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Thema: Hast Du Verstand? Also ich habe Gott verstanden!

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    Hast Du Verstand? Also ich habe Gott verstanden!


    Hier ein wenig Aufklärung in Sache Gottes. Gott offenbarte sich mehrmals den Menschen (hier nur der Ausschnitt aus 2000 Jahren). Er kam immer wieder, und wieder, und wieder. Was Gott von den Menschen wollte, wurde von Menschen sogar niedergeschrieben. Aber verstanden hat das wohl noch kein Mensch. Oder?


    Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du verstanden, was Gott, unser Schöpfer hier sagen wollte, bzw. noch immer will?


    Nimm Dir doch bitte Zeit und liess die Kernaussagen der vier wichtigsten heiligen Schriften unserer Weltreligionen. Danke....


    Gruss

    Ahmet


    1500 v.Chr. - Hinduismus

    RIGVEDA (Rgveda 10.82) (5) Was war es, was als ersten Keim das Wasser trug? Worin erschauten sich als Eins die Geister? (6) Ihn, den als ersten Keim das Wasser austrug, in dem als Eins die Geister sich erschauten, in dieses Ungebornen Nabel regt sich der Einzige, das Leben aller Wesen; (7)nicht Ihn sollt ihr finden der diese schuf, einer von Euch Menschen wird den Blick verdunkeln, gehüllt in Nebel und Gefasel, freudlos werden die Sprüche der Herren wandeln.(Rgveda 10.129) (6)Nach der Schöpfung folgten die Geister, wer weiss schon, woraus sie bestehen? Woher die Schöpfung, woraus das Leben entstand, nur Er weiss, wie Er sie gemacht hat. (7) Nur das Auge des ursprünglichen Gottes im höchsten Himmel, Der alleine weiss, nichts gibt es, das Er nicht weiss.


    800 v.Chr. - Judentum / UrChristentum

    THORA (Devarim oder 5.Mose13,1)

    Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun. Du sollst zu ihm nichts hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen. (2)Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder, (3) und das Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem er sagte: "Lass uns anderen Göttern - die du nicht gekannt hast - nachlaufen und ihnen dienen!", (4) dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten hören oder auf den, der die Träume hat. Denn der Herr, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr den Herrn, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele liebt. (5) Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen, und ihn nur sollt ihr fürchten. Seine Gebote sollt ihr halten und seiner Stimme gehorchen; ihm sollt ihr dienen und ihm anhängen.


    80 n.Chr. - Christentum

    EVANGELIEN (Mt 7.15)

    Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.(16) An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?(17) So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte.(18) Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein fauler Baum gute Früchte bringen.(19) Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.(20) Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. (21) Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.(22) Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? (23) Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!


    600 n.Chr. - Islam

    KORAN (3,64)

    Sprich: "O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Gott." Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: "Bezeugt, daß wir (Ihm) ergeben sind." (65)

    O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Thora und das Evangelium doch erst (später) nach ihm herabgesandt worden sind? Habt ihr denn keinen Verstand?













  2. #2
    nour iman
    Gast

    Re: Hast Du Verstand? Also ich habe Gott verstanden!


    hallo und salâm ahmet,


    mit anderen worten entspricht deine auffassung in etwa dem: "es gibt keine gottheit ausser Gott" und man kann als zusatz auch "... und muhammed ist (auch) sein gesandter" annehmen. sehe ich das richtig?


    also dann verstehe ich nicht, weshalb du dich dagegen wehrst, dich selbst als muslim zu bezeichnen, da doch dies genau das bekenntnis eines solchen ist.




    frieden.

    nour iman



  3. #3
    Chris
    Gast

    Re: Hast Du Verstand? Ich auch, aber.....


    Hallo Ahmed


    "O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Thora und das Evangelium doch erst (später) nach ihm herabgesandt worden sind? Habt ihr denn keinen Verstand?"


    Steht das wirklich in einer heiligen Schrift? Ist das möglich, dass eine heilige Schrift über heilige Schriften schreibt?


    Es grüsst Chris



  4. #4
    Ahmet
    Gast

    Re: Hast Du Verstand? Ich auch, aber.....


    Steht das wirklich in einer heiligen Schrift? Ist das möglich, dass eine heilige Schrift über heilige Schriften schreibt?


    Ja, Chris, das ist so. Gott hatte sich mehrmals offenbart, um die alten Lehren unserer Väter in Erinnerung zu bringen. Dafür sandte Gott Menschen, die man heute als Propheten kennt. Interesannterweise gibt es da noch einen Zwischenboten, der immer mittler zwischen Gott und den Propheten (Menschen) war. Damit meine ich den Engel Gabriel, den man im Judentum, Christentum und im Islam als den Erz-Engel kennt.


    Gruss

    Ahmet

  5. #5
    Ahmet
    Gast

    Re: Hast Du mich jetzt verstanden?


    Hallo Nour Iman,


    Sei willkommen in meinem Forum.


    mit anderen worten entspricht deine auffassung in etwa dem: "es gibt keine gottheit ausser Gott" und man kann als zusatz auch "... und muhammed ist (auch) sein gesandter" annehmen. sehe ich das richtig?


    Ja, das kann man so sagen. Ich glaube nur an den Schöpfer- Gott, und es spricht für mich nichts dagegen, dass auch Mohammed das tat und von Gott gesandt wurde, um die ganze Menschheit an diesen Schöpfergott (arabisch: Allah) und seinen vorangegangenen Schriften zu erinnern.


    Mohammed war somit auch der Retter der „frohen Botschaft Gottes“, die von den damals gleich gesinnten christlichen Arianern leider nicht bewahrt werden konnten, da diese vom christlichen Rom besiegt wurden.


    also dann verstehe ich nicht, weshalb du dich dagegen wehrst, dich selbst als muslim zu bezeichnen, da doch dies genau das bekenntnis eines solchen ist.


    Ja, Nour Iman, ich verstehe deinen Gedanken. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das auch die Idee des Propheten Mohammed war. Auch der Koran verlangt nichts anderes, so wie ich es verstehe.


    Aber seit dem das Kalifat, welches vom Menschen geschriebene „Ergänzende Schriften“ als Erklärung zum Koran verwendet und damit aus der Friedenslehre (arabisch: Islam), den Mohammed verbreitete, eine neue Religion Islam erschuf…… Da kann ich nicht mehr mithalten.


    Ich kann mich nicht als Muslim geben, weil ich nicht die vom Kalifat eingeführten 5 Pflichten einhalte. D.h. ich verrichte zwar Steuerzahlungen und Spenden, die den Armen Menschen zu Gute kommen. Aber ich bete nicht nur 5x am Tag (gemäss Vorgabe) und faste nicht immer nur im Monat Ramadan.


    Der Islam ist und bleibt für mich die Lehre, wie Mohammed es von Gott prophezeit bekommen hatte. Und nicht so, wie es das spätere Kalifat, welches es eigentlich nicht dafür geben dürfte, danach geformt hat. Für mich darf es im Islam nicht geben, dass der Freitag zum heiligen Tag gesetzt wird, wo es doch zur Zeit Mohammeds, der Samstag (für Gottgläubige) war. Es dürfte für mich auch nicht geben, dass Ismael, der Sohn Abrahams eine so grosse Bedeutung neben Isaak bekommt. Das Erbe des Islam ist nicht Ismael. Gott sandte alle Propheten mit der gleichen Botschaft. Also kann es nicht sein, dass Ismael an Stelle von Isaak geopfert werden sollte. Die menschlichen Ergänzungen schreiben es aber so.


