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Thema: Ist ein muslimisches Europa möglich?

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    Ist ein muslimisches Europa möglich?


    Liebe Leser,


    Immer wieder erkennt man die Angst der islamisierung von Ländern in christlichen Kreisen. Ist diese Angst wirklich gerechtfertigt?


    Ich persönlich bin für die "Ewige Religion". Das hätte die Zehn Gebote als Grundlage zum täglichen Gesetzt. Jedes angepasste Gesetz müsste darin als Grundlage zu finden sein. Sonst hätte es keine Bedeutung.


    Jetzt habe ich in einer muslimischen Broschüre folgenden Text gelesen, den ich hier gerne allen zugänglich machen möchte. Unter der Frage "Ist ein muslimisches Europa möglich?" stand folgender Text:


    Ist ein muslimisches Europa möglich?


    Der Islam hat sich schon immer bei ihrer Einführung an die kulturellen Gegebenheiten angepasst. So ist der Islam in Afrika ganz anders als in Indonesien und noch einmal anders in Arabien. Es gibt neben dem religiösen Standpunkt auch noch den kulturellen Einfluss. Die Kultur eines Volkes kann nicht von heute auf morgen verändert werden. Das konnte auch Arabien nicht.


    Muhammad führte revolutionär das Frauenrecht ein, aber noch heute gibt es arabische Muslime, die von der vorislamischen Kultur geprägt sind und diese religiöse Pflicht nicht einhalten. Europa dürfte damit im allgemeinen kein Problem haben. Im extremsten Fall wird es schwierig sein, auf Schweinefleisch, Alkohol, Drogen und ihre negativen Folgen zu verzichten. Auch die Tötung von Kindern durch Abtreibung zu verbieten würde ein harter Schritt für Europa sein. Weiter würden die Prostitution und ihre Folgen verboten. Glückspiele, die manchen Familienvater in den Ruin gezogen haben, würden nicht gestattet sein. Man müsste keine Kirchensteuer mehr bezahlen. Das wären die wirklich radikalen Änderungen in unserem Europa, die der Islam mit sich bringen würde. Nicht etwa das, wovon sich die Europäer fürchten.


    Es wäre nicht so, dass jede Frau ein Kopftuch tragen müsste. Den Sinn dieser Praxis, die in Arabien nötig ist, kann in Europa auch anders gelöst werden. Das Europäische Gesetz muss deshalb bis auf die wenigen oben erwähnten negativen Themen nicht geändert werden. Die Sharia (Der Weg) Europas besteht bereits. Das muslimische Türkei führte 1923 das Schweizer Gesetz ein und beweist damit, dass eine Demokratie im Islam kein Problem darstellt. Auf dieser Grundlage würde es auch in Europa problemlos funktionieren. Neben vielen Kirchen würden sich die Moscheen emporheben. Aber die Gelder für diese Bauten würden nur durch Spenden und demokratischen Abstimmungen verwirklicht. Wo Kirchen wegen der stark abnehmenden Christenheit nicht mehr gebraucht würden, würde demokratisch bestimmt, ob diese in Moscheen umfunktioniert werden sollen. Der Unterschied liegt dann nur darin, dass keine prunkvollen Statuen und Bildnisse mehr in den Kirchen zu finden wären.


    Da der grösste Teil des heutigen Europa bereits an Gott, den Schöpfer, den Herrn der Welt glaubt, wie auch schon Jesus diesen einen Gott angebetet hatte, wird das Glaubensbekenntnis des Islam bereits in den Herzen der Menschen verankert sein. Einzig müsste man den Mitmenschen Muhammad als den Botschafter Gottes und Erretter der damals verfolgten Ur-Christen akzeptieren. Dann nämlich, ist man bereits Muslim (deutsch: Gott Ergeben).



    Quelle: Broschüre einer Muslimischen Gemeinschaft


    Gruss

    Ahmet

  2. #2
    Islamkritiker
    Gast

    Re: Ist ein muslimisches Europa möglich?


    "Der Islam hat sich schon immer bei ihrer Einführung an die kulturellen Gegebenheiten angepasst", heißt es oben - von manchen Muslimen hört man aber ganz andere Töne: da wird gar die Einführung einer Sharia mit Abartigkeiten (Handabhacken, Steinigung etc.) im Namen der Religionsfreiheit verlangt! Kann das sein?

