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Thema: Magische Gedichte

  1. #1
    Sir Aaron
    Gast

    Magische Gedichte

    Liebe Leser,
    liebe Freunde,

    Gedichte können sehr viel Magisches beinhalten und transportieren. Ich liebe diese Form der Informations-Aufnahme bzw. -Weitergabe schon seit langem, obwohl ich selbst kein Gedichteschreiber bin.



    Dieses Eröffnungs-Postig möchte ich gerne Schechina widmen:

    Ich hatte immer das Gefühl,
    dass ich dich schon von jeher kenne,
    und dennoch überraschst du mich täglich
    mit neuen Versionen
    deines Personseins,
    die mir dann wieder einfallen.
    Ich klatsche im Geiste in meine Hände
    und sage: »Natürlich!«
    Und du wandelst dich wieder
    in eine neue Version,
    die ich immer schon kannte!

    Diese private Wahrscheinlichkeit
    ist gar nicht so übel,
    bedenkst du
    die öffentlichen Welten,
    die wir durchreisen mussten,
    um hierher zu gelangen:
    Moleküle, die in den Kulissen
    den präzisen Raum-Zeit-Moment
    abpassten, um in minimale
    Bewusstseinsträhnen zu springen,
    nach Jahrhunderten
    neu sich vereinend
    und uns heraussortierend
    aus Millionen
    anderer Formen,
    an denen wir teilhatten –
    um genau diejenigen
    zusammenzustellen, die wir
    Aaron und Schechina
    zu nennen beschlossen.

    In Liebe,


    -Aaron-


    _____________

    Post scriptum: Obiges Gedicht stammt aus der Feder Jane Roberts' (ich habe es nur minimal angepasst).

  2. #2
    Raven
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    wunderbar!
    danke!

    Raven


    hier noch ein paar "Giftige Kräuter" (der Begriff Kräuter umfaßt dichterische Freiheit):001_rolleyes:

    Teufelskralle
    Fingerhut

    Bärenklau
    Drachenblut

    Eberzahn
    Schlangenhaut

    Spinnenbein
    Bilsenkraut


    (WhiteRaven, 7.9.07)

  3. #3
    Raven
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Seelenfilter

    bist du Maske oder Spiegel?
    bist du Larve oder Siegel?
    Seh ich mich in dir
    oder
    siehst du dich in mir?

    Entwickelt euch ihr Herzensaugen,
    die allein zum Sehen taugen!
    Schaut hinter Maske, Spiegel
    erlöst der Seele Siegel!

    *****************************
    (WhiteRaven, 2.9.2003

  4. #4
    Schechina
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Lieber Aaron,

    Vielen Dank für diese wunderbaren Worte.
    Da ich nicht gerade eine Poetin bin, möchte ich ein Gedicht aus den Schriften der Templer zitieren.

    Wahre Liebe ist nicht davon abhängig, ob sie erwidert wird.
    Sie ergießt sich unablässig über alle und alles in Ihrem Wirkungskreis und findet innere Erfüllung in diesem Akt des Selbstausdruckes.
    Denn Liebe ist Ihre eigene Freude. Sie entsteht aus einer unerschöpflichen Quelle und braucht nichts weiter um zu wachsen,
    denn sie bezieht das Wasser ihrer Erneuerung aus einem Brunen, der unbegrenzt ist.

    H.K. Challoner.

    In Liebe Schechina

  5. #5
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Herr der Moleküle

    Ein Gedicht über Ursprünge

    In formalen, molekularen Gärten
    stiegen du und ich empor
    (Fäden von Bewusstsein,
    verwoben
    mit mentalem, altem Blut)?
    Wie lange verweilten wir
    am Tor zur Welt,
    während unsere Geschichten
    unsere Bilder in den Kokon
    der Zeit einspannen?

    Erinnern unsere Atome sich an ihre Pilgerreise
    auf sanftem Molekülpfad?
    Bewegten sie sich Zoll für Zoll einst,
    erklimmend kühle Träume von Reptilien,
    um Sonnenlicht
    auf prähistorischem Fels zu finden?
    Denn heute formen
    Ihre Wissenswelten unser Fleisch,
    und unser Menschsein ist ein Geschenk
    zahlloser
    mikroskopisch kleiner Spender.

