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Thema: Wie entstand die Welt?

  1. #1
    Thomas
    Gast

    Thumbs up Wie entstand die Welt?



    Zitat Zitat von http://www.pro-agape.de/forum/showthread.php?tid=688&pid=7632#pid7632

    Wie entstand die Welt?

    Die Antwort des Kurses auf das Entstehen der Welt ist kurz, eindeutig und kompromisslos: die Welt existiert nicht. Also ist sie auch nicht entstanden. Sie hat keine Ursache, und was keine Ursache hat, kann niemals geschehen sein. Schon die Einleitung deutet darauf hin: »Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert«.

    Das ist für den Intellekt (zunächst) völlig unbefriedigend und nicht akzeptabel. Gleichzeitig ist es aber die Lösung, das Ergebnis, das die Vergebung bringt. Genau aus dem Grund heißt es in Lektion 121 »Vergebung ist der Schlüssel zum Glück«. Entzieht sich schon das "Problem" dem Intellekt, wird auch die Lösung, nämlich die Vergebung, kaum vom Verstand erfasst. Sie ist jedoch der Schlüssel, sie beseitigt die Angst vor GOTT, denn wäre GOTT die Ursache der Welt, gäbe es vernünftige Gründe, IHN zu fürchten.

    Aber es gibt natürlich auch eine Menge "Verstandesfutter" im Kurs, denn es geht um das Lernen der Vergebung. Das bezieht auch den Verstand mit ein. In dem schönen Kapitel 27.VIII, Der "Held" des Traums, heißt es zum Beispiel:

    In die Ewigkeit, wo alles eins ist, kam eine winzig kleine Wahnidee geschlichen, und GOTTES SOHN erinnerte sich nicht daran, sie auszulachen. Und weil er das vergaß, ist der Gedanke zu einer ernsten Idee geworden und sowohl der Umsetzung als auch realer Wirkungen fähig. Gemeinsam können wir sie beide weglachen und verstehen, dass die Zeit sich nicht in die Ewigkeit eindrängen kann. Es ist ein Witz, zu glauben, die Zeit könne kommen, um die Ewigkeit zu überlisten - was bedeutet, dass es keine Zeit gibt.

    Der strenge Logiker sagt nun, dass also doch GOTT die Ursache der Welt ist, schließlich kam ja da so eine doofe Idee in SEINE EWIGKEIT, und daher ist es SEINE Verantwortung, dass daraus eine ganze Welt entstand.

    Leider springt der Logiker damit zu kurz, oder besser: er beendet den Sprung mitten in der Luft - denn er überliest den letzten Satz. Selbstverständlich beinhaltet die Unendlichkeit (die damit zwangsläufig ALLES umfasst, aber aufgrund ihrer Natur kein Gegenteil haben kann) auch den (absurden) Gedanken der Endlichkeit, der jedoch keine Wirkung hat, da die Endlichkeit in der Unendlichkeit überhaupt keine Bedeutung haben kann - außer, man vergisst, darüber zu lachen. Das gilt auch für die Zeitlosigkeit: welche Bedeutung haben Anfang und Ende, also "Zeit", in der Zeitlosigkeit? Im Augenblick (Zeit!) des Entstehens ist die "Zeit" bereits vorbei - egal wie lang sie "erscheint".

    Es gibt eine Fähigkeit des Intellekts, die Vergebung und damit die Nicht-Existenz der Welt zu begreifen: die Abstraktion. Zunächst beschäftigt sich der Intellekt ausschließlich mit Konkretem, er bewegt sich ausschließlich in der Illusion, denn Konkretes kann es nur mithilfe von Maßstäben für geeignete Abgrenzungen (Trennungen) geben: dieses Problem ist anders als jenes Problem, dieser Mensch anders als jener und ich bin wiederum ganz anders. Das ist die "Krankheit" des Geistes (mind), der dem Reinen Geist (spirit) scheinbar(!) nicht mehr dient. So nimmt der Kurs seinen Anfang beim Konkreten, um durch Anwendung der gelernten Gesetzmäßigkeiten (Erfahrung) und Verallgemeinerung auf ALLES Konkrete da zu landen, wo sein Ziel ist: im vollkommenen Abstrakten.

    Man kann das versuchen nachzuvollziehen: nehme ich ein beliebiges Problem oder besser die Form der Angst, die dem Problem zugrunde liegt (Unbehagen, Langeweile, Neid, Hass, Panik, ...), und versuche dieses Gefühl zu abstrahieren, lande ich unweigerlich im existenzlosen Abgrund des Todes. Das ist der Grund, dass der Kurs GOTT ausschließlich als LIEBE bezeichnet, denn alles andere landet im Tod und kann daher nicht existieren. Das betrifft auch SEINE SCHÖPFUNGEN, also DICH, denn würdest DU dich von IHM unterscheiden, wäre das der Tod - und DU würdest gar nicht existieren.

    Gregor
    Wie entstand die Welt?
    2. Wie eine Welt entsteht | Global Change

  2. #2
    Schechina
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Aus kabbalistischer Sicht!

    Was Gott also tat am Anfang war seinen Willen zu manifestieren. Zuerst existierte das Universum also nur in der Vorstellung von Gott.
    Unter Kether teilt sich dann der kabbalistische Baum erstmalig in zwei. Männlich und Weiblich, Geist und Materie.
    Durch ein Ausgleichendes Prinzip wird das ganze im Gleichgewicht gehalten.
    Zur Zeit des Urknalls zerfiel das kosmische Neutronenei in einzelne Neutronen, die sich wiederum in Protonen und Elektronen aufspalteten. Die so entstandenen Protonen wurden zu Kernen des Wasserstoff -1- Atome usw. davon habe ich nicht viel Ahnung das ist eine Erklärung der Chassidem, so soll das Universum vor ca. 20 Milliarden Jahren seinen Anfang genommen haben.
    Nach der kabbalistischen Tradition ist das Universum eine Emanation, des göttlichen, kosmischen Prinzips.
    Die Ursubstanz ( Neutronium ) aus der das Universum geschaffen wurde strömte heraus. Man könnte den gesammten Vorgang als Parallele zum Geschlechtsakt ansehen..

