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Thema: vom Mythologen

  1. #1
    oliver
    Gast

    vom Mythologen

    >Ich habe demletzt einen schönen Kommentar vom Mythologen Joseph Campbell gefunden, der da lautet:

    >"Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins, sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physischen Ebene in unserem Innersten nachschwingen und wir die Lust, lebendig zu sein, tatsächlich empfinden."

    >Das fand ich doch gut formuliert.Hat doch was.

    >herzliche Grüsse

    >Oliver


  2. #2
    Marten
    Gast

    SEHR GUT formuliert

    >>"Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins, sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physischen Ebene in unserem Innersten nachschwingen und wir die Lust, lebendig zu sein, tatsächlich empfinden."

    >Ich finde der Satz bringt eine sehr tiefe Wahrheit sehr schön rüber - sagt er doch letzlich auch aus, daß spirituelle Kraft in erster Linie durch LEBEN und nicht durch Bücher lesen zu finden ist. Dieses Lebendig-sein, sprich "sich-selbst-sein" ist auch in der Tat ein sehr physisches Gefühl und machen wohl viele der schönsten Momente im Leben aus. Schön ist der Satz auch, weil er dazu aufruft, das eigene und innerste Bestreben im Leben zu finden, weil man letztlich kaum eine andere Möglichkeit hat, als diesen "Willen" zu finden.

    >Danke für diesen Zitat-Tipp!!

    >Gruß,

    >Marten


  3. #3
    Werner
    Gast

    Re: SEHR GUT formuliert Waaaas? Alles QUATSCH!!!!

    >Hallo, Marten!

    >Ich mag noch nicht einmal sagen „man verzeihe mir“, dass ich nur allzu gerne als „Advocatus Diaboli“ auftrete. Aber immerhin ist d i e s e r „Diabolus“ ein Prinzip, dass ich in der Tat schätze. Mit anderen – fast schon buddhistischen Worten – möchte ich sagen, man soll nie etwas ungeprüft übernehmen. Ja, man soll immer die Gegenposition beachten und hören..... Man glaube n i c h t! ---- (Dieser Imperativ hätte die Welt gerettet!)

    >****>"Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins, sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physischen Ebene in unserem Innersten nachschwingen und wir die Lust, lebendig zu sein, tatsächlich empfinden." ****

    >Die diabolische Frage lautet: „SOOOOOO????“

    >****Ich finde der Satz bringt eine sehr tiefe Wahrheit sehr schön rüber - sagt er doch letzlich auch aus, daß spirituelle Kraft in erster Linie durch LEBEN und nicht durch Bücher lesen zu finden ist.****

    >Ich behaupte mal das Gegenteil!!!! Spirituelle Kraft durch „Leben“??? Oh, ihr angeblich lebenden M a s s e n??? Oh, ihr Milliarden!!! Oh, ihr Deppen!!! Ja, wo ist denn EURE Spiritualität???

    >****Dieses Lebendig-Sein, sprich "sich-selbst-sein" ist auch in der Tat ein sehr physisches Gefühl und machen wohl viele der schönsten Momente im Leben aus.****

    >Falsch! Gar .......zum Lachen! (Sich-Selbst-Sein... des kleinen Mannes, ja was ist denn das, wenn nicht innere und äußere Armut???)

    >****Schön ist der Satz auch, weil er dazu aufruft, das eigene und innerste Bestreben im Leben zu finden, weil man letztlich kaum eine andere Möglichkeit hat, als diesen "Willen" zu finden. ****

    >Soooo? Wer ist denn „man“????? Ja, was heißt denn hier „kaum“??? Zum Lachen ist das!

    >

    >Gegenrede und Widerlegung:

    >__________________________

    >

    >*****Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins****

    >„Ich glaube...“ Ha! Er w e i ß noch nicht einmal, was er sagt! Halleluja!

    >Glaube ist das vornehmste Wort für das typisch menschliche Nicht-Wissen! Und da brauche ich nicht einmal zu sagen, welche Terror-Ideologie es angesichts der Beschaffenheit der Massen geschafft hat, dass Unwissenheit -- unter tosendem Beifall, versteht sich – zur globalen Tugend erklären zu wollen.... Sie wird letztENDLICH scheitern! Unter den höheren Geistern gibt’s nicht zu glauben! Je höher ein Geist steht, desto weniger will er „glauben“.... Das ist ein GESETZ!

