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Thema: auf ein neues ;-))

  1. #1
    anjulika
    Gast

    auf ein neues ;-))


    ich wünsch allen teilnehmern, stillen mitlesern und ganz besonders gareth,der das forum so liebevoll leitet, hamid,helena,hotelnoir,kassandra, deren beiträge immmer wieder lesenswert sind und rischek,der gedichte so magzwinker ein freudvolles neues jahr !


    anjulika





    Silvester


    von Frank Wedekind


    Mein Fenster öffnet sich um Mitternacht,

    Die Glocken dröhnen von den Türmen nieder,

    Die Berge leuchten rings in Flammenpracht,

    Und aus den dunklen Gassen hallen Lieder.

    Will mir der Lärm, will mir der blut'ge Schein

    Des nahen Völkerkriegs Erwachen deuten? -

    Noch ist die Saat nicht reif. Die Glocken läuten

    Dem neuen Jahr. - Wird es ein beßres sein?


    Ein neues Jahr, in dem mit blassem Neid

    Die Habsucht und die Niedertracht sich messen;

    Ein neues Jahr, das nach Vernichtung schreit;

    Ein neues Jahr, in dem die Welt vergessen,

    Daß sie ein Altar dem lebend'gen Licht;

    Ein neues Jahr, des dumpfe Truggewalten

    Den Adlerflug des Geistes niederhalten;

    Ein neues Jahr! - Ein beßres wird es nicht.


    Von Goldgier triefend und von Gaunerei,

    Die Weltgeschichte, einer feilen Dirne

    Vergleichbar, kränzt mit Weinlaub sich die Stirne,

    Und aus der Brust wälzt sich ihr Marktgeschrei:

    Herbei, ihr Kinder jeglicher Nation;

    An Unterhaltung ist bei mir nicht Mangel.

    Im Internationalen Tingeltangel,

    Geschminkt und frech, tanz' ich mir selbst zum Hohn.


    Den he'ligen Ernst der menschlichen Geschicke

    Wandl' ich zur Posse, daß ihr gellend lacht;

    Den Freiheitsdurst'gen brech' ich das Genicke,

    Damit mein Tempel nicht zusammenkracht.

    Ich bin der Friede, meine holden Blicke

    Besel'gen euch in ew'ger Liebesnacht;

    Wärmt euch an mir und schlaft bei meinem Liede

    Sanft und behaglich ein; ich bin der Friede!


    Drum segne denn auch für das künft'ge Jahr

    Gott euren süßen Schlaf. Das Todesröcheln

    Des Bruders auf der Freiheit Blutaltar

    Verhallt, wenn meine fleisch'gen Lippen lächeln.

    Nur wenn der eigne Geldsack in Gefahr,

    Dann tanz' ich mit den schellenlauten Knöcheln

    Sofort Alarm, damit euch eure Schergen

    Zu den geraubten neue Schätze bergen.


    Warum schuf Gott den Erdball rund, warum

    Schuf Krupp'sche Eisenwerke er in Essen,

    Als daß den Heiden wir mit Christentum

    Und Schnaps das Gold aus den Geweiden pressen.

    Ein halb Jahrtausend ist das nun schon Mode,

    Doch sehr verfeinert hat sich die Methode:

    Kauf oder stirb! Wer seines Goldes bar,

    Den plagt dann ferner auch kein Missionar.


    Ich bin der Friede, meine Schellen läuten,

    Sobald des Menschen Herz sich neu belebt,

    Und meine Füße, die den Tod bedeuten,

    Zerstampfen, was nach Licht und Freiheit strebt.

    Ich bin der Friede, und so wahr ich tanze

    Auf Gräbern in elektrisch grellem Glanze,

    Es fällt zum Opfer mir das künft'ge Jahr,

    Wie das geschiedne mir verfallen war!


    So sang die Göttin. Aber Gott sei Dank,

    Noch eh sie dirnenhaft von hinnen knixte,

    Gewahrt' ich, daß die üpp'ge Diva krank

    Und alt, so rot sie sich die Wangen wichste,

    Daß schon der Tod ihr selbst die Brust gehöhlt;

    Und tausend Bronchien rasselten im Chore:

    Der rote Saft sprengt dieses Leichnams Tore,

    Eh er noch einmal seine Jahre zählt.


