humannews.de im Gespräch mit Kirchenrat Pfarrer Bernhard Wolf, Christliches Heiler-Netzwerk

Bayreuth (hn) - Das Christliche Heiler-Netzwerk, eine Initiative von Kirchenrat Bernhard Wolf, bietet Menschen auf der Suche nach alternativen Heilmethoden eine seriöse Orientierungshilfe . Über Ziele und Ethik des Netzwerks, Ansprüche an die Heiler und den ursprünglich ganzheitlichen Heilungsauftrag der christlichen Kirche spricht Pfarrer Wolf im Interview mit humannews.de.
Herr Pfarrer Wolf, Sie haben das Christliche Heiler-Netzwerk gegründet. Was hat Ihnen den Anstoß dazu gegeben?

BW: Da war zunächst ein Impuls aus der Praxis: Als landeskirchlicher Beauftragter für Neue Religiosität bin ich seit Jahren auch als Berater für Menschen tätig, die im weiten Feld alternativen Heilens Hilfe suchen. Vor allem so genanntes Geistiges Heilen findet zunehmend Akzeptanz. Derzeit sind schätzungsweise 10.000 Geistige Heiler in Deutschland tätig; die wenigsten können als seriös bezeichnet werden. Die Kirche als Vertrauensinstanz darf Menschen in diesem unübersichtlichen und problematischen Markt nicht allein lassen. Wer sich an uns wendet, dem bieten wir Beratung und Vermittlung seriöser therapeutischer Zuwendung.

Ein weiterer Anstoß war die Überzeugung, dass die Kirche - der therapeutischen Dimension ihrer eigenen Tradition entsprechend - auf dem Heilungsmarkt Orientierungshilfe geben sollte. Stärker als bisher sollte sie Gesprächspartner im medikalen Feld sein. Das Christliche Heiler-Netzwerk will einen Beitrag dazu leisten, Ärzte, Therapeuten und Heiler im christlichen Kontext zu einem Erfahrungs- und Gedankenaustausch über den Zusammenhang von Heil und Heilung zusammenzuführen.

Welche Ziele hat das Netzwerk?

BW: Im Vordergrund steht die Vermittlung seriöser Heiler an Hilfe suchende Menschen. Des Weiteren wollen wir die wissenschaftlich-theologische Auseinandersetzung vor allem mit dem Geistigen Heilen fördern. Zu einem späteren Zeitpunkt möchten wir eigene Seminare anbieten oder Referentinnen und Referenten für Veranstaltungen von Partnern vermitteln. Ein wichtiges Ziel ist auch, den Dialog zwischen Heilern, Ärzten und Therapeuten zu fördern, um alternatives Heilen aus der Grauzone des Marktes herauszuholen.

Wer sind die Mitglieder des Netzwerks?

BW: In unserem Netzwerk finden sich nicht nur Geistige Heiler zusammen, sondern Vertreter unterschiedlicher Heilberufe. Es gehören Ärzte und Therapeuten dazu, die nicht nur nach schulmedizinischen Regeln oder klassischen psychologischen Methoden behandeln möchten. Unsere Absicht ist es, Angehörige unterschiedlicher heilerischer wie auch pflegerischer Berufe miteinander zu vernetzen. Wir hoffen, damit auch die Frontstellungen abbauen zu können, die immer noch zwischen den verschiedenen Heil- und Pflegeberufen existieren.
„Heilung bedeutet eine Änderung des Selbst, eine Hinwendung zum Göttlichen
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