  3. #3
    Ahmet
    Gast

    Re: Ist ein muslimisches Europa möglich?


    Könnte es sein, dass an jenen Stellen, wo das verlangt wird, vor dem Islam Handabhacken und Steinigung bereits existierte?


    Ich denke schon....

    Hat also nicht primär mit Islam zu tun, oder?


    Gruss

    Ahmet

  4. #4
    Emilia
    Gast

    Ein Europa für alle Gläubige


    Hallo Ahmet!


    .... unabhängig von Konfessionen;

    Die Diskussion über ein muslimisches, ein christliches oder neuerdings

    ein bekenntnisfreies Europa finde ich beklemmend.


    Ich persönlich schätze kulturelle Vielfalt (nicht nur als Schlagwort) sehr.

    Es gibt dafür viele positive Beispiele. So ist in Österreich der Islam

    seit 1912 eine staatlich anerkannte Religion, und der freiwillige islamische

    Religionsunterricht an öffentlichen Schulen seit Jahrzehnten ein gut etabliertes Angebot, das zusätzlich noch eine Vermittlerposition einnimmt.

    Ich denke man sollte in der Lage sein undifferenzierte Panikmache, von dem

    was wirklich gelebt wird zu unterscheiden.

    Ich kann die Angst vor dem Islam nicht nachvollziehen!


    Anders sehe ich den vorliegenden Beitrag (Broschüre moslim. Gemeinde).

    Ein Konzept,in dem nicht moslim. Europäer nicht mit einbezogen werden, und

    ich bezweifle, daß der/die AutorIn den kulturellen Kontext Europas

    verstanden hat.

    Europäisches Leben wird sehr einseitig dargestellt mit Schlagwörter wie:

    Prostitution, Abtreibung, Drogen etc., so als ob es in Europa keine

    differenzierten Standpunkte oder Wertigkeiten zu diesen Themen gäbe.

    Da und dort werden einige Konzessionen eingeraümt, aber insgesamt hat es

    doch den Charakter eines Missionierungsversuchs.


    Grüße Emilia













  5. #5
    nour iman
    Gast

    Re: Ist ein muslimisches Europa möglich?


    >"Der Islam hat sich schon immer bei ihrer Einführung an die kulturellen Gegebenheiten angepasst", heißt es oben - von manchen Muslimen hört man aber ganz andere Töne: da wird gar die Einführung einer Sharia mit Abartigkeiten (Handabhacken, Steinigung etc.) im Namen der Religionsfreiheit verlangt! Kann das sein?


    sein kann vieles. aber sinnvoll ist dieses verlangen nicht aus mehreren gruenden, die dich wohl eher nicht interessieren. denn schon das verstaendnis fuer das, was scharia ist, geht dir offensichtlich total ab.



  6. #6
    Ahmet
    Gast

    Re: Ein Europa für alle Gläubige


    Hallo Emilia,


    Wo eine Broschüre vorliegt, kann es durchaus auch als Missionsversuch angesehen werden. Aber was mich interessieren würde, ist eher die Grundlage, die einen europäischen Islam tragen würde.


    Wäre es das Laizistische Prinzip? Was meinst Du? Dann würde es doch nie ein islamisches Europa geben können, denn die Mehrheit Europas (das sind auch die Mehrheit der Wähler) hätten nicht das gleiche Interesse?


    Sehe ich das was falsch? Weisst Du, in Politik bin ich ein Banause. Habe also gar keine Ahnung darüber.


    Gruss

    Ahmet

  7. #7
    Richard
    Gast

    Re: Ist ein muslimisches Europa möglich?


    >Liebe Leser,

    >Immer wieder erkennt man die Angst der islamisierung von Ländern in christlichen Kreisen. Ist diese Angst wirklich gerechtfertigt?


    ** Ja und nein. Einmal ist es so, daß die beschworene 'Anpassung des Islam an Europa' in Wirklichkeit keine sein soll, denn der Autor der Broschüre fantasiert prompt vom allgemeinen staatlichen Verbot von Schweinefleisch über Alkohol bis hin zur Prostitution - also von der Anpassung Europas an den Islam. Er übersieht dabei, daß für derartige Eingriffe in die staatliche Ordnung die religiös orientierten Muslime eine qualifizierte Verfassungsmehrheit haben müßten - das ist zumeist die Zweidrittelmehrheit. Aber auch dann hat der gute Mann nichts vom Geiste Europas - nämlich der Toleranz - im Sinn, denn er will den verbliebenen 'Andersgläubigen' eine neue Lebensordnung, die islamische natürlich, verpflichtend vorschreiben. Vom europäischen Vorbild hat er also nichts gelernt, seine Vorstellungen sind intolerant und vor-aufklärerisch.


