die autorin ist mit vorsicht zu geniessen, trotzdem ein nicht uninteressanter artikel....

von
HELGA ZEPP-LAROUCHE

Online veröffentlicht: 19.03.2007
Die Bevölkerung soll derzeit mit einer dramatischen Angstkampagne dazu
konditioniert werden, massive Einschränkungen des Lebensstandards und
der bürgerlichen Rechte und schließlich auch eine andere Weltordnung zu
akzeptieren. Regierungen, Medien und "objektive" Wissenschafter sprechen
unisono gleichgeschaltet, seit der IPCC-Bericht am 7. Februar den
Startschuß für die koordinierte Kampagne für einen Paradigmenwandel gab,
in der sich alles nur noch um die menschengemachte Klimakatastrophe, die
traurigen Eisbären, die einsam auf den letzten Eisschollen im erwärmten
Nordmeer schwimmen, und die "Tatsache" dreht, daß unser Planet "nur noch
13 Jahre" habe. Und Umweltminister Gabriel versucht mit Erfolg, so
gewichtig zu erscheinen wie Al Gore, und fordert laut Welt-Online einen
"Führer der Welt".
Während diese Panikmache auf das kurze Gedächtnis der Bürger setzt ("Ich
war gerade in den Alpen, da war wirklich kein Schnee!"), darauf, daß der
sehr kalte Winter und die Schneekatastrophe des letzten Jahres schon
vergessen ist, spielt sich das wirkliche Drama auf einer ganz anderen
Bühne ab. Die Desintegration des globalen Finanzsystems, die als Folge
der Abwickelung des Yen-Carry-Trades nun mehrere Marktsegmente
erschüttert, ist nicht aufzuhalten. Der Kollaps des amerikanischen
Immobilienmarktes, vor allem im Bereich der minderwertigen Hypotheken,
kann wegen der marktsegmentübergreifenden Rolle der Hedgefonds durchaus
einen Crash des gesamten Systems zur Folge haben. Die Umwelthysterie
soll nun die Drohkulisse liefern, um in dem folgenden Chaos
diktatorische Maßnahmen durchzusetzen.
Allen Beschwörungen zum Trotz, die Zinsanhebungen in Japan hätten nur
"Korrekturen", aber keinen Krach zur Folge, geht die Desintegration
nicht zuletzt auf den sog. "aufstrebenden Märkten", wo sich ein Absturz
um 50-80 Prozent abzeichnet, voll weiter. Am dramatischsten ist derzeit
das Platzen der Immobilienblase in den USA, wo die ungesunde Praxis der
Vergabe riskanter sog. "Subprime"-Immobilienkredite zum Bankrott
zahlreicher Kreditinstitute geführt hat, der sich nun auf andere
Bereiche des Immobilienmarktes und das Bankensystem selber ausweitet.
Der Hypotheken-Crash und die Folgen
Am 12. März meldete der zweitgrößte Kreditgeber auf diesem Markt, "New
Century", der 7 Prozent Marktanteile hat, der Wertpapieraufsicht SEC, er
könne ausstehende Verpflichtungen in Hohe von 8,4 Milliarden Dollar
nicht bedienen. Als Folge brach die Aktie von New Century um 90% und
dann noch einmal um 50% ein: Ein Konkursantrag nach dem sog. Chapter 11
steht an. Bloomberg berichtet, daß in diesem Jahr in den USA 1,5-2,2
Millionen Zwangsversteigerungen erwartet werden. 2006 waren es bereits
1,2 Millionen, was einen Anstieg um 42% gegenüber dem Vorjahr bedeutete.
Nach einer Studie des Nachrichtenmagazins EIR werden deswegen im
vergangenen und in diesem Jahr insgesamt rund eine Million Arbeitsplätze
vorwiegend im Wohnungsbau verloren gehen. Man erwartet, daß mehr als
hundert Kreditinstitute, die sich im Markt der minderwertigen Hypotheken
engagiert haben, in allernächster Zukunft bankrott gehen werden.
