Der Mensch weiß viel mehr, als er denkt. In seinem Unbewussten lagern riesige Wissensschätze. Wer es versteht, sie freizulegen, kann wahre Wunder vollbringen. Wissenschaftler versuchen, die Kraft des Unbewussten zu enträtseln.

Zuerst war nur Staunen. Peter Lu war gebannt von der Perfektion, mit der die Elemente des mittelalterlichen Mosaiks ineinandergriffen. Doch dann wurde er stutzig. Dieses regelmäßige Muster aus zehnzackigen Sternen, das sich da über den Darb-i-Imam-Schrein in Isfahan ausbreitete, erinnerte den Harvard-Physiker an etwas - richtig! Quasi-Kristalle, komplizierte geometrische Strukturen. Von diesem Moment an wunderte sich Peter Lu, als Tourist in Iran unterwegs, noch mehr: Hatten Forscher die mathematischen Regeln solcher Strukturen nicht erst im späten 20. Jahrhundert entschlüsselt?

So war es. Wie die Architekten des Mittelalters die regelmäßigen Muster in Moscheen und anderen religiösen Stätten konzipiert haben konnten, ist seither ein Rätsel. Was versetzte sie in die Lage, mathematisch exakte Formen zu entwerfen, ganz ohne Berechnung? Es existiere aus jener Zeit nicht der kleinste Hinweis auf den theoretischen Hintergrund, der zum durchdachten Konzipieren solcher Muster notwendig ist, berichten Archäologen und Islamwissenschaftler.

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