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Thema: Denk mal drüber nach...

  1. #1
    Sir Aaron
    Gast

    Denk mal drüber nach...

    Hallo an alle,



    in diesen Thread kann jeder, der mag, seine Gedanken zu den unterschiedlichsten Bereichen im Leben kundtun, von denen er oder sie meint, dass man einmal darüber nachdenken sollte.

    Hierzu gibt es mehr als 1 Millon Themen - kein schlechtes Potenzial für einen Tread, würde ich sagen.

    Hier mein erster Beitrag dazu:

    *******

    Falls Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist,
    bist Du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden. Falls Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast,
    nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft,
    die Agonie des Gequälten, oder Hunger gespürt hast, dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt. Falls Du in die Kirche gehen kannst,
    ohne die Angst,
    dass Dir gedroht wird, dass man Dich verhaftet
    oder Dich umbringt,
    bist Du glücklicher als 3 Milliarden Menschen der Welt. Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen, bist Du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt. Falls Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel,
    gehörst Du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.


    *******

    Herzliche Grüße,

    -Aaron-

  2. #2
    Viola
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Hallo Aaron,

    wunderbarer Thread und Thema

    Ich gebe Dir völlig recht. Wir sollten uns mehr auf das besinnen, was wir haben, das schätzen und uns darüber freuen.

    Daher verstehe ich auch Menschen in meiner Umgebung nicht, die vom Leben enttäuscht sind, weil sie keinen Porsche fahren können und nicht auf die Malediven fliegen können,.... und dabei übersehen, wie viel sie täglich vom Leben geschenkt bekommen, dass sie gesund sind, in Freiheit in einem schönen Land leben können, genug zu essen haben,...

    Einfacher zu leben und zufrieden zu sein, das macht glücklicher als seine Wünsche ins Unermessliche zu steigern.

    Liebe Grüße,
    Viola

  3. #3
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Liebe Viola,

    du sprichst mir so sehr aus der Seele - genau das meinte ich, und deshalb erachte ich diesen Thread als sehr wichtig für uns alle.

    Am meisten lernen wir, wenn wir uns austauschen.

    Alles Liebe,

    -Aaron-

  4. #4
    Lory
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    hallo Aaron!

    danke für diesen wundervollen text. ich finde auch, dass wir dankbar für alles sein sollen, was wir besitzen.

    viele menschen streben nach glück, und hoffen sie in materiellen dingen zu finden, kaufen sich sachen und merken schnell, dass sie nicht glücklicher sind als zuvor.
    traurig sowas!

    danke nochmals für diesen text...!!

    liebe grüße
    Lory

  5. #5
    Viola
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Hallo,

    denk mal drüber nach, wie wichtig es ist, in deinem Herzen keinen Hass und Groll zu hegen, alles Schlechte das Dir widerfahren ist, verzeihen zu können.

    Kleinere, unschöne Begebenheiten kann man wohl leichter und schneller verzeihen, aber wärst Du auch bereit große Demütigungen, große Feindseligkeiten, große Verluste, große Schmerzen hinzunehmen und sie Deinem Mitmenschen zu verzeihen? Würdest Du alles verzeihen? Auch wenn jemand Dein Haus niederbrennt und Deine Kinder umbringt?? Oder wo wäre bei Dir die Grenze?

    Liebe Grüße,
    Viola

  6. #6
    Lory
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Hallo Viola!

    Ich persönlich versuche nicht nachtragend zu sein. Dein Beispiel ist jedoch hart und ich wüsste selber nicht, wie ich mit solcher Situation umgehen würde.

    Wo meine Grenze liegt? Das ist schwierig zu verallgemeinern, aber ich denke, dass sie dort erreicht ist, wo ein Mitmensch etwas mit Absicht tut und keine Reue zeigt und sie auch nicht zeigen wird.

    Viele liebe Grüße
    Lory

  7. #7
    Viola
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Liebe Lory,

    danke für Deine ehrliche Antwort.

    Wie seht Ihr das? Würdet Ihr jemandem verzeihen, der Euch etwas ganz Schreckliches angetan hat und der dies überhaupt nicht bereut, sich nicht entschuldigt?? Dem das gleichgültig ist?

    Liebe Grüße,
    Viola

  8. #8
    Arphen
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Hallo Aaron, sehr schönes Thema, sehr guter Gedanke.

    Eine östliche Weisheit sagt "wenn du einen Menschen wirklich glücklich machen willst musst du ihm nicht all seine Wünsche erfüllen sondern sie ihm nehmen"

    - ich finde das stimmt. Wer bekommt will mehr. Und mehr, und mehr. Egal wieviel ein Mensch hat die meisten wollen dann noch mehr. Und wer Millionär ist ist traurig weil er nicht Milliardär ist etc.

    Hingegen sind viele Menschen mit dem wengien zufriedne das sie haben. manche gingen früher mit absicht in die Einsamkeit und waren damit glücklich.Mönche (tibetanische vor allem) haben fast nichts und sind sehr glücklich damit.

    @ Viola - schöne Frage...

    Es käme drauf an was geschieht und wie sich derjenige verhält. Wenn jemand meine Liebste umbringt ist ein Verzeihen in diesem Leben wohl nicht mehr möglich.

    Ein Magier hat eine gehobene Sichtweise - was nicht bedeutet dass er alles gutheissen muss oder nicht einschreiten dürfte.

  9. #9
    Sir Aaron
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Liebe Viola,
    liebe Lory,
    lieber Arphen,
    liebe Leser und Benutzer,

    in meinem Leben gab es bisher sehr viele Gelegenheiten, um Vergebung zu üben sowie Verständnis für andere lernen zu können.