    Ich finde es schade, dass die Muslime sich das Label „Islam“ setzen, um sich von den anderen Religionen zu unterscheiden. Ich kann auch nicht verstehen, dass man beim Bekenntnis angeben muss, ob man nun Sunnite oder Schiite sei. Ich bin weder noch, wie Mohammed. Oder als was würdest Du mich einstufen?


    Für mich ist Islam keine Marke oder ein Label, sondern die Lehre, ein Lebensweg Gottes, die schon seit Urzeiten besteht. Es wäre schön, wenn auch die Mehrheit der Muslime das so sehen würden. So, wie zu Beginn, sollte die Zukunft des Islam aussehen. Ohne kulturelle Pflichten, politische Gruppierungen, die auch Abraham nicht kannte.


    Ich hoffe, ich habe die Muslime nicht gekränkt. Aber das ist nun mal meine Meinung. Verstehst Du mich, Nour Iman?


    Gruss

    Ahmet



  6. #6
    nour iman
    Gast

    klaro


    hallo und salâm ahmet,


    natuerlich verstehe ich dich. da geht es mir ja manchmal genauso. aber man muss versuchen, den islam in seiner gesamtheit zu verstehen und da kommt dann eben wesentlich mehr heraus als nur 5-mal taeglich beten, fasten in ramadan usw.. der islam ist die einzige religion, die bis in den kleinsten, scheinbar unwesentlichsten bereich des lebens vordringt.


    dies aber genau zu verstehen bedarf es erklaerender literatur, die von frommen menschen geschrieben wurde. erwaehnt sei hier al ghazali. du magst menschliche erklaerungen zum Koran ablehnen, aber da frage ich dich: war denn muhammed (s.a.s.) kein mensch, der uns die goettliche botschaft mit seinem beispielhaften leben erlaeuterte? nun gut, er war gleichzeitig der gesandte und hatte einen anderen, direkteren bezug zur problematik. tatsache ist aber, dass uns nicht jedes detail seine lebens bekannt ist und schon garnicht wurde jeder vers des Koran ausreichend durch muhammed (s.a.s.) erklaert. was bleibt uns also? koennen wir uns erlauben, die botschaft Gottes selbst zu interpretieren? ich denke, die gefahr etwas falsch zu verstehen, ist nicht gering, was bewiesen wird durch all die verschiedenen stroemungen innerhalb des islam.


    >Ich kann mich nicht als Muslim geben, weil ich nicht die vom Kalifat eingeführten 5 Pflichten einhalte. D.h. ich verrichte zwar Steuerzahlungen und Spenden, die den Armen Menschen zu Gute kommen. Aber ich bete nicht nur 5x am Tag (gemäss Vorgabe) und faste nicht immer nur im Monat Ramadan.


    muslim-sein ist viel umfangreicher und nicht unbedingt an die von dir hier genannten dinge gebunden. die hadith-literatur, die du leider abzulehnen scheinst, bietet viele interessante punkte:


    muslim ist nicht der, vor dessen hand und mund andere muslime nicht sicher sind. (sagte der prophet (s.a.s.))


    im umkehrschluss heisst das, und ein hadith weist dahin, dass jemand, der muslime achtet und bestrebt ist ihnen keinen schaden zuzufuegen, ihnen gar hilft, gewissermassen zu den muslimen zu rechnen ist. verstehst du?


    es gibt viele pflichten, die ein mensch zu erfuellen hat, um ein guter muslim zu sein. al ghazali spricht im buch "das elixir der glueckseligkeit" von 23 pflichten gegenueber anderen muslimen, von pflichten gegenueber nachbarn, anverwandten, eltern, kindern, sklaven usw..viele dinge davon sind sehr viel mehr wert als gebet, fasten und spenden. diese dinge sind eh nur die oberflaeche, bestimmt fuer menschen, die nur wenig an Gott denken und dadurch wieder erst an Ihn erinnert werden (muessen). nichtsdestotrotz sind diese 5 pflichten keine einfuehrung des kalifats, sondern muhammed (s.a.s.) selber sprach von ihnen des oefteren, wie viele ueberlieferungen belegen.


    es gibt aber auch den anderen islam, den inneren, und das ist das eigentliche ziel. es ist die religion von der du auch oft andeutungsweise sprichst, dessen existenz dir also klar ist, auch wenn die einzelheiten noch zu finden sind.


    >Der Islam ist und bleibt für mich die Lehre, wie Mohammed es von Gott prophezeit bekommen hatte. Und nicht so, wie es das spätere Kalifat, welches es eigentlich nicht dafür geben dürfte, danach geformt hat. Für mich darf es im Islam nicht geben, dass der Freitag zum heiligen Tag gesetzt wird, wo es doch zur Zeit Mohammeds, der Samstag (für Gottgläubige) war.


    hm. das ist mir ehrlich gesagt neu. auch dass der freitag heilig waere, wuesste ich nicht. wir gehen freitags arbeiten oder zur uni oder sonstwas und dann in die moschee, wie zur zeit muhammeds. das ist fuer mich kein beleg dafuer, dass dieser tag heilig waere. zu den heiligkeiten des islam gehoeren eher monate wie z.b. ramadan oder die nacht al qadr, in der die erste offenbarung des Koran zu unserem geliebten propheten (s.a.s.) herabkam. aber alles als heilig zu bezeichnen, was irgendwie ein bisschen sunna (lebensweise und brauch des propheten (s.a.s.)) ist, geht mir dann doch zu weit und erinnert mich an so manche geschichte der katholischen kirche.


    >Es dürfte für mich auch nicht geben, dass Ismael, der Sohn Abrahams eine so grosse Bedeutung neben Isaak bekommt. Das Erbe des Islam ist nicht Ismael. Gott sandte alle Propheten mit der gleichen Botschaft. Also kann es nicht sein, dass Ismael an Stelle von Isaak geopfert werden sollte. Die menschlichen Ergänzungen schreiben es aber so.


    bitte lies dir hierzu diesen beitrag von bruder hueseyin durch, der sich damit ziemlich umfangreich auseinadergesetzt hat.


    >Ich finde es schade, dass die Muslime sich das Label „Islam“ setzen, um sich von den anderen Religionen zu unterscheiden.


    nun, dass unsere religion aber "islam" heisst, steht doch im Koran :-) uebrigens als einzige religion, bekam der islam seinen namen von Gott selber.