    Dann wurden unterird'sche Stimmen laut:

    Der Mensch sei nicht zum Knecht vor goldnen Stufen,

    Es sei zum Herrscher nicht der Mensch berufen,

    Der Mensch sei nur dem Menschen angetraut.

    Ein dumpfes Zittern, wie aus Katakomben,

    Erschütterte den Boden. Alsogleich

    Ward jeden Gastes Antlitz kreidebleich:

    Bewahr' uns Gott vor Anarchie und Bomben!


    Ich aber denke: Eh ein Jahr vergeht,

    Vergeht die Kirchhofsruhe. Böse Zeichen

    Verkünden einen Krieg, der seinesgleichen

    Noch nicht gehabt, solang die Erde steht.

    Noch ist die Saat nicht reif, doch wird sie reifen,

    Und Habgier gegen Habgier greift zum Schwert;

    Es wird der Bruder, seines Bruders wert,

    Dem Bruder mörd'risch nach der Kehle greifen.


    Die Glocken sind verhallt, verglommen sind

    Die Feuerbrände und verstummt die Lieder;

    Die alte, ew'ge, blinde Nacht liegt wieder,

    Wie sie nur je auf Erden lag, so blind;

    Und doch hängt das Geschick an einem Haar

    Und läßt sich doch vom Klügsten nicht ergründen.

    Wie werden diese Welt wir wiederfinden,

    Wenn wir sie wiederfinden, übers Jahr?




  2. #2
    Kassandra
    Gast

    Für anjulika und alle anderen


    Hi,


    besten Dank anjulika:-) Dir und allen anderen auch ein gutes nächstes, neues Jahr.


    Mir hat meine Mutter was ins Hirn gesetzt zu dem Thema. Sie meinte, jemand, der 57 ist, erlebt in einem Jahr ein 57stel seines gesamten Lebens. Jemand der 14 ist erlebt ein Vierzehntel und so weiter. Ein 14tel ist größer als ein 57stel. Deshalb kommen einem die Jahre von Jahr zu Jahr kürzer vor. So richtig stimmt das na klar nicht, aber es steckt eine Information dahinter, über die ich jetzt schon länger nachdenke. Und, es scheint mir wichtig, diesen Fakt in seinen Auswirkungen zu behindern ;-)


    Beste Grüße und alles Gute für Euch alle

    Kassandra

  3. #3
    rischek
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))


    >ich wünsch allen teilnehmern, stillen mitlesern und ganz besonders gareth,der das forum so liebevoll leitet, hamid,helena,hotelnoir,kassandra, deren beiträge immmer wieder lesenswert sind und rischek,der gedichte so magzwinker ein freudvolles neues jahr !

    >anjulika




    Danke! ;-)


    Der Dezember.


    Das Jahr wird alt. Hat dünne Haar

    Ist gar nicht sehr gesund

    Kennt seinen letzten Tag das Jahr

    Kennt gar die letzte Stund.


    Ist viel geschehn. Ward viel versäumt

    Ruht beides unterm Schnee

    Weiss liegt die Welt, wie hingeträumt

    Und Wehmut tut halt weh.


    Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin

    Nichts bleibt. Und nichts vergeht.

    Ist alles Wahn. Hat alles Sinn

    Nützt nichts, dass man's versteht.


    Und wieder stapft der Nikolaus

    Durch jeden Kindertraum

    Und wieder blüht in jedem Haus

    Der goldengrüne Baum.


    Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt

    Wie hold Christbäume blühn

    Hast nun den Weihnachtsmann gespielt

    Und glaubst nicht mehr an ihn.


    Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag

    Dann dröhnt das Erz und spricht

    Das Jahr kennt seinen letzten Tag

    Du kennst den deinen nicht.


    (Erich Kästner 1899-1974)


    Alles Gute!


    rischek smile



  4. #4
    HotelNoir
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))


    Danke. Wünsche ebenfalls allen Anwesenden hier im Forum ein gutes neues Jahr und ein frohes Neujahrsfest.




    >ich wünsch allen teilnehmern, stillen mitlesern und ganz besonders gareth,der das forum so liebevoll leitet, hamid,helena,hotelnoir,kassandra, deren beiträge immmer wieder lesenswert sind und rischek,der gedichte so magzwinker ein freudvolles neues jahr !

