So hier das angekündigte Thema für die Rollenspielkenner und alle anderen
Vielleicht kennt ihr es, vielleicht auch nicht, mancher vielleicht von Rollenspielen, mancher von Büchern oder Filmen...man taucht in eine andere Welt ein und die "Erlebnisse" sind so Real das man sie direkt für seine eigenen hält.
Ich habe das, wenn ich ein Buch lese oder ein RP Spiele oder einen guten Film sehe, bin ich mittendrin, identifiziere mich mit dem Hauptcharakter und "lebe" durch ihn in dieser Welt. Ich kann die Umgebung vor dem geistigen Auge sehen, hören, fühlen mituner auch schmecken und riechen. In Kampfszenen wirds n bisserl gruslig weil ich das Blut schmecke, den Geruch rieche die Schreie höre etc und eine Wunde am Hauptcharakter ein leichte stechen verursacht.
Besonders in diversen Spielen ist das mitunter ein wenig Problematisch, bei mir jedenfalls.
Jedenfalls füht dieses intensive miterleben bei mir dazu dass ich so momente in denen ich mich, auch mit 21 Jahren, vor allem eines fühle: Steinalt. So richtig, nicht etwa nur 100 Jahre sondern eher wie 100 Leben. Dann brechen Erinnerungen herein an kämpfe Seite an Seite mit meinem Prinzen und König, Erinnerungen an Gefangenschaften, Kämpfe gegen Monster, Lagerfeuerabende, Feste, Schlachten, Duelle, herrliche Landschaften, ehemalige Weggefährten etc.
Ich kann mcih manchmal gar nicht an all diese "Leben" erinnern und fühle mich schon ob der "wenigen" total alt. So im Gedächtnis hab ich meist so 300 "Leben" aus diversen Spielen Büchern oder Filmen und dann macht sich oft eine Sehnsucht nach Ruhe breit, eine innere Leere wo man sich einfach hinlegen könnte und sterben.
Klingt hart, aber eine schottische Eingeweihte erklärte mir einst es gäbe Wesen, von unvorstellbarer Macht, die alles erlebt haben was man erleben kann und diese sind vor allem eines: Leer und Antriebslos.
Das kenne ich, diese innere Leere.
Jedenfalls ziehen dann die Ereignisse an mir vorrüber wie reale Erinnerungen, die Orte, Personen, Ereignisse, dabei vergehen schnell 2 Stunden (Abends wenns mich erwischt) und dann merke ich auch wie sich meine Einstellung geändert hat im Laufe der "Jahre"
Ich merke wie ich "damals" so voller Eifer war, so voller Begeisterung mit dem Prinzen gegen die einstürmende Armee kämpfte, und spüre, wie ich das heute verachte, denn auch wenn man Böses bekämpft, so kämpft man doch und aus Kampf kann nichts gutes entstehen. Auch wenn ich die Notwendigkeit des Kampfes sah, so ist doch aller Eifer Weg und ich bedaure diese Situationen für die ich früher Feuer und Flamme war.
Wenn ich in den Erinnerungen schwelge bemerke ich den Krieger in mir, das alte Feuer wie es schwach zu glimmen beginnt und nicht selten stiehlt sich eine Träne davon. Doch das bin nicht mehr ich. Ich bin alt und über soöche DInge "hinaus". Ehre und dergleichen berühren mich im Herzen, doch ich kann dem Kamof nichts mehr abgewinnen im Gegenteil, und besinne mich dann auf das was ich jetzt bin.
Als was ich mich fühle - als einen alten Mann der die Wege der Magie beschreitet. Meine Loyalität gilt keinem Reiche mehr, sondern Gott und mir selbst. Alle Dinge die einst so wichtig erschienen sind verblasst, unwichtig, ohne grosse Bedeutung.
Meine Seele wandert an einsame verlassene Orte...tief verschneite Gebirge, weite Ozeane und deren Tiefen, verfallene und vergessene Tempel...und ich erinnere mich an tatsächliche Momente aus früheren Leben, doch diese tatsächlichen früheren Leben scheinen nur einer Teil der Leben zu sein die ich in den letzten 20 Jahren "gelebt" habe.
Ich hatte diese "Todessehnsucht" schon als ich 6 war, ich wusste nie warum ich hier bin oder es sein sollte, ich fühlte michs chon alt bevor ich lesen konnte. Seit ich es kann hat sich das nur gesteigert und doch habe ich einen Sinn gefunden - reifen und anderen helfen zu reifen.
Denn auch wenn ich mich oft steinalt fühle, so weiss ich doch, dass ich noch lannge nicht ausgelernt habe und mache weiter. Und meine Umgebung scheint es irgendwie zu spüren.
Verzeiht den Exkurs in mein Leben aber vielleicht ist für manch einen ja was dabei
Schon mit 14 gründete ich eine Bruderschaft, bestehend aus 90 Mitgliedern zu Glanzzeiten deren Mitglieder im Alter von 12 bis 50 waren und zu mir "aufsahen" weil ich für sie sowas wie ein Beispiel für Tugend und Werte war. Damals war das Feuer des Kriegers heiss in mir und entfachte es auch in anderen. Als ich die Bruderschaft "verliess" brach sie zusammen und nur wenige sind mir bis heute "gefolgt"
Wenn ich Vorträge halte bewundern Menschen die 3 mal so alt sind wie ich mein Wissen und meine Weisheit und Damen mit 4 Kindern und dem 3. Ehemann eifern mir nach und wollen mehr von mir lernen - einem eigentlich arbeitslosen 21 Jährigen.
Die meisten meiner Freunde sind 20 Jahre älter als ich und meine liebsten Gesprächspartner sind Theologen und Universitätsdozenten aus mehreren Fachgebieten und wir lernen voneinander.
Ich gehe nicht in Discotheken oder etwas in die Richtung sondern lese Bücher und gehe mit einem Quantenphysiker auf einen kaffee. Das einzig kindliche bei mir ist wohl dass ich statt des Kaffees eine Cola trinke.
Und neulich zeigte ich meine Aufzeichnungen für Wissenswertes einer frischen Maturantin (Ösi Abi) die entsetzt war wie schrecklich kompliziert das alles ist und sie das nichtmal annähernd erfassen könne - dabei hatte sie n Schnitt von 1,4.
Schechina machte mir das mit ihrem kleinen Satz dass ich sie schon oft tief beeindruckt hätte mal wieder bewusst. Dabei bin ich 21.
Und auch mit 16 hatte ich einige damalige Arbeitskollegen die von mir lernen wollten, einer davon brachte mir im Gegenzug Bruce Lee näher und das JKD - in diesem Sinne vielen Dank Franz.
Gut anyway - worauf ich hinaus will:
Kennt ihr das auch? Dieses "MItleben" und "sich alt fühlen"
Findet ihr das gut oder schlecht? Nützlich?
Wie geht es euch wenn ihr spielt oder lest, was bewirkt es in euch, wie fühlt ihr euch?
Ich finde es hat den Vorteil dass man in einem Leben schnell reifen kann und den Nachteil dass man sich mit 21 so alt fühlt dass man ohne sich gross was zu denken einen Pensionsantrag stellen könnte.
in diesem Sinne
euer alter Knacker![]()



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