    Aus der modernen Kabbala
    von
    Migene Gonzales- Wippler

  3. #3
    Thomas
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    etwas saloppe kurzfassung des nondualismus: gottes sohn (christus, nicht der geschichtliche) dachte einen moment darüber nach, wie es wohl wäre, von gott getrennt zu sein. in diesem gedanken oder besser traum befinden wir uns derzeit. gott will eigentlich nur, dass sein sohn aufwacht, doch der hat sich -eben durch den trennungsgedanken- die schrecklichsten dinge ausgemalt, was gott wohl alles mit ihm anstellen könnte, wenn er "heim" kommt. durch diesen gedanken ist dir urschuld entstanden, die natürlich völliger unsinn ist.
    nun geht es einfach darum, wieder aus dem traum aufzuwachen und zu erkennen, das wir niemals getrennt waren und das alles, was wir sehen, erkennen und meine als richtig anzusehen nur eine illusion war, nämlich unser traum. wir alle sind ein wesen, nämlich christus... dummerweise hat unser entstandenes ego eine heiden angst davor, zu einem "wir" genauer eigentlich "ich" zu verschmelzen, da es der ungesunden ansicht ist, es würde dann nicht mehr existieren - was zum einen zwar stimmt, zum anderen aber auch nicht.
    und bis es das erkennt und wirklich gelernt hat, wollen wir fleissig inkarnieren (später müssen wir das nicht mehr, da gibts andere lernpunkte) und uns so lange entwickeln, bis wir bereit sind, wieder zu verschmelzen. und wenn sich auch der letzte antweil von uns (mir) wieder zurück erinnert hat, macht er das licht aus und die ganze illusion des universums, der geistigen hierarchien und alles, was wir als wahr ansehen, war einmal. fertig und aus der traum.
    achja; da der liebe gott ein netter mann ist (selbstverständnlich keine frau *g* [scherz, gott ist weder männlich, noch weiblich, er ist]) weckt er uns nicht auf, denn das wäre recht unsanft und wir würden einen schrecken bekommen, das uns dann wieder in den nächsten alptraum stürzt.

    suma sumarum sollte man also für sich prüfen, mit was man seine zeit verbringt. sicherlich gibt es in der illusion grundlagen, doch es ist und bleibt ein traum, in der die gesetzte des träumers gelten, also meine. zum besseren verständnis auch deine und seine, doch wir sind eins. ich bin du und du bist ich - denn wie jesus schon sagte: was ihr dem geringsten unter euch antut, das tut ihr auch mir an. also: lieben deinen nächsten als dich selbst!

    achja: wer in der der bibel die stelle findet, in der adam nach dem genuss des apfels der erkenntnis wieder aufwacht, kriegt einen - aber ohne schlange, die gibts nämlich nicht.

  4. #4
    mac
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Edler Thomas
    -
    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    -
    Bereits die Frage, birgt ein religiöses Dogma.
    -
    Was dann folgt, würde ich wie folgt beschreiben. Entweder:
    a) ein schlechter Scherz,
    b) die Folge einer geistigen Umnachtung des Autors des Textes
    c) der Versuch einer Gehirnwäsche einer religiösen Sekte
    -
    und vor allem was genau meint ihr mit Gott ????????????


    Liebe Grüsse

    Mac
    -

  5. #5
    Schechina
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Lieber mac!
    -
    Bereits die Frage, birgt ein religiöses Dogma
    .
    Keineswegs ich könnte ja auch sagen, der Urknall war Zufall.
    -
    Was dann folgt, würde ich wie folgt beschreiben. Entweder:
    a) ein schlechter Scherz,
    b) die Folge einer geistigen Umnachtung des Autors des Textes
    c) der Versuch einer Gehirnwäsche einer religiösen Sekte
    -
    Ich war übrigens bis zu meinem 28 Lebensjahr überwiegend Atheistin...erst einige sehr verblüffende Erlebnisse haben mich an einen "Gott" glauben lassen.
    Und zwar im Alleingang ohne Sekte und vor allem ohne Kirche denn genau diese scheiß Kirchen Dogmen machten es mir unmöglich an Gott zu glauben.
    und vor allem was genau meint ihr mit Gott ????????????
    Ich möchte es mal ganz banal ausdücken, Gott sind für mich, meine geistigen Eltern im Universum, die aus liebe den Menschen erschaffen haben um sich an ihrem Nachwuchs zu erfreuen. Die eine wundervolle Erde zu einer Oase der Sinnesfreuden schufen, aber ich würde jetzt fast leider sagen auch dem Menschen das größte Geschenk gaben, die Willensfreiheit.

    Shalom Schechi

  6. #6
    mac
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Edle Schechina

    Zitat Zitat von Schechina Beitrag anzeigen
    Keineswegs ich könnte ja auch sagen, der Urknall war Zufall.
    -
    Oder, dass die Welt schon immer war
    -
    Zitat Zitat von Schechina Beitrag anzeigen
    Ich war übrigens bis zu meinem 28 Lebensjahr überwiegend Atheistin...erst einige sehr verblüffende Erlebnisse haben mich an einen "Gott" glauben lassen. Und zwar im Alleingang ohne Sekte und vor allem ohne Kirche denn genau diese scheiß Kirchen Dogmen machten es mir unmöglich an Gott zu glauben..

    Ich möchte es mal ganz banal ausdücken, Gott sind für mich, meine geistigen Eltern im Universum, die aus liebe den Menschen erschaffen haben um sich an ihrem Nachwuchs zu erfreuen. Die eine wundervolle Erde zu einer Oase der Sinnesfreuden schufen, aber ich würde jetzt fast leider sagen auch dem Menschen das größte Geschenk gaben, die Willensfreiheit.

    Shalom Schechi
    -
    Sehr schöne Sichtweise, also kein alter Mann mit einem weissen Bart auf einer Wolke sitzend .

    Shalom

    Mac
    -

  7. #7
    Leah
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Hallo zusammen ...

    Thomas ... dieses Buch besitze ich auch, fand es damals sehr gut, habe leider
    lange nicht mehr hineingeschaut
    und meine Sichtweise ändert sich auch ständig, durch neues Erkennen.

    " wie entstand die Welt"

    Antwort des aufgewachten Sohnes:

    Sie drückt sich aus sich selbst durch Materie aus, denn so kann sie sich
    erkennen und wahrnehmen.

    Das fleißige Inkarnieren hört sofort auf, ein Weltenwechsel ist unbedingt angesagt.

    "Ein Apfel ohne Schlange?"

    hmmm ..... Ordnung ohne Chaos .... Nichtsein ohne Sein, eigendlich ist
    so etwas nicht geplant.