    >anjulika

    >Silvester

    >von Frank Wedekind

    >Mein Fenster öffnet sich um Mitternacht,

    >Die Glocken dröhnen von den Türmen nieder,

    >Die Berge leuchten rings in Flammenpracht,

    >Und aus den dunklen Gassen hallen Lieder.

    >Will mir der Lärm, will mir der blut'ge Schein

    >Des nahen Völkerkriegs Erwachen deuten? -

    >Noch ist die Saat nicht reif. Die Glocken läuten

    >Dem neuen Jahr. - Wird es ein beßres sein?

    >Ein neues Jahr, in dem mit blassem Neid

    >Die Habsucht und die Niedertracht sich messen;

    >Ein neues Jahr, das nach Vernichtung schreit;

    >Ein neues Jahr, in dem die Welt vergessen,

    >Daß sie ein Altar dem lebend'gen Licht;

    >Ein neues Jahr, des dumpfe Truggewalten

    >Den Adlerflug des Geistes niederhalten;

    >Ein neues Jahr! - Ein beßres wird es nicht.

    >Von Goldgier triefend und von Gaunerei,

    >Die Weltgeschichte, einer feilen Dirne

    >Vergleichbar, kränzt mit Weinlaub sich die Stirne,

    >Und aus der Brust wälzt sich ihr Marktgeschrei:

    >Herbei, ihr Kinder jeglicher Nation;

    >An Unterhaltung ist bei mir nicht Mangel.

    >Im Internationalen Tingeltangel,

    >Geschminkt und frech, tanz' ich mir selbst zum Hohn.

    >Den he'ligen Ernst der menschlichen Geschicke

    >Wandl' ich zur Posse, daß ihr gellend lacht;

    >Den Freiheitsdurst'gen brech' ich das Genicke,

    >Damit mein Tempel nicht zusammenkracht.

    >Ich bin der Friede, meine holden Blicke

    >Besel'gen euch in ew'ger Liebesnacht;

    >Wärmt euch an mir und schlaft bei meinem Liede

    >Sanft und behaglich ein; ich bin der Friede!

    >Drum segne denn auch für das künft'ge Jahr

    >Gott euren süßen Schlaf. Das Todesröcheln

    >Des Bruders auf der Freiheit Blutaltar

    >Verhallt, wenn meine fleisch'gen Lippen lächeln.

    >Nur wenn der eigne Geldsack in Gefahr,

    >Dann tanz' ich mit den schellenlauten Knöcheln

    >Sofort Alarm, damit euch eure Schergen

    >Zu den geraubten neue Schätze bergen.

    >Warum schuf Gott den Erdball rund, warum

    >Schuf Krupp'sche Eisenwerke er in Essen,

    >Als daß den Heiden wir mit Christentum

    >Und Schnaps das Gold aus den Geweiden pressen.

    >Ein halb Jahrtausend ist das nun schon Mode,

    >Doch sehr verfeinert hat sich die Methode:

    >Kauf oder stirb! Wer seines Goldes bar,

    >Den plagt dann ferner auch kein Missionar.

    >Ich bin der Friede, meine Schellen läuten,

    >Sobald des Menschen Herz sich neu belebt,

    >Und meine Füße, die den Tod bedeuten,

    >Zerstampfen, was nach Licht und Freiheit strebt.

    >Ich bin der Friede, und so wahr ich tanze

    >Auf Gräbern in elektrisch grellem Glanze,

    >Es fällt zum Opfer mir das künft'ge Jahr,

    >Wie das geschiedne mir verfallen war!

    >So sang die Göttin. Aber Gott sei Dank,

    >Noch eh sie dirnenhaft von hinnen knixte,

    >Gewahrt' ich, daß die üpp'ge Diva krank

    >Und alt, so rot sie sich die Wangen wichste,

    >Daß schon der Tod ihr selbst die Brust gehöhlt;

    >Und tausend Bronchien rasselten im Chore:

    >Der rote Saft sprengt dieses Leichnams Tore,

    >Eh er noch einmal seine Jahre zählt.

    >Dann wurden unterird'sche Stimmen laut:

    >Der Mensch sei nicht zum Knecht vor goldnen Stufen,

    >Es sei zum Herrscher nicht der Mensch berufen,

    >Der Mensch sei nur dem Menschen angetraut.

    >Ein dumpfes Zittern, wie aus Katakomben,

    >Erschütterte den Boden. Alsogleich

    >Ward jeden Gastes Antlitz kreidebleich:

    >Bewahr' uns Gott vor Anarchie und Bomben!