    Wenn Gott in allen Dingen ist,
    dann ist jedes der Atome meines Körpers göttlich;
    eine kleine Gottheit in einem zellularen Königreich,
    wie der Himmel unsichtbar;
    Elektronen kreisen rasend schnell
    in Galaxien winzig klein
    in meinem Fleisch,
    jeder Zoll dick wie die Ewigkeit,
    wie die Planeten wohl geordnet.

    Oder haben wir verweilt
    in Himmeln winzig klein,
    zufrieden in einem Rahmen der Vollendung,
    der klein und doch unendlich war;
    eins mit dem, was wir einst waren,
    in kleinen Universen eingeschlossen –
    wir alle einst Atome –
    in süßer und spontaner
    Ordnung sicher?
    War das der Garten Eden –
    eine innerliche Landschaft perfekten Funktionierens,
    ein jeder von uns kreisend um einen göttlichen Kern,
    zeitlos, noch vor der Weltenschöpfung?
    Unsichtbare, stille Götter waren wir vielleicht,
    wirbelnd in unseren perfekten Welten,
    Atome voll Persönlichkeit, deren Träume
    schließlich auch als Bilder Ausdruck forderten.

    Wenn dem so ist, welch überwältigende Unschuld
    Hat unsere ewige Bewegung angetrieben,
    als ob gefüllt mit dem Gewicht
    gewaltiger Wahrscheinlichkeiten;
    zusammen wögen wir
    eine Million mal weniger
    als eines fliegenden Vogels Feder,
    und dennoch trüg’ ein jeder
    aller möglichen Welten Last,
    die verborgen in der Dunkelheit in uns wirbelten
    und gegen unsere Perfektion sich stemmten
    und mit kraftvollen Stimmen sängen,
    verlangend nach der Unabhängigkeit des Seins,
    flehend um das Recht des Fehlerhaften?
    Wie lange hielt sich wohl
    die Exklusivität der Perfektion,
    bevor die sehnende Wucht
    aller wahrscheinlichen Welten durchbrach
    und so der Götter Träume
    Befreiung endlich zuließ?

    Oder mischten sie
    (oder wir, wenn wir sie waren)
    Vollkommenheit mit Unvollkommenheit,
    das Ganze mit dem Unvollständigen,
    zu einer göttlichen Mixtur,
    in der die Sterblichkeit geboren wurde?

    Weilten jene Wesenheiten
    in einer ungeteilten Existenz,
    massenlos und doch
    so machtvoll,
    dass ihre Träume gipfelten
    in einer Kreativität,
    die nachstehend ihrer eigenen nur,
    in welcher sogar Makel
    sich zeigten in perfekten Licht,
    in der des Ganzen Wissen
    verborgen war in jedem
    unvollkommenen Teil,
    und jedes einzelne Fragment
    ein Zentrum auch der Ewigkeit enthielt?

    ______________

    Von Jane Roberts


    Liebe Grüße,

    -Aaron-

  6. #6
    Viola
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Für die Meditation über das Erd-Element:

    Erde, ich spüre dich,
    Leise berühr ich dich,
    Fühl' neu den Menschenfuß,
    Hör meinen Liebesgruß:
    Trägst mich bei jedem Schritt,
    Trägst meine Last noch mit.
    Gibst mir die Heimat hier,
    Erde, ich danke Dir!


    Hedwig Diestel

    Liebe Grüße,
    Viola

  7. #7
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Hätten Zehen Augen

    Hätten Zehen Augen,
    dann könnt' ich sehen
    wie meine Füße wissen, wohin sie gehen müssen,
    doch Zehen sind ja blind.
    Wie kann meine Zunge Worte sprechen,
    die sie nicht hören kann?
    Auch wenn begabt mit Eloquenz,
    so ist die Zunge dennoch taub,
    und tonlos ist ihr Flattern.

    Hätten Zungen eigene Gehirne,
    dann könnte ich verstehen,
    wie sie ganz ohne Bildung rechnen können
    oder auch Sätze sprechen,
    ohne Grammatik je gelernt zu haben.
    Und wer hat meinen Fingern beigebracht zu schreiben?
    Denn wenn ich schreibe,
    formen sie die Zeichen,
    als ob gelesen sie ein Rechtschreibbuch,
    als ob studiert die Wörter.

    Ehrenwerte Männer und Gelehrte sagen uns,
    dass das Gehirn Botschaften überträgt
    und jedem Körperglied mitteilt,
    was es zu tun hat,
    sodass zu denken es erschaffen wurde.
    Wie weiß es aber, was Gedanken sind,
    wenn ein Gedanke
    von ihm zuvor niemals gedacht?
    Und warum schreit die neue Zunge,
    wenn sie nicht hört den vorgebrachten Ton
    und taub nur hängt im neuen Mund?
    Wodurch wird sie bewegt?