    >Ich kann auch nicht verstehen, dass man beim Bekenntnis angeben muss, ob man nun Sunnite oder Schiite sei. Ich bin weder noch, wie Mohammed. Oder als was würdest Du mich einstufen?


    ich habe oben angedeutet, dass die sunna die lebensweise und der brauch des propheten (s.a.s.) ist. so gesehen war muhammed (s.a.s.) sunnit. und wenn du ihm in dieser lebensweise folgst, bist du ebenfalls sunnit. schiiten unterscheiden sich hauptsaechlich durch den glauben an eine erbfolge, wonach schwiegersohn ali haette der nachfolger muhammeds (s.a.s.) sein muessen, was aber wiederum in der sunna keinen platz findet, da muhammed abu bakr empfahl und dieser dann auch - wenn auch nicht demokratisch nach heutigem massstab - gewaehlt wurde.

    abgesehen davon, muss man das doch aber nicht angeben, oder? jedenfalls sollte es fuer einen muslim ausreichen, wenn jemand das glaubensbekenntnis ausspricht, diesen als muslim anzusehen. sollte das ein trick oder sonstwas sein ausser der wahrheit, so weiss es Gott doch immer noch am besten und nicht uns obliegt das gericht.


    >Ich hoffe, ich habe die Muslime nicht gekränkt. Aber das ist nun mal meine Meinung. Verstehst Du mich, Nour Iman?


    klar und mich hast du auch nicht gekraenkt. du schreibst lediglich das auf, was islam sein soll und von vielen aber eben nicht von allen muslimen praktiziert wird. das ist ja das interessante, nicht wahr, dass der islam, wie er ueber die medien transportiert wird, nicht der ist, der schriftlich herabkam, sondern ein konstrukt. wirkliche muslime wiederum nimmt man in der oeffentlichkeit nicht wahr, weil die es erkannt haben, dass sich-selbst-zur-schau-stellen eine selbstverherrlichung bedeutet, die von der Gottesverherrlichung diametral verschieden ist.


    ich verstehe dich vollkommen, lieber ahmet. du bist muslim, magst dich aber wegen der irren, die sich ebenfalls dazu zaehlen und den islam aber in den dreck ziehen mit ihren falschen ansichten, nicht dazu oeffentlich in der weise bekennen. dadurch machst du es dir in gewisser hinsicht leicht, da du nun nicht genoetigt bist, dich fuer irgendwelche entgleisungen anderer namens-muslime zu rechtfertigen.

    andererseits glaube ich, dass du es dir dadurch auch schwer machst, weil du so durch diese kuenstlich hervorgerufene distanz, nicht vollends in der lage bist, alles zum islam gehoerende zu erfassen und vieles vorschnell als "menschlichen einfluss" ablehnst.


    ich persoenlich favourisiere den weg des direkten bekenntnisses. ich binde es in meinem taeglichen leben zwar niemandem auf die nase, aber wenn mich jemand fragt, stehe ich dazu, dass ich muslim bin, selbst wenn das eine diskussion ueber das wie und warum hervorruft. ehrlichkeit ist ein grundprinzip des islam und so verlangt es denn auch, dass man unwissen zugibt. interessanterweise, sind die meisten fragen zum islam, mit denen sich so die menschen herumschlagen so oberflaechlich, dass man sich schon fast langweilt. nur selten werde ich ueberrascht durch fragen wie neulich bei einem freund: "warum bist du denn kein sufi?" das ist dann doch etwas komplizierter, nicht wahr?


    ;-)




    frieden.

    nour iman



  7. #7
    Ahmet
    Gast

    Re: klaro


    Hallo Nour Iman,

    Schön, dass Du mich als Muslim akzeptieren würdest, obwohl ich das Gebet nicht nach Vorgaben verrichte. Da habe ich schon andere Reaktionen annehmen müssen. Was den Feiertag angeht, da geht es mir nicht um die Heiligkeit (sorry), sondern die Abwendung von den übrigen Religionen.


    nun gut, er war gleichzeitig der gesandte und hatte einen anderen, direkteren bezug zur problematik. tatsache ist aber, dass uns nicht jedes detail seine lebens bekannt ist und schon garnicht wurde jeder vers des Koran ausreichend durch muhammed (s.a.s.) erklaert. was bleibt uns also?


    Hier frag ich Dich: Braucht es den das Wissen über das Leben Mohammeds, wenn es doch den Koran gibt? Hast Du die Evangelien und die Thora gelesen? Siehst Du das nicht auch so, dass dann jeder Vers verständlich wird, weil im Koran immer wieder Bezug auf die vorangegangenen Schriften genommen wird. Als ganzes betrachtet geht es doch immer um die Erinnerung an das vorangegangene.

    Ich bin überzeugt, dass es keine oder sehr wenige Kommentare und Erklärungen brauchen würde, wenn jeder Muslim die Thora und die Evangelien kennen würde. Natürlich wird man nie alles wissen können.


    es gibt aber auch den anderen islam, den inneren, und das ist das eigentliche ziel. es ist die religion von der du auch oft andeutungsweise sprichst, dessen existenz dir also klar ist, auch wenn die einzelheiten noch zu finden sind.


    Von welchem Islam sprichst Du hier?


    nun, dass unsere religion aber "islam" heisst, steht doch im Koran :-) uebrigens als einzige religion, bekam der islam seinen namen von Gott selber.


    In jener Zeit, als Mohammed die Aufgabe bekam „Frieden zu schaffen“ und sich anzustrengen, Gottes Erbe zu retten, war noch keine Rede vom Islam als Marke. Mit Religion war doch damals gemeint, dass man den „Frieden“ als Religion in einer zerstrittenen Welt annimmt. So war z.B. die Kirche zerstritten um die Frage der Dreieinigkeit usw.


    ….., da muhammed abu bakr empfahl und dieser dann auch - wenn auch nicht demokratisch nach heutigem massstab - gewaehlt wurde.


    Warum kennt man in Geschichtsbüchern nur die Aussage, dass Mohammed keinen Nachfolger gewählt hatte? Hast Du da nähere Informationen? Es hätte doch gar keinen Streit um seine Nachfolge gegeben, wenn das so gewesen wäre?


    abgesehen davon, muss man das doch aber nicht angeben, oder?


    In der Regel wurde ich in Ägypten gefragt, ob ich Sunnite oder Schiite bin. Etwas anderes wollte man nicht kennen. Schön das Du das nicht als wichtig siehst.


    Kannst Du mir noch einmal erläutern, warum Mohammed Sunnite sein soll? Diese Bezeichnung gab es ja gar nicht?


    jedenfalls sollte es fuer einen muslim ausreichen, wenn jemand das glaubensbekenntnis ausspricht, diesen als muslim anzusehen.


    Ich selbst sähe das auch so.


    klar und mich hast du auch nicht gekraenkt. du schreibst lediglich das auf, was islam sein soll und von vielen aber eben nicht von allen muslimen praktiziert wird. das ist ja das interessante, nicht wahr, dass der islam, wie er ueber die medien transportiert wird, nicht der ist, der schriftlich herabkam, sondern ein konstrukt. wirkliche muslime wiederum nimmt man in der oeffentlichkeit nicht wahr, weil die es erkannt haben, dass sich-selbst-zur-schau-stellen eine selbstverherrlichung bedeutet, die von der Gottesverherrlichung diametral verschieden ist.


    Leider sind die Medien auch nicht richtig aufgeklärt.


    ich verstehe dich vollkommen, lieber ahmet. du bist muslim, magst dich aber wegen der irren, die sich ebenfalls dazu zaehlen und den islam aber in den dreck ziehen mit ihren falschen ansichten, nicht dazu oeffentlich in der weise bekennen.


