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Thema: grosser unterschied zwischen BIBEL und KORAN

  1. #1
    schirrichri
    Gast

    grosser unterschied zwischen BIBEL und KORAN


    Ich habe in einigen beiträgen von ihnen herausgelesen, dass sie der auffassung sind, dass der KORAN und die BIBEL die gleiche botschaft enthalten solle.


    Wie erklären sie dann aber den zentralen unterschied der kreuzigung jesu?


    Die BIBEL sagt, jesus wurde gekreuzigt; der KORAN sagt dagegen, Jesus sei nicht gekreuzigt worden. Das macht einen grossen unterschied!!!


    guten tag






  2. #2
    Ahmet
    Gast

    Re: Nicht unterschied zwischen BIBEL und KIRCHE?


    Guten Abend Schirrichri,


    Willkommen im Forum und vielen Dank für den Beitrag.


    Schirrichri: Wie erklären sie dann aber den zentralen unterschied der kreuzigung jesu?


    Ja, dass der Koran in einer Sure (4:157) sagt, dass Jesus nicht gekreuzigt worden ist, kann man nicht übersehen. Es sind klare Worte, da gebe ich ihnen recht.


    Mir ist auch klar, dass die christliche Kirche genau das Gegenteil sagt, nämlich, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Aber steht das auch so in der Bibel? Nur weil sich das seit einem sich Christ nennenden römischen Kaiser bis heute so hingezogen hat, muss das noch lange nicht die Wahrheit sein.


    Seit der Aufklärung und der darauf folgenden Möglichkeit, die Bibel selbst lesen zu dürfen, brachte es neues Licht in das damals noch Dunkle Volksleben. Also nimmt man doch heute die Bibel zur Hand und liest die betroffenen Stellen selbst nach.


    Macht man das tatsächlich, dann wird klar, dass die Bibel wie der Koran vom überleben der Kreuzigung spricht. Also ist Jesus auch nicht laut den Evangelien gekreuzigt worden. Denn er traf sich mit den Jüngern in Galiläa, mehrere sahen ihn gleichzeitig, fassten ihn sogar an und das wichtigste, Jesus hatte vor ihnen etwas gegessen. Jesus sagt sogar, dass er aus Fleisch und Blut sei. So, wie Lazarus auferweckt wurde, ist auch Jesus auferstanden.


    Ich glaube, der Unterschied besteht nicht zwischen BIBEL und KORAN,

    sondern zwischen den EVANGELIEN und der KIRCHE.



    Mit freundlichem Gruss

    Ahmet


    Lest doch selbst aus der Bibel:


    (Matthaeus 28,1) Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. (2) Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. (3) Sein Ansehen aber war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee. (4) Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie Tote. (5) Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht, denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. (6) Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht die Stätte, wo der Herr gelegen hat, (7) und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. (8) Und sie gingen schnell von der Gruft weg mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkünden. (9) Als sie aber hingingen, es seinen Jüngern zu verkünden, siehe, da kam Jesus ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten zu [ihm], umfaßten seine Füße und warfen sich vor ihm nieder. (10) Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündet meinen Brüdern, daß sie hingehen nach Galiläa, und dort werden sie mich sehen.


    (Markus 16,1) Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die [Mutter] des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. (2) Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war. (3) Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Gruft wegwälzen? (4) Und als sie aufblickten, sehen sie, daß der Stein zurückgewälzt ist; er war nämlich sehr groß. (5) Und als sie in die Gruft eintraten, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie entsetzten sich. (6) Er aber spricht zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten. (7) Aber geht hin, sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er euch nach Galiläa vorausgeht! Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. (8) Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft. Denn Zittern und Bestürzung hatte sie ergriffen, und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich. (9) Als er aber früh am ersten Wochentag auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. (10) Die ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und trauerten und weinten. (11) Und als jene hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie nicht. (12) Danach aber offenbarte er sich zweien von ihnen in anderer Gestalt unterwegs, als sie aufs Land gingen. (13) Und jene gingen hin und verkündeten es den übrigen; auch jenen glaubten sie nicht. (14) Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch lagen, und schalt ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, daß sie denen, die ihn auferweckt gesehen, nicht geglaubt hatten. (15) Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt die frohe Botschaft der ganzen Schöpfung.


    (Lukas 24,32) Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften öffnete? (33) Und sie standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Und sie fanden die Elf, und die mit ihnen waren, versammelt,

    (34) die sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen. (35) Und sie erzählten, was auf dem Weg [geschehen war] und wie er von ihnen erkannt worden war am Brechen des Brotes. (36) Während sie aber dies redeten, stand er selbst in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! (37) Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist. (38) Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen? (39) Seht meine Hände und meine Füße, daß ich es selbst bin; betastet mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, daß ich habe. (40) Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. (41) Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? (42) Sie aber reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch; (43) und er nahm und aß vor ihnen.