    >Doch nun zum Eigentlichen: Die Erfahrung des Lebendigseins ist nicht das, was ein wahrlich als erhaben zu bezeichnender Geist je sucht. Nein, er hat sie ...per se! Die Frage nach S i n n – und zwar als eine Frage nach dem Absoluten verstanden – ist die höchste und zugleich auch tiefste und bedrohlichste aller möglichen Fragen. Und sie hat auch eine absolute Antwort! Der Pöbel scheut gerne die für ihn bitterlich klingende Antwort und erfreut sich seines vorgeblichen „Seins“, was aber für ihn tatsächlich nicht mehr ist als diese oder jene zufriedenstellende Situation seines persönlichen Daseins..... Das, was nicht „wir“ suchen sondern das was IHR sucht, ist eine Sache von Weg und Ziel, welche ihrer Beschaffenheit nach bei weitem keine Allgemeingültigkeit für sich beanspruchen kann. Hier liegt ein tiefer Irrtum ganz offen!

    >„WIR“.... ist ein an und für sich in zumeist schädlicher Weise – und aus nicht grundsätzlich „guten“ Gründen nur viel zu selten hinterfragter -- verallgemeinernder Begriff. Dahinter verbirgt sich ein gehöriger Missgriff, welcher für die Masse, für die Vielen der völlig Überflüssigen, eine geradezu daseinsnotwendige Bedeutung errungen hat. Wehe denen, welche sie zerstören! Ha! Und nun folgt das größte aller denkbaren Armutszeugnisse des (Un-)Geistes:

    >****......sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physischen Ebene in unserem Innersten nachschwingen und wir die Lust, lebendig zu sein, tatsächlich empfinden*****

    >Oh, Gedankenlosigkeit! Oh, stinkender Käse! Ja, was steht denn da....

    >e i g e n t l i c h???

    >Die „rein physische Ebene“ ist das Produkt einer Form der Abstraktion, denn schließlich haben „wir“, wenn wir versuchen, die „Reinheit“.... „dieser Ebene“ zu erfassen, das große Problem, dass man darunter vor 100 Jahren noch was anderes verstand als heute – und in 100 Jahren wird diese wiederum ein völlig anderes Gesicht haben – in völliger Abhängigkeit vom Entwicklungsstand naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Eine „objektive“ oder gar „an sich“ bestehende Größe ist folglich die „rein physische“ Welt nicht! (Als sei deren Beschaffenheit eine konstante Größe – lächerlich!!!)

    >Es geht nicht um ein „Nachschwingen“! Was ist eigentlich ECHTE Lebensfreude??? Ja, es ist das völlige Gegenteil!!!!!!

    >LEBENSFREUDE ist, wenn die uns – wie auch immer beschaffene – umgebende Welt UNSEREM Willen folgt, wenn „wir“ als Herrscher, Schöpfer und Baumeister auftreten. Wenn „wir“ Widerstände überwinden. Wenn wir auf ein Etwas in unserem Sinne erfolgreich einwirken.... Die einzig wahre Freude liegt in der KRAFT und nicht im Widerstand – oder gar im Eingeständnis der Schwäche oder Minderwertigkeit!!!! Die wirkliche Freude kommt ergo aus dem „Inneren“!

    >

    >Ciao,

    >Werner


  4. #4
    Marten
    Gast

    ob Quatsch oder nicht liegt an Dir.

    >Lieber Werner,

    >danke für Deine kritische mail. Nun, ich möchte mir die Mühe machen, Dir zu antworten - nur hoffe ich, daß Du an einem Ausstausch von Gedanken interessiert bist (eigentlich den Zweck Deiner von Dir gut beschriebenen Rolle? - s.u.) und nicht nur an einer Gedankenschlacht - diese kann man endlos führen (auch inhaltlicher Art) ohne daß irgendjemand wirklich etwas davon hat.

    >>Hallo, Marten!