    ...... denn es gab nicht nur einen Urknall - sondern ungeheuer viele.
    Wenn unsere Universum nur eins von Myriaden ist, Parallelwelten existieren
    und es in irgendeinem Universum auch Einhörner gibt (irgendwo kommt die
    Idee doch her), .... heutige Wissenschaftler und Philosophen!!

    was für Möglichkeiten gibt es dann für den Erkennenden noch, allerdings
    in der Dualität, denn der Einheitsbrei ist ja nur einfach, und braucht vielleicht
    das Bewusstsein von lebenden Wesen, um Personenbewusstsein wahrnehmen
    zu können.
    Dabei muss der Einheitsbrei sich leider auch der Schlange aussetzen. Er kann
    aber auch das entsprechende Bewusstsein so entwickeln, dass es sich seine
    eigene Realität schafft und die Schlange nicht mehr so viel Macht hat.

    Grüße Leah

  8. #8
    Thomas
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Zitat Zitat von Leah Beitrag anzeigen
    "Ein Apfel ohne Schlange?"
    hi leah,

    vielleicht ist der apfel die schlange

    lieben gruss,
    thomas

  9. #9
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Nachstehender Text entstammt dem Seth-Material, welches Trance-Botschaften zum Inhalt hat, die auf ihre Weise das Beste darstellen, was ich in Sachen Channeling jemals zu Gesicht bekommen habe. (Ich kenne das Gesamtmaterial seit knapp zwanzig Jahren.) Hierbei sprach sich ein so genannter Energiepersönlichkeitskern namens Seth durch eines der berühmtesten Medien Amerikas aus: Jane Roberts († 1985). Die Durchgaben des Seth-Materials umfassten einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren und ergaben einen Wissenskörper von ungeheurem Ausmaß. Seth als einen der größten Weisheitslehrer unsere Zeit zu bezeichnen ist bar jeder Übertreibung.


    Meinem Wissen nach hatte niemals jemand eine bessere Abhandlung über die Entstehung der Welt abgeliefert.


    Auf Grund des beträchtlichen Umfanges dieses Beitrages bin ich gezwungen, ihn in zwei Teile zu splitten. Der zweite Teil wird lauten: »Am Anfang«

