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Thema: Der Sprung in den Brunnen

  1. #1
    Lupa
    Gast

    Der Sprung in den Brunnen

    Ich habe heute von einer Kollegin ein Buch geschenkt bekommen, darin fand ich eine Geschichte die der Lehrer seinem Schüler erzählte und würde sie gerne mit euch teilen und eure Meinung dazu hören.

    Da ging eines Tages der Knabe zu seinen
    Brüdern. Er sagte zu ihnen: "Gebt acht! Ich
    will, das wir zusammen einen merkwürdigen
    Ort aufsuchen."

    Wohin willst du uns denn führen?" fragten
    die Brüder.
    "Ich will euch dahin führen, wo ihr die
    Wahrheit über euch selbst erfahren sollt."

    Die Brüder baten ihn: "Laß es doch sein, es
    lohnt sich nicht. Danke, wozu sollen wir schon
    wieder ausziehen?" Sie wollten nicht gehen. Der
    Jüngste aber bestand darauf: "Entweder
    kommt ihr mit, oder ich bringe mich um!" So
    zwang er sie, mit ihm zu gehen.

    Sie gingen lange, und noch am selben Tage
    kamen sie zu jenem Brunnen. Der Jüngste sagte
    zum Ältesten: " Ich will dich anbinden und in
    den Brunnen hinunterlassen. Schau dir an, was
    es dort im Brunnen gibt."

    Der Älteste fing zu weinen an. "Warum willst
    du mich in den Brunnen hinunterlassen?" Er
    hatte Angst, in den Brunnen zu gehen. Er bat
    um Gnade. Der Jüngste sagte zu ihm: "Bitte
    nicht um Gnade, wir müssen dorthin!" Er
    band ihm den Strick um und ließ ihn hinunter.
    Aber kaum war der Bruder ein paar Klafter tief,
    fing er an zu schreien und zu weinen an,- noch ein
    bißchen, und die Angst zerreißt ihn. "Ich
    sterbe, ich sterbe!" Er war noch nicht einmal
    ein Viertel des Brunnens hinunter. Der Knabe
    zog ihn heraus, denn er sah, was für ein Mensch
    das war.

    Dann kam der zweite. Der Knabe band auch
    ihn und ließ ihn hinunter. Er war kaum bis zur
    Hälfte des Brunnens gekommen, da begann er
    zu schreien vor lauter Angst. "Ich sterbe, ich
    sterbe!" Er zog ihn heraus.

    Dann kam die Reihe an den Jüngsten. Er
    sagte: "Hört zu! Wieviel ich auch weinen und
    schreien werde, zieht mich nicht hoch. Laßt
    mich hinunter, bis ihr fühlt, daß der Strick
    leicht geworden ist." Die Brüder fingen ihn zu
    bitten an: "Du bist unser Jüngster! Warum
    willst du von uns gehen?" Sie baten, er möge sie
    doch nicht verlassen, aber er wollte nicht auf sie
    hören. Da banden sie ihn und ließen ihn
    hinunter.


    Der Sprung in den Brunnen von Hubertus Halbfas

    lg
    Lupa

  2. #2
    Thomas
    Gast

    AW: Der Sprung in den Brunnen

    hi lupa,

    schöne geschichte, bis auf die erpressung von dem kleinsten. der brunnen symbolisiert wohl das überwinden der ängste und die selbstaufgabe (der strick wird leichter). erinnert mich abstrakt an die geschichte vom verlorenen sohn...

    lieben gruss,
    thomas

  3. #3
    Lupa
    Gast

    AW: Der Sprung in den Brunnen

    Hallo Thomas,

    ja die erpressung fand ichauch nicht so gut gelungen. In der Geschichte geht es darum die eigene Tiefe zu finden und erkunden. Die älteren haben es nicht geschafft, zumindest nicht sehr weit. Was ich mich dabei frage, wie Tief käme ich?

    lg
    Lupa

  4. #4
    Thomas
    Gast

    AW: Der Sprung in den Brunnen

    Zitat Zitat von Lupa Beitrag anzeigen
    Was ich mich dabei frage, wie Tief käme ich?
    so tief dich deine angst lässt

    lieben gruss,
    thomas

  5. #5
    Arphen
    Gast

    AW: Der Sprung in den Brunnen

    Das sehe ich anders Thomas. Man käme so weit wie man es wirklich WILL und so weit man in der Lage ist seine Angst zu überwinden / sich ihr zu stellen
    Der Wille zählt hie rmehr als die Ängste

  6. #6
    Thomas
    Gast

    AW: Der Sprung in den Brunnen

    hi arphen,

    wenn du dich mit angsttherapie beschäftigst, würdest du wissen, das der ängstliche keinen (kaum einen; wenn dann den, die angst zu bezwingen) willen im eigentlichen sinne mehr hat. dieser muss erst wieder entwickelt werden, was seine zeit dauert (alte elementale auflösen und durch neue ersetzen).
    um es bildlich in deiner sprache auszudrücken (ich sehe es anders*): es braucht mehrere tausend inkarnationen, um einen gottgleichen willen zu erhalten.
    *ich würde sagen, es braucht tausende von inkarnationen um die angst aufzulösen, die durch den trennungsgedanke von gott entstanden ist.

    gruss,
    thomas

    bedenke bitte, das bspw. bardons werk für menschen gedacht ist, die "gesund" sind und mit beiden beinen im leben stehen. allen anderen rät er von der nutzung ab -auch wenns keinen schert.

  7. #7
    Arphen
    Gast

    AW: Der Sprung in den Brunnen

    Nun gut wenn du es so siehst muss ich dir Recht geben

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