    Doch sind wir außer Fleisch nichts anderes
    und Fleisch aus Molekülen nur besteht,
    wie weise sind dann wohl Atome,
    die zu gehen sich selbst zeigen,
    und stumme Ohren Wörter hören lehren,
    die sie nie selber sprechen können.

    Der Urgedanke

    Vergessen habe ich,
    wie groß mein Schreck wohl war,
    als mein Gehirn zum ersten Mal
    entdeckte den Gedanken
    und dreiste, neue Moleküle
    sich auf die Suche
    nach Sätzen machten.
    Und alle meine Zellen,
    noch kindlich und unwissend,
    erhoben ihre Häupter und reckten sich,
    als die ersten Meldungen
    wartende Chromosomen weckten.

    Mein Urgedanke hat sich wohl
    gebahnt durch unberührte, geistige Stille,
    und aufgeweckt durch leises Klingeln
    hat er Millionen von Neuronen,
    die bis dahin nur gedöst,
    mit den ersten Funken,
    die auch das winzigste Atom erreichten,
    verborgen in der neuen Hornhaut
    meiner erstmals offenen Augen.

    Magisch ist der Urgedanke,
    nicht das erste Wort;
    stumm und doch auch kräftig
    elektrisiert der Urgedanke
    noch ungeschriebene Moleküle,
    als ob Biologie
    aufs Neue göttlich wird,
    angesammelte Partikel belebten Staubs,
    durchdrungen mit des Menschen
    geistigen Eigenschaften.

    Nicht nur der Nahrung,
    auch des Gedankens
    erster süßer Duft lockt uns,
    nährt das Mark unseres Seins
    und schickt uns forschend auf
    neurale Pfade,
    um Sinn zu suchen.

    Als mein Gehirn zum
    ersten Mal durchbrach die Stille
    und goldne Silben plötzlich in
    meinem Schädel wisperten -
    wie überbrückten dann die
    Zellen des Gehirns den Graben,
    den Chemikalien die Gabe
    des Gedankens schenkend?

    _____________



    von Jane Robert

  8. #8
    Leah
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Hey .... erst einmal danke für all die schönen Gedichte,

    denn sie motivieren mich, bald wieder selbst einmal etwas zu schreiben.

    Es fehlt nur noch die Muse.

    Deshalb erst einmal ein Gedicht vom letzten Jahr:
    ...................

    Lichtflug:

    Meine Feuer leuchten hell.

    Auf den Schwingen des Sturms

    gleite ich über Ozeane,

    singe von gewonnen Schlachten

    und eroberten Schätzen.


    Neue Widerstände bauen sich auf

    doch ich fürchte sie nicht,

    zu groß der Lohn, der mich erwartet.

    Warten, beobachten, forschen,

    finden, erkennen.

    Gleissendes Licht, leuchtende Augen,

    Sinnfindung.

    (Leah ... März 2007)


    Grüße Leah

  9. #9
    Viola
    Gast

    AW: Magische Gedichte

    Der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836), der auch Goethe und Schiller behandelte, dichtete 1836 auf dem Sterbelager seine berühmten "Lebensregeln", in denen er über das Wasser-Element schreibt:

    Das zweite ist das Wasserreich,
    Es reinigt dich und stärkt zugleich.
    Drum wasche täglich deinen Leib,
    Und bade oft zum Zeitvertreib.

    Das Wasser ist der beste Trank,
    Es macht fürwahr dein Leben lang,
    Es kühlt und reiniget dein Blut
    Und gibt dir frischen Lebensmut.


    Liebe Grüße,
    Viola

  10. #10
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Magische Gedichte



    Minze

    Auf grüner Wiese glänzt,
    im warmen Schein
    der Sonne lichtes
    Funkeln.
    Scharfsüßer Duft
    aufsteigt aus
    hunderten Kräutern:
    Die Elfe tanzt.
    Liebliches Wesen,
    Sonnenlicht durch
    schlanke, zarte
    Glieder strahlt.
    Geist der Minze mich erfüllt.
    Nah bist du mir,
    umschwebst mich sanft,
    heilst mich durch
    das Schwingen
    deines Duftes.

    © Goliard

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