiung des Selbst des Lazarus aus aller Pflicht.


    Lieber elcappuccino !


    Nach einem erfrischenden Spaziergang durch den Morgennebel wo diese, deine Gedanken mitwanderten. Entbindung u. Auferstehung.


    Jh.15/ 22 Aber auch jetzt weiß ich, dass dir Gott alles gewähren wird, um was du ihn bittest." 23 Jesus sagte zu ihr: " Dein Bruder wird auferstehen." 24 Martha sagt zu ihm: " Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage." 25 Jesus sprach zu ihr:

    " Ich bin die Auferstehung ....


    Die Schlussworte :

    Jesus sagte zu ihnen : " Bindet ihn los u. lasst ihn gehen. "


    Impulse dazu ? Unsere eigene Entbindung ? Von der Gebärmutter der Mutter in ihre, und des Vaters, Hände und Obhut. Bis vor ~ 50 Jahren wurden die geborenen Kinder in unserem Kulturkreis ähnlich des Lazerus in Binden gewickelt und in die Wiege gelegt, bzw. dort liegen gelassen.

    Wenn die Zeit des Gehens reif wurde, wurde auch ihnen die Binden entfernt.


    Jesuworte : " Ich bin die Auferstehung. Wer an mich glaubt, ...


    Auf -er- stehung . Magst/ kannst du darüber schreiben ? ALLein über meine ALLtäglichen Auferstehungen zu berichten fällt derzeit nicht unbedingt in die Leichtigkeit des Seins. Dennoch erfahre ich gerade dadurch die Leichtigkeit des Seins.

    Liebevoll, Helena

  4. #4
    elcappuccino
    Gast

    Das ist für Dich .... Helena


    Lieber elcappuccino !

    Auf -er- stehung . Magst/ kannst du darüber schreiben ? ALLein über meine ALLtäglichen Auferstehungen zu berichten fällt derzeit nicht unbedingt in die Leichtigkeit des Seins. Dennoch erfahre ich gerade dadurch die Leichtigkeit des Seins.

    Liebevoll, Helena



    KOMM' HERAUS HELENA

    entbindet sie und lasst sie gehen


    Tu, was du beliebst


    Ist sie willkommen, die Überraschung?

    Ist sie willkommen, die Auferstehung?


    Dein





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