Wie kommt es, dass wir uns an manchen Orten wohler fühlen als an anderen, die möglicherweise eine geradezu feindselige Aura haben und uns schaudern machen? Ist es Einbildung und Aberglaube, der auch heute noch Menschen an uralte "Stätten der Kraft" zieht? Oder ist es etwas Tieferes, nicht Messbares - eine Ausstrahlung, die diesen Orten durch jahrtausendealte Verehrungsrituale geradezu "einverleibt" wurde? Oder hatten sie möglicherweise schon immer magische Qualitäten? Und wie "fanden" die Menschen damals ihre Kultstätten? Warum wurden immer wieder dieselben Orte aufgesucht - von Menschen, die von ihren Vorgängern und deren religiösen Gepflogenheiten keinerlei Ahnung haben konnten? Oft liegen Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende zwischen den einzelnen Kulturen, aber immer wieder wurde an denselben Stellen geopfert ...

Nicht zuletzt sind es kosmische Kräfte, die dabei wirken. Es ist eine mittlerweise wissenschaftlich gesicherte Tatsache, dass das Magnetfeld der Erde die zielsicheren Flüge der Zugvögel bestimmt, die Termiten ihre Bauten wie nach dem Kompass ausrichten und Schnecken, Muscheln und Tauben sich in ihren Bewegungen noch zusätzlich an den Mondphasen orientieren. Wie sich aber der Erdmagnetismus auf Menschen auswirkt, ist längst noch nicht ausreichend erforscht. Radiästhetische Untersuchungen (die Kunde von den Strahlenwirkungen) des Innsbrucker Bauingenieurs Jörg Purner an Kirchen und Kultstätten ergaben bereits in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts "signifikante Reaktionsphänomene" an den heiligen Orten, "Überlagerungen und Reizzonen, zu denen die Anlagen in deutlicher Lagebeziehung stehen". Zahlreiche Kreuzungspunkte von "Reizstreifen" wurden auch an keltischen Vierecksschanzen entdeckt. Chemische Untersuchungen wiesen an einer Reihe von vorgeschichtlich verehrten heiligen Quellen erhöhte Bor-, Schwefel- und Radiumhaltigkeit nach - alles Stoffe, deren Heilwirkung heute bekannt ist. Offenbar spürten und wussten die Menschen in der Zeit, als sie diese Orte fanden, mehr als wir.

Obwohl sich der Genius loci, jener Schutzgeist der heiligen Orte, durch wissenschaftliche Messungen nicht nachweisen lässt, erfuhren schon die ersten christlichen Missionare seine Macht. Die germanischen und keltischen Völkerstämme weigerten sich lange, ihre heiligen Quellen, Felsen und Bäume zu verlassen und sich statt dessen der Kirche zuzuwenden. Auf den Kirchenkonzilen des. 5. und 6. Jahrhunderts wurde jede religiöse Handlung bei Gewässern, Bäumen und Felsen unter Strafe gestellt. Eine Zuwiderhandlung wurde mitunter sogar mit dem Tode bestraft. Aber selbst diese drakonischen Strafen brachten nicht das gewünschte Ergebnis - die Abwendung vom alten Glauben. So errichteten die Missionare vielerorts ihre Kirchen und Kapellen auf oder unmittelbar neben dem Kultplatz, damit das Volk "zu den Orten, woran es gewohnt ist, um so vertrauter sich versammle und den wahren Gott erkenne und anbete" (Papst Gregor der Gr., 540-604). So soll der Dom von Paderborn auf achtzig Quellen ruhen, die Kathedrale von Chartres auf vierundvierzig und der Kölner Dom auf einer Weihestätte für keltische Muttergottheiten, einem Tempel für römische Gottheiten und einem Heiligtum des Lichtgottes Mithras.

Wohl jeder Ort - vor allem in ländlichen Gebieten - bewahrt Erinnerungen an uralte Kultstätten auf. Wo diese noch nicht zu Touristen-Attraktionen vermarktet wurden, ist der alte Zauber spürbar, der diesen Orten ihre besondere Kraft verleiht. Häufig waren es die Leben spendenden Quellen, stille Teiche, geheimnisvolle Wälder oder besonders starke und alte Bäume, an denen die kultischen Rituale gefeiert wurden, die den Menschen mit der ihn umgebenden Natur in Einklang brachten.