    >Ich persönlich bin für die "Ewige Religion". Das hätte die Zehn Gebote als Grundlage zum täglichen Gesetzt. Jedes angepasste Gesetz müsste darin als Grundlage zu finden sein. Sonst hätte es keine Bedeutung.


    >Jetzt habe ich in einer muslimischen Broschüre folgenden Text gelesen, den ich hier gerne allen zugänglich machen möchte. Unter der Frage "Ist ein muslimisches Europa möglich?" stand folgender Text:

    >Ist ein muslimisches Europa möglich?

    >Der Islam hat sich schon immer bei ihrer Einführung an die kulturellen Gegebenheiten angepasst. So ist der Islam in Afrika ganz anders als in Indonesien und noch einmal anders in Arabien.


    ** Das ist Schwachsinn. Wem will denn der gute Mann das erzählen? Ich darf auf die afrikanische Spielart des Islam in Nigeria hinweisen. Eine ähnlich aggressive 'Verbreitung' einer Religion ist auf diesem Globus bereits selten, die anderen großen Religionen haben das längst überwunden - doch der Islam steckt entwicklungsmäßig offenbar noch in jener Zeit, die wir längst überwunden zu haben hoffen. Alle genannten Länder sind entweder islamisch radikal oder haben schwere Probleme mit islamischen Radikalen.


    >Es gibt neben dem religiösen Standpunkt auch noch den kulturellen Einfluss. Die Kultur eines Volkes kann nicht von heute auf morgen verändert werden. Das konnte auch Arabien nicht.


    ** Was soll dieser Satz? Er soll wahrscheinlich die arabischen Geldgeber der Broschüre (und der auch dahinter steckenden Moschee) vor Kritik schützen. Es ist ja bekannt, daß viele Muslime mit dem saudischen Wahabismus nicht viel am Hut haben, also wird hier beruhigend vorgebaut.


    >Muhammad führte revolutionär das Frauenrecht ein, aber noch heute gibt es arabische Muslime, die von der vorislamischen Kultur geprägt sind und diese religiöse Pflicht nicht einhalten.


    ** Es gibt praktisch KEIN islamisches Land in dem Frauen annähernd eine gesellschaftlich und politisch zu Europa oder Amerika vergleichbare Stellung haben. Wir gehen doch von den realen Lebens-Umständen aus und nicht von jenen, die ein Religionsgründer vorgeschrieben hat? Schlimmer noch, wenn der Religionsgründer das vorgeschrieben hat, aber die angeblich 'islamischen' Staaten sich nicht drum scheren. Wie die reale 'Anpassung' des Islam an Europa bezüglich der Frauenrechte aussieht, können wir täglich auf der Straße beobachten, in der Zeitung lesen. Jedenfalls ist in den letzten Jahren eher eine Verschlechterung denn eine Verbesserung feststellbar.


    ** Dankenswerter Weise ist die Mehrzahl der nach Europa zugewanderten Muslime nicht von dieser Sorte. Leider findet aber in Europa aus verschiedensten Gründen eine Re-Islamisierung statt. Noch vor 10 Jahren bezeichneten sich ca. 10% der Muslime in Deutschland als 'religiös' - heute tun das bereits 30%. Nicht zuletzt dank missionarischer Initiativen aus den Ölländern.


    >Europa dürfte damit im allgemeinen kein Problem haben.


    ** Was will der Mann? Er glaubt das wirklich?


    >Im extremsten Fall wird es schwierig sein, auf Schweinefleisch, Alkohol, Drogen und ihre negativen Folgen zu verzichten.


    ** Anpassung? Wer soll sich da an wen anpassen und wie 'friedlich' ist denn diese Anpassung geplant? Hier geht der gute Mann von einem *Verbot* des Schweinefleisches aus, was ja in demokratischen Staaten nur über ein Gesetz möglich wäre. Das heißt, so bildet er sich das ein, falls die religiösen Muslime 51% in einem europäischen Land hätten, dann könnten sie der nicht-muslimischen Minderheit Alkohol, Schweinfleisch und Bikinis verbieten. Von europäischem Geiste keine Spur - er hat noch nicht mal begriffen, daß er in Europa weder politisch noch religiös gegängelt wird, hat den Unterschied zu einem der üblichen islamischen Regimes nicht begriffen. Wie auch, er ist ja deren Sendbote!


