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Thema: Warum fasten Muslime wie Moses und Jesus?

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    Warum fasten Muslime wie Moses und Jesus?


    Besteht da ein Zusammenhang?


    Wieder ist die Zeit gekommen, und das Fasten ist überall. Über eine Milliarden Menschen denken ans Fasten. Aber woher kommt das Fasten? Wo liegt der Ursprung? Eines ist klar, es ist ein religiöser Ursprung.


    Wir wissen, dass auch Jesus genauso wie die Muslime fastete (8 Matth.4, 1-2). Wir wissen auch, dass die Juden fasten, um nachzuahmen, was Mose bei seiner langen Abwesenheit auf dem Berg Sinai erlebte (2.Mose 24, 18).


    Das Fasten geht also auf die 40 Tage und 40 Nächte zurück, wo Moses auf dem Berg Sinai verweilte und danach mit zwei steinernen Tafeln (Zehn Gebote) den Berg herunter kam. Auch andere Bibelstellen beschreiben das Fasten (1.Kön.19, 8).


    Hunderte von Jahren später macht Jesus dasselbe, weil es „ganz normal“ war, an die Zeit Mose zurück zu denken und zu fasten. Urchristen machten es genauso, dass Tagsüber nichts gegessen wurde. Die einzigen Urchristen, welche noch heute diesen göttlichen Brauch pflegen, sind die Muslime!


    Und zwar am Ramadan, neunter Monat des islamischen Jahres, heiliger Fastenmonat (saum), eine der fünf Säulen des Islam, die der Koran allen erwachsenen Muslimen vorschreibt. Nach dem Koran wurde die Fastenzeit des Ramadan geschaffen, damit die Gläubigen „die Frömmigkeit pflegen können”. Dieser Monat wurde dazu ausersehen, weil in ihm Muhammad die erste der Koranoffenbarungen empfing.


    Das Fasten während des Ramadan beginnt jeden Tag bei Tagesanbruch und endet unmittelbar bei Sonnenuntergang. Während des Fastens dürfen Muslime weder essen noch trinken. Vor dem Schlafengehen werden in der Gemeinde besondere Gebetsandachten veranstaltet, in denen lange Abschnitte aus dem Koran gelesen werden. Die Nacht vom 26. auf den 27. Tag des Ramadan, die Nacht der ersten Offenbarung, wird die „Nacht des göttlichen Ratsschlusses” genannt, in der dem Koran zufolge Gott die Richtung der Welt für das folgende Jahr festsetzt. Der Tag nach dem Ende des Ramadan heißt „Fastenbrecher” und wird mit besonderen Gebeten und Festen begangen.


    Hier noch die Koranstelle, die das wesentliche erklärt.


    Gruss und eine angenehme Fastenzeit an alle, die es praktizieren.

    Ahmet


    O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren (u. a. Jesus). Vielleicht werdet ihr (Gott) fürchten. [2:183] Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten). Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und daß ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es (nur) wüßtet! [2:184] Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur'an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Gott will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen - damit ihr die Frist vollendet und Gott rühmt, daß Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. [2:185] Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. Deshalb sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen. [2:186] Es ist euch erlaubt, euch in der Nacht des Fastens euren Frauen zu nähern; sie sind Geborgenheit für euch und ihr seid Geborgenheit für sie. Gott weiß, daß ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch. So pflegt nun Verkehr mit ihnen und trachtet nach dem, was Gott für euch bestimmt hat. Und esset und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht. Und pflegt keinen Verkehr mit ihnen, während ihr euch in die Moscheen zurückgezogen habt. Dies sind die Schranken Gottes, so kommt ihnen nicht nahe! So erklärt Gott den Menschen Seine Zeichen. Vielleicht werden sie (Ihn) fürchten.



  2. #2
    nour iman
    Gast

    es gibt und gab immer kleine unterschiede, wenn neue offenbarungen kamen


    der friede sei mit dir, lieber ahmet,




    >Besteht da ein Zusammenhang?


    sicher doch, aber ...


    >Wir wissen, dass auch Jesus genauso wie die Muslime fastete (8 Matth.4, 1-2). Wir wissen auch, dass die Juden fasten, um nachzuahmen, was Mose bei seiner langen Abwesenheit auf dem Berg Sinai erlebte (2.Mose 24, 18).

    >Das Fasten geht also auf die 40 Tage und 40 Nächte zurück, wo Moses auf dem Berg Sinai verweilte und danach mit zwei steinernen Tafeln (Zehn Gebote) den Berg herunter kam. Auch andere Bibelstellen beschreiben das Fasten (1.Kön.19, 8).


    einige der bereits erwaehnten unterschiede sind die 40 tage, die wir muslime so nicht haben. der ramadan hat normalerweise 29 tage, manchmal 30.

    wenn der neumond nach ramadan ankuendigt, dass der neue monat beginnt, ist das fasten untersagt. dieser tag ist einer der wichtigsten tage im islam, das sogenannte zuckerfest (im arabischen 'id ul fitr). frauen, die waehrend des ramadan ihre regel hatten und andere, welche zb. aufgrund von krankheit einige tage nicht fasten konnten, sollen dies nachholen, aber eben nicht an diesem tag. am 'id ul fitr gibt es ein spezielles gebet. warum ich das erwaehne? nun, es gibt eine spezielle steuer, genannt zakat ul fitr (siehe link) und bis zu diesem 'id-gebet soll man diese abgabe zahlen.

    ein weiterer unterschied zum fasten der frueheren propheten ist, dass wir muslime angehalten sind, morgens vor dem morgengrauen aufzustehen, noch eine kleine mahlzeit zu uns zu nehmen und das tarawih-gebet zu vollziehen.