    Vor dem Anfang




    Das Universum wird gestern seinen Anfang nehmen. Das Universum hat morgen seinen Anfang genommen. Diese beiden Aussagen sind ziemlich bedeutungslos. Die Zeiten stimmen nicht, und vielleicht empört sich euer Zeitgefühl dagegen. Doch die Aussage »Das Universum hat in einer fernen Vergangenheit seinen Anfang genommen« ist im Grunde genommen genauso bedeutungslos.
    Das Erleben der Vergänglichkeit der Augenblicke gehört ebenso zu eurem psychologischen Raum, wie Uhren an den Wänden eurer Zimmer hängen. Wann immer Gelehrte der Wissenschaft oder Religion nach dem Ursprung des Universums forschen, tun sie es in der Vergangenheit. Aber: Das Universum wird JETZT geschaffen. Die Schöpfung vollzieht sich, in Worten eurer Begriffswelt ausgedrückt, in jedem Augenblick. Sogar die Illusion der Zeit entsteht jetzt. Daher ist es ziemlich sinnlos, in dem für sich betrachtet höchst relativen Schema linearer Zeit nach den Ursprüngen des Universums suchen zu wollen.
    Euer Jetzt, der gegenwärtige Augenblick, ist eine psychologische Plattform. Es scheint, als habe das Universum durch eine Art Energieentladung (durch den »Urknall«) seinen Anfang genommen. Die Evolutionstheoretiker können jedoch die Ursache hierfür nicht erklären. Viele religiös gesinnte Menschen glauben dessen ungeachtet daran, dass in einer Welt höherer Dimensionen der Wirklichkeit ein Gott walte, der das Universum geschaffen hat und es, selbst aber außerhalb der Schöpfung stehend, in Gang setzte. Andere wieder meinen, die Energie des Universums müsse sich, unabhängig von ihrem Ursprung, irgendwann einmal erschöpfen. Heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge kann Energie aber weder erzeugt noch zerstört, sondern nur transformiert werden (wie das erste thermodynamische Grundgesetz besagt). Die Wissenschaft erachtet Energie und Materie im Wesentlichen als ein Gleiches, das lediglich je nach Begleitumständen auf unterschiedliche Weise in Erscheinung tritt.
    In gewisser Hinsicht gehen Wissenschaft wie auch Religion von der Vorstellung eines objektiv geschaffenen Universums aus. Entweder wurde es »von Gott erschaffen«, oder es bildete sich nach einer anfänglichen Energieexplosion auf bislang ungeklärte Weise zunächst tote Materie, aus der später Bewusstsein hervorging – was ebenfalls noch zu erklären wäre.
    Tatsächlich aber wurde die Materie vom Bewusstsein erschaffen. Wie ich bereits sagte, verfügen jedes Atom und jedes Molekül über eigenes Bewusstsein. Bewusstsein, Materie und Energie sind eins, doch das Bewusstsein setzt die Transformation der Energie in Materie in Gang. Deshalb war die Geburt eures Universums ein Triumph der Ausdehnung des Bewusstseins: es lernte, sich eine körperlich-materielle Form zu geben. Das Universum gelangte auf die gleiche Weise ins Dasein, wie Ideen aus dem bei euch als subjektiv empfundenen Bereich körperlich-materiell Gestalt annehmen.
    Das Bewusstsein eines jeden Menschen, der dieses Buch liest, existierte (nach euren Zeitbegriffen), noch ehe das Universum geschaffen war, aber dieses Bewusstsein war noch nicht sichtbar geworden. Das Wort »träumen« – auch wenn es nur ein vager Vergleich ist – beschreibt den Seinszustand vor der Erschaffung des Universums am besten. In jenem Stadium vor dem Anfang existierte euer Bewusstsein unabhängig von Zeit und Raum; es wusste um seine immensen Möglichkeiten. Euer Bewusstsein ist Teil eines absolut urschöpferischen Prozesses.
    Von »Gott« spreche ich absichtlich nicht, und zwar wegen der Konnotationen, die der Gottesvorstellung der konventionellen Religionen anhaften. Ich werde jedoch versuchen, in diesem Buch die Charakteristika jenes göttlichen Prozesses zu erläutern. Ich nenne das urschöpferische Bewusstsein »All-das-was-ist«. Dieses All-Eine ist so eng mit seinen Schöpfungen verbunden, dass es nahezu unmöglich ist, den »Schöpfer vom Geschaffenen« zu unterscheiden; jede Schöpfung trägt unauslöschlich auch die Charakteristika ihres Ursprungs in sich.
    Wenn ihr annehmt, das Universum sei nach einem mechanistischen Modell entstanden, dann hätte jeder Teil dieser »kosmischen Maschine« sich selbst erschaffen und seine Funktion in der »zukünftigen Gesamtkonstruktion« gekannt haben müssen. Ferner wäre dann jeder Teil individuell aus eigenem Ursprung, glücklich auf seine spätere Funktion oder Bestimmung zugeschnitten, entstanden, und der gleiche individuelle Ursprung hätte auch der Ursprung aller anderen individuellen Teile sein müssen.
    Die Geburt der Welt war ein göttliches Erwachen der Psyche. Jedes Bewusstsein, das am materiellen Universum teilhat, träumte (nach euren Zeitbegriffen) schon vor der Erschaffung der Erde von einer körperlichen Existenz. Von einer höheren Warte als der euren aus lässt sich ganz treffend sagen, das Universum sei noch nicht entstanden oder es sei bereits verschwunden. Aber von einer noch höheren Perspektive aus betrachtet, war das Universum schon immer in dem einen oder anderen Zustand vorhanden.
    Dem Sinn des Universums entsprechen am ehesten eure liebevollen Gefühle, die ihr für eure Kinder hegt, deren Fähigkeit ihr gerne voll entwickelt sehen würdet.
    Vor der Entstehung des Universums, so könnt ihr voraussetzen, existierte eine allmächtige, schöpferische Quelle. Ich hoffe, aufzeigen zu können, dass diese göttliche Schöpferkraft in eurer Erfahrungswelt ebenso gegenwärtig ist, wie sie es vor der Entstehung des Universums war. Wieder bezeichne ich diese ursprüngliche, ebenso göttliche wie subjektive innere Allmacht als All-das-was-ist. Ich versuche, Vorstellungen in Worte zu fassen, die die Grenzen des Intellekts zu sprengen drohen, wenn diesem Intellekt nicht kraft Intuition nachgeholfen wird. Ihr werdet also beim Lesen euren Verstand und eure Intuition gebrauchen müssen.
    All-das-was-ist barg vor dem Anfang die unendliche Schubkraft aller möglichen Schöpfungen in sich. Die Kreativität dieses All-Einen war von solcher Großartigkeit und Macht, dass selbst seine feinstgesponnenen Vorstellungen, Träume, Gedanken, Gefühle oder Stimmungen von einer Realität und Intensität waren, dass sie geradezu nach Freiheit verlangten. Freiheit wovon? Freiheit wozu? Freiheit, was zu sein?
    Die Erfahrung der subjektiven inneren Schöpfungskraft aus dem »Geist« des All-Einen war so brillant und so deutlich, dass sie sich bei ihren mentalen Wanderungen in der ewig blühenden, ewig wachsenden inneren Landschaft beinahe verlor. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Traum, jede Stimmung waren unauslöschlich von all den Eigenschaften dieser unendlichen inneren Schöpferkraft geprägt. Jeder Aspekt dieser Regungen glühte und vibrierte vor eigener Kreativität, im Wunsch, so zu erschaffen, wie er selbst erschaffen worden war. Vor dem Anfang existierte ein inneres Universum, das keinen Anfang und kein Ende hatte. Ich benutze den Ausdruck »Vor dem Anfang«, damit ihr diese Vorstellungen leichter aufnehmen könnt. In Parenthese: (Dasselbe unendliche innere Universum existiert zum Beispiel jetzt).
    All-das-was-ist enthielt oder enthält das Wissen um das Sein aller Lebewesen mit ihren unendlichen Möglichkeiten, und »sobald« es sich diese zahllosen Möglichkeiten vorstellte, existierten sie als, wie ich es nenne, göttliche Tatsache.
    Das All-Eine wusste nur von sich selbst. Es war versunken in seine subjektiven inneren Erfahrungen und sogar göttlich erstaunt, als seine Gedanken und Vorstellungsbilder eigene Vitalität erlangten und die Kreativität ihrer subjektiven Schöpferkraft erbten. Diese Gedanken und Vorstellungen nahmen mit ihrem »Schöpfer« den Dialog auf.
    Gedanken gewaltiger Lebenskraft begannen, ihre eigenen Gedanken zu hegen, und deren Gedanken hegten wiederum Gedanken. Wie in göttlicher Verwunderung wurde sich All-das-was-ist dessen gewahr und begann, auf diese »Generationen« von Gedanken und Träumen zu antworten, zumal die Gedanken und Träume sich auch untereinander verflochten. Es gab keine Zeit, daher »vollzog« sich all dies simultan. Die geschilderte Abfolge des Vorgangs ist sehr vereinfacht. Mittlerweile, nach euren Zeitbegriffen, dachte All-das-was-ist spontan neue Gedanken und träumte neue Träume und erging sich in neuen Vorstellungsbildern – und sie alle verbanden sich mit den nunmehr unendlichen Generationen der »bereits« existierenden, miteinander vielmaschig verflochtenen Gedanken und Träume.