    >Auch die Tötung von Kindern durch Abtreibung zu verbieten würde ein harter Schritt für Europa sein.


    ** So hart würde es nicht sein, denn der gute Mann glaubt offenbar, daß die geringere Kinderzahl in Europa ausschließlich auf Abtreibung beruht. Dennoch, es gibt in ganz Europa (außer Irland) und sogar im neo-christlichen Amerika den Konsens der Fristenlösung. Er glaubt doch nicht im Ernst, daß diese zu den Frauenrechten gehörige gesetzliche Festlegung von ein paar Muslimen ohne Widerstand gekippt werden könnte? Ach ja, die Frauen haben zu schweigen und am Herd zu stehen und die Herren (Muslime) entscheiden über deren Bauch ..


    >Weiter würden die Prostitution und ihre Folgen verboten.


    ** Es geht weiter in der muslimischen Intoleranz. Klar ist uns die Existenz der Prostitution kein brennendes Bedürfnis, aber ein Verbot widerspricht der freiheitlichen Rechtsordnung. Was wiederum darauf hinweist, daß die Herren Supermuslime die Errungenschaften der Aufklärung, Europas und der westlichen Welt nicht kapiert haben. Wie auch, sie sitzen geistig VOR der Aufklärung und es steht in unserem Leben nicht zu hoffen, daß der Islam (den es so nicht gibt) eine Reform angeht. An diesem Beispiel ist schon zu sehen, daß die Werte Menschenrechte, Demokratie und Freiheit nicht verstanden werden.


    >Glückspiele, die manchen Familienvater in den Ruin gezogen haben, würden nicht gestattet sein.


    ** Ach wirklich? Lotto und Toto runiert Familienväter? Einmal mehr zeigt sich, daß der Verfasser des Pamphlets offenbar keine Ahnung von Europa hat.


    >Man müsste keine Kirchensteuer mehr bezahlen.


    ** Der Mann glaubt entweder an einen radikal-islamischen Umsturz durch eine islamische Minderheit oder an ein Wunder. 'Kirchensteuer' steht zusammen mit den 'Staatsreligionen' zumeist in den Verfassungen der europ. Staaten. Die Verfassungsmehrheit ist zumeist die 2/3-Mehrheit. Er glaubt also tatsächlich, daß die Propagierung solchen Unsinns nicht ab einer gewissen allgemein empfundenen Bedrohung zu einem harten Zurückschlagen der europäischen Bevölkerungen führen würde. Aber bei 10% Muslimen im Land braucht er sich keine Sorgen und wir uns keine Mühe zu machen.


    >Das wären die wirklich radikalen Änderungen in unserem Europa, die der Islam mit sich bringen würde. Nicht etwa das, wovon sich die Europäer fürchten.


    ** Schwachsinn. Das, was der gute Mann hier absondert, ist alleine schon verfassungswidrig und daher nicht durchsetzbar. Und bis es eine radikal-islamische 2/3-Mehrheit dafür gibt, darauf muß er noch lange warten.


    >Es wäre nicht so, dass jede Frau ein Kopftuch tragen müsste. Den Sinn dieser Praxis, die in Arabien nötig ist, kann in Europa auch anders gelöst werden.


    ** Anders gelöst, ha! Wenn noch mehr solcher Leute aus Saudi-Arabien oder vom Ditib nach Europa entsandt werden, um ihre merkwürdigen Ideen zu verbreiten, dann muß man kein Prophet sein, um ein schnelles und trauriges Ende des Islamismus in Europa vorherzusagen. Aber dazu komme ich weiter unten noch ..


    >Das Europäische Gesetz muss deshalb bis auf die wenigen oben erwähnten negativen Themen nicht geändert werden. Die Sharia (Der Weg) Europas besteht bereits.