    >Das Fasten während des Ramadan beginnt jeden Tag bei Tagesanbruch und endet unmittelbar bei Sonnenuntergang. Während des Fastens dürfen Muslime weder essen noch trinken. Vor dem


    das fasten ist umfangreicher als nur nicht-essen und nicht-trinken. wenn wir fasten, fastet der magen, die augen, die ohren, der mund. dh. wir sollen es auch meiden verbotene dinge zu betrachten, den schlechten reden der menschen zu lauschen und sowieso nichts schlechtes sprechen.


    >Ahmet


    frieden.

    nour iman


    >O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren (u. a. Jesus). Vielleicht werdet ihr (Gott) fürchten. [2:183] Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten). Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und daß ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es (nur) wüßtet! [2:184] Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur'an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Gott will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen - damit ihr die Frist vollendet und Gott rühmt, daß Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. [2:185] Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. Deshalb sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen. [2:186] Es ist euch erlaubt, euch in der Nacht des Fastens euren Frauen zu nähern; sie sind Geborgenheit für euch und ihr seid Geborgenheit für sie. Gott weiß, daß ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch. So pflegt nun Verkehr mit ihnen und trachtet nach dem, was Gott für euch bestimmt hat. Und esset und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht. Und pflegt keinen Verkehr mit ihnen, während ihr euch in die Moscheen zurückgezogen habt. Dies sind die Schranken Gottes, so kommt ihnen nicht nahe! So erklärt Gott den Menschen Seine Zeichen. Vielleicht werden sie (Ihn) fürchten.



  3. #3
    Ahmet
    Gast

    Re: es gibt und gab immer kleine unterschiede, wenn neue offenbarungen kamen


    Friede sei auch mit Dir Nour Iman,


    Danke für die genaue Ausführung. Ich hätte noch zwei Fragen.


    Nour Iman: warum ich das erwaehne? nun, es gibt eine spezielle steuer, genannt zakat ul fitr (siehe link) und bis zu diesem 'id-gebet soll man diese abgabe zahlen.


    Wem zahlst Du diese Steuer und was geschieht mit diesem Geld?


    Nour Iman: das fasten ist umfangreicher als nur nicht-essen und nicht-trinken. wenn wir fasten, fastet der magen, die augen, die ohren, der mund. dh. wir sollen es auch meiden verbotene dinge zu betrachten, den schlechten reden der menschen zu lauschen und sowieso nichts schlechtes sprechen.


    Was sollen das für verbotene Dinge sein, die man nur während der Fastenzeit und nicht immer (vor Gott) beachten muss? Gott ist immer und überall. Das man das so macht, muss eine menschliche Interpretation sein. Kannst Du mir das bitte erklären. Ich möchte das verstehen können.


    Friede

    Ahmet



  4. #4
    Cemil Kaya Kaya
    Gast

    Ramadan - Sultan der 11 Monate


    Friede sei mit Dir, Ahmet,


    >Ahmet: Friede sei auch mit Dir Nour Iman,

    >Danke für die genaue Ausführung. Ich hätte noch zwei Fragen.


    >Nour Iman: warum ich das erwaehne? nun, es gibt eine spezielle steuer, genannt zakat ul fitr (siehe link) und bis zu diesem 'id-gebet soll man diese abgabe zahlen.


    >Ahmet: Wem zahlst Du diese Steuer und was geschieht mit diesem Geld?


    CK: Die Steuer kommt den Bedürftigen Zugute - letzten endes immer, auch wenn zuweilen sie indirekt, das heißt durch den Staat, organisierterweise Sozialhilfe bekommen sollten.


    > Nour Iman: das fasten ist umfangreicher als nur nicht-essen und nicht-trinken. wenn wir fasten, fastet der magen, die augen, die ohren, der mund. dh. wir sollen es auch meiden verbotene dinge zu betrachten, den schlechten reden der menschen zu lauschen und sowieso nichts schlechtes sprechen.


    >Ahmet: Was sollen das für verbotene Dinge sein, die man nur während der Fastenzeit und nicht immer (vor Gott) beachten muss? Gott ist immer und überall. Das man das so macht, muss eine menschliche Interpretation sein. Kannst Du mir das bitte erklären. Ich möchte das verstehen können.


