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Thema: Feinde sind die besten Lehrer

  1. #1
    Viola
    Gast

    Feinde sind die besten Lehrer

    Es mag ironisch klingen, aber einen Feind zu haben ist in gewisser Weise durchaus nützlich, weil wir uns dann in Geduld und Toleranz üben können; dies ist notwendig, wenn wir aufrichtiges Mitgefühl und echte Liebe entwickeln wollen.

    Geduld und Toleranz können wir nicht von einem Guru oder Freund lernen. Wir können sie nur üben, wenn wir tatsächlich mit jemandem zusammenkommen, der uns unerfreuliche Erfahrungen bereitet. Laut Shantideva sind Feinde wirklich gut für uns, da wir viel von ihnen lernen und unsere innere Stärke aufbauen können.

    Ein Feind ist Gewinn ohne Mühe,
    ein Schatz, gefunden im eigenen Haus;
    er sollte mir lieb sein als Helfer
    auf meinem Weg zur Befreiung.


    Wir sind angewiesen auf Menschen, die uns schaden und damit unsere Geduld auf die Probe stellen. Auf einen wirklichen Feind, der uns zwingt, Geduld zu üben, trifft man eigentlich selten, darum sollten wir uns über die Begegnung mit ihm freuen und sie zu nutzen wissen. Wir könnten nun vielleicht einwenden: "Warum jemandem dankbar sein, der gar nicht die Absicht hatte, uns zu etwas Positivem wie der Übung von Geduld zu veranlassen? Dankbarkeit ist doch nur dem gegenüber angebracht, der uns Gutes will."

    Der Dharma, der uns Methoden lehrt, den Leiden des Daseineskreislaufs ein Ende zu setzen, kommt auch absichtslos den Lebewesen zugute. Wäre er deshalb unserer Verehrung etwa nicht würdig? Obwohl ein Feind die Absicht hat, uns Schaden zuzufügen, ist es richtig, ihm dankbar zu sein, weil er uns den Anlass gibt, Geduld zu üben. Menschen, die uns nicht mit voller Absicht schaden wollen und damit unseren Hass provozieren, können diese Funktion nicht erfüllen. Einen Arzt, der uns große Schmerzen zufügt, etwa, indem er uns ein Bein amputiert, werden wir dafür nicht hassen können - es fehlt ihm ja die Absicht, uns zu schaden. Friede.

    Aus: "Mitgefühl" vom Dalai Lama

    Also ist es richtig und gut so, wenn wir nicht von allen Menschen geliebt werden. Weil oft denken wir, es müsste so sein.

    Liebe Grüße,
    Viola

  2. #2
    Fra. Malig
    Gast

    AW: Feinde sind die besten Lehrer

    Da hast du einen interessanten Punkt aufgegriffen, gerade wenn wir betrachten das Magie und die Entwicklung eines Menschen enorm stark miteinander verbunden sind, das eine sogar oft das andere bedingt.

    Für die eigene Schattenarbeit sind Feinde unersetzlich und einige Zauberer freuen sich förmlich über neue "Tyrannen", weil sie daran wachsen können und so noch stärker werden. Denn Grenzen zu überwinden oder sagen wir mal Gegner im eigenen selbst zu überwinden bedeutet nichts anderes als sich deren Kraft einzuverleiben und so noch stärker zu werden.

    Der Ansatz meiner Schattenarbeit mit Feinden oder wie Castaneda sagen würde "Kleinen Tyrannen" ist auch jener zu erkennen warum mich etwas was solche eine Person sagt/tut verletzt oder trifft. Denn dies ist nur möglich wenn der Zauberer an genau dieser Stelle einen schwachen Punkt hat, sonst würde es ihn garnicht kümmern.

    Interessant (wer es hat) dürfte auch für die meisten das Buch "Das Feuer von innen" sein wenn es um die Kriegeraspekte geht die ein Magier für seine Entwickung benötigt (Wille, Disziplin, Timing, Kontrolle und Vorraussicht) um einen Tyrann wirklich zu überwinden. Wiedereinmal haben wir es mit der Verbindung aus Magier und Krieger zu tun.

    Beste Grüße

    Fra. Malig

  3. #3
    Viola
    Gast

    AW: Feinde sind die besten Lehrer

    Hallo Frater Malig,

    verstehe ich das richtig so, Feinde sind gut für die eigene Schattenarbeit, damit wir an ihnen wachsen können.

    Das bedeutet aber sicher nicht, dass wir uns alles von unseren Feinden gefallen lassen müssen, wenn sie uns bestehlen, betrügen, verletzen, demütigen, verleumden wollen?

    Wir sollen Geduld mit ihnen haben, aber wir dürfen uns doch wohl verteidigen?

    Liebe Grüße,
    Viola

  4. #4
    Fra. Malig
    Gast

    AW: Feinde sind die besten Lehrer

    Selbstverständlich soll sich verteidigt und auch zurückgeschlagen werden. Es kommt hier wohl etwas auf die Bezeichung "Feind" an. Wenn jemand erst ein Feind ist wenn er mich tätlich angreift, hat es (heutzutage) natürlich eher weniger damit zu tun daran zu wachsen. Wenn aber jemand schon ein Feind ist weil er jemandem ständig dumme Sprüche an den Kopf wirft, kann man noch daran wachsen.

    In diesen Kriegeraspekten haben wir es sogar damit zu tun das Don Juan (siehe Castaneda) einen richtigen Tyrannen der ihn schlug und quälte im richtigen Zeitpunkt (Timing) sogar getötet haben soll. Dummerweise ist es etwas schwierig aus diesem Paradigma Dinge herauszugreifen und jemandem verständlich machen zu wollen, der damit bisher kaum in Berührung war.

  5. #5
    Bernd
    Gast

    AW: Feinde sind die besten Lehrer

    hi!

    ich finde es wichtiger die eigenen schwächen zu klären.

    feinde hin ode her.
    da gibt es riesige bandbreiten.
    wer das liebt ok.

    wenn man ihn tifft ok...dann muß man weise handeln und tun.

    aber wer braucht schon feinde.


    schattenarbeit ok..

    aber feinde.

    ist es so nicht schon hm.... wie auch immer.



    ok definiert mal genau was für euch ein feind ist.
    jenseits eurer zitate.


    viel erfolg.

    und frieden.

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