Manche Mensche träumen davon in einem Kloster zu leben, weil sie dann besser an ihrer Selbstvervollkommnung arbeiten könnten. Aber das muss man nicht.

Denn es gibt ein inneres Kloster, das jedem offen steht und in das man sich zurückziehen kann. Es befindet sich außerhalb der Zeit, im Niemandsland der frühen Morgenstunden. Zwischen Licht und Finsternis, wenn noch keine Dämonen Zwietracht säen können, dann wenn der Friede der Nacht dem dämmernden Tag seine Hektik verwehrt. Genau dann ist die Zeit, in der die grobstoffliche Struktur des Ortes für die feinstofflichen Mächte am durchlässigsten ist.

Das ist die Zeit der Mönche: "Vigil Matutina".
Auf der ganzen Welt beginnen Christen, Buddhisten, Sufis, Taoisten,.... ihre Einkehr um vier Uhr früh. Sich ihnen anzuschließen bedeutet sich mit ihnen zu verbinden, Anteil zu haben an ihren Gebeten, sich einzugliedern in ihre weltumspannende geistige Gemeinschaft und in ihrer klösterlichen Atmosphäre zu sein. In dieser einsamen, gemeinsamen Weihestunde werden geistige Bestrebungen für sich oder für die ganze Menschheit auf fruchtbaren Boden fallen.

In dieser Stunde ist man mit dem Geistigen verbunden und noch nicht in der Welt gefangen.
Wenn man eine Zeit lang regelmässig die Stille dieses unsichtbaren Klosters aufsucht, wird man bald das geheimnisvolle Band, das einen mit seinen gleichgesinnten Brüdern und Schwestern weltweit verbindet, wahrnehmen können. So kann man sein Leben in voller Freiheit in den Dienst seines Gottes stellen.

Diese frühen Morgenstunden haben schon einen eigenen Reiz und obwohl ich das was Stejnar da über sie erzählt, bisher nicht wusste, habe ich immer schon die ganz frühen Morgenstunden für meine Übungen benutzt, denn da fühle ich mich am wohlsten.

Liebe Grüße,
Viola