    CK: Sorry, aber, wenn ich nicht wüßte, daß Du Kenntnisse davon hast, würde ich evtl. verstehen, daß die Erwähnung, man solle im Ramadan sich von allen negativen Dingen fernhalten und Positives denken, sagen und tun, den Eindruck erwecken könnte, man dürfe und solle dann den Rest des Jahres sich alles (Negative) erlauben. Dem ist keinesfalls so, wenn man die islamische Lehre generell kennt und weiß, daß man immer gottgefällig leben und handeln soll.


    Der Ramadan bietet hierfür eine besondere und kollektive Gelegenheit, an sich noch gezielter und bewußter zu arbeiten.


    Friede

    Cemil




  5. #5
    nour iman
    Gast

    Re: Ramadan - Sultan der 11 Monate


    der friede sei mit dir, lieber bruder im islam,


    deine ausfuehrungen waren soweit richtig, ich will jedoch noch einige ergaenzungen dazu bringen.


    >>Ahmet: Wem zahlst Du diese Steuer und was geschieht mit diesem Geld?

    >CK: Die Steuer kommt den Bedürftigen Zugute - letzten endes immer, auch wenn zuweilen sie indirekt, das heißt durch den Staat, organisierterweise Sozialhilfe bekommen sollten.


    ich kann hier nur von meinen erfahrungen berichten. es gibt in deutschland natuerlich keine staatliche institution, welche dafuer zustaendig waere, die zakat einzusammeln und entsprechend beduerftigen zukommen zu lassen. so habe ich nun die wahl, mich selber darum zu kuemmern und zb. obdachlosen geld zu geben oder aber ich gebe das geld einem verein, zb. meinem moscheeverein, der sich dann um die verteilung kuemmert. in meiner moschee wird fuer die zakatul fitr extra eine sammelbox aufgehaengt, in die man das geld hineinwirft. da es in deutschland aber prinzipiell keine hinreichend beduerftigen geben sollte (siehe sozialhilfe), wird das geld dementsprechend auch nicht hier "investiert". natuerlich ist das eine sache des vertrauens, dass das geld dort sinnvoll verwendet wird, wo es noetig ist. ich denke da an die vom erdbeben betroffenen gebiete pakistans. letztlich kann man nie genug geld geben, um alles leid auszuloeschen, aber wenn man einen menschen fuer wenigstens einen tag satt machen oder gesund erhalten konnte, ist das schon ein anfang.


    >>Ahmet: Was sollen das für verbotene Dinge sein, die man nur während der Fastenzeit und nicht immer (vor Gott) beachten muss? Gott ist immer und überall. Das man das so macht, muss eine menschliche Interpretation sein. Kannst Du mir das bitte erklären. Ich möchte das verstehen können.

    >CK: Sorry, aber, wenn ich nicht wüßte, daß Du Kenntnisse davon hast, würde ich evtl. verstehen, daß die Erwähnung, man solle im Ramadan sich von allen negativen Dingen fernhalten und Positives denken, sagen und tun, den Eindruck erwecken könnte, man dürfe und solle dann den Rest des Jahres sich alles (Negative) erlauben. Dem ist keinesfalls so, wenn man die islamische Lehre generell kennt und weiß, daß man immer gottgefällig leben und handeln soll.

    >Der Ramadan bietet hierfür eine besondere und kollektive Gelegenheit, an sich noch gezielter und bewußter zu arbeiten.


    genau. ich denke auch, dass ahmet mich etwas falsch verstanden hat. verbotene dinge sind verboten, unabhaengig von der zeit oder heiligen festen. ausnahmen sind selbstverstaendlich notsituationen, dass man also zb. schweinefleisch essen soll, wenn die alternative der hungertod waere.

    ich meinte, dass es in der zeit des ramadan besonders wichtig ist, auch die sinnesorgane zu schonen, indem man mehr denn je versucht, zb. werbung mit erotischen inhalten (wie sie ja heutzutage in den strassen grossflaechig praesentiert wird) aus dem wege geht, die gemeinschaft laesternder menschen mehr denn je meidet usw.. das heisst nicht, dass es ausserhalb des ramadan erlaubt waere, nur dass die sensibilitaet fuer solche dinge im ramadan groesser sein sollte. das fasten ist einzig fuer Gott und man soll sich darin nicht von den weltlichen dingen ablenken lassen.




    der friede sei mit dir.

    nour iman

  6. #6
    Cemil Kaya
    Gast

    Re: Ramadan - Sultan der 11 Monate


    Selâm, lieber Bruder Nour Iman,


    Wie Du den Bedürftigen Hilfe leistest, ist heute ganz Dir überlassen, da es kein islamisches Land existiert (Du weißt, wie ich es meine). Natürlich kann man diesebezüglich Rat von Wissenden holen, zu welchen ich thematisch leider nicht gehöre.


    Nachträglich Bayram mubarak von Deinem Bruder im Islam

    Cemil




  7. #7
    Ahmet
    Gast

    Re: Ramadan - Sultan der 11 Monate


    Danke an Euch beide,


    Das hört sich ja schon ganz anders an....


    Friede sei...

    Ahmet

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