Diie Fähigkeit der Seele, die eigene Energiesubstanz aufzuteilen, hat vielerlei Auswirkungen auf das seelische Leben. Vielleicht sollte man anstatt Seelenteilung den Begriff Seelenerweiterung verwenden. Alle Seelen, die auf der Erde inkarnieren, lassen einen Teil ihrer Energie in der geistigen Welt zurück, auch jene, die parallele Leben in mehr als einem Körper leben. Zwar variiert der zurückgelassene Anteil der Energie, doch bildet jedes Lichtteilchen ein exaktes Duplikat eines anderen Selbst, so dass die Gesamtidentität repliziert wird. Dieses Phänomen gleicht der Art und Weise, in der Lichtbilder in einem Hologramm aufgeteilt und dupliziert werden. Dennoch gibt es Unterschiede zu einem Hologramm. Wenn nämlich nur ein geringer Anteil der Seelenenergie in der geistigen Welt verbleibt, so handelt es sich bei diesem Anteil des Selbst um den latenteren Abschnitt, da er weniger stark konzentriert ist. Nichtsdesotrotz ist dieser Anteil sehr energiegeladen, da er in einem reinen und unbeeinträchtigtem Zustand verbleibt.

Durch die Erkenntnis, dass wir eine Energiereserve in der geistigen Welt zurücklassen, wurde vieles klarer. Die Erhalbenheit dieser Seelendualität hat grossen Einfluss auf zahllose spirituelle Aspekte unseres Lebens. Wenn beispielsweise jemand, den wir geliebt haben, vor 30 Jahren verstoben ist und erneut inkarniert hat, können wir bei unserer eigenen Rückkehr in die spirituelle Welt durchaus mit diesem Wesen zusammentreffen.

Die Fähigkeit der Seele, sich mit sich selbst wiederzuvereinen, bildet einen natürlichen Prozess der Energieerneuerung nach dem physischen Tod. Ein Klient brachte es auf den Punkt: "Würden wir während einer Inkarnation 100 Prozent usnerer Energie in den Körper mitnehmen, hätte das eine Überlastung der Schaltkreise im Gehirn zur Folge." Das volle Potenzial der gesamten Energie einer Seele würde das Gehirn in einem menschlichen Körper vollständig der Kraft der Seele unterwerfen. Es liegt auf der Hand, dass dies auch bei weniger starken, noch nicht so weit entwickelten Seelen passieren könnte. Ich nehme an, dass dieser Faktor der Seelenbesetzung in einem Gastgeberkörper von jenen spirituellen Grossmeistern überprüft wurde, die in der Frühphase der menschlichen Evolution die Erde als Schule ausgewählt hatten.

Ausserdem würde der ganze Prozess des Wachstums der Seele auf der Erde negiert werden, wenn sie ihre gesamte Energie in einem Körper zur Verfügung hätte, denn dann gäbe es keine Herausforderung mehr beim Umgang mit dem Gehirn. Indem eine ganze Reihe von Einzelaspekten der Gesamtenergie einer Seele während verschiedener Inkarnationen gestärkt wird, wird das Ganze stärker gemacht. Ausserdem hätte eine hundertprozentige Bewusstheit eine weitere Nebenwirkung. Würden wir unsere Energie nicht teilen, käme es bei jeder neuen Inkarnation zu einem erhöhten Niveau spiritueller Erinnerungsfähigkeit. Amnesie zwingt uns, das irdische Labor unter Testbedingungen zu betreten, ohne dass wir Antworten auf die Aufgaben hätten, denen wir uns hier stellen müssen. Ausserdem sorgt diese Amnesie dafür, dass wir auf Grund früherer Fehler keinen alten Ballast mit uns herumschleppen, so dass wir uns vertrauensvoll neuen Lösungsmöglichkeiten zuwenden können.

