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Thema: Wer waren die Arianer? Und was glaubten sie?

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    Wer waren die Arianer? Und was glaubten sie?


    MS E. Encyklopädie 2005


    Arianismus, frühe christliche Lehre aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., benannt nach dem alexandrinischen Presbyter Arius. Nach arianischer Lehre ist Jesus nicht wesensgleich mit Gott, aber dessen vornehmstes Geschöpf.


    Arius wurde in Libyen geboren und studierte an der theologischen Schule des Lucian von Antiochia, wo auch andere Vertreter des Arianismus ausgebildet wurden. Nach seiner Priesterweihe in Alexandria verwickelte sich Arius 319 in einen Streit mit seinem Bischof über die Gottheit Christi. Schließlich wurde er 325 wegen seiner Auffassungen nach Illyrien verbannt, doch die Auseinandersetzung um seine Lehre griff bald auf die gesamte Kirche über und hielt sie über ein halbes Jahrhundert lang in Atem. Zwar wurde sie am Ende durch den römischen Kaiser Theodosius I. im ganzen Reich verboten (379), doch überlebte sie noch zwei Jahrhunderte lang unter den germanischen Stämmen, die von arianischen Bischöfen zum Arianistischen Christentum bekehrt worden waren.


    Arius lehrte, dass Gott nicht selbst gezeugt und ohne Ursprung sei. Der Sohn, die zweite Gestalt der Dreifaltigkeit, könne daher, weil er gezeugt worden sei, nicht Gott im selben Sinne wie der Vater sein.


    Die Lehre des Arius wurde 325 auf dem 1. ökumenischen Konzil von Nicäa verdammt. Die 318 dort versammelten Bischöfe verfassten ein Bekenntnis, in dem festgestellt wurde, dass der Sohn Gottes „empfangen, doch nicht erschaffen” worden sei und „von gleicher Substanz” (griechisch homoousios) wie der Vater sei. Der Sohn sei also Teil der Dreifaltigkeit, nicht der Schöpfung. Zuvor war kein Glaubensbekenntnis von allen Kirchen gemeinsam anerkannt worden. Die Stellung des neuen Bekenntnisses als Dogma wurde durch den Bann gegen die Lehre von Arius und der Lehre im heiligen Land bekräftigt.


    Trotz der Verurteilung starb die Lehre des Arius nicht aus. Ein Grund dafür war die Politik des Römischen Reiches. Unter dem Einfluss des griechischen Kirchenhistorikers Eusebios von Caesarea, dessen Rechtgläubigkeit ebenfalls in Zweifel gezogen worden war, rief Kaiser Konstantin I. Arius um 334 aus dem Exil zurück. Kurz danach entschlossen sich zwei einflussreiche Personen, den Arianismus zu unterstützen: Der nächste Kaiser, Constantius II., war der arianischen Lehre zugeneigt; der Bischof und Theologe Eusebios von Nikomedia, später Patriarch von Konstantinopel, wurde ebenfalls ein führender Vertreter des Arianismus.


    Um 359 hatte sich der Arianismus durchgesetzt und war die offizielle Glaubenslehre des Römischen Reiches. Die Arianer waren allerdings unter sich zerstritten und spalteten sich in zwei Parteien. Die Semiarianer bestanden vor allem aus konservativen östlichen Bischöfen, die im Wesentlichen mit dem Nizäum (Römisches Konzil) übereinstimmten, doch wegen des dort verwendeten nichtbiblischen Begriffs homoousios (von gleicher Substanz) Zweifel hegten. Die Neuarianer vertraten die Auffassung, dass der Sohn von anderem Wesen (griechisch heteroousios) als der Vater sei oder ihm zumindest nicht gleiche (anomoios). Zu dieser Gruppe gehörten auch die Pneumatomachen (Kämpfer gegen den Geist), die behaupteten, der Heilige Geist sei ein Geschöpf wie der Sohn. Mit dem Tod Constantius’ II. 361 und der Herrschaft von Valens, der die Semiarianer verfolgte, war der Weg frei für den endgültigen Sieg der nicäischen Orthodoxie, die von Kaiser Theodosius 379 anerkannt und auf dem 2. ökumenischen Konzil (erstes von Konstantinopel) 381 erneut bestätigt wurde.


    So siegte also die Römische Version des Christentum gegen die Jesus-Lehre des heiligen Landes (gegen Arius) und der Sieg der Römischen Kirche hielt seit dem ersten Konzil bis Heute an.

  2. #2
    Chris
    Gast

    Re: und Katharer?


    Hallo Ahmet!


    >So siegte also die Römische Version des Christentum gegen die Jesus-Lehre des heiligen Landes (gegen Arius) und der Sieg der Römischen Kirche hielt seit dem ersten Konzil bis Heute an.


    Das selbe erlebten doch auch die Katharer? Weisst Du etwas über sie?


    Chris



  3. #3
    Ahmet
    Gast

    Die Katharer Christen wurden von der Kirche verfolgt!


    Hallo Chris,


    Chris: Das selbe erlebten doch auch die Katharer? Weisst Du etwas über sie?


