Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit geometrischen Eigenschaften der Kristallgitter von Kugelpackungen und den Simplex (Polygone mit eingezeichneten Sternpolygonen). Es geht also um die Geometrie der Kugeln und Kreise. dabei wurde ich zwangsläufig mit den wichtigen Symboliken der Hermetik konfrontiert. Nun möchte ich mich mal zum Thema "Pentagramm" etwas ausführlicher äußern.
Die übliche Umschreibung des Pentagramms:
Das aufrecht stehende Pentagramm:
Anwendung in der "weißen Magie", Geist beherrscht Materie.
Einheit (da die 5 ja auch eine Primzahl ist), Göttlichkeit, Der Mensch als Gott in der Welt.
Das Pentagramm enthält den goldenen Schnitt – das unterstreicht noch die Göttlichkeit des Pentagramms.
Außerdem Zeichen für Gesundheit...usw.
Das "gestürzte" Pentagramm:
Anwendung in der "schwarzen Magie", Materie beherrscht Geist = gaaaaanz böse.
Pentagramm allgemein:
Das Zeichen für den Menschen. Die fünf Zacken entsprechen den fünf Sinneswahrnehmungen, aber auch den vier Gliedmaßen = die 4 Elemente + dem fünften Zacken, dem Kopf = Geist.
Die Fortsetzung dieses Prinzips ist wieder die menschliche Hand:
4 Finger umfassen einen Gegenstand, der 5. Finger, der Daumen unterstützt diesen Greifvorgang und hält dagegen.
Das Pentagramm lässt sich auch als Pyramide darstellen, genau nach der Geometrie wie sie die Pyramiden von Gizeh aufweisen:
Den 4-eckigen Grundriss stellen die 4 Elemente dar, die Spitze der Pyramide erhebt sich (im rechten Winkel, einen Dimensionssprung schaffend) über die 4 Elemente – die Spitze als erkennender Geist, also das luziferische Prinzip! (Der Baum der Erkenntnis)
Das mag alles schön und richtig sein, ist aber nicht zu Ende gedacht.
Wenn man diese Sachverhalte nämlich genauer unter die Lupe nimmt erkennt man dein einen oder andern Widerspruch.
Wenn in der Esoterik das erklärte Ziel die Integration des "Schattens" ist, warum wird das gestürzte Pentagramm von den "Weißmagiern" gemieden?
Aber erst mal zum Pyramiden-Modell:
Dazu muss ich weiter ausholen. Der volle Kreis steht immer als Symbol der Ganzheit, ebenso der Kreis in der 3. Dimension, die Kugel. Oder kann sich jemand unseren Planeten Erde oder unsere Sonne als eine halbe Kugel vorstellen? Die Kugelform ist der ursprünglichste Körper den wir uns nur vorstellen können. Physikalisch hat die Kugelform die kleinste Oberfläche im Verhältnis zum Inhalt. Dadurch und auch durch die konvexe Oberfläche hat sie schützende Eigenschaften.
Aber der Charakter der Kugelform geht noch viel weiter:
Licht und auch alle anderen physikalischen Kräfte breiten sich vom Zentrum nach allen Seiten hin gleichmäßig aus, wenn sie von außen einwirkenden Umwelteinflüssen nicht abgelenkt werden. Dadurch entsteht zwangsläufig eine Kugel.
Aber das Wichtigste:
Die Kugelform ist die perfekte Symmetrie.
Jeder Punkt in der Peripherie der Kugel hat einen gegenüber liegenden Punkt.
Symmetrie ist aber auch das alles umfassende Thema der der Teilchen- bzw. Quantenphysik (Stichwort Differenzialgeometrie, Lie-Gruppe). Denn Symmetrie beschreibt nicht nur Geometrie. Symmetrie als geometrisches Modell kann für alle physikalischen Abläufe bis hin zur Theorie von der Materie und Antimaterie verwendet werden. Jegliche Ordnung und jedes funktionierende System auf unserer Erde und im Universum ist Symmetrie.
Symmetrie ist die Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte.
Was ist die Hermetik?
Auch sie ist die Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte!
