Wunderwaffen der Antike - Hightechkriege vor Jahrtausenden
Mann gegen Mann mit Schwert und Schild – so stellte man sich in späteren Zeitaltern meist die angeblich so heroischen Schlachten der Antike vor. Doch die militärischen Erfolge von Griechen und Römern beruhten nicht zuletzt auf ihrer hochentwickelten Waffentechnologie.
Bei Belagerungen kamen Katapulte und Rammböcke zum Einsatz, Flammenwerfer vernichteten feindliche Truppen, Schiffe und Festungen. Legendär waren die Erfindungen des griechischen Mathematikers und Ingenieurs Archimedes, die es seiner Heimatstadt Syrakus ermöglichten, jahrelang dem Angriff der Römer zu trotzen.
Flammenwerfer
Flammenwerfer sind keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Bereits vor über 2.000 Jahren kamen bei militärischen Auseinandersetzungen feuerspeiende Ungeheuer zum Einsatz. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildete das legendäre „Griechische Feuer“, das im 7. Jahrhundert von den Byzantinern entwickelt wurde. Seine Besonderheit: Es ließ sich auch mit Wasser nicht löschen, sondern brannte in jedem Fall ungehindert weiter.
Splittergranaten
Hergestellt wurde das Griechische Feuer auf der Basis von Erdöl, die genaue Mischung war streng geheim. Diese Wunderwaffe konnte mittels tragbarer Flammenwerfer im offenen Feld und auf Schiffen zur See eingesetzt werden. Ihre Wirkung war so verheerend und ihr Einsatz so abschreckend, dass sie der byzantinischen Flotte jahrhundertelang die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer sicherte.
Katapulte und Ballisten
Die römische Armee setzte zwei Arten von Artillerie ein: Die Ballisten verschossen Pfeile wie eine Armbrust, ihre Schleuderkraft entwickelten sie aus gedrehten Sehnen. Mit Katapulten dagegen konnten Steine, brennende Heuballen oder sogar ganze Wespennester in feindliche Festungen geschleudert werden. Die bis zu acht Meter hohen Geschütze konnten mit 25 Kilogramm schweren Steinen noch über 200 Meter hinweg Mauern zerstören. Gerade bei einer Belagerung waren sie ein beliebtes Mittel, den Feind aus der Distanz zu bekämpfen.
Rammbock
Der Rammbock war bereits in der Antike eine äußerst wirkungsvolle Belagerungswaffe. Er diente dazu, Mauern einzureißen oder Tore zu sprengen. Es gab ihn in vielen Varianten. Sie reichten vom einfachen Baumstamm, der von Personen getragen wurde, über beladene Wagen, die mit Schwung auf ihr Ziel zuschossen, bis hin zu raffinierten Konstruktionen wie dem „Widder“. Diese römische Kriegsmaschine bestand aus einem riesigen, an der Spitze mit Eisen verstärkten Balken, der an einem fahrbaren Gerüst aufgehängt war und mittels Seilen geschwungen werden konnte. Zum Schutz gegen Attacken der Verteidiger war der Widder rundum mit Metallplatten geschützt.
Wunderwaffen der Antike - Krankheitserreger und Gifte
Auch wenn biologische und chemische Waffen seit jeher als feige gelten, sind diese doch genauso alt wie der „ehrenvolle“ Kampf Mann gegen Mann. Die Kriegsherren der Antike bedienten sich unzähliger Giftquellen, darunter Käfer, Skorpione und diverse Pflanzen wie etwa das Schwarze Bilsenkraut. Deren Toxine wurden hauptsächlich von Bogenschützen im Gefecht verwendet. Allerdings wurden die Gifte auch als erste Massenvernichtungsmittel zur Brunnenvergiftung eingesetzt.
Pestkranke als Waffe
Schon in der Antike wusste man auch um die ansteckende Wirkung von Krankheiten – und setzte dieses Wissen als Kampfmittel ein. Mithilfe von Katapulten konnten beispielsweise infizierte Leichen in feindliche Festungen geschleudert werden. Das verheerendste Beispiel für diese Taktik stammt allerdings aus späterer Zeit: Als die Mongolen im Jahr 1346 die Stadt Kaffa belagerten, brachten sie auf diese Weise die Pest ins Abendland.
Pfeilgift aus verrotteten Vipern
Wenn es darum ging, anderen Menschen Schaden zuzufügen, gab es unzählige Rezepturen, deren perfide Wirkungen auch heute noch erschrecken. Eine Substanz aus verrotteten Vipern wurde beispielsweise auf die Pfeilspitzen getröpfelt – die Getroffenen kamen auf äußerst schmerzhafte Weise ums Leben. Denn die fauligen Säfte enthielten nicht nur das tödliche Toxin der Schlangen, sondern zudem auch unzählige krankheiterregende Bakterien. Und bei der Belagerung der antiken Stadt Kirra im Jahre 600 vor Christus vergifteten Soldaten einen Bach mit Nieswurz, was zur Folge hatte, dass viele Stadtbewohner an der Folge dieses Giftes starben.



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