    Nein, das hast Du falsch verstanden. Für mich sind Terroristen keine Muslime (Gottergebene), weil diese den Islam (Frieden) nicht so leben, wie es Gott uns offenbart hat. Muslime müssen sich deshalb nicht dafür schämen.


    Ich stehe zu meiner Religion, die als Ewige Religion bekannt ist. Der Islam ist mir sympathisch, weil auch Mohammed den gleichen Glauben hatte, selbst wenn sich heute der Islam als eigene neue Religion darstellt. Und die alten Offenbahrungen Gottes nicht mehr akzeptieren.


    nur selten werde ich ueberrascht durch fragen wie neulich bei einem freund: "warum bist du denn kein sufi?" das ist dann doch etwas komplizierter, nicht wahr?


    Wenn Du eine Antwort darauf hast, so würde mich die auch interessieren.

    Gruss

    Ahmet



  8. #8
    nour iman
    Gast

    sunna


    hallo und salâm ahmet,


    >Hier frag ich Dich: Braucht es den das Wissen über das Leben Mohammeds, wenn es doch den Koran gibt?


    einem hadith zufolge sagte aischa, die frau des propheten (s.a.s.), befragt nach seinem leben: "sein leben war der Koran." die gelehrten sind sich, soweit ich weiss, darueber einig, dass sie damit meinte, dass das leben des gesandten voll und ganz mit den lehren des Koran uebereinstimmte. und so meine ich, und nicht nur ich alleine, dass es fuer das verstaendnis des Koran auch um das wissen des lebens des propheten bedarf.


    der Koran ist, wie du weisst, voellig anders als jede andere zuvor niedergeschriebene heilige schrift. der Koran ist das einzige buch, was direkt goettlichen willen wiedergibt. in der bibel ist es immer anders: einem propheten werden nachrichten ueberbracht und spaeter werden dann die geschichten von den propheten mit den nachrichten in buechern niedergeschrieben. meist geschah das einige jahrhunderte spaeter, was also zu veraenderungen im wortlaut fuehrte, weil ja sprache immer lebendig ist, wenn sie gesprochen wird.


    was ich also sagen will, ist, dass ein normaler mensch kaum in der lage sein wird, Gottes worte richtig zu verstehen. es kann zu fehlinterpretationen kommen, die lehre kann regelrecht pervertiert werden. wie gesagt, normale menschen machen fehler, ob gewollt oder nicht. propheten hingegen gehoeren zu den spirituell fortgeschrittensten menschen und werden schon allein deswegen kaum eines solchen buches beduerfen. sie sind mit der lehre bereits eins. so war der Koran selber ja auch nicht fuer muhammed (s.a.s.) bestimmt sondern als beweis und wunder fuer die kleinglaeubigen, in einer sprache verfasst, die damals niemand so vollkommen sprach und versehen mit prophezeiungen, wissenschaftlichen andeutungen, die heute erst verstanden werden usw. usf..


    hinzu kommen all die kleinen religioesen verpflichtungen, die im Koran zwar gefordert werden, deren genaue form aber erst durch die sunna bekannt wird. nimm die form oder die zeiten des gebets. das steht nicht im Koran. wie wird gefastet? steht auch nicht drin. wieviel zakat? tja.


    auch steht im Koran: "Gehorchet Allah und Seinem Gesandten!"

    wie kannst du einer solchen aufforderung nachkommen, wenn du vom leben des propheten (s.a.s.) nichts weisst?


    zur thematik empfehle ich das buch "die sunna" von 'abd al hafidh wentzel (isbn: 3-927606-32-4).


    >Hast Du die Evangelien und die Thora gelesen?


    ja, habe ich. und ich sage dir hier, dass die qualitaet und sicherheit der ueberlieferungsketten tausender hadith, welche das leben des propheten und damit indirekt den Koran, erklaeren, viel hoeher ist, als es bei thora und evangelium der fall ist. mit anderen worten, die wahrscheinlichkeit, dass du wahrheit in einem hadith liest, ist ungleich hoeher. die muslime, welche erstmal anfingen sammlungen ueber die aussprueche und taten des propheten (s.a.s.) zu sammeln, brachten gleichzeitig einen neuen wissenschaftszweig zur vollen bluete mit ihrer akribie der ueberpruefung auf wahrhaftigkeit jedes einzelnen gliedes in der ueberlieferungskette. und so entstanden dann die verschiedenen abstufungen von gesund (also sehr vertrauenswuerdig) bis zweifelhaft. wuerde man diese kriterien uebrigens auf die evangelien anwenden, wie sie bei den hadith vorkommen, so bleibt tatsaechlich nur ein zweifelhaft.


    all das soll jetzt nicht zu der annahme verleiten, ich wuerde die bibel ablehnen. Gott bewahre. ich lese ja selbst manchmal darin und finde immer wieder die eine oder andere erquickende geschichte. ich glaube auch fest, dass wahrheit in diesem buch steckt. nur, wenn es zweifel gibt im vergleich bibel : Koran, dann hat der Koran eher recht, bzw. man muss sich genau ueberlegen, was der Koran hier wirklich aussagen will.


    >Siehst Du das nicht auch so, dass dann jeder Vers verständlich wird, weil im Koran immer wieder Bezug auf die vorangegangenen Schriften genommen wird. Als ganzes betrachtet geht es doch immer um die Erinnerung an das vorangegangene.


    es geht einerseits immer um die erinnerung und andererseits gibt es auch oft ergaenzungen. nimm z.b. jesus (a.s.) und die juden. eine der aufgaben von jesus (a.s.) war, den juden etwas zu erlauben, was ihnen scheinbar verboten war: die arbeit auf einem sonnabend (wie man weiss, heilte jesus an einem sabbath, was man ihn zum vorwurf machte). das ist der bibel zu entnehmen. und im Koran steht gar, dass er ihnen einiges zu essen erlaubte, was zuvor untersagt war.

    genau genommen unterscheidet der islam verschiedene typen von propheten: die, welche zu einem vorhandenen gesetz rufen. sie erinnern die menschen an die botschaften Gottes. und dann gibt es welche, die ein neues gesetz einem "gottlosen" volk ueberbringen. zur zweiten sorte gehoeren moses (a.s.) und muhammed (s.a.s.). zur ersten gehoeren johannes der taeufer (a.s.), jesaja (a.s.), usw.


    >es gibt aber auch den anderen islam, den inneren, und das ist das eigentliche ziel. es ist die religion von der du auch oft andeutungsweise sprichst, dessen existenz dir also klar ist, auch wenn die einzelheiten noch zu finden sind.