Eine Seele kann sich bei der Berechnung der Energiekonzentration für ein neues Leben verschätzen. Eine sehr weit fortgeschrittene Seele wird in der Regel nicht mehr als 25 Prozent ihres Gesamtpotenzials auf die Erde mitnehmen, während die durchschnittliche Seele mit weniger Selbstvertrauen etwa 50 bis 70 Prozent dabei hat. Die Energie einer weiterentwickelten Seele ist in kleineren Dosen verfeinert, elastisch und dynamisch. Deshalb braucht eine jüngere Seele mehr Energie bei ihren ersten Inkarnationen. Und es ist nicht die Gesamtmenge der Energie, die der Seele Kraft verleiht, sondern dies wird durch die Qualität der Schwingungsenergie gewährleistet, die für die Erfahrung und die Weisheit einer Seele steht.

Wie lässt sich anhand dieser Informationen die kombinierte Kraft von seelischer und menschlicher Energie besser verstehen? Jede Seele verfügt über ein spezifisches Energiefeldmuster, das den unsterblichen Abdruck ihres Wesens widerspiegelt und zwar unabhängig von der Anzahl der abgespaltenen Teile. Wenn dieses spirituelle Ich mit einer strukturierten Persönlichkeit eines physischen Gehirns kombiniert wird, so entsteht ein Feld höherer Dichte. Die Feinheiten dieser Symbiose sind derart kompliziert, dass ich bislang nur an der Oberfläche gekratzt habe. Beide Energieabdrücke reagieren auf vielfältigste Weise miteinander, so dass für die Aussenwelt der Eindruck einer Einheit entsteht. Dies ist der Grund dafür, warum unser körperliches Wohlbefinden, Sinne und Emotionen so eng mit dem spirituellen Geist verbunden sind. Unser Denken hängt eng damit zusammen, wie diese Energiemuster geformt sind und miteinander verknüpft werden, und das eine bildet den Nährboden für das andere.

Ich ziehe häufig das Hologramm als Beispiel heran, um die Teilung der Seele zu beschreiben. Holografische Bilder sind exakte Duplikate. Diese Analogie ist nützlich, doch sie spiegelt das Geschehen nur teilweise wieder. Ich habe schon erwähnt, dass eine Variable bei der Teilung der Seele auf die Wirkweise der Energiekonzentration in jedem einzlnen Teil hinausläuft. Dieses Element bezieht sich auf die Erfahrung der Seele. Eine weitere Variable bildet die Dichte der materiellen Energie in jedem menschlichen Körper sowie die emotionale Struktur, die diesen Körper auf Trab hält. Wenn dieselbe Seele gleichzeitig in zwei Körper schlüpft und jeweils 40 Prozent ihrer Energie mitbringt, so werden sich in den beiden Körpern unterschiedliche Energien manifestieren.

Nehmen wir als Beispiel ein Foto derselben Szene morgens, mittags und abends. Die veränderte Lichtbrechung wird dabei unterschiedliche Auswirkungen auf den Film haben. Die Energie der Seele beginnt mit einem ganz bestimmten Muster, doch sobald sie sich auf der Erde befindet, werden diese Muster durch die hiesigen Bedingungen verändert. Wenn wir in der geistigen Welt einen Blick auf unser zukünftiges Leben werfen, erhalten wir einen Vorschlag, wie viel Energie wir für diesen Körper benötigen werden. Die Entscheidung, wie viel Energie wir tatsächlich mitnehmen, liegt jedoch bei uns. Viele Seelen wollen so viel wie möglich Energie zurücklassen, denn sie lieben ihr Zuhause und das, was dort vonstatten geht.

Traumatische Erlebnisse auf emotionaler und physischer Ebene schwächen unsere Energiereserven. Bruchstücke unserer positiven Energie können wir an Menschen verlieren, denen wir sie freiwillig zuteil werden lassen, aber auch an solchen, die uns auf Grund ihrer Negativität aussaugen. Die Erzeugung und Aufrechterhaltung von Abwehrmechanismen zum eigenen Schutz kostet Kraft.

