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Thema: Ich und mein hypothetischer Zwilling

  1. #1
    Sir Aaron
    Gast

    Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Liebe Forum-Benutzer,

    ich möchte euch als Anregung ein kleines Gedanken-Experiment präsentieren. Ich liebe dieses Beispiel schon lange und habe es im Laufe der Jahre bestimmt bei mehr als hundert Menschen erfolgreich angewendet und immer wieder die interessantesten Antworten erhalten. Erfolgreich insofern, als die Befragten hinterher immer um ein Stückchen klüger waren …

    Die Sache verhält sich wie folgt: Stellt euch einmal vor, dass ganz plötzlich und wie aus heiterem Himmel euer exaktes Ebenbild vor euch stünde! Es spielt hier keine Rolle wie und weshalb das geschieht, wichtig ist nur – ihr seid von einem zum anderen Moment mit eurem eigenen lebendigen Spiegelbild konfrontiert. Wir nehmen außerdem an, dass euer Doppelgänger in jeder Hinsicht gleich entwickelt ist wie ihr selbst, und daher also sehr wahrscheinlich ebenso verblüfft sein dürfte über den überraschenden Anblick seiner Selbst wie ihr selbst auch. Selbstverständlich sind auch sämtliche Erfahrungen, die ihr in eurem Leben gemacht habt, Teil der Erinnerungen eures Zwillings.
    Wichtiger Nachsatz: Euer Ebenbild verschwindet NICHT wieder!

    Nun kommt die alles entscheidende Frage: Was tun?

    Weitere Frage dazu: Welche Möglichkeiten bieten sich hier an, um einen Nutzen aus der Situation zu ziehen?

    Und schließlich: WIE WERDET IHR MIT »EUCH« AUSKOMMEN?


    Nun, denkt mal ehrlich darüber nach! Und immer daran denken: »Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich sehe was ich schreibe?«

    Alles Liebe,
    -Aaron-


    P.S.: Keine Sorge, auch ich werde hierauf eine konkrete Antwort geben, aber noch nicht sofort – ich will niemanden beeinflussen.

  2. #2
    MGH
    Gast

    Thumbs up AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Ein Gedanke vorweg: Wer Interesse hat, auf den ersten Beitrag zu antworten, sollte das zuerst tun, und dann erst den meinigen oder andere Folgebeiträge lesen, um sich selbst nicht zu beeinflussen! Das ist der Sinn des Spieles... doch wer zu viel Angst hat, lese weiter...

    Zitat Zitat von Sir Aaron Beitrag anzeigen
    Nun kommt die alles entscheidende Frage: Was tun?
    Langfristig oder nur in diesem Augenblick des Zusammentreffens?
    Da mir die nächst Frage, die gleiche (langfristig) scheint, ist wohl das unmittelbare Zusammentreffen gemeint.

    Nunja, wir würden uns sehr verblüfft gegenüber stehen.
    Da beide den exakt gleichen Erfahrungsschatz tragen, würden wir beide erst einmal gleich reagieren. Jedoch steht jeder an einem anderen Ort, so bleibt die gleiche Erfahrungsbasis, aber der Aufsatz beginnt, auch wenn erst kaum, anders zu verlaufen. Ganz zu Beginn ist die Wahrscheinlichkeit noch recht hoch, dass wir zugleich sprechen, da aber jeder an einem anderen Ort steht, allein schon da er einen anderen Hintergrund sieht, sind die künftigen Erfahrungen verschiedenartig. Wir können nicht ineinander sein.

    Ein Gespräch wird sich einpendeln...
    langsam... man wird sich gegenseitig versichern, ob man sich selbst gegenüber steht.

    Doch worüber dann reden, wenn ein jeder die selben Erfahrungen gemacht hat? Dazu mehr in der Antwort auf die zweite Frage.
    Darauf gehe ich in der nächsten Frage ein.

    [QUOTE=Sir Aaron;95445]Weitere Frage dazu: Welche Möglichkeiten bieten sich hier an, um einen Nutzen aus der Situation zu ziehen?

