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Thema: Musste sich Jesus verstecken?

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    Musste sich Jesus verstecken?


    Hallo Liebe Leser,


    Ich bin im Johannes Evangelium auf eine Stelle gestossen, die ich gerne mit Euch besprechen würde. Obwohl das Johannesevangelium für nicht den gleichen Stellenwert hat, wie die drei anderen Evangelien der Bibel, bin ich an dieser Stelle auf Eure Interpretation gespannt.


    Was verstehst Du, wenn Du diese Stelle liest?


    [Da] kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sprach: Friede sei mit euch!


    Warum mussten die Türen verschlossen sein? Durften ihn die Römer vielleicht nicht finden? Musste er sich verstecken?


    Betrifft diese Bibelstelle:

    (Johannes 20,21) Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch. (22) Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! (23) Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie [ihm] behalten. (24) Thomas aber, einer von den Zwölfen, genannt Zwilling, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. (25) Da sagten die anderen Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich nicht glauben. (26) Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas bei ihnen. [Da] kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sprach: Friede sei mit euch! (27) Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. (28) Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! (29) Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig [sind], die nicht gesehen und [doch] geglaubt haben! (30) Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. (31) Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Gesandte Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.



  2. #2
    Emilia
    Gast

    Re: Musste sich Jesus verstecken?


    Hallo Ahmet!


    Bekannt ist, daß nach der Auferstehung, Jesus noch 40 Tage auf Erden blieb,

    und in dieser Zeit den Aposteln, die sich zurückgezogen hatten, mehrmals

    erschien.


    Möglicherweise ist die Stelle (Da kommt Jesus, als die Türen ver-

    schlossen waren...), eine Metapher für Zweifel (Thomas) bzw. für das Fest-

    halten an den leiblichen Jesus und der Forderung nach Zeichen, oder ein

    inneres Verschlossen sein.


    Grüße Emilia




  3. #3
    Ahmet
    Gast

    Re: Musste sich Jesus verstecken?


    Hallo Emilia,


    Bekannt ist, daß nach der Auferstehung, Jesus noch 40 Tage auf Erden blieb, und in dieser Zeit den Aposteln, die sich zurückgezogen hatten, mehrmals

    erschien.



    Das hört sich interessant an. Woher kommt diese Aussage? Was war dann nach diesen 40 Tagen? Wohin ging er deiner Meinung nach?


    Man spekuliert über ein christliches Grab, dass in Kashmir sein soll. Auch andere Theorien werden herumerzählt. In Galiläa durfte er wahrscheinlich nicht bleiben. Das steht schon mal fest.


    Gruss

    Ahmet

  4. #4
    Gunther Maria Michel
    Gast

    Warum zitierst Du den Text falsch?


    Grüß Dich, Ahmet,

    Du zitierst Johannes so:


    [...]

    >(31) Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Gesandte Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.


    Das ist ein falscher Text, eigentlich ein gefälschter Text, denn derjenige, der diesen Text so widergibt, dürfte genau wissen, wie er in Wirklichkeit lautet.

    Der Text heißt richtig übersetzt: "Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes..."

    Gruß,

    Gunther Maria Míchel.



  5. #5
    Ahmet
    Gast

    Re: falsch? Sohn oder Gesandter Gottes?


    Hallo Guther,


    Gunther: Das ist ein falscher Text, eigentlich ein gefälschter Text,…..


    Ich verstehe deine Sorge. Für uns im Westen dürfte das schon sehr wichtig sein, ob da nun „Sohn Gottes“ steht oder „Gesandter Gottes“. In Wirklichkeit aber macht es keinen Unterschied, wenn man es aus der Sicht der Sprache Jesu, nämlich in aramäisch liest.


    In der semitischen Sprachform (auch aramäisch) ist das Wort „Sohn….“ z.B. Sohn Gottes, Sohn eines Esels, Sohn des Vaters, Sohn des Sohnes, Menschensohn im alltäglichen Sprachgebrauch zu finden.


    Die Bedeutung dieser Aussagen unterscheidet sich jedoch stark im Vergleich zwischen Semitisch und Germanisch. Der Kirchen- Streit diesbezüglich um ca. 350 n.Chr. hatte ja auch seinen Grund.


