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Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Schicksal

  1. #1
    Viola
    Gast

    Schicksal

    Hallo,

    wie kann ich in meinem Leben erkennen, was davon Schicksal und was freier Wille ist? Wo endet der freie Wille und wie weit kann er dem Schicksal entgegensteuern?

    Soll man sich in sein Schicksal fügen? So wie der Araber sich dem großen "Kismet" fügt? Oder der Asiate der sich demütig und geduldig seinem Schicksal fügt?

    Ich glaube nein, das soll man nicht. Wenn ich annehme, dass mein jetziges Schicksal durch frühere Ursachen, Taten, Neigungen, Begierden, Unterlassungen bestimmt ist, ich also mir selbst die Lebensumstände zuzuschreiben habe, dann kann ich auch sehr sicher davon ableiten, dass ich diese Ursachen, dieses momentane Schicksal also, durchaus beeinflussen bzw. ändern darf und sogar soll. Nur, wie weit liegt es in meiner Fähigkeit, in meiner Neigung, in meiner Möglichkeit, diesen Kräften und Umständen nun entgegenzuwirken?

    Liebe Grüße,
    Ayana

  2. #2
    Thomas
    Gast

    AW: Schicksal

    hallo ayana,

    wenn ich in einen fluss stürze, soll ich mich dann meinem schicksal fügen und ertrinken oder soll ich versuchen heraus zu schwimmen?

    woran merke ich es, ob ich es geschafft habe?



    versuche zu ändern, was du ändern kannst; versuche zu akzeptieren, wo keine (ver-)änderung möglich ist.

    lieben gruss,
    thomas

  3. #3
    Sabine
    Gast

    AW: Schicksal

    Hi Ayana,

    manchmal gibt es Schicksalsschläge, da hätte ich was tun können. Mein freier Wille war es wohl nix zu tun!

    Manchmal gibt es Schicksalsschläge die obliegen einer höheren "Macht". Warum? Liegt wohl im Karma, oder wo anders. Ob man immer den Grund herausbekommt, ist fraglich. Der freie Wille dabei ist, stecke ich den Kopf in den Sand oder mache ich das best mögliche daraus. Ich persönlich suche mir das Positive, was sollte ich dadurch lernen und versuche es irgendwie umzusetzen. Ich glaube nicht daran, dass jemand über mir sitzt und mir was schlechtes will und über mich würfelt, auch wenn mir meine Lernlektion sehr hart erscheint und bitter ist. Durch das Karma muss alles irgendwie gerecht und in der Waage sein, sonst wäre alles irgendwie schief und würde auf eine Seite hängen. Daran glaube ich aber irgendwie nicht. Das muss aber jeder für sich selbst herausfinden. Mit diesem Glauben ist es für mich aber leichter, mit heftigen Sachen fertig zu werden.

    Ich habe immer die Entscheidung und die unterliegt meinem freiem Willen.

    Vielleicht hört sich das Geschriebene jetzt so einfach und leichtfertig an, doch es ist so verdammt schwer. Ich denke mir da allein schon, wenn man vergewaltigt oder z. B. kleine Kinder umgebracht werden . Puuh. Da komme ich dann auch ein wenig ins Schleudern. Das große Ganze kann da mein Hirn nicht ganz erfassen und ob ich dann da denn Sinn drin sehen kann, da würde mir erst mal nix einfallen ... und doch ist es mein freier Wille, so wie Thomas sagt, ... es zu akzeptieren oder nicht.

    LG
    Sabine

  4. #4
    Viola
    Gast

    AW: Schicksal

    Hallo Sabine,

    ich denke da genauso wie Du, dass ich bei Schicksalsschlägen nachdenke, was ich daraus lernen könnte, und schaue ob es dabei nicht auch irgendetwas Positives gibt.