Schlaf ist eine der besten Möglichkeiten, unsere Energiespeicher wieder aufzufüllen. Auch im Schlaf können wir die mitgebrachte Energie weiter aufteilen und uns frei bewegen, während wir einen kleinen Anteil zurücklassen, um dem grösseren Anteil ein Warnsignal zu geben, schnell zurückzukehren, falls dies erforderlich sein sollte. Diese Fähigkeit ist besonders dann nützlich, wenn sich der Körper in einem Zustand der Krankheit, der Bewusstlosigkeit oder im Koma befindet. Da die Zeit für eine befreite Seele kein grenzsetzender Faktor ist, haben Stunden, Tage oder Wochen, die wir ausserhalb unseres Körpers verbringen, eine verjüngende Auswirkung. Ausserdem kann eine Seele in Zeiten der Krise auch durch ein liebevolles Geistwesen neue Kraft erhalten. Einen deratigen energetischen Schub empfinden wir als grosse Offenbarung. Ein paar Stunden Erholung vom menschlichen Körper können für eine Seele Wunder bewirken, zumindest solange der zurückgelassene Anteil sozusagen Wache schiebt und nicht mit einer komplizierten Traumanalyse beschäftigt ist. Denn dann könnten wir erschöpft aufwachen.

Da es bei der Aufteilung der Seele auch die Möglichkeit gibt, parallele Leben zu führen, welches wären die Beweggründe und Auswirkungen, die sich aus dieser Entscheidung ergeben? Viele Menschen haben den Eindruck, dass es für eine Seele nichts Ungewöhnliches ist, parallele Leben zu führen. Das trifft meiner Erfahrung ganz und gar nicht zu. Jene Seelen, die sich dazu entschlossen haben, sich auf zwei oder mehrer Körper innerhalb desselben allgemeinen Zeitrahmens auf der Erde aufzuteilen, möchten damit ihre Lerngeschwindigkeit erhöhen. Eine Seele könnte also bis zu zehn Prozent ihrer Energie zurücklassen und den Rest davon auf zwei oder drei Körper verteilen. Da wir über einen freien Willen verfügen, legen uns unsere Führer bei solchen Experimenten nichts in den Weg, doch geben sie uns eine Warnung. Da der Energieverlust enorm ist, wagen die meisten Seelen, die sich für ein paralleles Leben entschieden haben, es nur ein- oder zweimal, bevor sie aufgeben. Eine Seele reisst sich nur dann darum, parallele Leben zu leben, wenn sie ausserordentlich ehrgeizig ist. Auch bei einer Inkarnation als Zwilling spaltet die Seele ihre Energie nicht auf. Die Aufspaltung unserer Energie mit der Absicht, in eine Familie zu inkarnieren, die dieselben genetischen Merkmale, denselben elterlichen Einfluss und identische Umweltbedingungen, gleiche Nationalität usw. aufweist - alles das wäre kontraproduktiv. Ein derartiger Mangel an Vielfalt würde kaum genügend Motivation bieten, parallele Leben zu führen.

Der Vorgang der Seelenvereinigung mit dem Rest ihrer Energie tritt dann klar zutage, wenn ich meine Klienten durch ein Todeserlebnis in ein früheres Leben zurückführe. Wenn es keine Komplikationen aufgrund dieses früheren Lebens gibt, stabilisieren die meisten Seelen ihr Energiegleichgewicht an einem der drei markantesten Punkte: In der Nähe des Tores, in der Orientierungsphase oder nach der Rückkehr in ihre Seelengruppe. Fortgeschrittene Seelen steigen in der Regel erst an der Endstation ihrer Rückkehr nach Hause aus.

Aus: "Die Abenteuer der Seelen"
von Michael Newton

Liebe Grüße,
Viola