    Fast so, es war jedenfalls auch eine Niederlage gegen die herrschende Kirche. Man hört viel über die Katharer in Verschwörungstheorien. Aber nicht alles, dass man über sie erzählt, sind Tatsachen. Folgend findest Du, was man über sie wirklich weiss:


    Katharer (griechisch katharos: rein), Bezeichnung für zahlreiche, weit verbreitete religiöse Bewegungen des Mittelalters. Die Katharer zeichneten sich durch das Einhalten einer strengen Askese aus. Sie vertraten eine vom Manichäismus beeinflusste dualistische Theologie, der zufolge das Universum aus einer von Gott geschaffenen spirituellen und der vom Satan beherrschten materiellen Welt besteht.


    Der Oberbegriff „Katharer” wird häufig im Zusammenhang mit nahe stehenden häretischen Gruppen verwendet, z. B. mit den im 3. Jahrhundert bekannten Novatianern, die die Wiederaufnahme derer verwarfen, die bei der Christenverfolgung abgefallen waren. Als Vorläufer der Katharer gelten ebenso die Paulizianer, die im 9. Jahrhundert gegründet wurden und vor allem im südosteuropäischen Raum verbreitet waren. Aus ihnen gingen später die Bogomilen hervor. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts fanden die Katharer vor allem in Bulgarien, Albanien und Slawonien großen Zulauf. Dann spalteten sie sich in zwei Gruppen: die streng dualistischen Albanenser und die moderateren Garanenser. In Italien nahm die Zahl ihrer Anhänger im 11. und 12. Jahrhundert zu. In der Gegend um Mailand nannte man sie abfällig Patarini, nach einer mailändischen Gasse, in der häufig Lumpensammler verkehrten. Als Reformbewegung erlangten die Patariner im 11. Jahrhundert Bedeutung, als sie den Kampf der Laienbrüder gegen den korrupten Klerus unterstützten.


    Ihre stärkste Gefolgschaft versammelten die Katharer in Südfrankreich, wo sie Albigenser oder, in Verzerrung der Paulizianer, Poblicants hießen. Dabei zählte fast der gesamte Adel zu ihren Anhängern. Als die Grafen von Toulouse und Foix sich gegen die katholische Kirche und den König von Frankreich wandten, kam es zu den Albigenserkriegen (1209-1229). Der Rückgang der Bewegung erklärt sich jedoch nicht nur durch die Verfolgung durch die Inquisition, sondern auch durch die Verbreitung der Bettelorden, insbesondere der Franziskaner. Als einziges schriftliches Zeugnis der Katharer liegt eine kurze Liturgie vor, die in der Sprache der provenzalischen Troubadoure des 13. Jahrhunderts verfasst ist.


    Gruss

    Ahmet




  4. #4
    Alex
    Gast

    Re: Die Katharer Christen wurden von der Kirche verfolgt!


    Es gibt zum Thema Katharer drei lesenswerte Bücher von Maurice Magre im Verlag "edition Tramontane".

    Soweit ich weiß, sind die nicht mehr liebeferbar, aber mit etwas Glück bekommt man sie vielleich noch gebraucht.


    "Die Kraft der frühen Himmel - Weisheit und Widerstand bei den Druiden, Katharern und Zigeunern" ISBN 3-925828-01-X


    und die beiden Romane:


    "Das Blut von Toulouse - Roman eines Lebensweges im 13.Jh."

    über die Belagerung der Montsegure, Hochburg der Katharer

    ISBN 3-925828-07-9


    "Smaragdfeuer oder die Liebe des Narren - Märchenroman einer Graleinweihung in den Pyrenäen"

    ISBN 3-925828-00-1


    Die sind so geschrieben, als wäre der Autor persönlich dabei gewesen.


    Liebe Grüße.

  5. #5
    Ahmet
    Gast

    Re: Die Katharer Christen wurden von der Kirche verfolgt!


    Hallo Alex,


    Danke für den Literaturtip. Gibt es auch ein Sachbuch über die Katharer?

    Oder ist sogar das erwähnte ein solches?


    >>"Die Kraft der frühen Himmel - Weisheit und Widerstand bei den Druiden,

    >> Katharern und Zigeunern" ISBN 3-925828-01-X


    Gruss

    Ahmet




  6. #6
    Alex
    Gast

    Re: Die Katharer Christen wurden von der Kirche verfolgt!


    Hallo Ahmet,


    genanntes Buch ist ein Sachbuch.

    Habe noch vergessen, folgendes Sachbuch zu erwähnen, das wohl noch lieferbar ist. Ist viel umfangreicher und geht auch auf den ganzen historischen Kontext ein:


    Jean Markale, "Die Katharer von Montsegur"

    Goldmann, ISBN 3-442-12440-9


    Liebe Grüße,

    alex




    >Hallo Alex,

    >Danke für den Literaturtip. Gibt es auch ein Sachbuch über die Katharer?

    >Oder ist sogar das erwähnte ein solches?

    >>>"Die Kraft der frühen Himmel - Weisheit und Widerstand bei den Druiden,

    >>> Katharern und Zigeunern" ISBN 3-925828-01-X

    >Gruss

    >Ahmet



  7. #7
    Ahmet
    Gast

    Re: Danke!


    Besten Danke..., Alex

    Gruss

    Ahmet



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