    ** Was schreibt der Mann da? Es gibt kein 'europäisches Gesetz', es gibt tausende Gesetze, die mit gewählten Mehrheiten in Parlamenten auf der Basis von Verfassungen beschlossen werden und im Anlaßfall von Verfassungsgerichten überprüft werden. Die koranische Sharia ist kein Weg, den jeder gehen könnte wie er will, sondern sie ist eine Vorschrift, von der man nicht abweichen darf, der liebe Mann soll nicht versuchen, uns per Nebelwerfer zu beruhigen. Aber er braucht sich sicher nicht zu sorgen, FALLS es jemals auch nur in die Nähe der Entscheidung (Sharia vs. röm. Gesetzbuch) kommen sollte, dann darf ich ihm schon jetzt eine angenehme Heimreise wünschen.


    >Das muslimische Türkei führte 1923 das Schweizer Gesetz ein und beweist damit, dass eine Demokratie im Islam kein Problem darstellt.


    ** Noch ist nix bewiesen. Erst wenn die Türkei tatsächlich in die Europäische Union aufgenommen wird, dann erst ist es bewiesen. Denn dann ist, unter vielem anderen, die volle Gleichberechtigung der Religionen und Menschen in der Türkei umgesetzt. Wenn die Türkei europa-kompatibel wäre, dann bräuchte man sich in den Verhandlungen ja nur über wirtschaftliche Dinge auseinandersetzen. Aber so ist es ja nicht.


    >Auf dieser Grundlage würde es auch in Europa problemlos funktionieren. Neben vielen Kirchen würden sich die Moscheen emporheben.


    ** Nana, den Herrn wird doch nicht sein Realitätssinn einholen? Derzeit und schon seit Jahren steht der Anteil der Muslime in Deutschland und Östereich auf etwa 10% der Gesamtbevölkerung. Daß, vor allem in Deutschland, viele neue Moscheen gebaut werden, hat einerseits seinen Grund in der Zersplitterung der Muslime und andererseits in der Re-Islamisierung der Parallelgesellschaften, was auch mit dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands nach der Wiedervereinigung zu tun hat.


    >Aber die Gelder für diese Bauten würden nur durch Spenden und demokratischen Abstimmungen verwirklicht.


    ** Schon heute stammen die Gelder für den Moscheenbau aus meist dubiosen arabischen Quellen und haben überhaupt nichts mit Demokratie zu tun. Da bringen Vereine mit einer Handvoll Mitgliedern plötzlich Millionen auf .. und die saudischen, iranischen Geldgeber verlangen auch, daß in Europa missioniert wird. Doch das Geschäft läuft nicht so recht, die Ureinwohner Europas haben mit Religion - weder der christlichen noch der muslimischen - wenig am Hut. Die Meinung von Leuten wie dem Scheich Ageel-Ageel, daß dieses immer weniger religiöse Europa auch ein religiöses Vakuum bedeute, in das man nur missionarisch einbrechen müßte, führt sich dadurch ad absurdum. Die Erfolge der Missionare sind dürftig, auf mehr als ein paar Vorzeige-Muslime haben sie's bisher nicht gebracht.


    >Wo Kirchen wegen der stark abnehmenden Christenheit nicht mehr gebraucht würden, würde demokratisch bestimmt, ob diese in Moscheen umfunktioniert werden sollen.


    ** Schwachsinn. Man kann über das Eigentum anderer, in diesem Falle einer christlichen Kirche, nicht 'demokratisch' bestimmen. Der gute Mann glaubt, daß es sich um türkische Verhältnisse handelt, wo Religionsgemeinschaften keinen Rechtskörper bilden können und denen man daher den Besitz ganz einfach 'demokratisch' wegnehmen kann. Auch wenn kein Mensch mehr den Kölner Dom besuchen sollte, so ist es völlig undenkbar, daß der Dom im Zuge einer Abstimmung in eine Moschee umfunktioniert würde.


    ** Ein weiterer Schwachsinn ist 'die abnehmende Christenheit'. Nicht nur die Muslime, auch die Christen können - weltweit gesehen - zahlenmäßig ordentliche Zuwächse verbuchen. Wie schon gesagt, die Europäer werden nicht zum Islam laufen, auch wenn sie den christlichen Kirchen weglaufen. Und die zahlenmäßigen Verhältnisse lassen ein islamisches Europa im Moment nicht einmal vermuten ...


    >Der Unterschied liegt dann nur darin, dass keine prunkvollen Statuen und Bildnisse mehr in den Kirchen zu finden wären.


    ** Naja, kirchliche Kunst ist auch kein Wert für den Herrn, aber das war nicht anders zu erwarten. Wenn er sich schon mit der europäischen Gesellschaftsordnung nicht auskennt, dann erst recht nicht mit Kunst. Besser sind da schon die Lichterketten und Lautsprecher auf den Moscheen wie in Ägypten? Liieb!


