>Gedanken über IRRENHÄUSER....
>Die Krankenkassen wissen nicht mehr, wo sie überall sparen sollen. Die Kosten zur Pflege der Gesundheit vieler, vielleicht viel zu vieler, steigen und steigen. Je weiter die Medizin voranschreitet, desto mehr Kranke scheinen zu existieren. In diesem Zusammenhang sei das Augenmerk einmal auf die zahllosen psychischen Erkrankungen und Defekte gerichtet...
>Da kommt die MAGIE mehr als nur gelegen! Geistige Armut, Verdrehtheiten jeglicher Colour, innere Hilflosigkeit, die Steigerung des Selbstwertgefühls durch die vermeintliche Kenntnis „okkulter“ Zusammenhänge..... kurzum: Die religiöse Verblödung, jedoch nunmehr unter anderen Vorzeichen, einmal wieder von den „Viel zu Vielen“ zelebriert – eben diese Umstände, die jedem halbwegs normalen Menschen ins Auge springen müssen, der sich aus Versehen auf das „Bardon-Forum“ und vergleichbare Bazare des „Geheimnisvollen“ verirrt, müssen unbedingte Sympathien für die tiefe und sogleich mit notwendiger Zuversicht behaftete Metaphysikfeindlichkeit aufklärerischer Kreise aufkommen lassen.
>Man lese nur einmal die objektiv nicht etwa komplett lächerlichen sondern tatsächlich unsäglichen „Anregung“ eines „großen Unbekannten“, die beweist, zu welch dümmlichen Spekulationen (soweit man dieses Wort in diesem Zusammenhang überhaupt noch gebrachen darf) das Gemisch aus Okkult-Schwachsinn, Besserwisserei, mangelnder wissenschaftlicher Ausbildung und moderner Hochtechnologie in vorletzter Konsequenz führen kann.
>Sollte das Christentum – und als dessen bedeutendste und im besonderen Maße ernstzunehmende Vertreterin die katholische Kirche – an Macht eingebüßt haben, auf dass die „geistliche“ Zukunft dem Gro der „Okkultisten“ bisheriger Prägung gehören sollte, so ist darin alles andere als ein kultureller Fortschritt zu erkennen. Homöopathie mag ein gutes Heilmittel sein, aber mit Verrücktheiten gegen Verrücktheiten antreten zu wollen, ist in diesem Fall nichts weiter als eine spezifische Form der Komik, die sich bisher lediglich der westliche Kulturkreis erlauben konnte.
>Es sind die sich nur allzu rasch vermehrenden Produktionsmittel und das entsprechende Wirtschaftssystem, welche es nicht nur möglich sondern gar zur unbedingten Erfordernis machen, dass die ökonomischen Organisationsformen all dessen, was „am Markt“ verfügbar sein kann und darf, ihrer ganzen Bedeutung nach die Inhalte gänzlich überschatten! Zusätzlich entscheiden in diesem Wirkungskomplex an vorderster Stelle die schon längst exakt verplanten Bedürfnisse der Massen ungeachtet jeglicher Qualitäten, und zu diesen Massen als Marktentscheidender Faktor von Sein und Nicht-Sein zählen auch die „Okkultisten“ und „Esoteriker“, deren metaphysische Liebhabereien, die sich ebenfalls schon alle samt zu marktwirtschaftlichen Kriterien entwickelt haben, welche eben diejenigen präzise berechnen, die in ihrem Innern bestenfalls über derartige Tölpeleien lachen können. Nur allzu oft sind es nichts Anderes als typisch menschliche Mangelerscheinungen, welche die Rolle tragender Wirkkräfte im Bereich der „Kultur“ übernommen haben!
>Die „Magie“ hat hier unzweideutig wieder ihren Platz im Herzen des fast schon gemeinen Volkes eingenommen: Sie entlastet die Irrenhäuser und trägt so entscheidend zur Kostensenkung im Bereich der Psychiatrie bei. Ein Tummelplatz für Abstrusitäten und Absurditäten, welche im Licht der Öffentlichkeit dahinschmelzen würden, finden gerade hier ihre gegenseitige Bestätigung. Man darf endlich wieder unter sich sein, man versteht sich... Wurde man doch zuvor von anderen Irren im Namen einer Vielzahl von Irrtümern, die Hand in Hand mit Angst und Unwissenheit gingen, auf Bitterste verfolgt, so trägt man nun wenigstens die Gewissheit eines Sieges – eines wenn auch nur vorübergehenden Sieges – in der Brust.