    >Von welchem Islam sprichst Du hier?


    der innere islam, der sich im gegensatz zur legalistischen auspraegung mit der verinnerlichung des glaubens beschaeftigt, wird meist sufismus genannt. aus deiner untenstehenden anfrage schliesse ich, dass du davon gehoert hast :-)


    >In jener Zeit, als Mohammed die Aufgabe bekam „Frieden zu schaffen“ und sich anzustrengen, Gottes Erbe zu retten, war noch keine Rede vom Islam als Marke. Mit Religion war doch damals gemeint, dass man den „Frieden“ als Religion in einer zerstrittenen Welt annimmt. So war z.B. die Kirche zerstritten um die Frage der Dreieinigkeit usw.


    nun, zur zeit muhammeds (s.a.s.) sprach man wohl eher von der "religion Gottes" oder auch "religion des einen Gottes" oder so. und stimmt, es war keine marke, man wollte sich nicht abgrenzen. man verstand diese religion im allgemeinen als natuerliche fortfuehrung des natuerlichen monotheismus. das neue zu dieser zeit war eben dieser prophet fuer diese menschen in dieser wueste. alles andere blieb ja tatsaechlich (fast) gleich.


    >….., da muhammed abu bakr empfahl und dieser dann auch - wenn auch nicht demokratisch nach heutigem massstab - gewaehlt wurde.

    >Warum kennt man in Geschichtsbüchern nur die Aussage, dass Mohammed keinen Nachfolger gewählt hatte? Hast Du da nähere Informationen? Es hätte doch gar keinen Streit um seine Nachfolge gegeben, wenn das so gewesen wäre?


    nun, der streit kam daher, dass es keine direkte nachfolgeernennung seitens des propheten (s.a.s.) gab. ich persoenlich schliesse daraus, dass er keine monarchische oder sonstwie diktatorische nachfolgepraxis einfuehren wollte. er gab lediglich eine empfehlung ab. dies geschah uebrigens erst kurz vor seinem tod, als er nicht mehr in der lage war, das gebet zu leiten. da stellte sich dann 'umar hin und leitete es, was der prophet (s.a.s.) hoerte und ihm nicht gefiel. da sagte er "nein, ihn wollen die leute nicht. lasst abu bakr das gebet leiten."

    auch gab es vorher eine prophezeiung, welche die reihenfolge der nachfolge andeutete und sich auch erfuellte.


    >Kannst Du mir noch einmal erläutern, warum Mohammed Sunnite sein soll? Diese Bezeichnung gab es ja gar nicht?


    es geht weniger um den begriff, sondern eher um das, was er aussagt. die sunna ist der inbegriff der lebensweise, den gewohnheiten und geboten des propheten (s.a.s.). gemaess Koran sollen wir uns an ihm ein beispiel nehmen und ihm nacheifern. jeder muslim, der der sunna folgt ist sunnit. da die sunna aber direkt auf den propheten (s.a.s.) zurueckgeht, ist er natuerlich der erste sunnit (in der von Gott "islam" genannten religion, die es zwar vorher auch schon gab, aber eben noch nicht in genau dieser auspraegung).


    >ich verstehe dich vollkommen, lieber ahmet. du bist muslim, magst dich aber wegen der irren, die sich ebenfalls dazu zaehlen und den islam aber in den dreck ziehen mit ihren falschen ansichten, nicht dazu oeffentlich in der weise bekennen.

    >Nein, das hast Du falsch verstanden.


    dann entschuldige ich mich.


    >Für mich sind Terroristen keine Muslime (Gottergebene), weil diese den Islam (Frieden) nicht so leben, wie es Gott uns offenbart hat.


    ganz klar. einem hadith zufolge geht das dann ungefaehr so: macht jemand die shahada (spricht das glaubensbekenntnis), ist er muslim. das gegenteil wird erst von einer dem islam widersprechenden schweren und offenbaren suende bewiesen, wie z.b. ein terroristischer akt. die blosse vermutung oder indizien reichen nicht aus, um jemandem die religion abzusprechen. denn niemand ist in der lage, in das herz eines menschen zu schauen ausser Gott. und gerade das herz ist es, in der die religion lebt.


    >Muslime müssen sich deshalb nicht dafür schämen.


    du hast recht. wir muslime sind einfach nur verdammt sauer, dass solche ideoten sich den islam auf die fahnen schreiben und genau das dann von den medien vermittelt wird. es gibt nunmal menschen, die alles glauben, was in der glotze laeuft und denen dann den islam zu erklaeren, wenn sie mal fragen, faellt natuerlich schwer. du weisst, was hier in diesem forum schon fuer boese worte zu lesen waren und wie schwer es einem faellt, dabei ruhig zu bleiben.


    >Ich stehe zu meiner Religion, die als Ewige Religion bekannt ist. Der Islam ist mir sympathisch, weil auch Mohammed den gleichen Glauben hatte, selbst wenn sich heute der Islam als eigene neue Religion darstellt. Und die alten Offenbahrungen Gottes nicht mehr akzeptieren.


    nicht der islam ist es, der sich so darstellt. es sind einige muslime, die solches tun, die sich gerne als etwas besonderes waehnen und meinen, der islam, wie sie ihn verstehen, sei die einzig wahre religion. dabei sagt der Koran doch etwas ganz anderes.

    was die alten offenbarungen betrifft, so haben muslime diese insofern zu akzeptieren, dass deren urspruenge goettlich sind. die heutigen auspraegungen aber sind, wie du schon sagtest, auf verschiedene weise menschlich beeinflusst. der islam blieb natuerlich auch nicht davon verschont, nur hat er mit seinem bis dato unveraendertem Koran die besten voraussetzungen vor solchen einfluessen beschuetzt zu sein.

    und so solltest du verstehen, dass der islam, von dem ich rede, selbstverstaendlich der urspruengliche, der von muhammed (s.a.s.) gelebte und erklaerte, ist. aber so verstehen es eben (fast) alle sunniten, die sich bemuehen der sunna zu folgen.


    >nur selten werde ich ueberrascht durch fragen wie neulich bei einem freund: "warum bist du denn kein sufi?" das ist dann doch etwas komplizierter, nicht wahr?

    >Wenn Du eine Antwort darauf hast, so würde mich die auch interessieren.


    Unser erhabener Lehrer sagte, als er nach der Bedeutung von Tasawwuf (Sufismus)gefragt wurde: „Ein jeder definierte es entsprechend seiner Erfahrung und seiner Zeit. Schâh Naqschband sagte – möge Allah sein Geheimnis heiligen: ‚Unser Weg ist Zusammenkunft und das Gute liegt in der Gemeinschaft!’ Unser Meister Abû Yazîd al-Bistâmî sagte: ‚Es besteht darin, Widrigkeiten zu ertragen!’ Unser erhabener Meister, Maulânâ Scheikh,`Abd Allah ad-Daghastânî – möge Allah sein Geheimnis heiligen – sagte: ‚Es besteht darin, seinen Zorn hinter sich zu lassen!’ und in Bezug auf den Anfänger sagte er auch: ‚Es besteht darin das ‚Warum?’ gegenüber seinem Meister aufzugeben!’“

    [...]

    Maulânâ, so berichtete einer meiner Reisegefährten, definierte Tasawwuf einmal bei einer anderen Gelegenheit als: „Fuß im Schuh“. Das heißt, ein jedes Ding in völliger Demut und Einfachheit an genau den ihm gebührenden Platz zu stellen.