Wer mit offenen Sinnen durchs Leben und durch die Welt geht, wird immer wieder auf solche Stätten stoßen, sich ihrer Magie hingeben und daraus Kraft schöpfen. Aber es können auch ganz "gewöhnliche" Orte sein, die diese Wirkung haben. Das mag ein besonderes Gebäude sein - beispielsweise eine Kirche, ein Museum, eine Kunstgalerie, manchmal vielleicht sogar ein Bahnhof oder eine U-Bahn-Station. Es mag eine besondere Ecke im Wald, im Park oder im eigenen Garten sein. Auch alte Friedhöfe können als kraftvolle Orte wirken. Und manchmal spürt man solche Kräfte in den Wohnungen oder Häusern von Menschen, die ein intensives spirituelles Leben führen und deren Wohnumfeld ganz mit ihrer Ausstrahlung durchdrungen ist. Vor allem ist es das Wasser, das immer wieder seine magischen Kräfte auf die Seele des Menschen übertragen kann - nicht umsonst ranken sich um Bäche, Seen und um das Meer viele Sagen, die uraltem Wissen entspringen. Wer den Ort gefunden hat, dessen Schwingungen im tiefsten Innern posittiv und aufbauend berühren, wird immer wieder dorthin zurückkehren - zur Meditation und zur Erneuerung der eigenen Kräfte.

Berühmte Kultstätten

Die Externsteine: Die bizarren Felsen im Teutoburger Wald sind seit Jahrtausenden Ziel der Gläubigen verschiedener Kulturen. Die Kultstätte soll ursprünglich ein Heiligtum der Germanen gewesen sein. Deren Priester schlugen in einen der Steine eine Höhlung, in der noch heute die Erdenergie besonders stark schwingen soll. Das "Steingrab" unterhalb des ersten Felsens am See diente einem Initiationsritus - bei der sinnbildlichen Beerdigung sollte der Mensch zu sich selbst finden. Später gelangten die Externsteine in kirchlichen Besitz. Es wurden zwei Kapellen in den Stein gehauen, die den heiligen Stätten in Jerusalem nachempfunden waren.

Die Menhire von Carnac: An der Atlantikküste im südlichen Teil der Bretagne stehen fast dreitausend Megalithen (große Steinblöcke), die aus bis zu dreizehn parallelen Reihen bestehen. Sie bilden Alleen, die zum Teil in hufeisenförmigen Steinkreisen enden und umfassen insgesamt eine Länge von vier Kilometern. Auffallend ist die geometrische Anordnung der bis zu vier Meter hohen Steinblöcke. Die starken Schwingungen göttlicher Energie an diesem Ort veranlassen noch heute moderne Druidenorden, vor allem zur Sonnenwende, Prozessionen in Carnac durchzuführen.

Stonehenge: Die wohl berühmteste Kultstätte aus vorgeschichtlicher Zeit befindet sich in Südengland in der Nähe der Stadt Salisbury. Diese Steinkreisanlage stammt aus dem 2. vorchristlichen Jahrtausend. Der Innenkreis besteht aus sechzehn (ursprünglich dreißig) aufrecht stehenden, über vier Meter hohen Pfeilern. Die Anlage diente nicht nur kultischen Zwecken, sondern auch der Beobachtung des Laufes von Sonne und Mond. In Stonehenge finden bis heute ebenfalls noch Kulthandlungen moderner Druiden oder Wicca-Hexen statt.

Aus: "Die weiße Magie der Hexen"
von Anthea

Ich war schon oft wandern in der Blockheide, an der nördlichen Grenze Österreichs, wo in einem einsamen Heide-, Sumpf- u. Waldgebiet riesengroße Wackelsteine stehen. Das ist für mich auch ein magischer Platz.

Wer war auch schon mal an einem magischen Ort und wie habt Ihr den erlebt?

Liebe Grüße,
Viola