    (Johannes 20,21) Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch. (22) Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! (23) Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie [ihm] behalten. (24) Thomas aber, einer von den Zwölfen, genannt Zwilling, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. (25) Da sagten die anderen Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich nicht glauben. (26) Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas bei ihnen. [Da] kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sprach: Friede sei mit euch! (27) Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. (28) Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! (29) Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig [sind], die nicht gesehen und [doch] geglaubt haben! (30) Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. (31) Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Gesandte Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.



  3. #3
    Kaya
    Gast

    Re: grosser unterschied zwischen BIBEL und KORAN


    Hallo Schirrichri,


    in einem anderen Forum hatte ich darüber mal einen Beitrag geschrieben, den ich hier zitieren möchte. Vielleicht trägt er zum Thema etwas bei:


    ____________________________________


    Hallo Allerseits,


    ich wollte hier dieses Thema in einem neuen Thread behandeln, weil sonst das Posting als Antwort weiter unten womöglich verlorenginge. Das, was ich aber hier darlegen möchte, ist für die Debatte zwischen Christen und Muslimen von ziemlicher Bedeutung.


    Das uns heute bekannte Christentum, welches aus dem Sieg der konstantinischen "Partei" gegenüber mehr oder minder unitarischen, aber auf jeden Fall von den heutigen ziemlich abweichenden (Juden-)Christentum, besteht, baut seine gesamte Konstruktion auf die Kreuzigung Jesu' auf. Wie ich schon mal sagte: nähme man lediglich dieses Dogma weg, bliebe sehr wenig vom (heutigen) Christentum übrig.


    Was wäre geschehen, wenn alle Christen so wie Muslime glauben und die Kreuzigung Jesu' als eine Täuschung ansehen würden?


    Unter vielen anderen positiven Resultaten, wie die einfachere Einigung zwischen ihnen und uns Muslimen, wäre da besonders der Judenhaß nicht entstanden und Millionen von Juden hätten darunter nicht gelitten.


    [...]


    Nun, ich möchte hier nicht ein anderes Thema behandeln als das der Kreuzigung.


    Diese erzeugte wirklich ein haß gegenüber den Juden, weniger gegenüber den Römern, wiewohl diese, nach dem NT, mitschuldig waren.


    In meinem Posting [...] schrieb ich darüber u.a.:


    "Nun, die Frage, ob Jesus tatsächlich gekreuzigt wurde oder nicht, ist eine der ältesten, nicht nur christlich-muslimischen, sondern auch christlich-christlichen Fragen. Ja, richtig gelesen: es ist auch eine urchristlich-urchristliche Frage, die heute jedoch in den Kirchen kein Thema mehr darstellt..."


    Ich kann nur erahnen, warum darauf keine Reaktion kam. Wenn meine Behauptung nämlich zutreffen sollte, dann hätte die quranische Aussage, man habe Jesus nicht gekreuzigt, nicht wirklich getötet, sondern es erschien ihnen so, oder daß ein anderer an seiner Stelle gekreuzigt worden sei, Hand und Fuß, stünde in der Geschichte nicht alleine da, so wie in vielen Dingen es ohnehin der Fall ist. In diesem Fall wird dann vorgeworfen, daß Muhammed eben aus den entsprechenden Quellen "abgeschrieben" oder übernommen hätte. Kein Mensch konnte bisher einen konkreten Erweis für diese Behauptung erbringen. Ähnlichkeiten mit anderen Lehren und Überlieferungen deuten niemals nur auf eine Übernahme hin, sondern auch auf eine Übereinstimmung Göttlicher Botschaft und Offenbarung. Bekannt ist, daß Muhammed nicht einmal die Bibel in seiner Nähe haben wollte, nicht, weil er dagegen gewesen wäre, sondern, weil man später nicht Grund zur Unterstellung haben sollte, daß er seine Kenntnisse daraus bezogen hätte.


    Nun aber wird es Zeit, die genannte Behauptung aus christlichen Quellen nachzuweisen. Ich zitiere im Folgenden aus dem Buch "Das ´Geheimnis des Rabbi J.". Das "J" steht für Jesus.