    Ansonsten denke ich mir halt, was das betrifft, wie man sein Schicksal beeinflussen kann, dass einer vielleicht mehr und der andere weniger dazu in der Lage ist. Es kommt wohl auch darauf an, wie weit man die vier Elementekräfte in der Seele ausgeglichen hat, wie stark der eigene Wille ist, welche hohen Prinzipien und Werte man hat und ob man die nicht gleich bei der ersten besten Gelegenheit "verkauft", wenn Begierde, Leidenschaft, Süchte gegen die Seele stürmen, ob man reif, stark, ausgeglichen genug ist, um durch solche Stürme zu gehen. Und je reifer, stärker und ausgeglichener ein Mensch ist, umsomehr wird er es schaffen sein Schicksal zum Positiven zu beeinflussen.

    Liebe Grüße,
    Ayana

  5. #5
    Sabine
    Gast

    AW: Schicksal

    Hi Ayana,

    ich finde Du hast es schön ausgedrückt und auf den Punkt gebracht.

    Liebe Grüsse
    Sabine

  6. #6
    Viola
    Gast

    AW: Schicksal

    Bardon, Meyrink und Rudolf Steiner haben in ihren Werken immer wieder darauf hingewiesen, dass die Übung der "Schicksalsfrage" die wichtigste Arbeit für einen Hermetiker ist. Niemand kann sich der Frage nach dem Sinn seines Daseins entziehen. Stejnar meint, man muss aber richtig fragen:

    Es ist sinnlos zu fragen: "Was habe ich bloß im letzten Leben verbrochen, dass es mir nun so schlecht geht?"

    Es geht immer um unser jetziges Leben: "Was will mir das Schicksal sagen, indem es mich dieses oder jenes erleben lässt?"

    Es geht nicht um die Frage: "Warum leide ich?"

    Sondern darum "Was kann ich aus dem, was ich gerade erlebe, lernen?" Warum fasse ich das so und nicht anders auf? Wie würde ein anderer Mensch an meiner Stelle empfinden und handeln? Warum fühle ich mich in der Nähe dieses Menschen so wohl? Was symbolisiert mein Mann, meine Frau, mein Chef, mein Freund, in meinem Leben? Und wenn meine Lebenssituation ein Traum wäre, wie würde ich ihn nach dem Erwachen deuten? Würde ich mein Leben als luziden Traum erleben, was würde ich dann ändern, wenn ich wüsste, es kostet nicht das Leben?

    Die Schicksalsfrage sollte man sich nicht nur in stillen Stunden der Meditation stellen, sondern ständig, täglich, im Alltag. Dadurch kann man die eine oder andere wertvolle Antwort erhalten und man wird vertrauensvoller in die Zukunft blicken und kann sein Schicksal viel bewusster mitgestalten.

    Das Schicksal wird anders antworten, wenn man die Frage im Voraus stellt, als im Nachhinein, wenn es uns in die Grube fallen lässt.

    Das Schicksal ist nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Zukunft ausgerichtet und es besteht aus unseren verdichteten Träumen, den Folgen kristallisierter Wünsche und Gedanken, die Sinnbild des eigenen Wesens sind.

    Der erste Schritt zur richtigen Schicksalsdeutung und bewussten Lebensgestaltung ist, sein Leben wie einen luziden Traum zu betrachten. Es wird einem damit die Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit vieler Werte bewusst und man bekommt völlig neue Ausblicke.

    Sein Schicksal bewusst leben kann man erst, wenn man das, was es einen lehren will, richtig erfassen kann und indem man dann bewusst mitspielt und mitgestaltet. Das ist nicht immer so leicht. Es darf nie Schuld als Ursache für einen Schicksalsschlag gesucht werden und das Schicksal soll man nie als auferlegte Strafe ansehen. Es ist eher auf früheres Fehlverhalten zurückzuführen. Es ist keine Bestrafung, sondern immer eine Chance zur Bewährung.