    >Da der grösste Teil des heutigen Europa bereits an Gott, den Schöpfer, den Herrn der Welt glaubt, wie auch schon Jesus diesen einen Gott angebetet hatte, wird das Glaubensbekenntnis des Islam bereits in den Herzen der Menschen verankert sein.


    Dream on Charly, äh, Mustafa. Das ist halt die Vorstellung und die Interpretation seines Herrn und Meisters in Riad. Wenn das wahr wäre, dann müßte doch der Islam enormen Zulauf bei der ansässigen Bevölkerung haben? Wo ist der? Ich fürchte, die nach Europa entsandten Imame berichten nach Hause, was dort gerne gehört wird, in der Art von 'Unser Mann in Havanna' (Graham Greene). Ansonsten müßte dem Scheich Ageel-Ageel oder den anderen Geldgebern in Teheran oder den Golfstaaten bereits aufgegangen sein, daß die Grundannahmen ihres Missionseifers absolut nicht stimmen.


    >Einzig müsste man den Mitmenschen Muhammad als den Botschafter Gottes und Erretter der damals verfolgten Ur-Christen akzeptieren. Dann nämlich, ist man bereits Muslim (deutsch: Gott Ergeben).


    ** Interessant. Auf diese Weise reden sich die Herrschaften ihre missionarischen Mißerfolge auf europäischem Boden schön. Es genügt schon .. ja dann. Naja, daß es nicht so einfach ist, das sollte auch der Verfasser des Pamphlets schon verstanden haben, schließlich ist er selbst Muslim und weiß, daß es damit nicht genug ist.


    Mit den besten Grüssen!

    Richard


    >Quelle: Broschüre einer Muslimischen Gemeinschaft

    >Gruss

    >Ahmet


    ** Abschließend: Dieser teils haarsträubende Text läßt vermuten, daß der Mann keine Ahnung von Europas Politik, Kultur und Menschen hat. Er weiß nicht, wie Demokratie funktioniert, er hat keine Ahnung von Eigentumsrecht, vom bürgerlichen Recht, von Verfassungen. Natürlich weiß er auch nichts von Gewaltentrennung, wie die meisten zugewanderten Muslime. Sonst würde er nicht glauben, daß man Kirchen per Abstimmung in Moscheen umwandeln könnte.


    Daher schließe ich, daß die in Österreich verfolgte Politik offenbar richtig ist: Alle Zuwanderer müssen die deutsche Sprache lernen, müssen Staatsbürgerschafts-Unterricht erhalten!




  8. #8
    Emilia
    Gast

    Re: Ist ein muslimisches Europa möglich?


    Hallo Richard!


    Das Modell der verpflichteten Deutschkurse, ist innerhalb Österreichs höchst um-

    stritten und hat meiner Meinung nach, eher mit der derzeit politischen Färbung,und nichts mit Integration zu tun.


    Grüße Emilia



  9. #9
    Emilia
    Gast

    Re: Ein Europa für alle Gläubige


    >Hallo Emilia,

    >Wo eine Broschüre vorliegt, kann es durchaus auch als Missionsversuch angesehen werden. Aber was mich interessieren würde, ist eher die Grundlage, die einen europäischen Islam tragen würde.

    >Wäre es das Laizistische Prinzip? Was meinst Du? Dann würde es doch nie ein islamisches Europa geben können, denn die Mehrheit Europas (das sind auch die Mehrheit der Wähler) hätten nicht das gleiche Interesse?

    >Sehe ich das was falsch? Weisst Du, in Politik bin ich ein Banause. Habe also gar keine Ahnung darüber.

    >Gruss

    >Ahmet





    Hallo Ahmet!


    Das Du politisch gar keine Ahnung hast, konnte ich bisher nicht herauslesen,

    aber ich antworte Dir trotzdem.


    Ich meine, Muslime sollten als Teil europäischer Gesellschaften, für sich selbst

    definieren, was der Islam in Europa ist.


    Aufgrund der unterschiedlichen historischen Entwicklungen innerhalb Europas,

    gibt es bezüglich des laizistischen Prinzips völlig unterschiedliche

    Standpunkte.


    Dies zeigt sich z.B in der schulpolitischen Umsetzung.