    Der lachende Erlöser

    Die eine Stelle stammt aus der Apokalypse des Petrus, die offensichtlich in judenchristlicher Tradition steht. Da heißt es von Gefangennahme und Kreuzigung:


    "Was sehe ich, Herr: bist du es selbst, den sie ergreifen; und (zwar) obwohl du mich (bei der Hand) hältst? Oder wer ist der, der neben dem Holz (stehend) heiter ist, und lacht? Und einem anderen schlagen sie auf die Füße und auf die Hände! - Der Erlöser sagte zu mir: Der, den Du neben dem Holz (stehend) heiter sein und lachen siehst, das ist der lebendige Jesus. Der aber, in dessen Hände und Füße sie Nägel schlagen, das ist sein fleischliches (Abbild), nämlich das 'Lösegeld', welches (allein) sie zusachenden machen, dasjenige, das entstanden ist nach seinem Bild. Sieh ihn und sieh mich doch an!"


    Der Text erklärt dann noch, warum der Erlöser lacht:


    "Er lacht über ihre Blindheit im Wissen darum, daß sie blind geboren sind." [Fußnote 1].


    Die zweite Stelle findet sich im Zweiten Logos des großen Seth, wo der Erlöser ausführlich berichtet, wie er sich einen Scheinleib sucht, um als "Sohn des Menschen" die Unwissenden über das Lichtreich aufzuklären. Bei der Kreuzigung erleben wie noch einmal den lachenden Erlöser:


    "...nicht ich war es, der mit dem Rohr geschlagen wurde, ein anderer war es, der das Kreuz auf seienr Schulter trug, nämlich Simon. Ein anderer war es, dem die Dornenkrone aufs Haupt gesetzt wurde; ich aber ergötzte mich in der Höhe an dem ganzen (scheinbaren) Reichtum der Archonten und dem Samen ihres Irrtums und der Prahlerei ihres eitlen Ruhms; und ich lachte über ihren Unverstand", denn "ich war doch überhaupt nicht dem Leiden unterworfen. Jene bestraften mich (mit dem Tode), doch ich starb nicht wirklich, sondern (nur) dem Anschein nach." [Fußnote 2]


    Man kann noch eine dritte Stelle mit einem lachenden Erlöser anführen, die wir aber nur aus den gegenschriften des Irenäus kennen. Danach berichtet ein Basilides, anstelle des Erlösers sei Simon, der Kreuzträger, gekreuzigt worden (wie im Logos des großen Seth), ohne das jemand die Verwechslung bemerkt habe: "Jesus aber nahm die Gestalt des Simon an und stand lachend neben ihnen." [Fußnote 3]


    Auf derartige Passagen nimmt später auch eine Abschwörformel Bezug, mit der die Lehren des Mani verurteilt werden: "Ich verdamme die, welche sagen, unser Herr Jesus Christus habe nur scheinbar gelitten und ein anderer habe am Kreuz gehangen, er aber habe ferne gestanden und gelacht, weil ein anderer an seiner Stelle litt." [Fußnote 4] (Fußnote 5).


    Qur'an:


    In der Tat sind die verschiedenen Ansichten hierin nur Zweifel, weil sie keine bestimmte Kenntnis haben, sondern nur vorgefaßten Vermutungen folgen. Sie haben ihn aber nicht wirklich getötet." (4, 158 f. nach L. Ullmann).


    Aufgrund dieser Aussagen lachen Muslime wie Jesus in den Zitaten, und haben deshalb keinen Haß gegenüber Juden und werfen ihnen nicht vor, ihren, christlichen, Gott (indirekt) gekreuzigt zu haben. Und da diese Geschichte für die Muslime im Grunde irrelevant ist, würde es ihnen nicht schaden, wenn sie im Jenseits erfahren sollten, daß der physische Körper Jesu' damals doch gekreuzigt worden sei. Denn Muslime machen daraus keine alles entscheidende Dogmatik und betrachten den Tod als Gesetz Gottes, auch den von Jesus.


    Was aber, wenn Christen, die ihre ganze Erlösungsvorstellung ausschließlich darauf bauen, im Jenseits erführen, daß Jesus nicht gekreuzigt worden ist? Die Schwere Last der Enttäuschung ist in diesem Fall kaum vorstellbar.


    Gruß

    Cemil




    ---


    Fußnoten:


    1) Apokalypse des Petrus 81,5 ff.


    2) Zweiter Logos des großen Seth 55, 15. - Vgl. auch Karl-Wolfgang Tröger Gnosis und Neues Testament. Studien zur Religionswissenschaft und Theologie. Berlin 1973, S. 388 ff.


    3) Zitiert in: Die Gnosis. Zürich 1969-1980, Bd. 3, S. 298.


    4) Die Gnosis, a.a.O., Bd. 1, S. 24.


    5) Johannes Lehmann: "Das Geheimnis des Rabbi J. - Was die Urchristen versteckten, verfälschten und vertuschten", Knaur Verl. München 1990, S. 158 f.

    ____________________________________



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