    Gewahr dieser spontanen Schöpfung, dieses simultanen »Stroms« göttlichen Erwachens begann All-das-was-ist die Wechselwirkungen zu beobachten, die sich in der Nachkommenschaft seiner subjektiven Schöpferkraft vollzogen. Es hörte zu und begann, auf einen Gedanken oder einen Traum zu reagieren und zu antworten. Es führte die mentalen Bedingungen herbei, die von jenen Generationen mentaler Nachkommen gefordert wurden.
    Eure Sprache verursacht oft Schwierigkeiten, deswegen akzeptiert bitte das Pronomen »es« so gut ihr könnt. »Es« klingt für meine Zwecke zwar zu neutral, doch »er« oder »sie« wäre sprachlich nicht angebracht. Grundsätzlich entzieht sich das All-Eine natürlich allen Kriterien menschlicher Sprache oder Geschlechtszugehörigkeit. All-das-was-ist wurde sich also zunehmend gewahr, dass seine sich immerzu vervielfältigenden Gedanken und Träume ihrerseits danach verlangten, sich jener großartigen Gabe der Kreativität zu erfreuen, mit der sie ursprünglich ausgestattet worden waren.
    Es ist sehr schwierig, All-das-was-ist zu beschreiben. Ich kann nur sagen, dass es von dem »Bedürfnis« durchdrungen ist, liebevoll aus seinem eigenen Wesen heraus schöpferisch tätig zu sein, seine eigene Realität liebend so umzugestalten, dass jedes unscheinbarste wahrscheinliche Bewusstsein ins Dasein treten kann. Und es hat die Kraft, dafür zu sorgen, dass alle möglichen Orchestrationen des Bewusstseins Gelegenheit erhalten, das Universum wahrzunehmen und sich liebend zu entfalten.
    All-das-was-ist befand sich, könnte man sagen, in einem kreativen Aufruhr, da sich all seine Gedanken und Träume, Stimmungen und Empfindungen in der Höchststufe ihrer Steigerung bis an die Grenzen ihres Seins anspannten und nach einer bis dahin unbekannten, unentdeckten und bislang noch nicht gedachten Freisetzung suchten. Damit meine ich, dass in dieser geistig-seelischen Nachkommenschaft alle Bewusstseinsformen enthalten waren, die je auf eurer Erde in Erscheinung getreten sind oder treten werden – alle zärtlich umhüllt: das erste menschliche Wesen, das erste Insekt –, ein jedes mit einem inneren Wissen um seine Entwicklungsmöglichkeiten. All-das-was-ist liebte seine Nachkommenschaft und suchte die Antwort auf dieses göttliche Dilemma in sich selbst.
    Es waren unvorstellbare Gedankensprünge der göttlichen Inspiration vonnöten, bevor die Antwort kam, und sie ergab sich folgendermaßen: All-das-was-ist durchforschte die wahrhaft unendliche Vielfalt seiner schier unglaublichen Nachkommenschaft, um festzustellen, welche Bedingungen für den einen noch herrlicheren Traum erfüllt sein müssten: den Traum von der objektivierten Freiheit in Form der Vergegenständlichung. Welche Öffnung tat sich auf, damit aus dem Potenzial innerer Schöpferkraft materielle Wirklichkeit entstehen konnte? Als das All-Eine diese Bedingungen zusammenfasste, blitzte in ihm die geistig-seelische Schöpfung jener gegenständlichen Welten auf, die gebraucht wurden und indem es sich diese Welten vorstellte, so würdet ihr es ausdrücken, wurden sie materiell erschaffen.
    All-das-was-ist sonderte sich jedoch nicht von diesen Welten ab, denn sie wurden aus der Schöpferkraft seiner Gedanken geschaffen, und jede hat göttlichen Gehalt. Alle Welten wurden aus diesem göttlichen Gehalt geschaffen, so dass sie einerseits zwar äußerlich vorhanden, andererseits aber aus göttlicher Substanz sind, und jeder hypothetische Punkt in eurem Universum steht ganz elementar in direkter Verbindung mit All-dem-was-ist. Das Wissen um das Ganze ist in all seinen Teilen enthalten – und doch ist das All-Eine mehr als die Summe seiner Teile.
    Die innere göttliche Schöpferkraft ist in der Tat unendlich. Sie kann nie zur Gänze verdinglicht werden. Als die Welten, eure und andere, geschaffen wurden, ereignete sich in der Tat eine Explosion von unvorstellbarem Ausmaß, denn der göttliche Funke der Inspiration explodierte in die Vergegenständlichung.
    Der erste »Gegenstand« war eine nahezu unerträgliche, obschon gewichtslose Masse; sie explodierte und setzte umgehend Prozesse in Gang, die das Universum hervorbrachten – Zeit spielte allerdings dabei keine Rolle. Der Prozess, der sich nach eurer Meinung vielleicht über Äonen erstreckt haben müsste, vollzog sich im Augenblick eines Augenzwinkerns, und die ursprüngliche, objektive Materialisierung des massiven Gedankens des All-Einen barst in die Realität. Aus eurer Sicht war dies eine physikalische Explosion, doch die an diesem Durchbruch beteiligten Bewusstseinsformen erlebten diesen Vorgang als eine triumphale »erste« Übersteigerung der Inspiration, als einen Durchbruch in eine andere Seinsweise.
    Die Erde trat also in Erscheinung, als sich das Bewusstsein in die vielen Facetten der Natur verwandelte. Die Atome und Moleküle waren lebendig und bewusst – sie waren nicht länger nur Teil einer göttlichen Syntax, sondern sie sprachen sich durch die Eigenart ihres Wesens selbst aus. Sie wurden die lebendigen, bewussten Selbstlaute und Silben, mittels deren das Bewusstsein Materie bilden konnte.
    Doch aus eurer Sicht betrachtet handelte es sich immer noch weitgehend um eine Traumwelt, auch wenn sie voll ausgestaltet war. Sie enthielt, allgemein ausgedrückt, all die Arten und Gattungen, die ihr heute kennt. Sie alle standen in Wechselbeziehung mit den vielfältigen Bewusstseinsarten, die nach Befreiung gerufen hatten, und diese Bewusstseinsinhalte wurden von All-dem-was-ist spontan mit den Formen ausgestattet, die ihren Bedürfnissen entsprachen. Das war der Vorgang, durch den das individualisierte Bewusstsein, wie ihr es euch vorstellt, in körperlich-materielle Zusammenhänge hineingeboren wurde. Diese Bewusstseinsformen waren bereits vor dem Anfang individualisiert, aber noch nicht sichtbar. Das individualisierte Bewusstsein verband sich jedoch anfänglich nicht vollständig mit seinen irdischen Formen, sondern weilte noch gern im Bereich seiner »alten« göttlichen Erbschaft. Es verhielt sich so, als ob die Erde und all ihre Geschöpfe noch ein wenig träumten und noch nicht so in der körperlich-materiellen Wirklichkeit zentriert gewesen wären wie heute.
    Solange das individualisierte Bewusstsein noch in der massiven inneren Schöpferkraft All-dessen-was-ist enthalten war, erfreute es sich neben seiner eigenen Einzigartigkeit auch des Gefühls einer tragenden Einheit, der tröstlichen Gewissheit, dass es mit seinem Ursprung eins war. Zu Beginn eurer Welt fluktuierte das Bewusstsein also sehr stark und zentrierte sich nur sehr behutsam; es war nicht vorbehaltlos zu völliger Unabhängigkeit bereit, wie es ursprünglich beabsichtigt zu haben schien.
    Das waren die Schlafwandler , die ersten Vertreter eurer Gattung, deren Einstellung zur materiellen Welt im Wesentlichen noch immer von der »früheren« Schöpferkraft umhüllt war; sie waren demnach eure wahren Vorfahren.
    Alle Spezies zeigten zunächst eine stark subjektive Ausrichtung. Dies war nötig, lernten sie doch, in der neuen körperlich-materiellen Umwelt zurechtzukommen.
    Ich habe also den Ausdruck »vor dem Anfang« benutzt, und ich werde von den Ereignissen auf der Erde in einer bestimmten Reihenfolge sprechen. Doch im tiefsten Sinn und auf eine Art, die den Intellekt ziemlich schockiert, wenn er versucht auf eigene Faust zu operieren, findet der Anfang jetzt statt. Jene entscheidende Explosion göttlicher innerer Schöpferkraft in die Vergegenständlichung vollzieht sich ständig, und da solche göttliche Schöpfung ihrem Wesen nach simultan ist, wird euch das Leben »in jedem Moment« gegeben.
    Trotzdem werden wir unser nächstes Kapitel »Am Anfang« nennen und gewisse Ereignisse in einer bestimmten Reihenfolge schildern.