    Dazu möchte ich ganz kurz zwei konkrete Beispiele bzw. Erlebnisse aus meinem Leben anführen, welche mich auf meinem Weg sehr nachhaltig geprägt haben und mir ermöglichten, mein heutiges Dasein weitgehend ohne Hass und Groll gegen meine Mitmenschen führen zu können.

    Erstes Beispiel: Als ich im Alter von 12 Jahren war, wurde mein älterer Bruder bei einem Diskothek-Besuch von einem Drogensüchtigen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Mein Bruder war damals 18 Jahre alt und wäre seinen Verletzungen beinahe erlegen. Der später gefasste Täter gab beim Polizeiverhör zu Protokoll, dass er "einfach schlecht drauf" gewesen wäre und seinen Frust an irgendwen auslasen wollte.

    Für meinen Bruder hatte dieser Vorfall sehr schwere Konsequenzen. Er verlor seine Anstellung und lag für Monate im Krakenbett.

    Ich weiß noch gut, wie wütend ich auf den Täter war, und nicht einmal die Tatsache, dass er ins Gefängnis kam, konnte daran etwas ändern. Ich malte mir aus, was ich mit ihm alles anstellen würde, wenn ich ihn zu fassen kriegte... Schließlich hatte er meinen Bruder beinahe getötet und ihm seine berufliche Laufbahn vermasselt.

    Aber ich bekam den Täter nie zu Gesicht, auch wenn er nach wenigen Monaten bereits wieder auf freien Fuß war. Gezielt nach ihm gesucht hatte ich dann nicht. Doch ich hasste ihn. Für Jahre.

    Dann sah ich nach Jahren einmal eine Dokumentation im TV. Es ging um die Überlebenden des Holocaust. Und da hörte ich unter andrem auch eine ältere Dame sprechen. Es stellte sich heraus, dass ihre gesamte Familie von den Nazis getötet wurde - unter schlimmsten Umständen. Und dennoch sagte diese Frau, dass sie den Tätern vergeben habe. Das aus dem Mund einer vormals so bedauernswerten und leidgeprüften Frau zu hören löste beinahe augenblicklich in mir etwas aus: Ich begriff, dass durch Hass alles nur noch schlimmer wird.

    An jenem Tag hatte ich auch dem Täter, der meinen Bruder beinahe umgebracht hatte, ein für allemal verziehen. Ich wünschte mir sogar, ihn irgendwann einmal treffen und es ihm persönlich sagen zu können (ergab sich aber bis heute nicht, da ich nicht weiß, wo er lebt). Auch gewann ich damals meine Einstellung, dass es falsch ist, Menschen zu töten - ganz gleich, was jemand angestellt haben mag.

    Das andere Beispiel - eine Erfahrung, die sowohl in der Tatsachenwelt als auch auf der Traumebene basiert - ist rasch geschildert. Auch diese Erfahrung half mir, etwas Grundlegendes zu verstehen - diesmal aber gänzlich aus eigener Kraft.

    Nun, ich hatte mal, als ich bereits erwachsen war, einen Arbeitskollegen, der zu einigen anderen recht »fies« war. Er war in gehobener Position und nutzte seine Macht sehr rücksichtslos aus. Auch ich bekam das hin und wieder von ihm zu spüren, was mich ärgerte, weil ich ihm ja gar nichts getan hatte. Und so war ich oft ziemlich wütend auf ihn.

    Doch eines Nachts hatte ich einen Traum, in welchem ich eben diesen Mann sah, wie er einen offenbar kranken Menschen beim Gehen stützte. Aus meinem Traum erwachend, revidierte ich augenblicklich meine Meinung über meinen Vorgesetzten. Die Erkenntnis, welche ich aus meinem Traum gewinnen konnte, lautete, dass mein Kollege im Grunde seines Herzens ein guter Mensch ist und ganz bestimmt mit persönlichen Problemen zu kämpfen haben muss, dass er anderen so kaltherzig entgegentritt.

    Der Effekt dieser Erkenntnis war verblüffend! Denn ich wurde von diesem Vorgesetzten fortan nie wieder ohne Grund belangt. Dies war – davon bin ich noch heute überzeugt – nur durch mein Verständnis für ihn möglich geworden; dies hatte mein Vorgesetzter auf einer bestimmten Ebene wohl wahrgenommen.

    Diese scheinbar so kleine Erfahrung beeinflusste mich ebenfalls porentief. Ich erfuhr, wie befreiend es sein kann, ehrliches Verständnis zu üben und anderen jederzeit das Vorrecht einzuräumen, dass ich einfach nie alle Gründe für das Handeln von Menschen, mit denen ich zu tun habe, kennen kann. Aber ich kann sagen, dass jeder Mensch seine persönlichen Gründe hat, warum er sich so oder so verhält. Unabhängig davon, ob dies in meinen Augen nun richtig oder falsch ist.


    Alles Liebe,

    -Aaron-

  10. #10
    Viola
    Gast

    AW: Denk mal drüber nach...

    Hallo,

    gutheißen würde ich böse Taten ganz sicher nicht - aber verzeihen.
    Wie könnte man es auch gutheißen, wenn ein junger Mann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wird? Aaron beweist wahre Größe, in dem er das heute verzeihen kann!!!!

    Man kann nicht ewig den Hass in seinem Herzen behalten. Der schadet einem selbst auch und ist ungesund für Seele und Körper. Ich halte es wichtig, sich davon zu befreien. Und wie Aaron sagt, jeder Mensch hat seine persönlichen Gründe warum er so gehandelt hat und es ist unmöglich sie alle zu ergründen. Aber man kann Verständnis für ihn aufbringen, sich in den anderen einfühlen und ihm Brücken bauen. Durch ein Verzeihen kann sehr viel neues Gutes entstehen.

    Liebe Grüße,
    Viola

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