Der Markt der minderwertigen Hypotheken hatte 2001 einen Anteil von 3%
am Hypothekengeschäft und ist seitdem auf 20% angewachsen. Dieses
Wachstum ist Ausdruck der unter der Regierung Bush-Cheney üblich
gewordenen Praxis der Banken, den kurzfristigen Gewinn der Spekulanten
auf Kosten der Lebensbedingungen der 80% unteren Einkommensschichten zu
steigern. Dieser Markt ist eine klassische Blase: Über Nacht werden die
berüchtigten "MacMansions", Fertighäuser aus Pappmaché, hochgezogen und
zu überteuerten Preisen und abenteuerlichen Kreditbedingungen an Kunden
ohne Eigenkapital verkauft - eben jene minderwertigen Hypotheken, bei
denen sich die Zinsen und damit die Profitraten der Spekulanten nach
einem bestimmten Zeitraum erhöhen. Schon jetzt ist überall zu
beobachten, daß die "Hausbesitzer", die die höheren Zinsen nicht mehr
bedienen können, sich gar nicht mehr die Mühe machen, die Häuser zu
verkaufen, sondern einfach wegziehen, weil die Häuser sowieso an die
Banken fallen.
Die Bürgerinitiative "Center for Responsible Lending", die diese Praxis
unseriöser Hypothekenvergabe bekämpft, geht davon aus, daß bis zu 25%
dieser Verträge mit Zwangsvollstreckungen enden werden. Davon sind auch
große Städte wie New York, Los Angeles, San Diego, Washington etc.
betroffen. Und da der Hypothekenmarkt in den USA sich keineswegs darauf
beschränkt, daß Banken gewöhnliche Hypotheken an Hausbesitzer vergeben,
sondern dieser Markt eine ganze Branche (die Amerikaner sagen sogar
"Industrie"!) für sich ist, in der diese Hypotheken zu Wertpapieren
gebündelt und von einem Spekulanten an den anderen verkauft werden - ein
Geschäft, an dem auch Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften und ihre
Kreditderivate beteiligt sind -, ist das Ganze ein einstürzendes
Kartenhaus, das in zusammen mit den Auswirkungen des Endes des
Yen-Carry-Trade zum Systemkollaps führen wird.
Al Gore, der "grüne Spekulant"
Vor diesem Hintergrund stellt die Klimakatastrophenkampagne u. a. den
Versuch der Investmentbanken und Hedgefonds dar, mit einer neuen Blase
ein neues Gebiet aufzutun, in dem Megaprofite zu finden sind. Al Gore,
der wegen seines ineffektiven Präsidentschaftswahlkampfs lange als
Steigbügelhalter für George W. Bush diskreditiert und in der Versenkung
verschwunden war, ist jetzt weltweit mit seinem unwissenschaftlichen
Dokumentarfilm und Vorträgen vor Firmen und Hedgefonds unterwegs, um den
CO2-Emissions-Zertifikathandel als eine Superprofitquelle anzupreisen.
Was viele seiner grünen Anhänger nicht wissen: Gore ist seit 2001 selber
Hedgefonds- Manager. Gore war stellvertretender Vorsitzender der
"Metropoliten West Financial LLC" ("Metwest"), dessen Vorsitzender der
einst wegen Insidergeschäften verurteilte Michael Milken war. 2004
gründeten Gore und David Blood, ehemals Vorstandsvorsitzender der
Goldman Sachs Asset Management, den Londoner "Generation Investment
Fund", der selbst massiv im CO2- Emissions- Zertifikathandel tätig ist.