    >>Ich mag noch nicht einmal sagen „man verzeihe mir“, dass ich nur allzu gerne als „Advocatus Diaboli“ auftrete. Aber immerhin ist d i e s e r „Diabolus“ ein Prinzip, dass ich in der Tat schätze. Mit anderen – fast schon buddhistischen Worten – möchte ich sagen, man soll nie etwas ungeprüft übernehmen. Ja, man soll immer die Gegenposition beachten und hören..... Man glaube n i c h t! ---- (Dieser Imperativ hätte die Welt gerettet!)

    >Mir gefällt Deine Rolle - meißtens. Allein die verschiedenen Reaktionen zeigen, daß Deine Worte ihren Effekt haben. Auch stimme ich mir Dir überein, daß man einen Gedanken auch immer von der anderen Seite betrachten sollte - aber der Sinn dieses Prinzips liegt doch auch darin, durch einen _Vergleich_ zueinanderstehender Ideen eine Angelegenheit noch umfassender betrachten zu können und nicht nur einseitig konträre Deutungen abzugeben?

    >>****>"Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins, sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physischen Ebene in unserem Innersten nachschwingen und wir die Lust, lebendig zu sein, tatsächlich empfinden." ****

    >

    >>Die diabolische Frage lautet: „SOOOOOO????“

    >>****Ich finde der Satz bringt eine sehr tiefe Wahrheit sehr schön rüber - sagt er doch letzlich auch aus, daß spirituelle Kraft in erster Linie durch LEBEN und nicht durch Bücher lesen zu finden ist.****

    >>Ich behaupte mal das Gegenteil!!!! Spirituelle Kraft durch „Leben“??? Oh, ihr angeblich lebenden M a s s e n??? Oh, ihr Milliarden!!! Oh, ihr Deppen!!! Ja, wo ist denn EURE Spiritualität???

    >Ist eine gegenteilige Behauptung einer subjektiven Interpretation eines einzelnen zu einem Zitat eine Gegenfrage, die sich an eine von Dir angesprochene Größe richtet? Wenn Du für das Gegenteil eintrittst, beweise mir, daß spirituelle Kraft eine vom Leben abgeschnittene Qualität ist, die sich gesetzmäßig durch eine rein intellektuelle Anreichung kognitiver Wissensbestände auf das jeweilige Subjekt überträgt - das war zumindest, was ich für unwahrscheinlich halte.

    >

    >>****Dieses Lebendig-Sein, sprich "sich-selbst-sein" ist auch in der Tat ein sehr physisches Gefühl und machen wohl viele der schönsten Momente im Leben aus.****

    >

    >>Falsch! Gar .......zum Lachen! (Sich-Selbst-Sein... des kleinen Mannes, ja was ist denn das, wenn nicht innere und äußere Armut???)

    >

    >Du kannst eine von MIR affektiv geäußerte Lebenserfahrung nicht widerlegen, indem Du (wieder) nach derselben Erfahrung einer von mir nicht genannten Bezugsgröße ("dem kleinen Manne") fragst (Zumal Dir diese von mir beschriebene Qualität einer immer subjektiv empfundenen Gefühlslage in derselben Form wenn überhaupt nur nachvollziehbar ist). Wenn Du magst, erkläre mir, warum eine gefühlte Kongruenz selbstbestimmtes Handelns mit der eigenen subjektiv reflexierten Individualität nicht auch den Körper -als den Ort, an dem die Ökologie des Lebens ihren Niederschlag findet- positiv beeinflussen soll. (Buchtipp: Eberhard Wenzel: "Die ökologie des Körpers")

    >

    >>****Schön ist der Satz auch, weil er dazu aufruft, das eigene und innerste Bestreben im Leben zu finden, weil man letztlich kaum eine andere Möglichkeit hat, als diesen "Willen" zu finden. ****

    >>Soooo? Wer ist denn „man“????? Ja, was heißt denn hier „kaum“??? Zum Lachen ist das!

    >"Man" ist eine von mir (in der Tat zu kurzfristig) gedachte Verallgemeinerung des von mir als bestätigt erfahrenen Eindrucks des Autors diese Zitates. "Kaum" steht nicht für eine inhaltliche Relativierung, sondern für ein von mir nur unsicheren Versuch, eine rückgedeutete Konsequenz der im Zitat beschriebenen Erfahrung auch aus meiner bisherigen Lebenspraxis zu finden.