    Semitisch gesehen heisst es, wenn das Wort „Sohn“ mit einem anderen Wort in Verbindung gebracht wird nichts anderes als „im Verhalten Ähnlich“. Wenn ich zum Beispiel bei einem Familienbesuch einem Kind sage, er sei der Sohn seines Vaters, dann schaut mich niemand „schräg“ an, sondern versteht darunter, dass der Sohn seinem Vater im Verhalten ähnelt.


    Genau so ist es auch an mehreren Bibel- Stellen zu verstehen. Das Wort


    „Gesandter“ bedeutet: „Mensch, der die Botschaft Gottes wiedergibt“.

    „Sohn Gottes“ bedeutet: „Mensch, der dem Verhalten Gottes ähnlich ist“.



    Was macht das als für einen Unterschied?


    Gefälscht wäre eher etwas, dass die Bedeutung verdreht. Wie zum Beispiel die „Titel“, die im Mittelalter in die Evangelien eingepasst wurden. Da besteht das Problem, dass nach dem Lesen des Titels der eigentliche Text eine andere Bedeutung bekommt.


    Entschuldige, wenn es Dich scheinbar getäuscht hat. Für mich macht es keinen Unterschied, wenn ich die Stelle lese.


    "Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes…“, Jemand also, der im Verhalten Gott ähnelt. Übrigens gibt es in der Bibel noch andere Menschen, die als Söhne Gottes bezeichnet werden. Wie verstehst Du das?


    Gruss

    Ahmet



  6. #6
    Gunther Maria Michel
    Gast

    Sohn Gottes


    >Hallo Guther,


    Grüß Dich, Ahmet,


    >Gunther: Das ist ein falscher Text, eigentlich ein gefälschter Text,…..

    >Ich verstehe deine Sorge. Für uns im Westen dürfte das schon sehr wichtig sein, ob da nun „Sohn Gottes“ steht oder „Gesandter Gottes“. In Wirklichkeit aber macht es keinen Unterschied, wenn man es aus der Sicht der Sprache Jesu, nämlich in aramäisch liest.

    >In der semitischen Sprachform (auch aramäisch) ist das Wort „Sohn….“ z.B. Sohn Gottes, Sohn eines Esels, Sohn des Vaters, Sohn des Sohnes, Menschensohn im alltäglichen Sprachgebrauch zu finden.

    >Die Bedeutung dieser Aussagen unterscheidet sich jedoch stark im Vergleich zwischen Semitisch und Germanisch. Der Kirchen- Streit diesbezüglich um ca. 350 n.Chr. hatte ja auch seinen Grund.

    >Semitisch gesehen heisst es, wenn das Wort „Sohn“ mit einem anderen Wort in Verbindung gebracht wird nichts anderes als „im Verhalten Ähnlich“. Wenn ich zum Beispiel bei einem Familienbesuch einem Kind sage, er sei der Sohn seines Vaters, dann schaut mich niemand „schräg“ an, sondern versteht darunter, dass der Sohn seinem Vater im Verhalten ähnelt.

    >Genau so ist es auch an mehreren Bibel- Stellen zu verstehen. Das Wort

    >„Gesandter“ bedeutet: „Mensch, der die Botschaft Gottes wiedergibt“.

    >„Sohn Gottes“ bedeutet: „Mensch, der dem Verhalten Gottes ähnlich ist“.


    >Was macht das als für einen Unterschied?


    Ich muß Dir leider widersprechen, Ahmet.

    Im Semitischen wird zwischen „Sohn“ und „Gesandter“ deutlich unterschieden.

    Nehmen wir zum Beispiel Hebräisch, weil es die Sprache der Bibel ist, welche Jesus und den Verfassern des Neuen Testaments vertraut war. Sohn ist im Hebräischen „ben“, und Gesandter ist schaliach oder meschullach, vom Verb schalach = senden.

    Jesus weiß sich vom Vater gesandt und sendet wiederum seine Apostel. Apostel bedeutet Gesandter (apóstolos, von griechisch apostéllein = senden).

    Du fragst, was für einen Unterschied es macht, ob Sohn oder Gesandter?

    Wenn jemand den griechischen Urtext des Evangeliums nimmt und willkürlich das Wort Sohn (griechisch = hyiós) überall mit „Gesandter“ widergibt, dann macht er es unmöglich, den Unterschied zu verstehen. Das ist ja wohl auch der Zweck einer solchen „Übersetzungs“aktion.