    Ende des ersten Teils dieses Beitrages.

    -Aaron-

  10. #10
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Wie entstand die Welt?

    Fortsetzung:


    Am Anfang


    Euren Gleichungen zufolge sind Energie und Bewusstsein und Materie eins. Und nach diesen Kriterien – bitte in Klammern (die Differenzierung ist notwendig) – ist das Bewusstsein die treibende Kraft, die die Umwandlung von Energie in Form und von Form in Energie steuert. Allen möglichen sichtbaren oder unsichtbaren Teilchen, die ihr entdeckt oder euch vorstellt – damit sind hypothetische Teilchen gemeint –, ist Bewusstsein zu Eigen. Sie sind energetisiertes Bewusstsein.
    Im Kontext dieser Erörterungen der Anfänge eurer Welt werde ich mich für den Moment auf Bekanntes beschränken, auf Atome und Moleküle. Im Anfang stellten sie sich die Myriaden von Formen vor, die physikalisch möglich waren. Sie stellten sich die zahllosen – bitte skandieren – Z-e-l-l-e-n vor, die aus ihrer gemeinsamen Schöpfung entstehen könnten. Energie ist grenzenlos. Sie ist überschwänglich. Sie kennt keine Schranken. So träumten die Atome die Zellen ins körperliche Sein – und von dieser neuen Schwelle der physischen Aktivität aus träumte das zellulare Bewusstsein von den Myriaden von Organismen, die aus diesem unbeschreiblichen Unterfangen entstehen konnten.
    Wiederum fand all dies tatsächlich gleichzeitig statt. Und diese Vorgänge waren mit einer Art der Werterfüllung verbunden, an der jedes Bewusstsein beteiligt ist. Dieses Charakteristikum der Werterfüllung ist vielleicht das bedeutsamste Element im Wesen All-dessen-was-ist und ein Erbteil aller Gattungen, aller Arten.
    Das Prinzip der Werterfüllung ist schwierig zu beschreiben, denn es verbindet die Natur einer liebenden Gegenwart mit dem inneren Wissen um die Gegenwart göttlicher Verflochtenheit mit einer kreativen Fähigkeit grenzenlosen Ausmaßes, die danach strebt, auch nur den geringsten wie auch den entferntesten Teil der eigenen Verflochtenheit mit dem Göttlichen zur Erfüllung zu bringen. Einfacher ausgedrückt: Jeder Teil der Energie ist mit einer ihm innewohnenden schöpferischen Kraft ausgestattet, die danach strebt, ihr Potenzial in allen möglichen Variationen auszuschöpfen – und zwar so, dass dadurch auch das schöpferische Potenzial eines jeden anderen Teils der Wirklichkeit gefördert wird.
    Insofern gab es also am Anfang eine kaum vorstellbare Zeit, in der energetisiertes Bewusstsein, das seine eigenen schöpferischen Fähigkeiten und seine eigene – bitte hervorheben – Vorstellungskraft benutzte und mit triumphalem Ungestüm experimentierend eine Form nach der anderen ausprobierte. Nach Kriterien eurer Denkgewohnheiten war nichts stabil. Bewusstsein, wie ihr euch es vorstellt, verwandelte sich in Materie, dann in reine Energie und wieder zurück.
    Subjektive Schöpferkraft herrschte vor. Wie ein Heranwachsender, der sein Zuhause zum ersten Mal verlässt, empfand auch das individualisierte Bewusstsein ein wenig Heimweh und kehrte oft zum »Elternhaus« zurück. Doch allmählich gewann es an Selbstvertrauen und machte sich schließlich auf, ein Universum zu erschaffen.
    Weil nun All-das-was-ist derartig allmächtige, schöpferische göttliche Eigenschaften in sich trägt, erreichten alle Aspekte seiner subjektiven Erfahrung Dimensionen der Wirklichkeit, die unmöglich zu beschreiben sind. Die Gedanken des All-Einen sind nicht einfach Gedanken, wie ihr sie kennt, sondern multidimensionale gedankliche Vorgänge oder Wirklichkeiten von gewaltigstem Ausmaß. Diese gedanklichen Wirklichkeiten strebten eine Verwandlung an, die notwendigerweise stattfinden musste, wenn sie sich vergegenständlichen wollten. Eine Vergegenständlichung aus sich selbst heraus hätte nie die gesamte Realität der vorgestellten Wirklichkeiten enthalten können, die dem göttlichen Schöpfergeist innewohnen. Nur in diesem Kontext konnte die – bitte hervorheben – relative Perfektion jeglicher Vergegenständlichung gedanklicher Wirklichkeiten erreicht werden. Doch diese gedanklichen Wirklichkeiten hatten von Anfang an nach der Erfahrung der Vergegenständlichung und auch nach einer Erfüllung anderer Art gestrebt, nach einer Werterfüllung, die von ihnen den Einsatz ihrer eigenen Schöpferkraft forderte. Sie strebten danach, selbst so zu erschaffen, wie sie geschaffen worden waren, und All-das-was-ist wurde sich sozusagen in göttlicher Verblüffung gewahr, dass dies schon immer seine ureigene Absicht gewesen war.
    All-das-was-ist erkannte, dass eine solche Trennung es euch ermöglichen würde, eine andere göttliche Kunst auszuüben, in der nämlich nicht nur die Schöpferkräfte, sondern auch ihre Schöpfungen schaffend tätig waren und Daseinsformen in die Wirklichkeit der Stoffwelt riefen, die eben gerade deshalb möglich waren, weil ein Unterschied zwischen dem Schöpfer und den Schöpfungen zu bestehen – bitte hervorheben – schien. Das All-Eine ist darum auch im kleinsten Teil des Bewusstseins wie auch der Stoffwelt enthalten.
    Doch selbst ein kleines Teilchen des Bewusstseins kann auf einzigartige Weise exzentrische Versionen All-dessen-was-ist hervorbringen, die sonst ohne jene Trennung nicht hätten zustande kommen können. Die liebende Unterstützung, die liebevolle Ermutigung des kleinsten wahrscheinlichen Bewusstseins und der geringsten Erscheinungsform – das ist die Absicht des All-Einen.