In der Physik gibt es die vier Grundkräfte:
• Elektromagnetische Kraft
• Gravitationskraft
• Starke Kernkraft
• Schwache Kernkraft
In der Hermetik gibt es ebenfalls vier Grundkräfte:
• Feuer
• Erde
• Wasser
• Luft
Diese Vier-Kräfte-Thematik schiebe ich hier auch deshalb dazwischen, weil diese unmittelbar mit der Geometrie von Kreisen und Kugeln verknüpft ist.
Aber fassen wir zusammen:
Die perfekte Symmetrie in der Ebene ist der Kreis.
Die perfekte Symmetrie im Raum ist die Kugel.
Nun kommen wir wieder zur Pyramide:
Welche Form umschreibt die Pyramide mit viereckigem Grundriss?
Die Antwort lautet: Ganz genau eine > halbe < Kugel!!!
Um eine ganze Kugel auszufüllen, bräuchte die Pyramide sein Gegenstück, eine gestürzte Pyramide. Das Ergebnis wäre ein Oktaeder, ein platonischer Körper.
Dann hätte jeder der nun > 6 < Knotenpunkte eine Gegenpol. Und auf diese Weise entsteht ein Mittelpunkt in Zentrum der Doppelpyramide! Auf diesen Mittelpunkt kommt es doch dem Esoteriker an! Er will seine Mitte finden. Dazu braucht er seine andere Hälfte um ganz zu werden. Das ist das Geheimnis der göttlichen Schöpfung. Die Bibel als Geheimsprache der Hermetiker (und vor allem der Rosenkreuzer! ). In sechs Tagen schuf Gott die Welt, am 7. Tag ruhte er (in sich selbst).
Das zur Pyramide und der Doppelpyramide, dem Oktaeder welches das Hexagramm bildet (Es stehen sich immer jeweils ein aufrechtes und gestürztes Dreieck gegenüber). Der Übergang vom Pentagramm zum Hexagramm, vom Mikrokosmos zum Makrokosmos.
Aber schauen wir uns das Pentagramm selbst an:
Die Winkelsumme des Dreiecks ist 180 Grad = also die Hälfte von 360 Grad = ein halber Kreis
Die Winkelsumme des Pentagramms ist 180 Grad = Die Hälfte von 360 Grad = ein halber Kreis
Die Winkelsumme des Doppel-Dreiecks = Hexagramms ist 360 Grad = also ein voller Kreis.
Die Winkelsumme des Doppel-Pentagramms ist 360 Grad = also ebenfalls ein voller Kreis.
Das ist das meiner Meinung nach wichtigste (geometrische) Geheimnis dieser beiden magischen Symbole Pentagramm und Hexagramm!
Meine Begründung dazu:
Diese vier geometrischen Figuren sind die Startfiguren aller Zahlentheorie!!!!!!
Und die letzten beiden Figuren, welche einen Vollkreis ergeben, bilden die ordnende Struktur in der Zahlensuppe!
Näheres dazu auf:
Willkommen zur gemeinsamen Erforschung der Tetraktys!
Der flammende Stern in der Freimaurerei erklärt dieses Mysterium von der Ganzwerdung des Menschen:
Aus dem Pentagramm züngeln zwischen den fünf Zacken weitere fünf Flämmchen. Diese symbolisieren das gestürzte Pentagramm, unseren Schatten, unser Unterbewusstsein! Erst die Zusammenführung von Wachbewusstsein und Unterbewusstsein erzeugen die kreative Energie, Ziel aller magischer Übungen!
Schauen wir uns das einfache Pentagramm doch mal in Ruhe an. Was wirkt da auf uns?
Das einfache Pentagramm selbst hat keinen geometrisch festgeschriebenen Mittelpunkt. Die "vier Elemente" und "der Geist" sind miteinander "verstrickt" und umschwirren den Mittelpunkt, können ihn aber nie erreichen! Genau genommen ist nicht wirklich erkennbar, dass der "Geist" da irgendetwas beherrscht. Wenn man diesen Stern nur um 36 Grad dreht, haben wir schon das "Satanssymbol".....
Wenn man aber den "weißmagischen" und den "schwarzmagischen" Stern übereinander legt, dann passiert es:
Jeder Punkt (Sternzacken) in der Peripherie des Sterns hat sein Gegenüber. Wenn diese gegenüberliegenden Punkte miteinander kommunizieren, dann führen diese Tangenten genau durch den Mittelpunkt des Kreises. Wir haben unsere Mitte gefunden.
