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Thema: Christenwelt: Ein neuer Gott ist gewählt!

  1. #1
    Ahmet
    Gast

    Christenwelt: Ein neuer Gott ist gewählt!


    An alle Christen: Herzliche Gratulation zu eurem neuen Gott!


    Nun ist es soweit "Habemus papam" hiess es und Joseph Ratzinger aus Deutschland wird zum Papst Benedikt XVI. gewählt. Jeder Wähler hatte jenen Kardinal zu wählen, den auch Gott (Johannes Paul II.) gewählt hätte.


    Aber was heisst das konkret? Was ist ein Papst? Der Papst gilt als Stellvertreter Gottes (Christus = Gott). Der Papst ist demnach Gott selbst und geniesst den Absolutheitsanspruch, was in der Bibel nur dem Schöpfer- Gott alleine zustehen würde.


    Darauf stellt sich aber die Frage, wenn doch der Papst unseren Schöpfer-Gott vertritt, dann ist doch für die römische Kirche unser Schöpfer-Gott entweder , abwesend, unfähig oder gestorben? Warum sollte Gott sonst vertreten werden? Kann mir das jemand erklären?


    In diesem Absolutheitsanspruch des Papstes wird auch erklärt, dass es für jedes getaufte menschliche Wesen heilsnotwendig sei, sich dem Papst zu unterstellen. Der Papst ist unfehlbar. Daher entspricht alles, was der Papst sagt der Wahrheit und dem Willen Gottes, egal was er sagt oder andeutet.


    Also ist jeder Getaufte, egal welcher christlichen Gemeinde er angehört ein Untertan der römischen Kirche? Anders kann es ja nicht sein, denn die "Christliche Taufe" ist eine Erfindung der römischen Kirche (siehe Beitrag Taufe).


    Glücklicherweise bin ich nicht getauft. Sonst würde ich schon deswegen gegen die ersten drei biblischen Gebote verstossen, wo es heisst:


    1. Du sollst keinen anderen Gott neben dem einzigen Schöpfer haben!


    2. Du sollst kein Schnitzbild machen, noch irgend ein Abbild von dem, was droben im Himmel oder auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und sollst sie nicht verehren!


    3. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren!





    Weitere Fakten zum Papst:


    - Der Papst ist das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

    - Als Bischof von Rom ist er der Nachfolger des Apostels Petrus.

    - In der römisch-katholischen Kirche wird Christus auch Gott genannt.

    - Der Papst gilt daher als Stellvertreter Christi (Gott) auf Erden.

    - Der Papst hat als Einziger das Recht, Kardinäle und Bischöfe zu ernennen.

    - Nur er kann Heiligsprechungen vornehmen. Diese Aufgaben können nicht delegiert werden.

    - Der Absolutheitsanspruch des Papsttums in Glaubensfragen wurde im Jahr 1302 begründet.

    - Das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit wurde erst 1870 definiert.

    - Am Wahltag trat das Konklave streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit im Vatikan zusammen.

    - Das Konklave ist die Versammlung der Kardinäle aus aller Welt, die den Papst wählt.

    - Bei der aktuellen Papstwahl waren 115 Purpurträger wahlberechtigt.

  2. #2
    nour iman
    Gast

    ergaenzung aus islamischer sicht


    hallo ahmet, der friede sei mit dir.


    du kritisierst hier die bezeichnung des papstes als "stellvertreter Gottes", was ich in dieser auf den papst bezogenen ausschliesslichkeit auch unterstuetze. doch bedenke, dass laut Qur'ân der mensch im allgemeinen der stellvertreter Gottes auf erden ist mit all den verpflichtungen, die schoepfung zu respektieren und zu schuetzen.


    du schreibst ausserdem:

    >Also ist jeder Getaufte, egal welcher christlichen Gemeinde er angehört ein Untertan der römischen Kirche?


    ich verneine dies, da die taufe meist in einem alter der "unzurechnungsfaehigkeit", sprich unreife, vollzogen wird. untertan zu sein und besonders im religioesen sinne, sollte eine willentliche entscheidung sein. man ordnet sich freiwillig dem willen Gottes unter (und nicht einem menschen!).


    und Gott sieht in die herzen und ist uns naeher als unsere halsschlagader.




    wa salâm.

    nour iman

  3. #3
    kohle
    Gast

    Re: Christenwelt: Ein neuer Gott ist gewählt!


    Hallo Ahmed,


    >An alle Christen: Herzliche Gratulation zu eurem neuen Gott!


    Das ist schief, Satire.



    >Darauf stellt sich aber die Frage, wenn doch der Papst unseren Schöpfer-Gott vertritt, dann ist doch für die römische Kirche unser Schöpfer-Gott entweder , abwesend, unfähig oder gestorben? Warum sollte Gott sonst vertreten werden? Kann mir das jemand erklären?


