Der 25-Stunden-Tag
Im Gehirn des Menschen ticken zwei Uhren. Die eine steuert den Tag-Nacht-Rythmus, die andere das Zeitgefühl. Chronopsychologen beginnen zu verstehen, wie sich die gefühlte Zeit dehnen lässt
Von Kathrin Zinkant
Es gibt Momente, in denen die Zeit auf unheimliche Weise aus den Fugen gerät. Dann wird selbst ein Wimpernschlag zur Ewigkeit, in der man alles betrachten, alles tun, sein Ziel ohne Not erreichen kann. Von solchen Momenten träumen termingeplagte Workaholics und gestresste Übermütter. Erleben dürfen sie vor allem Sportler.
Der brasilianische Fußballstar Pelé berichtete von einer »sonderbaren Ruhe«, in der sich Raum und Zeit scheinbar auflösten und er das Gefühl hatte, er könne durch seine Gegenspieler regelrecht hindurchlaufen. Footballstar John Brodie erinnert sich an das Gefühl, »alle Zeit der Welt« zu haben, während die Defensivlinie auf ihn zuraste. Und Baseball-Schlagmann Ted Williams schwor gar, er habe die Naht auf dem heranschnellenden Ball betrachten können – obwohl zwischen Abwurf und Schlag nur der Bruchteil einer Sekunde verstreicht.
Zum Thema
DIE ZEIT 13/2007: Wenn das Ohr den Takt vorgibt
Forscher haben lange nach einem Metronom im Kopf gesucht. Doch die Uhr ist offenbar direkt in unsere Sinne eingebaut.
[
Zeitgefühl: Geben uns unsere Sinne den Takt vor? | ZEIT online]
DIE ZEIT 01/2007: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Eine Stadt verbannt die Geschwindigkeit. Ein Unternehmer kämpft gegen die Globalisierung. Ein Wissenschaftler fordert »Zeit-Guthaben« für alle - Reise in acht Etappen zu Menschen, die das langsame Leben wiederentdecken
[
Verlorene Zeit: Menschen, die das langsame Leben wiederentdecken | ZEIT online]
http://images.zeit.de/text/zeit-wissen/2008/02/Zeit