    Und in diesem Zusammenhang definierte Maulânâ Ungerechtigkeit als: „eine Sache an einen anderen als den ihr gebührenden Platz zu stellen.“

    Demnach beinhaltet Tasawwuf den eigentlichen Kern und die höchste Stufe von Gerechtigkeit.




    (quelle: http://www.naqschbandi.de/wasistsufismus.htm)

    verstehst du? ich bin noch zu jung und zu einzelgaengerisch. ich bin noch nicht bereit das "warum?" aufzugeben. und vor allem: es gibt nur wenige wirkliche meister, die einem auf dem weg weiterhelfen koennen. und ich habe bisher auch noch niemanden kennengelernt. ich kann zwar jeden tag selber ein bisschen mehr daran ueben, doch sind es letztlich die kleinen taeglichen pflichten, die mich schnell wieder ablenken. es ist ja nicht so, dass ich ganz und garnicht sufi waere. ein kleiner teil in mir ist es schon. ich bin ja auch der meinung, dass die religioesen pflichten des islam nur eine einleitende vorstufe auf den sufismus sind. aber ich glaube, sowas sagte ich schon




    frieden.

    nour iman



  9. #9
    Ahmet
    Gast

    Re: Speise verboten?


    Hallo Nour Iman,


    Erstmals vielen Dank für die informationsreiche Antwort. Du scheinst den Islam wirklich gut zu kennen und im Herzen zu tragen. Es freut mich auch sehr, dass es Muslime gibt, die den Aspekt der Ewigen Religion im Islam noch erkennen.


    einem hadith zufolge sagte aischa, die frau des propheten (s.a.s.), befragt nach seinem leben: "sein leben war der Koran."


    Aus diesem Satz gleich das traditionelle Handeln des Propheten in die Religion einzubeziehen finde ich persönlich schon etwas übertrieben. Ich meine, viele Elemente waren schon in der vorislamischen Zeit etwas tägliches, aber geografisch gesehen auch nur in dieser Gegend.


    Was seine Aussagen im charakterlichen Sinn waren (z.B. Unterscheidung Gut und Böse; Gerecht und Ungerecht), das finde ich wiederum sehr wichtig und erkenne in der oberen Aussage Aischa’s eigentlich genau das. Aber das ist im Koran bereits geklärt und bedarf meiner Auffassung nach keiner weiteren Kommentare. Da bin ich halt etwas anderer Meinung als die Gelehrten.


    der Koran ist, wie du weisst, voellig anders als jede andere zuvor niedergeschriebene heilige schrift. der Koran ist das einzige buch, was direkt goettlichen willen wiedergibt. in der bibel ist es immer anders: einem propheten werden nachrichten ueberbracht und spaeter werden dann die geschichten von den propheten mit den nachrichten in buechern niedergeschrieben. meist geschah das einige jahrhunderte spaeter, was also zu veraenderungen im wortlaut fuehrte, weil ja sprache immer lebendig ist, wenn sie gesprochen wird.


    Ich sehe den Vorteil, dass der Koran den Wortlaut bis heute überliefern konnte, an der Rezitationstechnik, die von Gott dafür geschaffen wurde.

    Leider gibt es keine Original-Abschriften der Evangelien in der Originalsprache mehr. Deshalb hast Du schon Recht, wenn Du den Koran als letzte verbindliche Beweis- Schrift siehst. Aber der Inhalt der heutigen Evangelien sagt ja eigentlich nichts anderes als der Koran. Die Kirche hat die Evangelien nur anders interpretiert. Das geschah meist über zusätzliche Schriften und Dogmen. Deshalb sehe ich die Evangelien nicht als etwas total Verfälschtes. Ich sehe Irrtümer von Seiten der Kirche schon im Zentralen Teil des Christentums. Und zwar bei der Interpretation des Wortes „Auferstehung“. Da gibt es das Problem, dass das griechische, wie das aramäische Wort „Auferstehung“ gemäss einem Herkunftswörterbuch eigentlich „Überleben“ heisst. Wenn ich die gemeinten Bibelstellen mit dieser Auffassung lese, so weiss ich auch, warum und in welchem Befinden Jesus in Galiläa von seinen Jüngern und Anderen gesichtet wurde.


    Nun zurück zum Koran. Kann es trotz der exakten Überlieferung nicht auch sein, dass einige Stellen im Koran auf dieselbe weise falsch interpretiert wurden? Das hast Du ja auch schon geschrieben und damit bestätigt. Also kann man sich doch nicht darauf verlassen, auch wenn es ein Gelehrter ist und auf seine Weise etwas kommentiert? Sicherlich kann es eine Hilfe sein, aber letztendlich sollte jeder Mensch selbst wie ein Gesandter Gottes den Koran und die vorangegangenen Schriften mit seinem Verstand verstehen und leben. Ich denke, deshalb gab es auch keine Ernennung zum Vertreter bzw. Nachfolger des Islam durch Mohammed.


    was ich also sagen will, ist, dass ein normaler mensch kaum in der lage sein wird, Gottes worte richtig zu verstehen.


    Gott wird man nie ganz verstehen können, weil der Mensch nur einen Bruchteil seiner Atribute besitzt. Gott aber ist vollkommen und richtet alles so, wie es sein muss. Auch wenn wir es nicht verstehen können.


    Aber den Inhalt der Bibel oder des Koran kann man verstehen. Zumindest das, was für uns Menschen jetzt und heute wichtig ist. Alles weitere müssen wir nicht wissen und auch nicht danach suchen.


    hinzu kommen all die kleinen religioesen verpflichtungen, die im Koran zwar gefordert werden, deren genaue form aber erst durch die sunna bekannt wird. nimm die form oder die zeiten des gebets. das steht nicht im Koran. wie wird gefastet? steht auch nicht drin. wieviel zakat? tja.


    Das war ja auch nicht der Wille Gottes, das so zu definieren. Das kann man so tun, soll auch nicht falsch sein, aber das gehört nicht zu den religiösen Pflichten. Das sind vorislamische Traditionen aus einer bestimmten Gegend. Vielleicht hat Mohammed diese auch praktiziert. Vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls ist es nicht das, worauf es ankommt.



    auch steht im Koran: "Gehorchet Allah und Seinem Gesandten!"

    wie kannst du einer solchen aufforderung nachkommen, wenn du vom leben des propheten (s.a.s.) nichts weisst?



    Es geht mir nicht darum, Mohammed zu ignorieren. Aber mir ist es wichtiger zu verstehen, wie die Gedankenwelt von Mohammed und all den anderen Gesandten aussah. Da das Wort „Gesandten“ in Mehrzahl gemeint ist, müsste ich doch auch die Betensform von Jesus und Abraham beachten? Jesus sagte die selben Worte über die Gesandten.


    [i]ja, habe ich. und ich sage dir hier, dass die qualitaet und sicherheit der ueberlieferungsketten tausender hadith, welche das leben des propheten und damit indirekt den Koran, erklaeren, viel hoeher ist, als es bei thora und evangelium der fall ist.


    Die Qualität und Sicherheit? Das mag schon sein. Aber als autoritäre Schrift würde ich selbst den Koran als Bestätigung zu den vorangegangenen heiligen Schriften den Anderen islamischen Kommentaren vorziehen.