    Irgendwann sagte Jesus, dass er wiederkomme, um die Menschen (als Christen) zu erlösen:


     Einige Menschen warteten auf ihn, bis es ihnen zu lange dauerte. Sie gründeten eine Kirche und erklärten das Oberhaupt, die Päpste, solange zum Stellvertreter von Jesus auf Erden, bis dieser selber wiederkomme. Sie warten bekanntlich heute noch.


     Andere Menschen warten nicht auf einen Jesus im Äußeren sondern auf einen geistigen Christus in sich selbst. So verstehen sie die christliche Lehre. Wir nennen sie Urchristen und auch Gnostiker. Diese Menschen erkennen keinen Stellvertreter für Christus an. Christus wird in ihnen geboren. Diese Menschen fragen nicht nach Adresse und Hausnummer eines Gottes, denn er der Gott ist in ihnen. Alle anderen warten noch, bis sie das selbst auch erkennen. Christ in diesem Sinne ist jeder, der die Gnade erhält und sie auch annimmt, zurück zu Gott zu finden. Christen nennen diese Gnade = Christus.




    Meint




    kohlchen



  4. #4
    Ahmet
    Gast

    Re: ergaenzung aus islamischer sicht


    Hallo Nour Iman, der Friede sei auch mit dir,


    Schon länger nichts mehr von Dir gehört. Ich hoffe es geht Dir gut.


    Nour Iman: du kritisierst hier die bezeichnung des papstes als "stellvertreter Gottes", was ich in dieser auf den papst bezogenen ausschliesslichkeit auch unterstuetze. doch bedenke, dass laut Qur'ân der mensch im allgemeinen der stellvertreter Gottes auf erden ist mit all den verpflichtungen, die schoepfung zu respektieren und zu schuetzen.


    Ich verstehe, was Du meinst. Ich weiss aber nicht, ob man dies vergleichen kann. Denn unter Stellvertreter verstehe ich, jemanden ersetzen, der nicht mehr in der Lage ist, eine Stellung zu halten. Z.B. hat jeder Staats- Präsident einen Stellvertreter. Aber nicht in jedem Fall kann der Stellvertreter wichtige Entscheidungen treffen. Eben nur dann, wenn der Präsident dazu nicht in der Lage wäre.


    Wer genau entscheidet, wann Gott nicht mehr in der Lage sein soll, selbst zu entscheiden?


    Das, was Du aus dem Koran ansprichst, hat mit Aufgaben bzw. Geboten zu tun, die der Muslim auf der Erde zu erledigen hat. Natürlich ist darin u. a. auch erhalten, die Verantwortung über den Schutz der Erde und Natur zu übernehmen. Das kann man aber nicht gleichsetzen mit der "Stellvertretung Gottes". Denn der Muslim (deutsch: Ergebener), so glaubte ich jedenfalls zu wissen, hat sich trotz dieser Verantwortung Gott unterzuordnen. Denn, so sagt der Koran auch: "Gott zeugt nicht und wurde nicht gezeugt; es gibt keinen, der ihm gleicht" (Koran 112 3-4). Gott ist also nach wie vor die höchste Instanz und lehnt die Mönchschaft bzw. Priesterschaft ab. So hat sich auch Jesus in den Evangelien geäussert (gegen die Pharisäer-Priester), und so steht es auch in den 10 Geboten der Bibel (das Erste und Zweite Gebot). Ausser vor Gott soll man sich vor niemandem niederwerfen.


    Die römische Kirche war anfänglich gerade auch deswegen intern sehr zerstritten. Könige und Kaiser machten sich zu Gott. Das einfache, gläubige Volk (darunter auch Volksjuden bzw. Israeliten und Ur-Christen) wurde von den römischen Machthabern getrimmt oder sonst verfolgt. Da schuf Gott den Weg zum Frieden. Die damaligen Gottergebenen nannten diese Form, die sich damals von der neuen römischen Religion unterschied einfach "Islam" (Frieden durch Hingabe).


    Nun habe ich noch eine Frage zum Islam. Siehe Beitrag "Beschneidung".


    Gruss und Friede


    Ahmet

  5. #5
    nour iman
    Gast

    Re: ergaenzung aus islamischer sicht


    hallo und salâm ahmet,


    >Hallo Nour Iman, der Friede sei auch mit dir,

    >Schon länger nichts mehr von Dir gehört. Ich hoffe es geht Dir gut.


    alhamduliLlah, alles ist in ordnng. habe nur nicht immer zeit oder lust zu schreiben.


    >Nour Iman: du kritisierst hier die bezeichnung des papstes als "stellvertreter Gottes", was ich in dieser auf den papst bezogenen ausschliesslichkeit auch unterstuetze. doch bedenke, dass laut Qur'ân der mensch im allgemeinen der stellvertreter Gottes auf erden ist mit all den verpflichtungen, die schoepfung zu respektieren und zu schuetzen.