    >Ich aber denke: Eh ein Jahr vergeht,

    >Vergeht die Kirchhofsruhe. Böse Zeichen

    >Verkünden einen Krieg, der seinesgleichen

    >Noch nicht gehabt, solang die Erde steht.

    >Noch ist die Saat nicht reif, doch wird sie reifen,

    >Und Habgier gegen Habgier greift zum Schwert;

    >Es wird der Bruder, seines Bruders wert,

    >Dem Bruder mörd'risch nach der Kehle greifen.

    >Die Glocken sind verhallt, verglommen sind

    >Die Feuerbrände und verstummt die Lieder;

    >Die alte, ew'ge, blinde Nacht liegt wieder,

    >Wie sie nur je auf Erden lag, so blind;

    >Und doch hängt das Geschick an einem Haar

    >Und läßt sich doch vom Klügsten nicht ergründen.

    >Wie werden diese Welt wir wiederfinden,

    >Wenn wir sie wiederfinden, übers Jahr?



  5. #5
    WesenheitX
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))


    >ich wünsch allen teilnehmern, stillen mitlesern und ganz besonders gareth,der das forum so liebevoll leitet, hamid,helena,hotelnoir,kassandra, deren beiträge immmer wieder lesenswert sind und rischek,der gedichte so mag ein freudvolles neues jahr !




    Danke Anjulika, Dir und dem ganzen Forum wünsch ich das gleiche :-)


    WesenheitX



  6. #6
    Der Schattenspringer
    Gast

    @ Kassandra


    >Hi,

    >besten Dank anjulika:-) Dir und allen anderen auch ein gutes nächstes, neues Jahr.

    >Mir hat meine Mutter was ins Hirn gesetzt zu dem Thema. Sie meinte, jemand, der 57 ist, erlebt in einem Jahr ein 57stel seines gesamten Lebens. Jemand der 14 ist erlebt ein Vierzehntel und so weiter. Ein 14tel ist größer als ein 57stel. Deshalb kommen einem die Jahre von Jahr zu Jahr kürzer vor. So richtig stimmt das na klar nicht, aber es steckt eine Information dahinter, über die ich jetzt schon länger nachdenke. Und, es scheint mir wichtig, diesen Fakt in seinen Auswirkungen zu behindern ;-)

    >Beste Grüße und alles Gute für Euch alle

    >Kassandra


    Meine Vermutung geht dahin oder sagen wir meine Erfahrung,

    dass es nicht mit dem Alter zu tun hat sondern alleine mit der Energie.

    Der Mensch fährt sich gerne in seine Alltagsgewohnheiten ein und hat seine eigenen individuellen Verhaltensmustern, die anderen auch des öfteren sehr ähnlich sind.

    Je länger man diese Spur festfährt desto schlechter kann man seine Energie freisetzen und es gleicht einem Rad, welches sich immer schneller dreht.

    Man nennt es auch das Rad der Zeit.


    Wer keine Gewohnheiten hat und nur für das Jetzt lebt, alleine für die Bewußtheit des JETZT, der kann die Zeit sehr sehr langsam vergehen lassen und wenn er am Feuer von innen verbrennt, dann hat er sie überwunden.



  7. #7
    418
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))


    >ich wünsch allen teilnehmern, stillen mitlesern und ganz besonders gareth,der das forum so liebevoll leitet, hamid,helena,hotelnoir,kassandra, deren beiträge immmer wieder lesenswert sind und rischek,der gedichte so magzwinker ein freudvolles neues jahr !

    >anjulika




    dir auch ein erfolgreiches und selbst-bewusstes neues jahr :-)


    in LVX

    hamid

  8. #8
    Gareth
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))




    Liebe Anjulika,


    danke dir. Ich wünsche dir und allen hier im Forum ein freudvolles und wunderschönes neues Jahr,


    Gareth

  9. #9
    Sophie
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))


    Ich wünsche dir auch ein schönes Jahr, aber unter welchem

    Namen schreibst du denn hier. Nur unter deinem eigenen?


    Sophie




  10. #10
    Gareth
    Gast

    Re: auf ein neues ;-))


    Liebe Sophie,


    ja, ich schreibe nur unter meinem eigenen Namen. Warum fragst du?


    Alles Liebe,


    Gareth

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