    Koran, dann hat der Koran eher recht, bzw. man muss sich genau ueberlegen, was der Koran hier wirklich aussagen will.


    Genau, so ist es. Deshalb frage ich hier: Was meinst Du zu den Speisegeboten der Thora? Diese sind ja nicht verfälscht. Dürften Muslime wirklich das Fleisch von Kamelen und Hasen essen?


    eine der aufgaben von jesus (a.s.) war, den juden etwas zu erlauben, was ihnen scheinbar verboten war: die arbeit auf einem sonnabend (wie man weiss, heilte jesus an einem sabbath, was man ihn zum vorwurf machte).


    Bitte was? Jesus erlaubte….? Nein, er verwarf alles, was nicht dem Glauben der Väter entsprach. Also was nicht der Thora entsprach war falsch. Somit verwarf er die neuen Rituale und Gesetze der Pharisäer (Tempel-Juden bzw. Schriftgelehrten). Also war er auch einer, der die Menschen an die Religion Abrahams erinnerte.


    …und im Koran steht gar, dass er ihnen einiges zu essen erlaubte, was zuvor untersagt war.


    Das ist interessant. So etwas ist mir nicht bekannt aus den Evangelien. Wo steht das im Koran?


    genau genommen unterscheidet der islam verschiedene typen von propheten: die, welche zu einem vorhandenen gesetz rufen. sie erinnern die menschen an die botschaften Gottes.


    Zu diesen gehören für mich Abraham, Moses, Jesus und Mohammed.


    und dann gibt es welche, die ein neues gesetz einem "gottlosen" volk ueberbringen. zur zweiten sorte gehoeren moses (a.s.) und muhammed (s.a.s.). zur ersten gehoeren johannes der taeufer (a.s.), jesaja (a.s.), usw.


    Zu diesen zweiten gehören doch eher die Pharisäer (jüdische Tempelpriester), vielleicht auch die heutige Kirche? Ich denke, das stimmt eher. Zudem sehe ich Johannes und Jesaja nicht wirklich als Propheten, sondern als Apostel.


    nun, zur zeit muhammeds (s.a.s.) sprach man wohl eher von der "religion Gottes" oder auch "religion des einen Gottes" oder so. und stimmt, es war keine marke, man wollte sich nicht abgrenzen. man verstand diese religion im allgemeinen als natuerliche fortfuehrung des natuerlichen monotheismus.


    Das ist auch der Zukunft des heutigen Islam. Das glaube ich.


    es geht weniger um den begriff, sondern eher um das, was er aussagt. die sunna ist der inbegriff der lebensweise, den gewohnheiten und geboten des propheten (s.a.s.). gemaess Koran sollen wir uns an ihm ein beispiel nehmen und ihm nacheifern. jeder muslim, der der sunna folgt ist sunnit. da die sunna aber direkt auf den propheten (s.a.s.) zurueckgeht, ist er natuerlich der erste sunnit (in der von Gott "islam" genannten religion, die es zwar vorher auch schon gab, aber eben noch nicht in genau dieser auspraegung).


    Ja, und genau diese Ausprägung sehe ich als zuviel. Sonst genau mein Gedanke.


    Danke für die gute Ausführung deiner Antwort. Nun jetzt sollte ich weiter. Ich freue mich auf die Antwort, besonders der Speisegebote und der angefragten Koranstelle. Denn das ist mir ganz neu.


    Gruss

    Ahmet



  10. #10
    nour iman
    Gast

    Re: Speise verboten?


    hallo und salâm ahmet,


    >Erstmals vielen Dank für die informationsreiche Antwort. Du scheinst den Islam wirklich gut zu kennen und im Herzen zu tragen. Es freut mich auch sehr, dass es Muslime gibt, die den Aspekt der Ewigen Religion im Islam noch erkennen.


    ich gebe mir muehe :-)


    aber mal ehrlich, glaube ich nicht, dass ich vom islam so sehr viel weiss. ich interessiere mich zwar sehr fuer ihn und lese sehr gerne alles, was mit ihm im zusammenhang steht, doch stehe ich noch immer am anfang. wie ich schon sagte, umfasst der islam das ganze leben und ich kratze noch immer an der oberflaeche.


    >einem hadith zufolge sagte aischa, die frau des propheten (s.a.s.), befragt nach seinem leben: "sein leben war der Koran."

    >Aus diesem Satz gleich das traditionelle Handeln des Propheten in die Religion einzubeziehen finde ich persönlich schon etwas übertrieben. Ich meine, viele Elemente waren schon in der vorislamischen Zeit etwas tägliches, aber geografisch gesehen auch nur in dieser Gegend.


    es ist in der tat sehr wichtig zwischen traditionen der damaligen zeit und jenem ort und der religion zu unterscheiden, die vom propheten (s.a.s.) gelehrt wurde. tradition war zb. sklaverei. religion und sunna wiederum war es, sklaven freizulassen. dazu gibt es zig hadithe.

    und es ist sicher nur ein beispiel von vielen.


    >Was seine Aussagen im charakterlichen Sinn waren (z.B. Unterscheidung Gut und Böse; Gerecht und Ungerecht), das finde ich wiederum sehr wichtig und erkenne in der oberen Aussage Aischa’s eigentlich genau das. Aber das ist im Koran bereits geklärt und bedarf meiner Auffassung nach keiner weiteren Kommentare.


    ich glaube dich zu verstehen. der Koran als hilfe zur unterscheidung von gut und boese ist sicher im groben ausreichend. er stimmt hier auch weitgehend mit der bibel ueberein. nur gibt es aber auch viele grenzfaelle, ueber die der Koran keine aussage macht. hier hilft eben der persoenliche hintergrund des gesandten (s.a.s.), um weitere entscheidungshilfen zu bekommen.

    desweiteren sind solche hadithen in gewisser weise viel anschaulicher. sie machen den "trockenen" stoff des Koran irgendwie erfahrbar.


    aber nun gut. du hast deine meinung dazu und ich glaube auch, dass du mit deiner ansicht ganz gut faehrst. ich persoenlich habe ebenfalls meine meinung dazu, die ich mir auch lange ueberlegt habe und komme auch ganz gut zurecht. ich denke, das thema koennen wir soweit abschliessen.


    >Leider gibt es keine Original-Abschriften der Evangelien in der Originalsprache mehr.


    ich bin sicher, dass die muslime das am meisten bedauern.


    >Aber der Inhalt der heutigen Evangelien sagt ja eigentlich nichts anderes als der Koran.


    eine frage: siehst du die schriften des paulus als zum evangelium gehoerend? er ist naemlich der einzige in der gesamten bibel, der jesus als gottheit tituliert.