    Da man sich das erste mal in die echten "eigenen" Augen sieht, hat man die Möglichkeit, sich völlig von außerhalb zu beobachten.
    Ich würde beispielsweise erkennen, wie sinnfrei Ängste und Zurückhaltung sind. Aneckende Unanehmlichkeiten würden hervorstechen.

    Heißt, ich kann aus Fehlern lernen, für welche ich bisher blind war.
    Zudem habe ich jemandem, dem ich absolutes Vertrauen schenken kann, jemanden der all meine Probleme versteht.

    Beide könnten gegenseitig wachsen.

    Zitat Zitat von Sir Aaron Beitrag anzeigen
    Und schließlich: WIE WERDET IHR MIT »EUCH« AUSKOMMEN?
    Anfangs wird es gewiss viel gegenseitiges Interessse geben.
    Auf Dauer wird sich zeigen, wie sehr das Ego bereits manifest war, oder der gemeinsame Wunsch geweckt werden kann, ihm zusammen entgegen zu wirken. Andernfalls entstünde ein Konkurrenzkampf - wer ist der bessere Zwilling. Durch die große "Gleichheit" wäre eine viel stärkere Neigung da, sich mit seinem Spiegelbild zu vergleichen. Beide Optionen sind offen.






    Mein Gedanke hierzu:
    Diese Geschichte soll wohl aufzeigen, wie wenig sich die meisten kennen (verstehen!) und daher kaum oder gar nicht abwägen können, wie sie mit sich selbst zurecht kommen. Ein Anreiz, sich besser oder erst überhaupt kennen zu lernen, und mit der Selbstbelügung "Ich kenne mich doch sowieso!" aufzuhören.

    Muss dabei noch spontan an den Seelenspiegel denken, welchen ich jedoch noch nicht durchgeführt habe. Bin derzeit noch im theoretischen Teil des WWA Buches, auch wenn das Buch schon so geraume Zeit bei mir vorzufinden ist.



    Mir gefällt diese Überlegung sehr gut.
    Sie spornt mich an, mal ein paar Fragen von mir per Video aufzunehmen und mich mit mir selbst zu konfrontieren - allein der Wirkung wegen.

  3. #3
    Lilo
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Hallo Aaron,

    ein interessanter Gedanke und ein Spiel, das mir nicht unbekannt ist.

    Vor vielen Jahren gab es mal eine Lenor-Reklame. Wenn man nicht den Weichspüler benutzt hatte, trat das zweite Ich als Gewissen aus dem Körper und erinnerte daran, zukünftig diesen Weichspüler zu benutzen.

    Etwa zu dieser Zeit steckte ich oft in schwierigen Situationen und wußte oft nicht, was ich machen sollte, d.h. was richtig oder falsch wäre.

    Dann habe ich mir oft vorgestellt, dass mein 2. Ich aus mir heraustritt. Ich dachte mir dann nur: "Mal sehen, was sie jetzt macht"

    Das hatte den Vorteil, dass ich ganz emotionslos zusehen konnte, wie mein 2. Ich nach Lösungen suchte, sie verwarf und andere Möglichkeiten suchte.

    Ich war nur Zuschauer, während mein 2. Ich ruhig und gelassen die Probleme anging.

    Es war nicht nur lustig, sondern oft auch sehr hilfreich.

    Wenn ich heute das Spiel wiederhole, so gibt es keine Überraschungen. Weder für mich, noch für mein Spiegelbild. Wir kennen uns und sind gute Freunde.

    Bin aber gespannt auf die Meinungen anderer und was es noch für Möglichkeiten gibt.

    Liebe Grüße...Lilo

  4. #4
    MGH
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Noch eine Ergänzung, die ich vergaß zu erwähnen und nur in Gedanken da war:

    Eigentlich ist es zur Weiterentwicklung nicht nötig, (s)einem doppelten ich zu begegnen, da es in einem selbst steckt. Aber die direkte Konfrontation könnte das ganze merklich beschleunigen oder bei anderen erst helfen, den ersten Schritt zu tun, der erste Schritt sein...

