Das Wasser ist reichlich bevölkert, nicht nur mit Fischen und Muscheln, auch mit Geistwesen. Vor allem weibliche Geister scheinen sich darin wohlzufühlen, sie tummeln sich in Flüssen und salzigen Meeren, an schilfumstandenen Ufern der Seen und vor allem an Quellen und Brunnen. Flüsse sind überwiegend weiblichen Geschlechts, sehen wir mal von Vater Rhein ab, und auch der hat Töchter.
Vielleicht ist es ein sprachliches Überbleibsel aus jener Zeit, als an den Ursprüngen dieser Flüsse noch die Hüterin der Quelle saß. An Heilquellen sitzen sie sogar heute noch, auch wenn sie sich alle den Decknamen Maria gegeben haben.
Die verführerischen Göttinnen
Sequana und Coventina - auch bekannt als Viviane, die Herrin vom See - die schaumgeborene Aphrodite und die dunkle Styx sind Wassergöttinnen. Aber natürlich gehören auch die Liebesgöttinnen hierher. Venus, der Stern der Dämmerung, und Freya sind unter ihnen die wichtigsten. Und nicht zu vergessen Luna, die Wandelbare.
Aphrodite - Aus Meerschaum geboren, in einer Muschel an den Strand gespült, so erhob sich die griechische Göttin, schüttelte sich die Haare und die Tropfen fielen als Perlen zurück ins Wasser. Ihrem Gatten Hephaistos war sie nicht sonderlich treu, sie wählte ihre Partner nach Belieben. Schönheitssinn und Liebelei unterstützte sie.
Conventina - Die britischen Kelten kannten die Heilerin auch unter dem Namen Viviane, und Sie kennen sie spätestens, seit sich die "Nebel von Avalon" gelichtet haben, als die Dame vom See. Die geheimnisvolle Zauberin der Artussage ist lebendig in den Herzen der Menschen und wacht über die heiligen Quellen.
Freya - Eine überaus geliebte Germanin, der der Freitag gewidmet ist und die mit ihrem von Katzen gezogenen Wagen ihre Runden dreht. Sie ist eine selbstbewusste Göttin, die sich zeitlebens das Recht herausnimmt, sich ihre Partner nach Belieben zu wählen.
Maria, Stella Maris - Maria, stern des Meeres, Kelch des Geistes, Morgenstern, Kelch der Hingabe, Heil der Kranken, Trost der Betrübten, Gütiges Herz usw - der Titel sind unzählige. Kirchen und Kapellen, die ihr an heiligen Quellen errichtet wurden, ebenfalls, und die Maria als Beschützerin der Seeleute hat ebenfalls zahlreiche Tempel. Die alten Wassergöttinnen haben sich in ihr vereint.
Selene/Luna - die griechische Mondgöttin war die Schutzherrin der magischen Künste. Die Römer nannten sie Luna, die zudem auch noch die Schlafwandelnden und Mondsüchtigen beschützt.
Sequana - Dem Fluss Seine gab die Keltin ihren Namen. Sie gleitet auf einem Entenboot über die Wasser und spendet Heilung. Die Enten, die zu ihr gehören, tauchen sie gründelnd in die Tiefen der Gewässer. Auf vielen Abbildungen sind sie häufig mit einer Perle im Schnabel zu sehen.
Venus - Der Morgen- und der Abendstern, die Liebesgöttin per se, ist dem lebens- und liebeshungrigen Aspekt des Wassers zugeordnet, dem Flirt, der Verliebtheit, dem heiteren Liebesspiel ohne tiefere Bindung.
Die Götter der Gewässer
Das Wasser wühlt Poseidon oder sein römisches Gegenstück Neptun auf und Manannan, der Kelte, glättet es wieder.
Manannan - Er ist auf der Insel Man zu Hause und war schon zu Keltenzeiten für den Seewetterbericht zuständig. Außerdem führt er die ertrunkenen Seeleute zu den Inseln der Seligen, wo er sie aus dem ständig gefüllten Kessel mit magischer Speise nährt. Er ist ein großzügiger Gastgeber.
Poseidon/Neptun - Man erkennt ihn am Dreizack. Er war der Gatte der Erdgöttin, und gelegentlich erschütterte er mit dem Dreizack die Erde. Aber er lässt auch Quellen entspringen. Ihm sind die Delfine, diese klugen Meeressäuger, heilig. Der aufschäumende Aspekt des Wassers ist ihm zuzuordnen.