Ein Nichteingeweihter könnte nun sagen: Was soll dieser ganze geometrische Quatsch?
Was hat das alles mit mir zu tun?
Diese Frage ist richtig und gut!
Man muss sich diese Frage stellen!
Wenn man aber eine Antwort darauf finden will, dann muss man sich in die geometrischen und zahlentheoretischen Zusammenhänge meditativ versenken. Das erfordert Zeit und Kraft. Aber dann wird man erkennen, dass man auf die absoluten Urwahrheiten trifft, und dass unsere erfahrbare Welt nur aus einer Aneinanderreihung von flüchtigen Ereignissen besteht. Eine Matrix die durch ewig wirkende Kräfte erzeugt wird. Im Umkehrschluss wird man sich dann nicht mehr darüber wundern, wie und warum Ursymbole auf das Unterbewusstsein des Menschen (und seine Umgebung!!!!) wirken.
Noch eine wichtige geometrische Übung:
Die Pflasterbarkeit von 5-Eck (bzw. Pentagramm) und 6-Eck (bzw. Hexagramm) in der Ebene und im Raum. Das Sechseck ist mit sich selbst lückenlos pflasterbar, das Fünfeck nicht. Das Fünfeck erzeugt bestenfalls hierarchische Systeme, wenn man es ineinander schachtelt. Hierarchien wie sie in unserer Gesellschaftsordnung üblich sind. Sechsecke aneinander gelegt erzeugen ein unendlich großes Gitternetz, in dem jeder Knotenpunkt gleichwertig, also sozusagen Mittelpunkt des Universums sein kann!
Das ist nur > ein < geometrisch beschreibbarer Beweis für
das Pentagramm als Mikrokosmos
das Hexagramm als Makrokosmos
Noch eine Tatbestand in Sachen Pentagramm, der zum Nachdenken anregen sollte:
Wenn man mit geöffneten Augen durch unsere Welt geht, oder durch die Fernsehsender zappt, wo treten Pentagramme gehäuft auf ?
Als Superstar, Popstar, Hollywoodstern, auf Geldscheinen, auf Staatsflaggen....
Es geht um die Konditionierung des Egos, welches gebunden werden soll...
Allerdings:
Nur ein starkes Ego kann mit den Kräften seines Unterbewusstseins umgehen.
Aber:
Ich frage mich ernsthaft, ob das Pentagramm dieses gewünschte starke Ego verkörpert!
Wie wirkt das Symbol? Die "vier Elemente" und der "Geist" schwirren völlig gleichwertig ineinander verstrickt um einen Mittelpunkt, den sie nie erreichen können! Also das absolute Gefühlschaos, null Disziplin!
Das Symbol des Kreuzes dagegen ist zentriert geordnet. Nur hier kann man klar sagen, dass der Geist als Mittelpunkt die vier Elemente wirklich auch im Gleichgewicht hält. Das Kreuz entspricht der Pyramide in der Aufsicht.
Das Gleiche ist vom Hexagramm zu sagen: auch hier bilden die sich genau gegenüber liegenden Punkte einen Mittelpunkt.
Dies ist mein Urteil über das Pentagramm nur aus dem reinen Gefühl heraus!
Über die geometrischen Grundlagen habe ich weiter oben versucht etwas zu klären, was mir vermutlich kaum oder nur teilweise gelungen ist. Denn diese Einsichten sind schwer vermittelbar, man muss sie sich selbst erarbeiten.
Zusammenfassung meiner persönlichen Sichtweise:
Das Pentagramm – völlig egal ob Ziegenkopf oder aufrecht stehender Mensch – beinhaltet sowohl streng geometrisch als auch gefühlsmäßig Unvollkommenheit, Zweiteilung, Gefühlschaos und Gebundenheit in der Materie. Also all das was ein Hermetiker nicht brauchen kann.
Noch eine ganz wichtige Ergänzung: Das Pentagramm als Symbol für Gesundheit. In der dualen Welt brauchen wir die Trennung von Wachbewusstsein und Unterbewusstsein für unsere geistige Gesundheit, siehe die kabbalistische Geschichte von der Merkaba:
Ich freue mich auf Eure Sichtweisen zu diesem Thema!
Mit freundlichen Grüßen Philo



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