    >>Gegenrede und Widerlegung:

    >>__________________________

    >>

    >>*****Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins****

    >>„Ich glaube...“ Ha! Er w e i ß noch nicht einmal, was er sagt! Halleluja!

    >>Glaube ist das vornehmste Wort für das typisch menschliche Nicht-Wissen! Und da brauche ich nicht einmal zu sagen, welche Terror-Ideologie es angesichts der Beschaffenheit der Massen geschafft hat, dass Unwissenheit -- unter tosendem Beifall, versteht sich – zur globalen Tugend erklären zu wollen.... Sie wird letztENDLICH scheitern! Unter den höheren Geistern gibt’s nicht zu glauben! Je höher ein Geist steht, desto weniger will er „glauben“.... Das ist ein GESETZ!

    >Richtig - nur gibt's wohl keinen "höheren Geist", der nicht auch mal geglaubt hat. Glauben heißt aber auch -davon abgesehen- fühlen und erahnen. Und was hat die vom Autor gewählte Bezugsart der Generierung seiner Idee (nicht Wissens!) mit dem INHALT des Zitats zu tun?

    >

    >>Doch nun zum Eigentlichen: Die Erfahrung des Lebendigseins ist nicht das, was ein wahrlich als erhaben zu bezeichnender Geist je sucht. Nein, er hat sie ...per se! Die Frage nach S i n n – und zwar als eine Frage nach dem Absoluten verstanden – ist die höchste und zugleich auch tiefste und bedrohlichste aller möglichen Fragen. Und sie hat auch eine absolute Antwort! Der Pöbel scheut gerne die für ihn bitterlich klingende Antwort und erfreut sich seines vorgeblichen „Seins“, was aber für ihn tatsächlich nicht mehr ist als diese oder jene zufriedenstellende Situation seines persönlichen Daseins.....

    >Mit einem Blick auf die Uhr muß ich leider sagen, daß mir die zeit davonrennt. Schade... ich denke aber, daß das Zitat ganz und gar nicht "diese oder jene zufriedenstellende Situation des persönlichen Daseins..." angesprochen haben will. Das Lebendigsein ist für den Autor eine von ihm im Leben nicht mit der Suche nach Sinn identisch verstandene (und gemeinläufige!) Erfahrung - geht es nicht darum?

    >

    > Das, was nicht „wir“ suchen sondern das was IHR sucht, ist eine Sache von Weg und Ziel, welche ihrer Beschaffenheit nach bei weitem keine Allgemeingültigkeit für sich beanspruchen kann. Hier liegt ein tiefer Irrtum ganz offen!

    >DARUM geht es.

    >>„WIR“.... ist ein an und für sich in zumeist schädlicher Weise – und aus nicht grundsätzlich „guten“ Gründen nur viel zu selten hinterfragter -- verallgemeinernder Begriff. Dahinter verbirgt sich ein gehöriger Missgriff, welcher für die Masse, für die Vielen der völlig Überflüssigen, eine geradezu daseinsnotwendige Bedeutung errungen hat. Wehe denen, welche sie zerstören! Ha! Und nun folgt das größte aller denkbaren Armutszeugnisse des (Un-)Geistes:

    >>****......sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physischen Ebene in unserem Innersten nachschwingen und wir die Lust, lebendig zu sein, tatsächlich empfinden*****

    >>Oh, Gedankenlosigkeit! Oh, stinkender Käse! Ja, was steht denn da....

    >>e i g e n t l i c h???

    >>Die „rein physische Ebene“ ist das Produkt einer Form der Abstraktion, denn schließlich haben „wir“, wenn wir versuchen, die „Reinheit“.... „dieser Ebene“ zu erfassen, das große Problem, dass man darunter vor 100 Jahren noch was anderes verstand als heute – und in 100 Jahren wird diese wiederum ein völlig anderes Gesicht haben – in völliger Abhängigkeit vom Entwicklungsstand naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Eine „objektive“ oder gar „an sich“ bestehende Größe ist folglich die „rein physische“ Welt nicht! (Als sei deren Beschaffenheit eine konstante Größe – lächerlich!!!)