    Hauptbotschaft des Neuen Testaments ist, daß Jesus der Sohn Gottes ist. Die Stellen sind zahlreich in fast allen Büchern des Neuen Testaments.

    Denke doch bitte mal über die folgenden Stellen nach.

    Als Jesus seine Jünger fragt, für wen ihn die Menschen halten, bekennt Petrus: Du bist der Christus (Messias), der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus antwortet darauf: Nicht Fleisch und Blut haben die das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Hätte die Gottessohnschaft Jesu keinen transzendenten Charakter, würde Jesus nicht von Offenbarung gesprochen haben.

    Jesus wurde vom Hohen Rat wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt, weil er sich als Sohn Gottes bekannte - Lk 22,70: „Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes. Er antwortete ihnen: Ihr sagt es – ich bin es“ (hebräisch: ani hu). Hätte dieser Ausdruck im Munde Jesu die harmlose Bedeutung gehabt, die Du annimmst, wäre es für die Juden keine Gotteslästerung gewesen.

    Daß die Juden es als Gotteslästerung auffaßten, daß Jesus sich als den Sohn Gottes in einem ausschließlichen Sinn bezeichnete, geht aus Johannes 10,33 hervor: „Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“.

    (Die Verfasser des Neuen Testamentes waren gläubige Juden und kannten den Unterschied zwischen Mensch und Gott, und den Unterschied zwischen einem Sohn und einem Gesandten.)

    Kennst Du diesen Text?: „In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ (MT 11,25-27)

    Nun, macht es einen Unterschied, Gesandter zu sagen oder Sohn?

    Kennst Du das Gleichnis von den bösen Winzern?

    „Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erstemal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werdne sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um...“

    Dieser Text ist aus manchen Gründen sehr aufschlußreich. Einer ist, daß Jesus hier im Gleichnis seinen Tod prophezeit – wie er es auch mit offenen Worten getan hat. (Das wie vieles andere widerlegt ein weiteres Mal Deine These, daß Jesus nicht am Kreuz gestorben ist.)

    Ein anderer Grund ist der Gebrauch des Wortes senden und des Wortes Sohn. Sowohl die Knechte als auch der Sohn ist vom Gutsbesitzer gesandt. Mit den Knechten sind die alttestamentlichen Propheten gemeint. Mit dem Sohn meint Jesus sich selbst. Jesus unterscheidet also deutlich seine eigene Sendung als Sohn des Vaters von der Sendung aller anderen, die nur Knechte des Vaters sind.

    Dieser Unterschied ist bestätigt in Joh 3,16: Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm (das) ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern (das) ewige Leben hat.

    Ist der einzige, wörtlich: einziggezeugte (monogenés) Sohn des Vaters nicht etwas anderes als ein bloßer Gesandter des Vaters?

    Deshalb bekennen die Apostel, die Zeugen des Kreuzestodes, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14).

    Ahmet! Allein die rechtgläubige, dogmatische Lehre der katholischen Kirche wird den Texten des Neuen Testaments, welche die Lehre Christi und den Glauben der Apostel widergibt, voll gerecht. Alles, was dem widerspricht, auch das, was Du auf Deiner Webseite und Deinem Forum verbreitest, tut den Texten Gewalt an, verfälscht den Wortlaut und mißdeutet oder ignoriert dessen wirklichen Sinn.

    Hier wird so viel Unwahrheit über Jesus Christus und die Kirche verbreitet, daß sich mir bei der Lektüre der Magen herumdreht und die Haare zu Berge steigen. Es geht über meine Kraft, all diese Unwahrheiten zu widerlegen.

    Was Du über die anderen Religionen schreibst, interessiert mich nicht. Aber was das Christentum betrifft, muß ich Dir sagen, daß Du Dich schwer versündigst mit Deinem Feldzug gegen Jesus Christus und die katholische Kirche.


    >Gefälscht wäre eher etwas, dass die Bedeutung verdreht. Wie zum Beispiel die „Titel“, die im Mittelalter in die Evangelien eingepasst wurden. Da besteht das Problem, dass nach dem Lesen des Titels der eigentliche Text eine andere Bedeutung bekommt.


    Ahmet, willst Du die Kirche lehren, wie sie die Bibel zu verstehen hat? In dem Gleichnis von den bösen Winzern fährt Jesus fort: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen.

