Es gibt ein paar interessante Berichte in der frühen mittelalterlichen Literatur Irlands über druidische Rituale, die Prophezeiungen, für gewöhnlich in Träumen, auslösen sollten. Die Propheten wurden in einen tranceähnlichen Zustand versetzt, in dem sie die Fragen der Anwesenden beantworteten.
Entsprechend angepasste Rituale betrachtet man in der modernen druidischen Praxis als wirksame Methode, prophetische Fähigkeiten zu fördern.
Der Druide schlief unter einem Wasserfall, eingehüllt in eine Stierhaut, so dass das intensive Geräusch sein Bewusstsein durchströmte. Der Druide unter dem Wasserfall wurde dann beim ersten Tageslicht aus der dicken Stierhaut ausgepackt und in das glitzernde Wasser geworfen. Diese plötzliche Belebung seiner Sinne hat dann möglicherweise die prophetischen Fähigkeiten in seinem Unterbewusstsein ausgelöst.
Der Druide saß an eine Eberesche gelehnt und wiederum in eine Stierhaut eingehüllt.
Der Druide schlief in einem der neolithischen Hügelgräber, wie man sie auch heute noch in Großbritannien und anderen Teilen Europas findet. Der Druide wurde dann beim ersten Morgenlicht des folgenden Tages, das in das Hügelgrab strömte, aufgeweckt, so dass er durch den plötzlichen Abbruch der Dunkelheit und die Sinnesbelebung Einblick in die Zukunft erhielt. Diese Methode ist aber sicher nichts für ängstliche Gemüter.
Aus: "Die moderne Druidin"
von Cassandra Eason



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