    >>Es geht nicht um ein „Nachschwingen“! Was ist eigentlich ECHTE Lebensfreude??? Ja, es ist das völlige Gegenteil!!!!!!

    >>LEBENSFREUDE ist, wenn die uns – wie auch immer beschaffene – umgebende Welt UNSEREM Willen folgt, wenn „wir“ als Herrscher, Schöpfer und Baumeister auftreten. Wenn „wir“ Widerstände überwinden. Wenn wir auf ein Etwas in unserem Sinne erfolgreich einwirken.... Die einzig wahre Freude liegt in der KRAFT und nicht im Widerstand – oder gar im Eingeständnis der Schwäche oder Minderwertigkeit!!!! Die wirkliche Freude kommt ergo aus dem „Inneren“!

    >Hoppla... besser hätte man das Zitat wohl nicht interpretieren können! Dank Dir Werner :-)

    >liebe Grüße,

    >Marten

    >...und Entschuldigung für die "Hetze" am Schluß.

    >

    >>

    >>Ciao,

    >>Werner


  5. #5
    Werner
    Gast

    Re: ob Quatsch oder nicht liegt an Dir. Das sei dahingestellt....

    >Hallo, Marten!

    >

    >*****danke für Deine kritische Mil. Nun, ich möchte mir die Mühe machen, Dir zu antworten - nur hoffe ich, daß Du an einem Ausstausch von Gedanken interessiert bist (eigentlich den Zweck Deiner von Dir gut beschriebenen Rolle? - s.u.) und nicht nur an einer Gedankenschlacht - diese kann man endlos führen (auch inhaltlicher Art) ohne daß irgendjemand wirklich etwas davon hat. *****

    >Stimmt! Ich lerne gerne dazu, auch wenn einem die eigene Arroganz dabei manches Mal die Einsicht in eigene Fahler schwer macht.... *lol*

    >******Mir gefällt Deine Rolle - meistens. Allein die verschiedenen Reaktionen zeigen, daß Deine Worte ihren Effekt haben. Auch stimme ich mir Dir überein, daß man einen Gedanken auch immer von der anderen Seite betrachten sollte - aber der Sinn dieses Prinzips liegt doch auch darin, durch einen Vergleich zueinanderstehender Ideen eine Angelegenheit noch umfassender betrachten zu können und nicht nur einseitig konträre Deutungen abzugeben?****

    >Das stimmt. „Einseitig konträre Deutungen“ haben dennoch in diesem Zusammenhang dahingehend ihren Nutzen, dass sie im Rahmen einer gewissen Dialektik just dem von dir soeben genannten Ziel durchaus dienlich sind... Sie rufen Reaktionen hervor, welche dann selbst wieder zum kritischen Überdenken anregen..... Vor dem Hintergrund unserer – jedenfalls in meinen Augen – alles andere als glücklichen – Kulturgeschichte hege ich große und tiefe Sympathien für alles ........„Ketzerische“!

    >>Die diabolische Frage lautet: „SOOOOOO????“

    >>****Ich finde der Satz bringt eine sehr tiefe Wahrheit sehr schön rüber - sagt er doch letzlich auch aus, daß spirituelle Kraft in erster Linie durch LEBEN und nicht durch Bücher lesen zu finden ist.****

    >>Ich behaupte mal das Gegenteil!!!! Spirituelle Kraft durch „Leben“??? Oh, ihr angeblich lebenden M a s s e n??? Oh, ihr Milliarden!!! Oh, ihr Deppen!!! Ja, wo ist denn EURE Spiritualität???

    >*******Ist eine gegenteilige Behauptung einer subjektiven Interpretation eines einzelnen zu einem Zitat eine Gegenfrage, die sich an eine von Dir angesprochene Größe richtet? Wenn Du für das Gegenteil eintrittst, beweise mir, daß spirituelle Kraft eine vom Leben abgeschnittene Qualität ist, die sich gesetzmäßig durch eine rein intellektuelle Anreichung kognitiver Wissensbestände auf das jeweilige Subjekt überträgt - das war zumindest, was ich für unwahrscheinlich halte.***********

    >Jede Art der Interpretation ist unumgänglich subjektsabhängig, was aber noch längst keine Legitimation zur vollständigen Relativierung einer jeglichen Wirklichkeitsauffassung bedeuten soll. Du bedienst dich hier eines rhetorischen Zuges, den ich nicht für gerechtfertigt halte. Ich habe niemals gesagt, dass „Spiritualität eine v o m L e b e n a b g e s c h n i t t e n e Qualität“ ist! Eine solche „Qualität“ existiert übrigens, und sie hat auch ihren okkulten Namen... Darum aber geht es mir keinesfalls.