    >Ich verstehe, was Du meinst. Ich weiss aber nicht, ob man dies vergleichen kann. Denn unter Stellvertreter verstehe ich, jemanden ersetzen, der nicht mehr in der Lage ist, eine Stellung zu halten. Z.B. hat jeder Staats- Präsident einen Stellvertreter. Aber nicht in jedem Fall kann der Stellvertreter wichtige Entscheidungen treffen. Eben nur dann, wenn der Präsident dazu nicht in der Lage wäre.


    so gesehen wuerde man aepfel mit birnen vergleichen, du hast recht. denn was der papst beansprucht, ist ja tatsaechlich das, was du hier schreibst: ein agieren im auftrage Gottes aufgrund Seiner abwesenheit bzw. unfaehigkeit.

    ASTAGHFIRULLAH!

    selbst wenn katholiken dies irgendwie anders erklaeren wuerden, liefe es doch genau darauf hinaus.


    die stellvertreterschaft im islamischen sinne ist aber eine andere. sie ist im hoechsten masse eine ehrung des menschen aufgrund seiner besonderen, ihn von allen anderen geschoepfen unterscheidenden natur. der mensch hat verstand und seele. das sind im wesentlichen die unterschiede zu den anderen geschoepfen. aufgrund dieser eigenschaften und faehigkeiten wurde uns etwas sehr kostbares zuteil: verantwortung. in dieser uns uebertragenen verantwortung steckt aber auch vertrauen. das vertrauen Gottes in uns, unsere faehigkeiten sinnvoll, im guten einzusetzen. werden wir dem gerecht, werden entsprechend belohnt werden. missbrauchen wir das vertrauen und verunstalten die schoepfung, kommt eine strafe auf uns zu.



    >Wer genau entscheidet, wann Gott nicht mehr in der Lage sein soll, selbst zu entscheiden?


    ich sag' mal: Gott ist immer und ueberall (weder zeit noch raum sind fuer Gott allerdings relevant) herr der lage. als muslim weiss man das. das heisst aber nicht, dass Er uns keinen spielraum hier auf erden gibt, in dem wir uns des in uns gesteckten vertrauens beweisen koennten.


    >Das, was Du aus dem Koran ansprichst, hat mit Aufgaben bzw. Geboten zu tun, die der Muslim auf der Erde zu erledigen hat. Natürlich ist darin u. a. auch erhalten, die Verantwortung über den Schutz der Erde und Natur zu übernehmen.


    korrekt.


    >Das kann man aber nicht gleichsetzen mit der "Stellvertretung Gottes".


    nicht in dem sinne, wie du das oben beschrieben hast.


    >Denn der Muslim (deutsch: Ergebener), so glaubte ich jedenfalls zu wissen, hat sich trotz dieser Verantwortung Gott unterzuordnen.


    nicht trotz, sondern gerade wegen.


    >Denn, so sagt der Koran auch: "Gott zeugt nicht und wurde nicht gezeugt; es gibt keinen, der ihm gleicht" (Koran 112 3-4). Gott ist also nach wie vor die höchste Instanz und lehnt die Mönchschaft bzw. Priesterschaft ab.


    ja, das steht im Qur'ân.


    >Nun habe ich noch eine Frage zum Islam. Siehe Beitrag "Beschneidung".


    ich hoffe, ich konnte helfen.


    zu dem thema der stellvertreterschaft wuerde ich gerne auch bruder cemils meinung lesen.




    frieden.

    nour iman

  6. #6
    Cemil Kaya
    Gast

    Re: ergaenzung aus islamischer sicht


    Selâm, Bruder Nour Iman,


    ich habe Dein Posting erst heute bemerkt und gelesen, weshalb ich etwas verspätet darauf reagiere.


    >zu dem thema der stellvertreterschaft wuerde ich gerne auch bruder cemils meinung lesen.


    Das Kalifat oder die Stellvertreterschaft des Menschen hast Du sehr schön dargelegt, weshalb ich nur eine kleine Ergänzung hinzufügen möchte.


    Der Wert des Menschen ergibt sich aus der Ebenbildlichkeit mit Gott in Bezug auf seinen unsterblichen Geist, und damit zusammenhängend im freien Willen sowie in der Möglichkeit, sich durch Entwicklung zu vervollkommnen. Ein vollkommen gewordener Mensch ist ein vollkommener Diener Gottes, somit ein Stellvertreter Gottes auf Erden. Alle Menschen haben potentiell diese Eigenschaft (sowie jeder die Potential zu PSI-Fähigkeiten besitzt), jedoch muß jeder ihn konkret erst einmal durch Reifungsprozesse verdienen.


    Man könnte darüber noch einiges schreiben, doch mögen diese als eine bescheidene Ergänzung Deiner wertvollen Ausführungen ausreichen.


    Weselâm

    Cemil



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