    Während Frankreich die Trennung von Schule und Religion, sowie religiöser

    Symbole fordert, gibt es in Österreich unter anderen, eine religionspädag.

    islamische Akademie, die Religionslehrer für öffentliche Schulen ausbildet.


    Deshalb ist es schwer in Europa von gemeinsamer Grundlage zu sprechen, weil

    die historischen Entwicklungen und Traditionen, und somit Standpunkte

    verschieden sind.


    Ich denke, es ist möglich in einer multi-religiösen Gesellschaft zu leben,

    ohne dabei seine (religiöse) Indentität zu verlieren.


    Grüße Emilia



  10. #10
    Richard
    Gast

    Re: Ist ein muslimisches Europa möglich?


    Hallo Emilia,


    erstens bin ich Österreicher und kann nicht feststellen, daß diese Kurse in irgend einer Weise umstritten wären. Schließlich bekennen sich drei der vier Parlamentsparteien - außer den Grünen - zu diesen durchaus nicht negativ zu sehenden Maßnahmen. Über diese Situation hinaus bekennen sich eben diese drei Parteien zu einer Erweiterung der bestehenden Regelungen, die demnächst beschlossen werden sollen. Ausnahmsweise ist das mal eine positive Leistung einer Regierung, der ich durchaus nicht wohlwollend gegenüberstehe. Auch waren aus den Reihen der Zuwanderer absolut keine Proteste zu hören ...


    Zweitens bin ich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Räumlichkeiten eines dieser Institute, die diese Sprachkurse abhalten, beschäftigt und habe ziemlich häufigen und guten Kontakt mit den KursteilnehmerInnen. Überraschung: auch die unmittelbar Betroffenen finden die Sache im großen und ganzen positiv. Die Stimmung ist meist gut, es werden nach den Kursen Kaffeekränzchen veranstaltet, die TeilnehmerInnen bringen dazu Selbstgebackenes mit und die Stimmung ist ganz ausgezeichnet. Wenn sie sich als Leidtragende einer staatlichen Zwangsmaßnahme fühlen, dann können sie es ganz ausgezeichnet verbergen.


    Warum wird das von den Zuwanderern so positiv aufgenommen? Dazu gibts eine sehr einfache Antwort: Sie fühlen sich von diesem Staat, der nun für kürzere oder längere Zeit ihre neue Heimat werden soll, als Individuen *wahrgenommen*. Dementsprechend verhalten sie sich. Die meisten erscheinen in sehr ordentlicher Kleidung und sehen sehr gepflegt aus. Im 'Sonntagsgewand' würde man früher gesagt haben, als noch viele Menschen zur Kirche gingen.


    Ich bin sehr für eine Ausweitung dieser Maßnahmen (blödes Wort, aber dazu komm ich noch) auf einen größeren Kreis von Zuwanderern. Ich finde auch die schon durch den Ministerrat gegangene Vorlage recht gut, daß sich alle Kinder schon ein Jahr vor Schulantritt in der Schule 'vorstellen' müssen und daß hierbei über ein verpflichtendes Vorschuljahr zum Zwecke des Erwerbs von Sprachkenntnissen entschieden wird.


    Ich kann nicht verstehen, was denn daran so schlecht sein sollte, daß Menschen, die in ein anderes Land umziehen um dort längere Zeit zu arbeiten und zu leben, daß diese Menschen nicht die Sprache ihrer neuen Heimat lernen sollen? Was sollte so schlecht daran sein, daß Kinder nicht erst in der ersten Klasse Volksschule mühsam (zusammen mit dem Unterrichtsstoff!) sondern schon früher die Sprache ihrer neuen Heimat lernen sollten? Woher sollen sie sie denn lernen? Ihre Eltern werden doch nicht mit ihnen in einer Sprache sprechen, die ihnen fremd erscheint und die sie selbst nur mangelhaft beherrschen. Die sprechen nun mal die Sprache des Herkunftslandes mit ihren Kindern, das ist völlig normal. Doch in der Schule wird eben Deutsch gesprochen und es ist ganz einfach zu spät, wenn erst jetzt begonnen wird ..


    Sprache ist der Schlüssel zur Integration, zu besserem Einkommen und besserem sozialem Status. Eine Sprache zu lernen bedeutet auch Mühe, der man sich nicht sehr gerne unterzieht, vor allem dann, wenn genügend Menschen aus dem gleichen Herkunftsland beisammen sind. Parallelgesellschaften, die sich auf diese Art bilden, sind aber gar keine gute Grundlage für Integration und Karriere der zweiten Generation.