    Du hast Dir einen Feind ausgesucht, der zu stark ist für Dich. Dein Kampf gegen Jesus Christus und seine heilige Kirche ist ein Kampf gegen Gott. Einen solchen Kampf kannst Du letzten Endes nur verlieren, auch wenn Du scheinbar große Erfolge bei einem bestimmten Publikum damit hast.


    >Entschuldige, wenn es Dich scheinbar getäuscht hat. Für mich macht es keinen Unterschied, wenn ich die Stelle lese.


    Nun, nach den oben angeführten Zitaten vielleicht jetzt doch?


    >"Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes…“, Jemand also, der im Verhalten Gott ähnelt. Übrigens gibt es in der Bibel noch andere Menschen, die als Söhne Gottes bezeichnet werden. Wie verstehst Du das?


    Gewiß gibt es das. Im Alten Testament ist „Gottessohn“ ein Titel, der den Engeln gegeben wird, dem auserwählten Volk, den Kindern Israels und seinen Königen. Er bedeutet dann eine Art Adoptivsohnschaft, die zwischen Gott und seinem Geschöpf eine besonders innige Verbindung herstellt. Auch wenn der verheißene Messias im Alten Testament „Sohn Gottes“ genannt wird (wie in 1 Chronik 17,13 und in Psalm 2,7), so bedeutet das dort nicht unbedingt, daß er mehr ist als ein bloßer Mensch.

    Im Neuen Testament ändert sich das jedoch. Wenn man das Neue Testament unvoreingenommen liest, dann kann man das erkennen – auch an den oben angeführten Zitaten.

    (Die Stellen bei Paulus habe ich gar nicht erst erwähnt.)

    Grund dafür ist, daß Jesus seine Sohnschaft gegenüber dem Vater in einerm ausschließlichen, wesenhaften, transzendenten Sinn verstanden hat.

    Gruß,

    Gunther.





  7. #7
    Abdin
    Gast

    Re: Warum zitierst Du den Text falsch?


    Der Friede sei mit Dir Gunther

    Ich bin ein syrischer Christ und möchte Dir hier den Wortlaut des "Vater Unser" zeigen mit der Überlegung, wie stark eine Übersetzung die Bedeutung verändern kann.


    Wie Du siehst, kommt das Wort "Vater" in der aramäischen Version nicht vor. Aber wir glauben, damit Gott zu meinen. Zu deiner weiteren Überlegung:


    Gesandter = Wenn Gott durch den Menschensohn spricht = Prophet = Messias

    Sohn Gottes = Wenn der Menschensohn so spricht, wie Gott sprechen würde = Gläubige Menschen

    Menschensohn = Der Strang, die den Menschen ausmachen = Wir alle


    Das "Vater Unser", wenn man es direkt aus dem aramäischen ins deutsche übersetzt:


    Abwûn d'bwaschmâja


    Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges. Du scheinst in uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.




    Nethkâdasch schmach


    Hilf uns einen heiligen Atemzug zu atmen, bei dem wir nur Dich fühlen - und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.




    Têtê malkuthach


    Lass Deinen Rat unser Leben regieren und unsere Absicht klären für die gemeinsame Schöpfung.




    Nehwê tzevjânach aikâna d'bwaschmâja af b'arha




    Möge der brennende Wunsch Deines Herzens Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.




    Hawvlân lachma d'sûnkanân jaomâna


    Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen: das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.




    Waschboklân chaubên (wachtahên) aikâna daf chnân schvoken l'chaijabên


    Löse die Stränge der Fehler, die uns binden, wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.


    Wela tachlân l'nesjuna ela patzân min bischa


    Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen, sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.


    Metol dilachie malkutha wahaila wateschbuchta l'ahlâm almîn. Amên


    Aus Dir kommt der allwirksame Wille, die lebendige Kraft zu handeln, das Lied, das alles verschönert und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert. Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen! Mögen sie der Boden sein, aus dem alle meine Handlungen erwachsen. Besiegelt im Vertrauen und Glauben. Amen.



  8. #8
    Chris
    Gast

    Re: Warum zitierst Du den Text falsch?


    Wo bitte müsste den hier das Wort Vater stehen?


