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Thema: Gottesfunken

  1. #1
    Viola
    Gast

    Gottesfunken

    Hallo,

    kann mir bitte jemand erklären, was genau der Gottesfunken ist?

    Es ist doch so, dass nur wir Menschen den Gottesfunken in uns haben, Tiere, Pflanzen, Steine,... nicht, nehme ich mal an.

    Aber was macht den Gottesfunken aus?
    Wo liegt der Unterschied zwischen einem Wesen, das ihn hat und einem, das nicht über ihn verfügt?
    Ich denke, an irgendetwas muss man das doch unterscheiden können. Und wenn alles beseelt ist, Tiere, Pflanzen, sogar technische Geräte,... müsste man doch annehmen, dass das alles auch göttlich ist.

    LG Viola

  2. #2
    Kane
    Gast

    Arrow Gottesfunken

    Hallo,

    ich denke, der "Gottesfunke" ist zuerst einmal ,empfunden von einem Menschen, das eigene Bewusstsein, als der innerste Kern, wo z.B. "alle Wahrnehmung" usw. "letztendlich empfangen" wird - quasi scheinbar ankommt.
    "Das", was einem näher ist wie Arme und Beine, Gehirn, Gedanken und Gefühle.

    Dieses Bewusstsein ist im "Urzustand" völlig rein und leer, dann ist es "reines Bewusstsein".
    Es "basiert" letztlich auf der "Tatsache", dass "ursprünglich" NICHTS existiert.

    Andere synonyme Worte sind LEERE, STILLE, GOTT, SEELE, (ewiges) JETZT, reine Gegenwart, VOID, das LICHT usw. usf.
    Insbesondere sind deswegen z.B. Gott und Seele am Ende eins, denn es gibt nur EIN NICHTS.
    Dies entspricht in der Mathematik dem Satz, dass es nur EINE leere Menge gibt.
    Ich denke, deswegen insistieren viele Religionen so auf dem Begriff es zentralen EINEN.
    Deswegen gibt es für alle Formen nur (maximal) eine (gemeinsame) Seele - einen Gottesfunken. (Dies denke ist ist insbesondere auch die Basis für die Idee der Nächstenliebe, des Mitleids und der Brüderlichkeit.)

    Anstelle der Aussage "Ich, ein Mensch (Ego) habe eine Seele" ist die Aussage "die eine Seele (respektive Gott) hat generiert unendlichviele Formen, insbesondere auch unendlich viele Menschen, Tiere, Computer usw. usf." wohl dem "Sachverhalt" angemessener.

    Vorsicht: Diese ganzen Worte (Existenz, Sachverhalt, Zahl Eins, Gott, Seele, kleiner Mann im Ohr, usw.), die ich gebrauche, sind nur Hinweise, die auf das Bewußtsein HINWEISEN und die Du als Leser bitte für dich selbst interpretieren muss, um Dir dann Deines eigenen Bewusstsein bewusst zu werden.

    GANZ, GANZ, WICHTIG für "die Suche" nach dem "Gottesfunken" war für mich seinerzeit der folgende Hinweis:
    Das Bewusstsein selbst kann durch den Verstand NICHT erfasst werden, insbesondere weil es das NICHTS ist und damit für den Verstand langweilig, (scheinbar per Definition) nichtsnutzig und daher völlig irrelevant!!!!
    (Das das i.a. nicht klar ist, ist vermutlich des größte Hindernisses vor der Erlösung/Erleuchtung/Befreiung überhaupt!!!!)

    So kann man auch z.B. nicht sagen, dass das Bewusstsein "existiert" oder "nicht existiert".
    "Existenz" ist nur ein verstandesmäßiges Konzept, welches "viel später" kommt - BEWUSSTSEIN ist für "Existenz" (letztlich) unentscheidbar - weder wahr noch falsch oder auch gleichzeitig wahr und falsch oder wie auch immer.
    Das Konzept "Existenz" basiert auf dem Gottesfunken, nicht umgekehrt und das kann sich niemals ändern, sowenig wie konzeptionell ein Sohn der Vater seines Vaters werden kann.
    Deswegen haben auch christliche Theologen immer wieder (selbst im Mittelalter) darauf bestanden, dass Gott genauso gut NICHT existiert - wie er (landläufig christlich) existiert - und die Aussage "Gott existiert nicht" damit logisch so wahr (wie auch falsch) ist.
    Weil der Gottesfunke die Ursache für das Konzept "Existenz" bzw. "Nicht-Existenz" ist und dadurch, dass es diesem immer vorausgeht, letztendlich diesem NICHT unterworfen (wirklich) IST.

    JETZT kommt allerdings ein ganz besonderer WITZ an der SACHE, den man/Es auf dieser Basis mache kann:
    Man/Es kann nämlich "so tun", als ob man/Es dieses Gesetzt brechen könnte.
    Dann trifft man man/Es eine Entscheidung für oder gegen die Existenz des NICHTS - des Gottesfunkens auf der Basis des Gottesfunkens.
    Man macht also sozusagen das UNWIRKLICHE scheinbar wahr, indem man sich für eine Seite entscheidet.