>Aber dennoch: Der gesunde Menschenverstand hat sich mittlerweile gegen die Scheinprobleme derer, die trotz – oder exakter ausgedrückt: AUFGRUND ihrer vorgeblichen „Weisheiten“ vordergründig genau nichts anderes zu leisten vermögen als ihre eigenen Schwächen, Unzulänglichkeiten und Irrtümer unter ihresgleichen zu verbreiten, weitgehend immunisieren können. DAS ist der einzige wirklich klar erkennbare Fortschritt, den diese, unsere westliche Zivilisation seit und mittels der Aufklärung wirklich aufzuweisen hat!
>Die „Hermetik“ als „Jahrtausende alte Tradition“, man könnte auch sagen: Grimm’s Märchenstunde! – Es ist eine unbestreitbare Faktizität kulturgeschichtlicher Rahmenbedingungen, dass diese „Tradition“ an und für sich im eigentlichen Sinn des Wortes gar keine mehr ist. Diese nämlich wurde schon längst völlig zerschlagen, und bereits ein kurzer Blick auf die „Okkult-Szene“, ein flüchtiges Augenmerk auf die Zerstrittenheiten, Widersprüchlichkeiten, Ungereimtheiten und nicht zuletzt auch auf die Geldgier der „im geheimen wirkenden“ Besserwisser verrät, dass nicht nur der Versuch Bardons weitgehend fruchtlos geblieben ist, durch Veröffentlichung irgendetwas „Positives“ zu erreichen. Man möchte spöttisch einwenden, dass das einzig Positive, das sich fast ALLE Okkultisten teilen, möglicherweise exakt in der Tatsache zu sehen ist, dass SIE es sind, die genau NICHTS erreichen! Die inzwischen nahezu total ausverkaufte „Verborgenheit“ hat in dieser Hinsicht eine durchweg schonende Funktion, welche aus dem Selbsterhaltungsinstinkt hergeleitet werden kann: Wäre das „Geheime“ nämlich nicht „geheim“, wie schnell wäre man entlarvt? Dasjenige, was die vielen „Okkultisten verbergen, lesen geschulte Augen zwischen den Zeilen dessen, was sie so alles veröffentlichen.
>Die „gottesliebende“ Theosophin Blavatzki hat sich als gänzlich inkompetente Betrügerin erwiesen, deren „Werk“ einer historisch-kritischen Betrachtung nicht einmal ansatzweise standzuhalten vermag. Die „Geheimwissenschaft“ ist gar keine Wissenschaft sondern eine haarsträubende Stümperei, wobei das Wort „geheim“ lediglich die bereits angedeutete Alibi-Funktion erfüllt! Rudolf Steiner wiederum hat es bestens verstanden, Träumereien zu verbreiten, die jeden halbwegs klar denkenden Menschen in die unangenehme Situation bringen, nicht zu wissen, ob er nun lachen oder weinen soll! Die „Erkenntnisse“ irgendwelcher „höherer Welten“ erweisen sich bestenfalls als intellektueller Durchfall – sozusagen als eine langsam fortschreitende Erkrankung des Geistes. Da verwandelt sich dann ein Buddha in zig Engel, die Jesus überschatten – und mit diesem hat es dann die Bewandtnis, dass es eigentlich zwei Jesus-Knäblein gab. Gratulation! Das ist „Okkultismus“, wie ihn sich die Kritiker wünschen. Man unternehme es einmal, seinen Gebrauch hebräischer Wörter zu untersuchen – die Ergebnisse werden für sich sprechen, aber damit natürlich auch gegen den Leser der „Akasha-Chronik“....
>Auch ein Crowley, der – wie vor ihm schon Friedrich Nietzsche – seine religiös-fundamentalistische Erziehung niemals überwinden konnte, fungiert in letzter Konsequenz als abschreckendes Beispiel. Seine Gedanken waren seit Jahrhunderten zumindest in einer völlig anderen Kultur bei Weitem nichts Neues. In Europa hat er letztlich auch nichts hervorbringen können, das nicht schon von Nietzsche in extremer Form zuvor gedacht wurde. Aber welcher Okkultist weiß so was? Wer weiß schon, dass Crowley ohne eine vorherige Aufklärung bestenfalls auf Granit gebissen hätte? Wer weiß schon, dass die Gedanken der individuellen Freiheit und Selbstbestimmung schon längst vorhanden waren? Und vor allem: Letztlich hat der Engländer nicht nur mit den sexuellen Aktivitäten in seiner Abtei „Thelema“ sondern mit seiner Lebensweise als solcher bewiesen, dass er schlicht und ergreifend psychisch erkrankt war.
>Nur wenige Jahrzehnte nach dem „großen Tier“ sind seine Anhänger und Nachäffer in zig Bewegungen, Orden, Logen und Richtungen zerspalten und zerstritten.... Ein unsägliches bis lächerliches Bild, sonst nichts.
