Selbst beim Militär bedient man sich der Erkenntnisse der alten Magier. Die wussten nämlich schon genau, dass Körperhaltungen Einfluß auf die Seele und damit beispielsweise auf die Widerstandskraft haben. Felicitas Goodman, die berühmte ungarisch-amerikanische Anthropologin, hat herausgefunden, dass bestimmte Positionen, verbunden mit rhythmischer Anregung durch Trommel oder Rassel, bestimmte Auswirkungen auf das innerpsychische Erleben haben. Sie stellte auch fest, dass diese nicht kulturspezifisch verschieden, sondern für alle Menschen gleich sind, gleichgültig, ob es sich um europäische Großstädter oder Papuas aus dem Dschungel handelt. Offensichtlich sind diese Reaktionsmuster Teil unseres genetischen Codes.

Ebenso verankert im Körperbewußtsein ist auch das Wissen um unsere Schwächen. Ein Mensch, der mit durchgestreckten Knien dasteht, ist ungleich leichter zu beherrschen oder umzustoßen als einer, der locker in den Knien ausweichen und einen Schlag parieren kann. In allen asiatischen Kampfsportarten lernt man das. Menschen, die sich in geraden Reihen oder in Rechteckformationen bewegen, sind viel eher bereit, einem Befehl zu gehorchen. Das Zusammenschlagen der Hacken (Fersen) hat ebenfalls den Zweck, Energie abzuziehen, es schwächt den Untergebenen unmittelbar. Kein Wunder, dass die Inhaber höherer Ränge es nicht praktizieren. Ungezwungenes Verhalten, lockere, harmonische Bewegungsabläufe sind ein Zeichen von Souveränität. Schauen Sie sich unsere militärischen Gepflogenheiten einmal unter diesem Aspekt an, es lassen sich allerlei Schlüsse daraus ziehen. Daran ist nicht Zufälliges oder Beliebiges.

Aus: "Magie ist keine Hexerei"
von Eva Ulmer-Janes

Liebe Grüße,
Viola