"Das wirkliche Thema, um das es geht, ist der boomende Emissionshandel",
schrieb der Daily Telegraph am 14. März. "Gore hat einen Trend erkannt,
der Handel mit CO2-Emissionszertifikaten ist derzeit das heißeste
Geschäft." Der Telegraph berichtete, auch die größten Investmentbanken
der Welt stürzten sich auf diesen Markt, der sein Zentrum jetzt in
London hat. Gore, seit 2006 offizieller Berater der britischen Regierung
in Klimafragen, versprach auf einer Konferenz in Kopenhagen vor rund
2000 Firmen, die am Emissionshandel beteiligt sind, er werde den
Präsidentschaftswahlkampf 2008 in den USA zu einer Kampagne um den
Klimawandel machen.
Gores Schwindel gewann ein Academy Award
"Der große Schwindel"
Um so wichtiger war deshalb der vom britischen Channel 4 gesendete
Dokumentarfilm mit dem Titel "Der große Schwindel der globalen
Erwärmung", der auf die vielen wissenschaftlichen Gegenargumente gegen
die angebliche menschengemachte Klimakatastrophe eingeht und auf die
Anfänge dieser Kampagne in der Thatcher-Ära hinweist. Dieser Film ist
ein absolutes Muß für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Sie
können ihn im Internet hier finden. Unter Klimaforschern, Geologen,
Chemikern und anderen Wissenschaftlern tobt derzeit eine große Schlacht
über die Ursachen der Klimaschwankungen, die seit Hunderttausenden von
Jahren den Wechsel zwischen Eiszeiten, Wärmeperioden, Zwischeneiszeiten
und Zwischenwärmeperioden bestimmen. Unter seriösen Wissenschaftlern ist
man sich einig, daß vor allem die astrophysikalischen Zyklen für die
Temperaturschwankungen verantwortlich sind, und nur zu einem
vernachlässigbaren Teil die menschlichen Aktivitäten. Wie ist es
angesichts dieses klaren Gegensatzes zwischen wissenschaftlicher Analyse
und einer letztlich den Heuschrecken nützenden Propagandakampagne zu
erklären, daß Bundeskanzlerin Merkel ausgerechnet die deutsche
Präsidentschaft in der EU nutzte, um das Thema Klima zur Priorität zu
machen? Und das, obwohl es Frau Merkel, die immerhin selber Physikerin
ist, nicht an Möglichkeiten fehlen dürfte, sich über die Faktenlage zu
informieren und sie sachkundig zu beurteilen?
Die Vermutung liegt nahe, daß die Regierungen nicht nur wissen, daß die
menschengemachte Klimakatastrophe ein Schwindel ist, sondern daß sie
auch wissen, daß das mit der Globalisierung verbundene weltweite System
hoffnungslos am Ende ist. Und da sie nicht den Mut haben, zuzugeben, daß
ihre inkompetente Wirtschaftspolitik für die gegenwärtige Systemkrise
mitverantwortlich ist, bietet die Klimafrage einen willkommenen
"Sündenbock". Denn wenn das Finanzsystem kracht, droht Chaos - und für
diesen Fall haben einige Kräfte durchaus Notstandsmaßnahmen in petto.
Interessanterweise schrieb Die Welt am 10. März in ihrem Leitartikel
"Unsere Klimadebatte ist fortschrittsfeindlich", wenn auch ohne Bezug
zum Finanzkrach: "Inzwischen muß das Klima herhalten, um dem Bedürfnis
nach einem politischen Donnerschlag wieder Geltung zu verschaffen. Wir
haben, heißt es, nur noch ein paar Jahre Zeit - die dürfen wir nicht
mehr mit den zeitaufwendigen und ineffektiven Verfahren der bisher
üblichen Politik verplempern. Mit anderen Worten: das Klima schafft
endlich den Notstand, den rechte wie linke ökologische
Carl-Schmitt-Freunde so gerne als Freibrief hätten." Der Ausnahmezustand
als Grundlage einer Diktatur - darauf spielt dieser Artikel an. Was also
motiviert Angela Merkel, die Klimafrage zum Hauptthema des EU-Gipfels zu
machen und sich dabei die Argumente der Ökologiebewegung zu eigen zu
machen?