  5. #5
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Hallo MGH! Ich bin geradezu verblüfft, mit welch grandioser Präzession du dich diesem kleinen Experiment gestellt hast. Ich muss gestehen, dass noch nie jemand so parallel meine eigenen Gedanken zu diesem Thema zum Ausdruck gebracht hat wie du! Ich möchte dir wirklich sehr gratulieren!

  6. #6
    Leah
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Hallo zusammen ....

    Einfach klasse, dann gäb es erst einmal je Menge zu lachen, könnt
    mich kugeln bei dem Gedanken daran.

    Wir würden gleich anfangen verschiedene Projekte zu planen und mental
    alle Universen bereisen.

    Falls das nächste UFO landet könnten meine Leute mich in Ruhe ziehen
    lassen, denn eine bessere Begleitung für meine Abenteuer gibt es nicht.

    Vielleicht könnten all meine Visionen, für die nur mein Zwilling Verständnis
    hat, endlich Wirklichkeit werden.

    Weiss das dies ein ernstes Spiel ist, doch diese Antwort kam spontan in
    meinen Kopf

    Grüße Leah

  7. #7
    Lilo
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Hi Leah,

    mein erster Gedanke: Typisch Leah. Deinen Beitrag zu lesen hat mir viel Spass gemacht. Er zeigt mir auch, das Du im Augenblick wohl gut drauf bist?

    Über die ernste Seite dieser Übung kann man dann anschließend nachdenken.

    Liebe Grüße....Lilo

  8. #8
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Hallo, liebe Benutzer!

    Danke für eure Beiträge. Ich muss erhlich gestehen, dass mir MGHs Gedanken am besten gefielen – sehr klar durchdacht und dazu noch mehrere konstruktive Chancen herausgefiltert.

    (Ich bin in diesem Forum leider noch sehr unbeholfen, da ich ein Internet-Neugeborenes bin … Das wird euch bestimmt schon aufgefallen sein.)

    Nun, mit meinen eigenen Gedanken zu unserem kleinen Experiment möchte ich noch ein Weilchen hinterm Berg halten, wenn ihr nichts dagegen habt.

    Leah, du wirst es nicht glauben, aber ich denke auch oft an das berühmte UFO, von dem du sprachst. Ich bin wohl mit einigen Leuten hier seelenverwandt …

    Sagt mal, nur so nebenbei gedacht: Kann es falsch sein, sich selbst ehlich zu lieben?

    Ich grüße euch und wünsche alles Liebe!

    -Aaron-

  9. #9
    Viola
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Hallo Aaron,

    Sich selbst ehrlich zu lieben wäre so wichtig. Aber wir machen es nicht, weil wir selbst unser größter Kritiker sind, das sehe ich an mir, und wir uns oft mit Schuldgefühlen und Vorwürfen beladen, weil wir uns klein und schwach vor kommen im Vergleich zu anderen.

    Um sich selbst ehrlich lieben zu können, muss man das alles hinter sich lassen, keine Vergleiche mehr anstellen, sich so annehmen wie man ist und versuchen es in Zukunft besser zu machen, einfach das Beste zu geben.

    Wie können wir unseren Nächsten lieben, wenn wir nicht erst mal uns selbst lieben? Daher sollten wir zuerst uns selbst unsere Fehler vergeben, damit wir auch unsere Mitmenschen mit all ihren Fehlern und Schwächen lieben können.

    Liebe Grüße,
    Viola

  10. #10
    MGH
    Gast

    AW: Ich und mein hypothetischer Zwilling

    Sehr ehrvoll, für das meinige Ego, welches durchaus einen intellektuell vergewaltigten Eindruck machen könnte und es vielleicht auch ist.

    Ich bin dennoch gespannt, was Du selbst noch nachreichen wirst.

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