    Schuld lässt sich niemals durch Strafe sühnen. Erlebtes Leid kann nie das Leid, das man anderen bereitet hat, ausgleichen. Strafe würde nie den Charakter eines Verbrechers ändern. Das Wesen seines Selbst kann nur das eigene Wollen ändern. Deshalb soll man bewusst fragen: "Was will es mir sagen, was kann ich daraus lernen, wie soll ich mich verhalten?" Das ist nötig, ständig sich zu fragen, denn der Mensch wird oft schwach bei Versuchungen und vergisst seine Ziele nur zu gern.

    Die Genien der Vorsehung sprechen im Schicksal symbolisch zu uns, was wir tun und lassen sollen.
    Besonders dann, wenn es gilt Entscheidungen zu treffen, soll man sich fragen: "Was will das Schicksal mir sagen?" Jede Möglichkeit ist eine Chance, die Symbol für eine geistige Eigenschaft und eine Möglichkeit zur Bewährung ist. Wenn man das erst mal richtig erfasst hat, dann wird man viel bewusster leben und sein Dasein besser nützen, als wenn man das Schicksal nur als Vergangenheitsbewältigung ansieht.

    Wir haben uns für dieses Leben etwas vorgenommen, etwas zu tun und zu sein, und so müssen wir uns fragen: "Was wollte ich in diesem Leben lernen, was wollte ich an meinem Wesen verändern, verbessern, ...?" Jedes Leben bietet andere Möglichkeiten.

    Liebe Grüße,
    Viola

  7. #7
    Mannyvienna
    Gast

    Wink AW: Schicksal

    Ich habe gelernt mit dem Thema Schicksal vertrauensvoll umzugehen, ich vertraue einfach darauf dass so manche Situation so wie sie mr passiert zu diesem Zeitpunkt für mich stimmig ist, alles hat seine Gründe, so manches passiert auch einfach unbewusst von uns selbst hervorgerufen, ob mans nun glaubt oder nicht.

    Man kann auch viel dazu beitragen sein Schicksal zum Besseren zu wenden, doch wenn man ständig hinterfragt wieso passiert mir das dauernd, das is ja eh typisch dass mir das gerade passiert, oder dauernd darüber grübelt über seine Lebensumstände, salopp ausgedrückt ständig jammert und im Selbstmitleid badet, dann kanns doch einfach nicht besser werden, oder was meint ihr ?

    Soweit es mir möglich ist helfe ich vielen bei ihren Problemen, ich höre sehr gerne zu, teile ihnen meine Erfahrungen in so manchen Situationen mit, gebe Tipps, ob sie diese nun umsetzen oder nicht ist ihre eigene Entscheidung, einmal habe ich einen radikalen Entschluss gefasst und meinen Mitbewohner vor die Tür gesetzt, und siehe da plötzlich konnte er auf eigenen Füssen stehen, ist seinen Weg gegangen, und hat sein Leben nun im Griff.

    Natürlich gibts auch wirklich schlimme Schicksale, doch auch diese sind nicht unbegründet, wir verstehen nur einfach nicht wirklich die grossen Zusammenhänge.

    Lichtvolle Grüße Euer Manny

  8. #8
    Matthe
    Gast

    AW: Schicksal

    Hi,

    ein Philosoph hat das Leben mal mit dem Fahren eines Ruderbootes verglichen: Wir sehen nicht wohin wir fahren, sondern nur das wo wir schon waren ( Das reimt sich sogar:smile. Dieses Gleichnis finde ich sehr treffend. Schicksalsergebenheit ist für mich, nicht daran zu zerbrechen, wenn man sich den Kopf anstößt, weil man z. B. gerade durch eine niedrige Brücke fährt. Das Schicksal " in die eigene Hand nehmen" ist es, wenn man sich nicht einfach treiben läßt, sondern nach rechts oder links steuert, wenn das Fahrwasser dort besser erscheint.


    LG, Matthe

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