    >Und zwar bei der Interpretation des Wortes „Auferstehung“. Da gibt es das Problem, dass das griechische, wie das aramäische Wort „Auferstehung“ gemäss einem Herkunftswörterbuch eigentlich „Überleben“ heisst. Wenn ich die gemeinten Bibelstellen mit dieser Auffassung lese, so weiss ich auch, warum und in welchem Befinden Jesus in Galiläa von seinen Jüngern und Anderen gesichtet wurde.


    sehr interessant. danke.

    ja die sprache ist manchmal heimtueckisch. "am anfang war das wort" steht bei johannes, wenn ich nicht irre. koennte aber auch heissen "am anfang war die vernunft". find ich persoenlich auch passender :-)


    >Nun zurück zum Koran. Kann es trotz der exakten Überlieferung nicht auch sein, dass einige Stellen im Koran auf dieselbe weise falsch interpretiert wurden?


    ja unbedingt. leider bin ich kein gelehrter und mein arabisch ist auch miserabel. aber ich wuerde gerne mal alle interpretationen lesen, die es so gibt. das problem ist wohl, dass ein menschenleben nicht ausreichen wird.


    >Also kann man sich doch nicht darauf verlassen, auch wenn es ein Gelehrter ist und auf seine Weise etwas kommentiert?


    man soll sich auch nicht darauf verlassen, was ein gelehrter sagt. einem hadith zufolge sagte der prophet (s.a.s.): "im irrtum ist sich meine umma (gemeinschaft) nicht einig." das heisst, dass man sich schon anschauen soll, was so die verschiedensten gelehrten sagen und da, wo die groesste uebereinstimmung herrscht, kann jedenfalls kein irrtum drin liegen. und nun schau dir die islamische welt an! wo ist sie sich denn noch einig? wenn man es genau nimmt, kommt man auf den islam in seinem ursprung zurueck: ein einiger Gott, muhammed (s.a.s.) ist ein gesandter, es gibt engel, heilige buecher, paradies und hoelle. viel mehr muss man ja tatsaechlich nicht wissen, wenn man verstand hat :-) der rest ergibt sich daraus wie von selbst.


    >auch steht im Koran: "Gehorchet Allah und Seinem Gesandten!"

    >wie kannst du einer solchen aufforderung nachkommen, wenn du vom leben des propheten (s.a.s.) nichts weisst?


    >Es geht mir nicht darum, Mohammed zu ignorieren. Aber mir ist es wichtiger zu verstehen, wie die Gedankenwelt von Mohammed und all den anderen Gesandten aussah. Da das Wort „Gesandten“ in Mehrzahl gemeint ist, müsste ich doch auch die Betensform von Jesus und Abraham beachten? Jesus sagte die selben Worte über die Gesandten.


    sorry ahmet. gemeint ist "gesandten" im singular (dativ).

    aber sonst hast du prinzipiel recht. und wenn man sich die bibel anschaut, so kann man lesen, dass sich der eine oder andere gesandte Gottes sich zum gebet auf sein angesicht wirft, so wie es uns in der sunna ueberliefert ist.

    aber wichtiger als die form des gebetes ist die absicht und reinheit, mit der man dabei herantritt. das geht ja schon aus der bibel hervor und wird im Koran bestaetigt.


    >ja, habe ich. und ich sage dir hier, dass die qualitaet und sicherheit der ueberlieferungsketten tausender hadith, welche das leben des propheten und damit indirekt den Koran, erklaeren, viel hoeher ist, als es bei thora und evangelium der fall ist.

    >Die Qualität und Sicherheit? Das mag schon sein. Aber als autoritäre Schrift würde ich selbst den Koran als Bestätigung zu den vorangegangenen heiligen Schriften den Anderen islamischen Kommentaren vorziehen.


    meinst du, du wuerdest die evangelien trotz ihrer zweifelhaften herkunft (die sicher nicht in jedem fall falsch sein muss) den hadithen vorziehen, deren ueberlieferkette und wahrhaftigkeit als gesichert gelten?

    im uebrigen sind hadith (ueberlieferungen von den spruechen und taten des propheten (s.a.s.)) und tafsir (Koranexegese) zwei unterschiedliche dinge. schau dir mal diese seite von bruder mustafa an: http://de.geocities(hier kommt ein punkt hin)com/hafis71/Islam-Lesebuch.htm. da gibt es viel interessantes hintergrundwissen zur islamischen sicht der der dinge.


    >Genau, so ist es. Deshalb frage ich hier: Was meinst Du zu den Speisegeboten der Thora? Diese sind ja nicht verfälscht. Dürften Muslime wirklich das Fleisch von Kamelen und Hasen essen?


    Sprich: "Ich finde in dem, was mir offenbart worden ist, nichts, was einem Essenden, der es essen möchte, verboten wäre, es sei denn von selbst Verendetes oder ausgeflossenes Blut oder Schweinefleisch - denn das ist eine Unreinheit oder ein Greuel, worüber ein anderer Name als der Allahs angerufen worden ist." Wenn aber jemand durch Not (dazu) getrieben wird und dabei keine Ungehorsamkeit oder Übertretung begeht, dann ist dein Herr Allverzeihend, Allbarmherzig. [Koran 6:145]


    >eine der aufgaben von jesus (a.s.) war, den juden etwas zu erlauben, was ihnen scheinbar verboten war: die arbeit auf einem sonnabend (wie man weiss, heilte jesus an einem sabbath, was man ihn zum vorwurf machte).

    >Bitte was? Jesus erlaubte….? Nein, er verwarf alles, was nicht dem Glauben der Väter entsprach. Also was nicht der Thora entsprach war falsch. Somit verwarf er die neuen Rituale und Gesetze der Pharisäer (Tempel-Juden bzw. Schriftgelehrten). Also war er auch einer, der die Menschen an die Religion Abrahams erinnerte.


    das verbot der arbeit am sabbath ist aber dem dekalog zu entnehmen, oder? was die pharisaeer daraus gemacht haben, ist ein unbedingtes verbot. ein mir bekannter jude erzaehlte mal, dass juden, wenn sie es genau nehmen, am sonnabend kein lichtschalter betaetigen und kein klopapier benutzen duerfen. er selber nimmt's lockerer, sonst duerfte er nichtmal mit auto zur disco :-)

    was jesus nun tat, war genau genommen keine erlaubnis sondern eine klarstellung. gut, insofern kann ich dir rechtgeben.



    >…und im Koran steht gar, dass er ihnen einiges zu essen erlaubte, was zuvor untersagt war.

    >Das ist interessant. So etwas ist mir nicht bekannt aus den Evangelien. Wo steht das im Koran?


    es steht auch nicht in der bibel. im Koran findest du es folgendermassen:

    Und Er (Gott) wird ihn (jesus (a.s.)) das Buch lehren und die Weisheit und die Thora und das Evangelium und wird ihn entsenden zu den Kindern Israels. (sprechen wird jesus:) "Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen. Seht, ich erschaffe für euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Allahs Erlaubnis ein Vogel werden; und ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen und mache die Toten mit Allahs Erlaubnis lebendig, und ich verkünde euch, was ihr esset und was ihr in eueren Häusern speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid. Und als ein Bestätiger der Thora, die vor mir da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war, bin ich zu euch gekommen mit einem Zeichen von eurem Herrn. So fürchtet Allah und gehorcht mir ; [3:48 bis 3:50] (klammern von mir)





    ok. es gaebe sicher noch das eine oder andere zu schreiben. nur ist es spaet und ich bin muede. ich hoffe, du begnuegst dich mit meinen bescheidenen ausfuehrungen.


    frieden.

    nour iman




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