    All-das-was-ist weiß, dass auch diese Absicht Teil eines übergeordneten Zwecks ist. In Begriffen eurer Zeitvorstellung ausgedrückt, wird die Verwirklichung dieser Absicht aus einer folgenschweren Explosion geistiger Inspiration in materielle Vergegenständlichung oder in eine andere Energieform hervorgehen. In einem tieferen Sinn ist der übergeordnete Zweck jedoch auch jetzt schon bekannt, und bis zu einem gewissen Grad träumt das gesamte Universum von ihm, wie einst das zellulare Bewusstsein von den Organen träumte, die es bilden könnte.
    Ich möchte betonen, dass ich hier nicht von spiritueller Evolution spreche, sondern von einer Ausdehnung. Für den Moment werden wir uns jedoch auf die Bedeutung des Bewusstseins bei der Weltentstehung konzentrieren und hervorheben, dass der Ausgangspunkt des körperlich-materiellen Lebens geistigen Ursprungs war. Der Traumzustand prägte nicht nur das Bewusstsein eurer Gattung, sondern diente dem Menschen einerseits auch als nie versiegende Quelle von Informationen über seine körperlich-materielle Umwelt und andererseits als inneres Kommunikationsnetz zwischen allen Arten.
    Am Anfang gab es weder Gottvater noch Allah, noch Zeus.
    Am Anfang war Gott, den ihr euch als Energiegestalt vorstellen könnt – und damit meine ich ein Sein, dessen Realität sich der Definition des Wortes »Sein« entzieht, da es Quelle und Inbegriff allen Seins ist. Dieses Sein existiert in psychologischen Dimensionen, in einem umfassenden Jetzt, in dem alles, was (nach euren Zeitbegriffen) ist oder sein wird, in unmittelbarer Aufmerksamkeit und in einem göttlichen Kontext ruht; dieser ist von einer derart brillanten Konzentration geprägt, dass das Bedeutendste wie das Geringste, das Größte wie das Kleinste gleichermaßen in einem allliebenden kontinuierlichen Brennpunkt schweben.
    Eure Vorstellungen von Anfang und Ende erschweren die Erklärung erheblich, denn euren Begriffen zufolge ist der Anfang des Universums bedeutungslos – somit gab es jenen Begriffen zufolge keinen Anfang.
    Das Universum entsteht, wie ich bereits erläuterte, ständig neu, und jeder Augenblick der Gegenwart birgt seine ihm eigene Vergangenheit in sich. Ihr wollt nur einen geringen Teil der riesigen, stets verfügbaren Datenmenge, aus der sich jeder Augenblick an individuellen wie globalen, wenn ihr so wollt, Bausteinen zusammensetzt, als vorhanden anerkennen. Ihr akzeptiert nur diejenigen Daten, die zu euren Vorstellungen von einer in der linearen Zeit ablaufenden Bewegung passen. Als Folge davon ergeben zum Beispiel eure archäologischen Funde gemeinhin ein Bild, das völlig mit euren Vorstellungen über den linearen Ablauf der Geschichte, somit über aufeinander folgende geologische Zeitalter übereinstimmt.
    Das Wachbewusstsein verfügt über einen zwar großartigen, aber begrenzten Gesichtskreis. Ihm fehlt die innere Wahrnehmung. Ich benutze den Ausdruck »Wachbewusstsein« so, wie ihr es zu definieren pflegt. Das Wachbewusstsein stützt sich auf den begrenzten Wahrnehmungsapparat eurer auf die dreidimensionale Erscheinungswelt zugeschnittenen fünf Sinne – wobei die fünf Sinne natürlich nur einen sehr eingeschränkten Ausschnitt der Realität vermitteln und sich wirklich nur auf das Nächstliegende beschränken können.
    Die körperlichen Sinne sind eine Art Ausstülpung der inneren Sinne , die mehr oder weniger jeder Kreatur eigen sind, unabhängig von deren Entwicklungsstand.
    Die inneren Sinne stellen allen Gattungen ein inneres Kommunikationsmittel bereit. Und es besitzen auch die – bitte skandieren – Z-e-l-l-e-n innere Sinne.
    Atome registrieren ihre eigene Position, Geschwindigkeit, Bewegung, die Beschaffenheit ihrer Umgebung sowie die Materie, die sie bilden. Eure Welt fügte sich nicht einfach zufällig zusammen, indem sich hier und da intelligenzlose Atome bildeten, geistlose Gase miteinander zu Elementen verschmolzen – doch wurde die Welt ebenso wenig von einem fernwaltenden, anthropomorph vorgestellten Gott geschaffen, der sie Stück für Stück in der Art eines kosmischen Fließbands zusammensetzte. Mit eingebauten Defekten, wohlgemerkt, und mit verbesserten Modellen in jeder neuen geologischen Saison.
    Das Universum vergegenständlichte sich aus dem, was Gott ist.
    Das Universum ist die natürliche Ausdehnung göttlicher Kreativität und göttlicher Absicht, und es wurde liebend von innen nach außen gebildet; es existierte das Bewusstsein, bevor es Materie gab, und nicht umgekehrt.
    Nochmals: Am Anfang gab es die Welt geistiger Wirklichkeit, aus der sich eure Welt materialisierte. Doch in dieser Stoffwelt war das Bewusstsein noch nicht ganz zu Hause. Es erging sich daher in einer Traumwelt, in der es von einer materiellen Realität träumte, und dann in dieser Welt erwachte.
    Berge erhoben sich und versanken. Die Ozeane füllten sich, lieferten ihre Gezeiten. Inseln stiegen aus dem Meer. Die Jahreszeiten waren noch vage. Es fluktuierten sogar die Magnetfelder. Doch schon von Anfang an waren bereits alle Arten da, obschon bloß auf ebenso vage Weise, denn als die Traumwelt in die materielle Welt durchbrach, gab es all die tumultuarische Aufregung und Verwirrung, die mit einem schöpferischen Massenereignis einhergeht. Es gab mehr denn je Bewegung, Verschiedenheit und Austausch. Das Bewusstsein experimentierte mit seinen eigenen Formen. Die Arten und die Umgebung formierten sich in gegenseitigem Einvernehmen, in prächtigen Kombinationen, und diese trugen zur Erfüllung aller anderen Vergegenständlichungen der neuen materiellen Realität bei.