>Und erst einmal die „OTO“s: Dort, bei den zu spät gekommenen Tempelrittern, ist Baphomet ein „nicht ganz richtig verstandener Gott“. Prima! Dazu noch einige wirre bis gänzlich blödsinnige Rituale, um des „Geist des neuen Äons“ heraufzubeschwören..... Da sind dann so manche hochkarätige Amerikaner stolz darauf, direkt von diesem Gott inspiriert worden zu sein. Wo wären solche „Okkultisten“ nur ohne ihre Götter, ohne ihre Gottesprinzipien? Wo wären denn all diese „Okkultisten“, wenn es nicht diejenigen gegeben hätte, deren Geist sie heraufbeschwören wollen? Es soll sogar Leute geben, die gänzlich im Sinne des „neuen Äons“ leben, denken und handeln, ohne überhaupt etwas von diesem zu wissen.
>Manche der Freunde des Verborgenen lieben die Farbe Schwarz. Man zelebriert gerne dunkle Rituale. (Ganz so als gäbe es keine Menschen, die all ihre durch und durch höher gesteckten Ziele nicht sogar völlig ohne derartige Spielchen erreichten) Nichts eignet sich besser zu den ins Dunkel gehüllten Tempelritualen als der „Demiurg“ Saturn. Welch „Weisheit“ von den Saturn-Magiern zu erwarten ist, die für sich beanspruchen, das „Thelema-Gesetz“ Crowleys übernommen zu haben, lässt sich doch u. a. in überaus anschaulicher Weise in den „Magischen Briefen“ eines Gregor Gregorius nachlesen. Man werfe mal einen Blick auf dessen Ausführungen zur „Sexualmagie“ – Wer möchte da nicht „Frau“ sein?
>Das Schicksal eines Bardon wiederum scheint besonders dadurch gekennzeichnet zu sein, dass er allerlei Weltverschwörungs-Verrückte in seinem Schlepptau hinter sich herzieht.
>Über all diese Narrheiten ließe sich stundenlang referieren, aber das eigentlich Entscheidende ist die Eigenart des „Okkultismus“, die darin besteht, letztlich keinerlei nennenswerte Leistung erbringen zu können, die heutzutage nicht auch auf anderem Wege auf bedeutend erfolgreichere Weise stattfinden.
>Somit ist der „Okkultismus“ weitgehend zu einer Liebhaberei verkommen, zu einem Wirtschaftszweig, an dem sich in erster Linie mittels zahlloser Hoffnungen und metaphysischen Bedürfnissen gutes Geld verdienen lässt.
>Zu bedenken bleibe auch noch Folgendes: Jeder, der in der heutigen Zeit sein Leben selbstbestimmt und erfolgreich „managen“ will, ist ohnehin gezwungen, sich bei seiner Lebensplanung all der Vorgehensweisen zu bedienen, die „Okkultisten“ gerne beherrschen möchten, es aber nur allzu oft nicht können!
>Selbstreflexion, Konzentration, das Imaginieren geistiger Zielsetzungen, das kontinuierliche Erwerben und Vertiefen spezifischer Fachkenntnisse, deren Geheimhaltung gegenüber Dritten usw... all das ist heutzutage Allgemeingut, aber wie es scheint, ein Allgemeingut, mit dem sich ausgerechnet die „Okkultisten“ noch überaus schwer tun.
>Man stelle sich einmal vor, es wären die Männer und Frauen des Verborgenen, die unsere Kultur tatsächlich prägten: Bedeutete das nicht eine Rückkehr in den Zustand der wildesten Weltbilder? Man machte den Fehler, zu glauben, mit dem Aufkommen des Christentums hätten sich die Götter zu Tode gelacht. Das taten sie nämlich nicht. Sie haben sich nur schlafen gelegt – und kaum ist der EINE müde geworden klingeln ihre Wecker! Zeit zum Aufstehen: Da taucht dann wieder die große „Mutter“ aus der Versenkung auf, die Götter Ägyptens feiern sich selbst und Babylon wird ebenfalls wieder lebendig. Eine amüsante Spaß-Vorstellung, die ansonsten in keinem Kasperle-Theater der Welt zu beobachten ist.
>die Magie: Das beste Irrenhaus....
>Es sind die Wissenschaften, welche die entscheidenden Kulturleistungen der Gegenwart und Zukunft erbringen. An diesen Leistungen, die nunmehr zwecks Lösung gegenwärtiger und anstehender Probleme ein MUSS geworden sind, kann sich kein „Okkultist“ mitsamt seiner Eigendünkel messen...... Man unternehme einmal den Versuch, „okkultes“ Gedankengut auf einen wissenschafts-theoretisch akzeptablen Boden zu stellen. Viel Erfolg dabei!
>
>How, Huk und Hurra!
>Kapitän Nemo



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