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Thema: TV-Tip: ARD - Der Sitz des Bösen

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    TV-Tip: ARD - Der Sitz des Bösen


    Der Sitz des Bösen


    ARD, Mittwoch, 27. Juli 2005 23:00 Uhr; 45 Min.


    Entstehen Verbrechen im Gehirn?


    Stefan B. ist pädophiler Gewalttäter. Die Richter attestierten dem Mann, der sogar mal Priester werden wollte ein Persönlichkeitsstörung. Was läuft in seinem Hirn anders als bei normalen Menschen ? Es scheint biologische Spuren im Gehirn von Gewalttätern zu geben. Mit den modernen bildgebenden Verfahren, Kernspin, Magnetresonanz sind Wissenschaftler den Wurzeln der Gewalt im Gehirn auf der Spur. Auch bei Stefan B., der im Maßregelvollzug statt im Gefängnis sitzt. Er wird therapiert. Wie lange das dauert, ob und wann er wieder freikommt, weiß niemand. Aber vielleicht können die neuen Ergebnisse der Forscher helfen, Erfolg von Therapien im Gehirn zu überprüfen. Die moderne Hirnforschung stellt verstörende Fragen: wenn die Gewalttaten durch Hirnanomalien erklärbar sind, können die Täter dann überhaupt anders gehandelt haben? Ist Stefan B. vielleicht gar nicht schuldig?


    Nicht nur Gewalttäter, wir alle seien vielmehr vom Hirn gesteuert, als wir das gerne wahrhaben möchten. Bewusst zu handeln sei ein Luxus, in der Regel existiere gar kein freien Wille bei unseren Entscheidungen. Behauptet etwa Gerhard Roth in Bremen, einer der renommiertesten Hirnforscher Deutschlands. Unser freier Wille sei nur eine Illusion, ein Trick des Hirns, der uns die Welt erträglich macht.


    Harter Tobak für unser Weltbild.


    Gruss

    Ahmet



  2. #2
    Alex
    Gast

    Re: TV-Tip: ARD - Der Sitz des Bösen


    >Der Sitz des Bösen

    >ARD, Mittwoch, 27. Juli 2005 23:00 Uhr; 45 Min.

    >Entstehen Verbrechen im Gehirn?


    Danke Ahmet für diesen Hinweis. Habe den Bericht gesehen, war sehr interessant.

    Die Rückschlüsse der Hirnforscher erscheinen mir jedoch etwas vorschnell.

    Gerade bei dem Experiment, in dem festgestellt wurde, dass es Hirnaktivitäten vor einer bewussten Entscheidung gibt und dies dann der Beweis sein soll, dass das Hirn das Bewusstsein steuert, erscheint mir äußerst fragwürdig. Hier wurde eindeutig übersehen, dass es da noch so etwas wie ein "Unterbewusstsein" gibt, der Teil unseres Bewusstsein, der unterschwellig abläuft, den man allenfalls durch tiefe Entspannung oder Meditation ergründen kann.


    Und dass ein gefühlskalter Gewalttäter Defizite aufweist, die auch in den Hirnaktivitäten nachzuweisen sind, überrascht auch nicht. Unser Gehirn ist die Schnittstelle zwischen Geist und Materie. Wenn der Geist gestört ist (wie im Film beschrieben durch lieblose Behandlung in der frühkindlichen Phase), dann ist das verbindende Organ ebenso gestört.


    Sicher haben wir weniger freie Entscheidungsmöglichkeit, als wir uns vorstellen ("Man kann tun, was man will, aber man kann nicht wollen, was man will."), aber wer seinen Verstand als Mensch benutzt, kann sich sehr wohl von triebhaften Zwangshandlungen befreien, auch wenn das Mitgefühl, wie bei dem portraitierten Täter, wenig ausgeprägt ist. Das könnte man dann als "über den eigenen Schatten springen" bezeichnen.

    Es gibt viele ebenfalls wissenschaftliche Beweise, wie der Geist den Körper beeinflussen kann; siehe dazu

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...359512,00.html


    Alex

  3. #3
    Emilia
    Gast

    Re: TV-Tip: ARD - Der Sitz des Bösen


    >Der Sitz des Bösen

    >ARD, Mittwoch, 27. Juli 2005 23:00 Uhr; 45 Min.

    >Entstehen Verbrechen im Gehirn?

    >Stefan B. ist pädophiler Gewalttäter. Die Richter attestierten dem Mann, der sogar mal Priester werden wollte ein Persönlichkeitsstörung. Was läuft in seinem Hirn anders als bei normalen Menschen ? Es scheint biologische Spuren im Gehirn von Gewalttätern zu geben. Mit den modernen bildgebenden Verfahren, Kernspin, Magnetresonanz sind Wissenschaftler den Wurzeln der Gewalt im Gehirn auf der Spur. Auch bei Stefan B., der im Maßregelvollzug statt im Gefängnis sitzt. Er wird therapiert. Wie lange das dauert, ob und wann er wieder freikommt, weiß niemand. Aber vielleicht können die neuen Ergebnisse der Forscher helfen, Erfolg von Therapien im Gehirn zu überprüfen. Die moderne Hirnforschung stellt verstörende Fragen: wenn die Gewalttaten durch Hirnanomalien erklärbar sind, können die Täter dann überhaupt anders gehandelt haben? Ist Stefan B. vielleicht gar nicht schuldig?

    >Nicht nur Gewalttäter, wir alle seien vielmehr vom Hirn gesteuert, als wir das gerne wahrhaben möchten. Bewusst zu handeln sei ein Luxus, in der Regel existiere gar kein freien Wille bei unseren Entscheidungen. Behauptet etwa Gerhard Roth in Bremen, einer der renommiertesten Hirnforscher Deutschlands. Unser freier Wille sei nur eine Illusion, ein Trick des Hirns, der uns die Welt erträglich macht.

    >Harter Tobak für unser Weltbild.

    >Gruss

    >Ahmet


    Hallo!


    Der freie Wille ist mit unserem Bewußtsein verknüpft, und ob man menschliches

    Bewußtsein einzig auf das Gehirn reduzieren kann, wage ich zu bezweifeln.

    Freiheit bedeutet, aus mehreren Möglichkeiten zu wählen, und jede Lebenssituation

    bietet immer mehr als nur eine (Wahl)- Möglichkeit.

    Wenn es also wahr wäre, daß unsere Entscheidungen/Handlungen überwiegend vom Gehirn

    gesteuert werden, warum entscheiden sich dann Menschen gegen ihre Zwänge und Süchte?

    Konkreter: Warum entschließen sich Drogensüchtige gegen ihre Sucht, oder Gewalttäter

    für eine z.B Psychotherapie?


    Gruß

    Emilia



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