    Ich selbst habe viele Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet. Als Vorgesetzter von einigen Dutzend Menschen war es mir immer wichtig, die lokale Sprache genügend gut zu beherrschen. Also wurde mit Volldampf gelernt, neben einem nicht gerade ganz einfachen Job. Es ist schon Erlebnis, auf das man stolz ist, wenn man das erste kompliziertere Telefonat problemlos hinter sich gebracht hat, die erste geschäftliche Verhandlung absolviert, das erste Diktat so hingebracht hat, daß der resultierende Brief halbwegs korrekt ist. Wenn man dann, wenigstens dort wo die Haufarbe stimmt, einige Stunden unerkannt als Inländer akzeptiert wird, dann ist das schon eine Feier wert.


    Es ist ja nicht so, daß die Mehrheit der Zuwanderer bzw der zweiten Generation sich nicht bemühen würden. Ich wohne seit einem Jahr in einem Wiener Gemeindebezirk, der einen besonders hohen Ausländeranteil hat und bin immer wieder überrascht, wie viele dieser Menschen ausgezeichnetes Deutsch sprechen.


    Natürlich gibts auch einen ordentlichen Teil jener, die Mitglieder der Parallelgesellschaften sind. Man lebt und arbeitet da ohne mit der 'Außenwelt' in Berührung zu sein. Man schottet sich ab, aus religiösen oder traditionellen Gründen. Wie gut, daß es das türkische oder arabische Lebensmittelgeschäft gibt, den türkischen Bäcker usw. Leider sind diese Menschen oft illegal hier und arbeiten nur in der (Groß)-Familie, bekommen nur wenig bezahlt, haben keine Chance, diesen Zuständen zu entfliehen. Da hat noch der Patriarch das Sagen, denn der verteilt das Geld und die Jobs. Wer nicht kuscht, der kann sich gleich aufhängen. Das gilt natürlich auch für die weiblichen Familienmitglieder jeden Alters. Wenn der Patriarch 'Kopftuch!' verordnet, dann wird Kopftuch getragen, keine Diskussion. Geprügelt wird heftig in solch sozialer Umgebung. Entfliehen ist nicht - keine Sprachkenntnisse um auf eigenen Beinen zu stehen. Leider sind oft auch die aufenthaltstechnischen Voraussetzungen für eine unabhängige Existenz nicht erfüllt.


    Letztlich fände ich es wichtig, daß man den Zuwanderern 'Staatsbürgerschaftskunde' beibringt. Viele Dummheiten würden bei Kenntnis der Gesetze des Aufenthaltslandes nicht passieren. Diese Menschen würden sich ja sehr bemühen - wenn sie nur wüßten, worauf sie achten müssen! In der Türkei mag es kein Problem sein, wenn die Ehefrau oder die Tochter mit gebrochenem Nasenbein im Spital auftaucht. Hier gibts großes Erstaunen darüber, daß gleich eine Anzeige gemacht wird, die Polizei kommt, daß man vor dem Richter steht. Ditto die Ehrenmorde, Kindesmißbrauch usw. Auch die Vorstellungen, was denn Demokratie sei, ist eher negativ geprägt, denn in den islamisch geprägten Parallelgesellschaften wird Demokratie meist abschätzig gesehen. Sogar nachlesen konnte man das längere Zeit auf der Homepage des Muslim-Marktes, wo von 'Demokratur' die Rede war. Der Aufsatz strotzte nur so von wilder Unkenntnis der Grundlagen mitteleuropäischer Demokratien. Nur eine Art Staatsbürgerschaftsunterricht kann hier Abhilfe schaffen und unseren neuen Mitbürgern den Unterschied zwischen Demokratie und Regime oder Gottesstaat verdeutlichen. Vielleicht würde das auch zu regerer Teilnahme am politischen Leben führen, was ja nicht schlecht wäre und zur Ausräumung so mancher Mißverständnisse führen könnte ...


    Schönen Abend!

    Richard


    >Hallo Richard!

    >Das Modell der verpflichteten Deutschkurse, ist innerhalb Österreichs höchst um-

    >stritten und hat meiner Meinung nach, eher mit der derzeit politischen Färbung,und nichts mit Integration zu tun.

    >Grüße Emilia



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