Ich habe mich in der letzten Zeit wieder einmal in Sebottendorfs "Übungen türkischer Freimaurer" eingelesen.
Sebottendorf ist zu Recht eine als Mensch umstrittene Gestalt - um es noch neutral auszudrücken. Die Frage, wie weit seine Lehren daher Gültigkeit haben, kann daher ruhig immer wieder in den Raum gestellt werden (auch wenn ich es persönlich in diesem Fall als unsinnig ansehe, bei anderen Werken Sebottendorfs ist der Diskussionsbedarf in dieser Richtung sicherlich höher).
Auf der anderen Seite war er ein Mensch der weit gereist ist (bis nach Tibet, falls diese Angaben stimmen - die Biografie Sebottendorfs ist teilweise sehr geheimnisvoll) - er hatte mit Freimaurern und Rosenkreuzern Kontakte und war anscheinend selbst initiert.
Seine Übungen der "türkischen Freimaurer" sind wohl authentisch, obwohl sie entweder auf einer früheren Buchstabenmystik deutscher Quellen aufbauen(eine Theorie) oder aus der Sufi-Tradition (andere Theorie) stammen.
In der als Vorarbeit bezeichneten Stufe werden über dem Kopf gebildete Mudras mit einem gedachten Buchstaben verbunden und die Wirkung einem Element zugeordnet:
I = Feuer
A= Wasser
O = Luft als "Summe" von Feuer und Wasser
Die Hauptarbeit erfolgt als weiterer Ausbau dieser Grundvokale in der Form verschiedener Formeln und Griffe.
Das Ganze erinnert mich teilweise stark an die "universelle" Kabbalah Bardons, obwohl es natürlich Abweichungen gibt. So stellt Sebottendorf keine "Grundanforderungen", außer daß das "große Werk" wenn es einmal begonnen wurde nicht mehr abgebrochen werden soll. Die Ausnahme ist das Auftreten verschiedener Beschwerden, die als ein Zeichen noch "mangelnder Reife" (mein Ausdruck) gewertet werden. Praktisch bedeutet das eine meditative tägliche Arbeit von ca. 10 Minuten. Die Gesamtlänge ist dabei ca. 3 Jahre (meine Schätzung, das ist individuell je nachdem wann sich die vorgegebenen Bestätigungszeichen einer Stufe einstellen).
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