"Den Charakter der Welt ändern"
Überraschenderweise kamen klare Worte ausgerechnet von jemand, der vor
einiger Zeit selbst noch einer der eifrigsten Vertreter der
Globalisierung war: vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus, der
seinem Land nach der Auflösung des Comecon eine brutale Schocktherapie
verpaßt hatte. Vor dem Washingtoner Cato-Institut erklärte Klaus, die
Ökologiebewegung sei heute von allen Gefahren für die Welt die
bedrohlichste. Hinter ihrer "freundlichen" Ideologie verberge sich der
Versuch, den Charakter der Welt zu ändern. "Sie präsentieren ihre
Katastrophenszenarios, um unsere Werte zu ändern, und das ist sehr
gefährlich. Hinter dieser Terminologie steht in Wirklichkeit der rabiate
Versuch, die Welt radikal zu verändern." Und weiter: "Wenn eine Theorie
widerlegt ist, erfinden sie eine andere. Erst war es die Bedrohung durch
die Überbevölkerung. Dann war es das Ozonloch. Jetzt kommen sie mit
ihrer These von der globalen Erwärmung." Man könnte noch den "sterbenden
Wald" hinzufügen, der offensich tlich so grün ist wie eh und je.
In einem Interview in Japan betonte Klaus, die These von der
Klimaerwärmung sei ein Mythos, das bestätige jeder ernsthafte
Wissenschaftler. Das IPCC hingegen sei keine wissenschaftliche, sondern
eine politische Institution, eine Art NGO mit grünem Beigeschmack. Und
die Entscheidung der EU-Kommission, die CO2-Emission um 20 Prozent
absenken zu wollen, kommentierte er deutlich: "Das ist offensichtlich
eine solche Fehlleistung von so vielen Leuten, von Journalisten bis
Politikern. Wenn die EU-Kommission auf einen solchen Trick hereinfällt,
dann haben wir damit noch einen weiteren triftigen Grund, warum in
solchen Fragen die Nationen selbst und nicht die Kommission entscheiden
müssen. Vielleicht sagt nur Al Gore etwas in dieser Richtung, ein
geistig gesunder Mensch kann das nicht." Offensichtlich hat Vaclav Klaus
etwas dazugelernt und er erkennt, daß die neue Welle der Globalisierung
und die drohende Ökodiktatur sein Land völlig zerstören würden.
Die gegenwärtige Klimahysterie soll aber auch den amerikanischen Kongreß
auf die falsche Fährte führen. Damit der sich nicht mit dem drohenden
Finanzkollaps und der Abwendung der Gefahr eines neuen Krieges der
Bush-Administration gegen den Iran beschäftigt und kein
Absetzungsverfahren gegen Bush und Cheney einleitet, wird der grüne
Flügel der Demokratischen Partei aktiviert. Die Kriegsgefahr wird aber
so lange nicht verschwinden, solange nicht erst Cheney und dann Bush aus
dem Amt entfernt sind.
Wenn die menschliche Gattung aus der letztlich alle Bereiche
betreffenden Systemkrise herauskommen will, muß an die Stelle der
gefährlichen Ideologie der Ökologiebewegung wissenschaftliche Klarheit
und allgemein eine am Fortschritt orientierte Bejahung des
wissenschaftlichen und technischen Fortschritts treten. Ohnehin haben
Rußland, China, Indien, Brasilien, die osteuropäischen Nationen, die
Golfstaaten, die Maghreb-Staaten, Südafrika und andere schon
klargemacht, daß sie nicht bereit sind, sich kampflos in ein finsteres
Zeitalter stürzen zu lassen, und eine Renaissance der Kernenergie
anstreben.
Aber letztlich kann die Krise nur überwunden werden, wenn das
hoffnungslos bankrotte Finanzsystem reorganisiert und durch ein neues
Bretton-Woods-System ersetzt wird. Nur wenn sich im amerikanischen
Kongreß statt der Ideen Al Gores die Ideen von Lyndon LaRouche
durchsetzen, hat die Zivilisation eine Chance.