    Chris



  9. #9
    Ahmet
    Gast

    Re: Sohn Gottes


    Hallo Guther,


    Du machst mich hier aber zünftig nieder. Du machst mit deinen Worten auch Gott nieder. Das finde ich nicht schön. Das hätte ich von Dir nicht erwartet. Ich bin halt offen für alles. Ich gebrauche auch meinen Verstand. So möchte es Gott, so mache es auch ich.


    Gunther: Im Semitischen wird zwischen „Sohn“ und „Gesandter“ deutlich unterschieden.


    Ja, klar!? Ich habe doch nicht den wörtlichen Unterschied gemeint?


    Gunther: Jesus weiß sich vom Vater gesandt und sendet wiederum seine Apostel. Apostel bedeutet Gesandter (apóstolos, von griechisch apostéllein = senden).


    Du sagst doch gerade, Jesus weiss sich von Gott (Vater) gesandt. Also ist er ein Gesandter, was im aramäischen als ein Mittler zwischen Gott und der Menschheit verstanden wird. Manchmal geschieht das über die Engel. Messias bedeutet das gleiche. Das sehen wir doch beide so?


    Gunther: Hauptbotschaft des Neuen Testaments ist, daß Jesus der Sohn Gottes ist. Die Stellen sind zahlreich in fast allen Büchern des Neuen Testaments.


    In römischen und griechischen Kreisen mag der Ausdruck "Sohn Gottes" ganz klar mehr Bedeutung haben, als "Gesandter". Das habe ich Dir auch schon geschrieben. Aber, ich kann Dir versichern, wenn Jesus als ein "Gesandter Gottes" (= Mittler zwischen Mensch und Gott) angesehen wird, dann hat er einen höheren Stellenwert als ein "Sohn Gottes" (= Ein einfacher Mensch, der sich Gott zum Beispiel nimmt). Natürlich meine ich das Umgangsprachlich, wie es damals zwischen Jesus und seiner Umgebung wahrgenommen wurde.


    Gunther: Denke doch bitte mal über die folgenden Stellen nach.

    Als Jesus seine Jünger fragt, für wen ihn die Menschen halten, bekennt Petrus: Du bist der Christus (Messias), der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus antwortet darauf: Nicht Fleisch und Blut haben die das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.



    Ja, diese Stelle macht Jesus zum Gesandten Gottes, zum Messias. Das sehe ich auch so, aber nicht wegen dem Teil, wo es heisst "der Sohn des lebendigen Gottes". Denn das sagt im aramäischen nur aus, dass "Jesus im Verhalten gleich handelt, wie Gott es will". Das machten noch viele Andere auch.


    Gunther: Jesus wurde vom Hohen Rat wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt, weil er sich als Sohn Gottes bekannte - Lk 22,70: „Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes. Er antwortete ihnen: Ihr sagt es – ich bin es“ (hebräisch: ani hu). Hätte dieser Ausdruck im Munde Jesu die harmlose Bedeutung gehabt, die Du annimmst, wäre es für die Juden keine Gotteslästerung gewesen.


    Es ging um das Wort Messias. Jesus wurde wegen seiner Rebellischen Stellung als Messias verurteil, nicht wegen seiner Aussage: "Ihr sagt, dass ich es bin". So stand es jedenfalls auf dem Schild (I.N.R.I).


    Gunther: (Die Verfasser des Neuen Testamentes waren gläubige Juden und kannten den Unterschied zwischen Mensch und Gott, und den Unterschied zwischen einem Sohn und einem Gesandten.)


    Da bin ich mir nicht ganz sicher. Hätten es tatsächlich Juden verfasst, dann wären es nicht griechische Texte geworden. Wenn es griechisch sprechende Priester waren, dann hätten Sie die semitische Bedeutung nicht mehr wiedergeben können. Und genau das geschah an mehreren Stellen.


    Gunther: Kennst Du diesen Text?: „In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ (MT 11,25-27)


    Ja, ich kenne diesen Text. Und nun kann ich mir auch vorstellen, wie Du diese Stelle verstehst. Ist auch schön. Aber wie gesagt, Menschen mit dem semitischen Sprachsinn verstehen das anders, obwohl sie das gleiche sagen.

    Du machst hier ein Wort zum grössten. Ich aber sage Dir, auch ich kann Dir etwas offenbaren.