Heilige und Engel
Heilige, die dem Wasser zugeordnet sind, gibt es viele. Alle Heiler gehören im Grunde dazu. Unter den Nothelfern sind es Christophorus, Pantaleon und Erasmus. Der Erzengel Gabriel verkörpert ebenfalls den Wassercharakter.
Christophorus Seine häufigste Darstellung zeigt ihn mit einem Lamm auf der Schulter die Fluten durchquerend. Er ist Schutzpatron aller, die sich auf dem Wasser fortbewegen, aber auch das restliche Verkehrswesen beaufsichtigt er. Sein Tag ist der 25. Juli.
Erasmus - Er wird auch Elmo genannt und ist verantwortlich für die Elmsfeuer, diese seltsamen Lichterscheinungen an den Masten der Schiffe, die die Seefahrer in früheren Zeiten entsetzt haben. Er gebietet u.a. dem Wind und den Wellen. Aber auch bei Leibschmerzen aller Art kann man ihn zu Hilfe rufen. Sein Tag ist der 2. Juni.
Gabriel - Der Erzengel der Verkündung, der Maria mit dem Ave begrüßte und eine weiße Lilie in der Hand trägt, erscheint im violett-silbernen Gewand. Er ist der Wächter des Westens. Er wird "der Starke aus Gott" genannt und ist dafür bekannt, dass er die Keuschheit abschirmt.
Pantaleon - Der Patron von Köln, der Ärzte und Hebammen, war zu Lebzeiten ein Arzt mit ungewöhnlichen Heilkräften. Er trägt einen Salbentopf mit sich und wir denken am 27. Juli an ihn.
Elementarwesen des Wassers
Das Wasser scheinen auch die Naturgeister besonders zu lieben. Sie siedeln in Grenzgebieten - an Ufern von Teichen oder Bächen, Meeren oder Brunnen, wo sie die Besucher in die anderen Welten locken. Darin, sagen die Märchen und Mythen, sind gerade die Wassergeister besonders begabt. Verlockende Nixen und Brunnenfrauen, aber auch stattliche Wassermänner sind einem Flirt mit den Menschen nicht abgeneigt. Probieren Sie es.
Najaden - An Quellen lebende Nymphen. Sie sind jung und schön und dem Tanz und der Musik ergeben. Außerdem lieben sie die Tiere und die Männer, egal ob Gott oder Mensch. Die Zukunft sagen sie gelegentlich auch voraus.
Nereiden - Das weibliche Gefolge des Poseidon, seine 50 Töchter, die sich gar fröhlich in den Wellen des Mittelmeeres tummeln, höchst anmutig durch die Wellen tanzen und den in Seenot geratenen Schiffern helfen.
Nixen - Germanische Wasserfrauen, ebenfalls ein fröhliches Völkchen mit blonden Haaren, die gerne mit den Menschen Kontakt aufnehmen.
Selkies - Keltische Seidenpelzchen, Feenvolk, das sich am Meer herumtreibt und Seehundsfell trägt. Sehr den menschlichen Männern zugetan. Und umgekehrt, wie es heißt.
Undinen - Laut Paracelsus nicht näher spezifizierte Wasserwesen. Ihr Name kommt von "unda", lat. Welle, und ihr König soll Nikisa heißen.
Wassermann - Ein strammer Herr mit Fischschwanz. Gelegentlich entführt er Menschenfrauen, vornehmlich Prinzessinnen, die sich dagegen nicht allzu heftig wehren.
Warnung: Wasserfeen besitzen gewaltige Schätze an Perlen und Korallen. Die Paläste unter dem Wasser, in denen sie wohnen, sind mit Perlmutt und Juwelen verkleidet. Doch leider verfügen diese Wesen auch über Netze, mit denen sie sich Menschen zur Unterhaltung einfangen. Manchmal lassen sie sie auch wieder frei und beschenken sie mit wertvollem Geschmeide. Aber wie Feenjuwelen so sind, man darf sie nur im Licht des Mondes tragen, im Sonnenschein zerfallen sie jedoch zu trockenen Blättern.
Aus: "Magische Urkräfte nutzen"
von ANSHA
Liebe Grüße,
Viola![]()



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