    Das ist der Witz der Schöpfung (man beachtet deren oft unwirklichen oder aber auch übertrieben wirklichen Charakter).
    Durch diese erste "Entscheidung" des Gottesfunkens für oder gegen sich selbst (für oder gegen seine Existenz, einem Begriff, dem er in Wirklichkeit gar nicht unterliegt) spannt sich die FÜLLE auf, aus der man/Es dann durch weitere Entscheidungen kleine Teile abteilen kann, z.B. einzelne Universen etc.
    Wir leben sozusagen dann "in der Welt, wie sie wäre, wenn es eine Welt geben würde (was es im Kern nicht tut)"
    (frei nach George Spencer-Brown)

    Exkurs:
    George Spencer-Brown ist übrigens der Mathematiker, der in seinem Buch "Gesetze der Form" die "Notwendige" Erschaffung der Fülle aus dem Nichts auf der Basis einer ersten "geborgten" Entscheidung durch eine Art Rückkopplung von Anfang bis Ende (abschließend) logisch/wissenschaftlich untersucht hat.
    (Wobei natürlich auch da das Pferd von hinten aufgezäumt wird, denn Wissenschaft, Logik, Worte, Sprache, Symbole und Erklärung sind natürlich wie Existenz aus der Leere, dem Gottesfunken abgeleitet und NICHT umgekehrt. Aber die Genialität eines George Spencer-Brown besteht eben gerade darin, "das unmöglich zu erklärende" eben doch noch so gut wie irgend möglich für den Leser zu erklären - immer wissend das die Erklärung bestenfalls so wahr wie falsch ist - aber vielleicht doch eine Hilfe für den Suchenden, das verlorene Schaf, welches ohne die "frohe Botschaft" leben muss gibt. Das als WAHRES MITLEID)

    Der Verstand kommt mit der FÜLLE genau so wenig klar wie mit dem NICHTS - eigentlich wohl noch viel, viel weniger.
    Das NICHT verachtet er als langweilig und wertlos - er kann nicht erkennen, das das NICHTS die Omnipotenz zur Schaffung der FÜLLE hat.
    Aber wie gesagt viel schlimmer für ihn ist die FÜLLE
    Die FÜLLE fürchtet er viel mehr als alles andere, denn sie ist so überwältigend, dass sie ihn sofort in den Wahnsinn treibt - ganz, ganz milde ausgedrückt.
    "Wer Gott sieht, stirbt!" oder "Liebe, jenseits aller Vernunft" soll dies wohl ausdrücken.
    Deswegen ist diese Welt des Verstandes ja auch so vergleichsweise "atheistisch" und es geht immer um Glauben und Unglauben, wobei viele "Gläubige" vermutlich Glauben nur vorgeben um Unglauben zu generieren.

    Deswegen kann man z.B. Erleuchtung auch nicht mit dem Verstand machen - "wer (nach seinem Bewusstsein) sucht (mit dem Verstand), der verdeckt nur "seine Augen" ("Augen" hier bitte auch nur im übertragenen Sinne für den Gottesfunken selbst) (d.h. verdeckt gerade mit dem "Gegner" Verstand als "Maske") vor seinem, dem Gottesfunken selbst, eben gerade dem was er sucht, was er selbst immer war ist und sein wird).

    NUN Exkurs:
    Die Hauptwaffe des Verstandes gegen die LEERE bzw. FÜLLE sind der unaufhörlich Strom von Gedanken, die durch das ständige "Weiter"-Assoziieren erzeugt werden.
    Damit wird vom BEWUSSTSEIN als NICHTS oder FÜLLE oder GOTT abgelenkt.
    Wenn man versucht, seine Gedanken zu kontrollieren oder anzuhalten (Gedankenstille), dann liefert der mit dem Verstand verbündete "Wächter Selbsterhaltungstrieb" (der Gedanken-Verstandes-Person) eine maximale Breitseite "Angst".
    Wer als Mensch versucht den Gedankenfluss zu stoppen und dabei durch Übung "zu" erfolgreich wird, kommt an einen Punkt, wo er sich fühlt wie jemand mit Höhenangst, der sich über den ungesicherten Rand eines Wolkenkratzers beugt und in die Tiefe schaut.
    Effekt dabei: Sprung zurück in die Mitte des Dachs - entspricht dem krampfhaften Greifen/Generieren des nächstbesten Gedanken und dann beruhigen sich Verstand und Selbsterhaltungstrieb.

    Diesen Punkt zu überwinden ist wohl letztlich das Ziel aller spirituellen Praxis auf der Suche nach der Freiheit und damit dem Gottesfunken als der eigenen, wahre Identität.

    Liebe Grüße

    Kane

  3. #3
    Raven
    Gast

    AW: Gottesfunken

    Vielen Dank!

    Das ist ein Text ganz nach meinem Geschmack!

    Übrigens "Sprung":

    meine schamanische Inititation begann im Wachzustand mit einer als völlig real "gesehenen" und gefühlten Vision:

    ich stand auf einem Wolkenkratzer, am Rand, schaute herunter und hatte große Angst
    wußte jedoch, daß ich springen muß
    mir war klar, ich springe in den Tod

    und ich sprang

    doch beim Herunterfliegen spiralisierte sich etwas unter mir wie eine Art Wolke, die sich drehte
    diese "Wolke" fing mich auf und ich fühlte mich geborgen

    wurde dann ziemlich krank (es war in Ägypten wohl eine Salmonellenvergiftung)

    aber ich blieb am Leben

    WhiteRaven

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