    Ein derartiges Ereignis kann einfach nicht zu euren Vorstellungen vom »Anfang der Welt« passen, denen zufolge das Bewusstsein im Zuge der »Evolution« erst später als Nebeneffekt der Materie entspringt oder ein von außen wirkender Gott eine zwar göttliche, doch mechanistische Welt in Gang setzt.
    Dieses Konzept passt auch nicht zu eurem Verständnis von Gut und Böse.
    Gott oder All-das-was-ist ist im tiefsten Sinne vollkommen und doch unvollkommen. Ich bin mir bei dieser Aussage des Widerspruchs bewusst, der sich für euren Verstand zu ergeben scheint. Doch in gewisser Weise trägt zum Beispiel eine schöpferische Leistung zur Vervollkommnung eines Künstlers bei, obwohl der Künstler natürlich nie vollkommen sein kann. All-das-was-ist, und das ist eine differenzierte Aussage, lernt also in gewisser Weise jetzt, indem ihr lernt, und nimmt euren Erkenntnissen entsprechende Korrekturen vor. Doch seid vorsichtig! Allzu leicht entsteht ein Göttlichkeitswahn. Dessen ungeachtet müsst ihr wissen: Ihr habt Anteil an All-dem-was-ist, und euch wohnt eine Fähigkeit inne – die Fähigkeit, euch auf die euch eigene Art der unwiderlegbaren Gewissheit eurer höheren Existenz gewahr zu werden. Ihr steht dem Anfang eurer Welt ebenso nahe wie Adam und Eva oder wie die Römer oder die Ägypter oder die Sumerer. Der Anfang der Welt ist nur ein Schritt aus dem Moment heraus – innerhalb seiner Fülle.
    Am Anfang hatten die Arten nicht dieselben Formen wie jetzt. Sie hatten Pseudoformen – Traumkörper, wenn euch diese Bezeichnung lieber ist –, und sie konnten sich physisch nicht fortpflanzen. Ihr Zeitgefühl war völlig anders, alles Geschehen auf der Erde vollzog sich anfänglich in einer Art Traumzeit. Nach eurem Verständnis bedeutet dies, dass die Zeit beschleunigt oder verlangsamt werden konnte. Es handelte sich um eine Zeit der Psyche.
    Formen erschienen und verschwanden. Nach euren Begriffen von Raum und Zeit jedoch nahmen die Traumkörper materielle Gestalt an. Diese Vorgänge spielten sich aber nicht bei allen Arten in gleicher Weise ab. Eine Zeitlang gab es auf der Erde eine gemischte Population. Es gab Arten, die ihre körperliche Gestalt bereits vollständig angenommen hatten, und andere, bei denen dies nicht der Fall war. In sich selbst jedoch waren die Formen, ob körperlich oder nicht, vollkommen. Vögel waren Vögel, und Fische waren Fische.
    Am Anfang gab es auch heute unbekannte Gattungen: Mensch-Tier- und Tier-Mensch-Kombinationen und viele andere »Kreuzungen«, von denen einige nach euren Zeitbegriffen eine verhältnismäßig lange Lebensdauer besaßen. Dies trifft auf alle Bereiche des Lebens zu. Es gab Traumbäume mit Traumlaub, die sich allmählich ins Bewusstsein träumten, die materielle Gestalt annahmen, indem sie sich immer mehr in der Realität der Stoffwelt zentrierten, bis ihre Traumsamen schließlich materielle Bäume hervorbrachten.
    Ich könnte mich auch anderer Begriffe bedienen, die sich in mancher Hinsicht besser eignen würden als »die Traumwelt«. Wenn ich jedoch vom Träumen spreche, weiß ich, dass der Traumzustand jedem Leser, jeder Leserin bekannt ist und für euch der geistigen Realität, aus der eure körperlich-materielle Welt entsteht, am nächsten kommt. Der Traumzustand scheint euch chaotisch, schattenhaft, trügerisch oder gar bedeutungslos zu sein, einfach weil ihr im Leben so sehr auf den Alltag eurer Erscheinungswelt konzentriert seid, dass euch Träume wie das Hintergrundgeräusch einer atmosphärischen Störung vorkommen, das euch von eurem Schlaf übrig bleibt. Doch genauso würde der Mensch die materielle Erscheinungswelt erleben, wenn er nicht in ihr zentriert oder nicht mit ihr vertraut wäre.
    Die Welt trat, kann man also sagen, auf die gleiche Weise ins Sein, wie eine Vorstellung es tut. Die stofflich-materielle Welt dehnt sich auch in derselben Weise aus wie eine Idee. Um euch die Sache verständlich zu machen, spreche ich von der Welt, die ihr wahrnehmt, von der Erde, die ihr kennt, aber selbstverständlich gibt es wahrscheinliche Erden, die ebenso real sind wie die eure. Sie existieren neben der euren und sind untereinander vielschichtig verbunden. Mit den Worten ausgedrückt, die eure Wissenschaft benutzt, gab es keine lineare Evolution, sondern gewaltige Explosionen des Bewusstseins, eine Ausdehnung der Fähigkeiten, eine Entfaltung der Fähigkeiten aller Arten, und diese Vorgänge dauern seit jeher noch heute an. Es sind dies die inneren Vorgänge, durch die sich das Bewusstsein Ausdruck verleiht.
    Die körperlich-materielle Welt, wie ihr sie kennt, ist einzigartig und von entscheidender Bedeutung für das ganze Universum. Sie ist ein integraler Bestandteil des Universums, und doch ist sie auch eine eigenständige Wirklichkeit ihrer selbst. Diese Wirklichkeit ist abhängig von den Wahrnehmungen all der Lebensformen, aus denen sie besteht. Doch sie ist auch eine Schöpfung des Bewusstseins, die sich aus der göttlichen Energiegestalt zu einer einzigartigen Form des Ausdrucks erhebt – und jene göttliche Seinsgestalt ist von so unvorstellbarem, multidimensionalem Ausmaß, dass ihre gesamte Wirklichkeit in irgendeiner ihrer zum Ausdruck kommenden Realitäten oder Welten nicht sichtbar werden kann.
    Am Anfang hatte der physikalische Raum etwa die Eigenschaften, die heute für euch der Raum in euren Träumen hat. Er schien eher persönlich-privater Natur zu sein, und nur langsam, sozusagen, wurde er Gemeingut.

    Ende des Gesamtbeitrages.

    -Aaron-

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