    ...Alles ist mir übergeben von Gott; und niemand erkennt den Gläubigen als nur Gott, noch erkennt jemand Gott als nur der Glaubende, und wem der Gläubige ihn offenbaren will.


    Es gäbe noch so viel zu schreiben, aber das hat alles keinen Sinn, denn seit dem die Evangelien durch das Neue Testament ersetzt wurden, wurde alles anders. Und wer wohl hat alles geändert?


    Die Römer, denen Jesus ein Dorn im Auge war. Und aus Römern wurde die Kirche. Das konnte ja nicht gut kommen. Leider waren die Römer eine so grosse Macht und konnten alles, was ihnen nicht passte, vernichten. Und doch hoffe ich, dass noch mehr Zeugnisse von unseren Jesus gefunden werden können, als diese, die von der Kirche nicht akzeptiert werden.


    Ich wünsche Dir trotz deinen zum Teil Gottlosen Worten alles Gute....


    Gruss

    Ahmet



  10. #10
    Gunther Maria Michel
    Gast

    Re: Sohn Gottes


    Grüß Dich, Ahmet,

    Du schreibst, daß ich Dich niedermache.

    Ich kenne Dich ja nicht. Ich bemerke nur, wie Du in Postings auf Deinem Forum und in Artikeln auf Deiner Website Jesus Christus, das Christentum und besonders die römisch-katholische Kirche niedermachst, wobei Dir leider Gottes Unwahrheiten unterlaufen. Darauf habe ich in einem Punkt, auf den ich stieß, reagiert. Zufällig ist dieser Punkt zentral: der Begriff der Gottessohnschaft Jesu Christi. Du beseitigst dieses Problem, indem Du das Wort 'Sohn', das im griechischen Urtext steht, in Deiner Übersetzung ins Deutsche einfach durch das Wort 'Gesandter' ersetzt.

    Das ist - entschuldige, daß ich es so deutlich sagen muß - weder wissenschaftlich noch redlich. Es geht hier um die höchsten Dinge, die es gibt, um die Wahrheit, um die Religion - deshalb sage ich es so deutlich.

    Wäre es so, wie Du sagst, dann würden die hebräische und die aramäische Version des Neuen Testaments an den zahlreichen Stellen, wo das griechische Original hyiós (Sohn) hat, nicht das jeweilige semitische Wort für Sohn verwenden. Das tun sie aber.

    Also ist es - gelinde ausgedrückt - tendenziös, das griechische und semitische Sohn Gottes (ben-elohim) mit Gesandter Gottes zu übersetzen. Wer das tut, der möchte wohl so nebenbei den Wortlaut der Evangelien "berichtigen", weil er eine andere theologische Konzeption hat, in der es einen Jesus Christus, der der einziggeborene Sohn Gottes ist, wie das Evangelium des Johannes versichert (welches Du natürlich für historisch unzuverlässig erklärst), nicht geben darf. So aber darf man mit einem Text nicht umgehen, geschweige denn mit einem heiligen Text.

    Schau mal in Lukas Kap. 3 hinein. Da ist die zweite Genealogie von Jesus angegeben: Da steht, Jesus war ... der Sohn Josefs, (der Sohn) Elis, (der Sohn) Mathans, usw. usf. (der Sohn) Adams, (der Sohn) Gottes.

    (Griechisch: hyiòs Ioséph, toû Elí, toû Mathán, usw., toû Adám, toû Theoû.

    Hebräisch: ben-josef, ben-eli, ben-mattat, ..., ben-adam, ben-elohim.) Es ist doch klar, daß man Sohn als Sohn übersetzen muß und nicht sonstwie, und dann steht hier eben: Sohn Gottes.

    Ich möchte jedoch nicht weiter auf Deine Antwort eingehen. Es wäre nicht höflich, als Gast in Deinem Forum mit Dir in eine harte Auseinandersetzung einzutreten, und werde deshalb nicht weiter bei Dir schreiben. Danke jedenfalls, daß Du meine Antworten zugelassen hast.

    Ich bin sicher, nichts Gottloses geschrieben zu haben, wie Du mir zwar vorwirfst, aber nicht nachweist. Vielleicht war ich unfreundlich oder taktlos, das täte mir leid, aber Unwahres oder Gottloses habe ich nicht geschrieben.

    Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute. Möge Gott Dich erleuchten!

    Gruß,

    Gunther.



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