Wie entstand die Welt?
Die Antwort des Kurses auf das Entstehen der
Welt ist kurz, eindeutig und kompromisslos: die
Welt existiert nicht. Also ist sie auch nicht entstanden. Sie hat keine Ursache, und was keine Ursache hat, kann niemals geschehen sein. Schon die Einleitung deutet darauf hin: »Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert«.
Das ist für den Intellekt (zunächst) völlig unbefriedigend und nicht akzeptabel. Gleichzeitig ist es aber
die Lösung, das
Ergebnis, das die
Vergebung bringt. Genau aus dem Grund heißt es in Lektion 121 »
Vergebung ist der
Schlüssel zum
Glück«. Entzieht sich schon das "Problem" dem Intellekt, wird auch die Lösung, nämlich die
Vergebung, kaum vom Verstand erfasst. Sie ist jedoch der
Schlüssel, sie beseitigt die
Angst vor
GOTT, denn wäre
GOTT die Ursache der Welt, gäbe es vernünftige Gründe, IHN zu fürchten.
Aber es gibt natürlich auch eine Menge "Verstandesfutter" im Kurs, denn es geht um das Lernen der Vergebung. Das bezieht auch den Verstand mit ein. In dem schönen Kapitel 27.VIII, Der "Held" des Traums, heißt es zum Beispiel:
In die Ewigkeit, wo alles eins ist, kam eine winzig kleine Wahnidee geschlichen, und GOTTES SOHN erinnerte sich nicht daran, sie auszulachen. Und weil er das vergaß, ist der Gedanke zu einer ernsten Idee geworden und sowohl der Umsetzung als auch realer Wirkungen fähig. Gemeinsam können wir sie beide weglachen und verstehen, dass die Zeit sich nicht in die Ewigkeit eindrängen kann. Es ist ein Witz, zu
glauben, die Zeit könne kommen, um die Ewigkeit zu überlisten - was bedeutet, dass es keine Zeit gibt.
Der strenge Logiker sagt nun, dass also doch
GOTT die Ursache der Welt ist, schließlich kam ja da so eine doofe Idee in SEINE EWIGKEIT, und daher ist es SEINE Verantwortung, dass daraus eine ganze Welt entstand.
Leider springt der Logiker damit zu kurz, oder besser: er beendet den Sprung mitten in der Luft - denn er überliest den letzten Satz. Selbstverständlich beinhaltet die Unendlichkeit (die damit zwangsläufig ALLES umfasst, aber aufgrund ihrer Natur kein Gegenteil haben kann) auch den (absurden) Gedanken der Endlichkeit, der jedoch keine Wirkung hat, da die Endlichkeit in der Unendlichkeit überhaupt keine Bedeutung haben kann - außer, man vergisst, darüber zu lachen. Das gilt auch für die Zeitlosigkeit: welche Bedeutung haben Anfang und Ende, also "Zeit", in der Zeitlosigkeit? Im Augenblick (Zeit!) des Entstehens ist die "Zeit" bereits vorbei - egal wie lang sie "erscheint".
Es gibt eine Fähigkeit des Intellekts, die Vergebung und damit die Nicht-Existenz der Welt zu begreifen: die Abstraktion. Zunächst beschäftigt sich der Intellekt ausschließlich mit Konkretem, er bewegt sich ausschließlich in der
Illusion, denn Konkretes kann es nur mithilfe von Maßstäben für geeignete Abgrenzungen (Trennungen) geben: dieses Problem ist anders als jenes Problem, dieser Mensch anders als jener und ich bin wiederum ganz anders. Das ist die "Krankheit" des Geistes (mind), der dem Reinen Geist (spirit) scheinbar(!) nicht mehr dient. So nimmt der Kurs seinen Anfang beim Konkreten, um durch Anwendung der gelernten Gesetzmäßigkeiten (Erfahrung) und Verallgemeinerung auf ALLES Konkrete da zu landen, wo sein Ziel ist: im vollkommenen Abstrakten.
Man kann das versuchen nachzuvollziehen: nehme ich ein beliebiges Problem oder besser die Form der
Angst, die dem Problem zugrunde liegt (Unbehagen, Langeweile, Neid, Hass, Panik, ...), und versuche dieses Gefühl zu abstrahieren, lande ich unweigerlich im existenzlosen Abgrund des Todes. Das ist der Grund, dass der Kurs GOTT ausschließlich als
LIEBE bezeichnet, denn alles andere landet im Tod und kann daher nicht existieren. Das betrifft auch SEINE SCHÖPFUNGEN, also DICH, denn würdest DU dich von IHM unterscheiden, wäre das der Tod - und DU würdest gar nicht existieren.

Gregor
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