    >BÜCHER zu lesen gehört unzweifelhaft zu Leben einer gewissen Kategorie von Menschen. Man lernt auch in okkulter oder spiritueller Hinsicht aus Büchern. Schließlich haben diese ihren Zweck, und die Vernichtung etwa der Bibliothek von Alexandria ist noch heute eine Tatsachen, die so mancher innerlich zutiefst beweint. (Dazu zählt sicher nicht die Putzfrau von gegenüber.)

    >Und genau das ist der springende Punkt: Es geht nicht um „das Leben“. Auch die einfachsten Hilfsarbeiter nehmen daran teil. Nein, Es geht mir um spezifische Qualitäten des Lebens, zu deren Ausdruck nun einmal auch Werke gehören, anhand derer sich ein Geist weiterbilden kann, und das gleichwohl eindeutig in spiritueller Hinsicht. Um einmal ein anschauliches Beispiel zu nennen:

    >Hätte man es zur Voraussetzung gemacht, dass jeder „Westler“, der nach Indien reist, sich zuvor intensiv und sorgfältig mit den verschiedenen Richtungen indischer Philosophie beschäftigte, dann hätte Bhagvan Sri Rajneesh alias „Osho“ sicher keine englischen Nobelkarossen sammeln können. Das was ich zu spirituellen Fragen denke, hat übrigens Azatoth einmal in einer recht eleganten Weise auf den Punkt gebracht: „Intellekt ist nicht alles, aber ohne Intellekt ist alles nichts...“ Herzliche Geistlosigkeit war und ist ein Ausdruck das Mangels an inneren Qualitäten. Und „Bücher-Lesen“ ist ein Ausdruck für Intellektualität und mitunter auch einer tiefen Spiritualität, welche zwar von Vielen als „weltfremd“ oder auch „theoretisch“ abgetan wird, die aber trotzdem zu Erfolgen führt, welche der Masse unzugänglich waren, sind und stets bleiben werden. Ohne Bildung geht nichts! Und genau d a s ist ein in unserer Zivilisation fundamentaler Aspekt des Lebens!

    >>****Dieses Lebendig-Sein, sprich "sich-selbst-sein" ist auch in der Tat ein sehr physisches Gefühl und machen wohl viele der schönsten Momente im Leben aus.****

    >>Falsch! Gar .......zum Lachen! (Sich-Selbst-Sein... des kleinen Mannes, ja was ist denn das, wenn nicht innere und äußere Armut???)

    >*****Du kannst eine von MIR affektiv geäußerte Lebenserfahrung nicht widerlegen, indem Du (wieder) nach derselben Erfahrung einer von mir nicht genannten Bezugsgröße ("dem kleinen Manne") fragst*****

    >Nein, da hast du natürlich völlig Recht. Der Punkt aber ist, dass ich das gar nicht getan habe. Meine „Bezugsgröße“ diente nur einer Zweckmäßigkeit: „Lebendig-Sein“ im Sinne eines Bewusstseinszustandes einer ichlichen Monade ist bei Weitem nicht ein „Sich-selbst-sein“, welches als eine e i n h e i t l i c h e Qualität der selbstbezüglichen Bewusstheit von Individuen s c h l e c h t h i n zu betrachten wäre. Anders gesagt: Das „Sich-Selbst-Sein“ eines Jivanmukta ist ein völlig anderes als dasjenige eines Tyrannen oder Idioten – um einmal gewisse Extreme anzuführen.

    >*****(Zumal Dir diese von mir beschriebene Qualität einer immer subjektiv empfundenen Gefühlslage in derselben Form wenn überhaupt nur nachvollziehbar ist).*****

    >Zur „subjektiv empfundenen Gefühlslage“: Es gibt keinerlei subjektunabhängige Art von Gefühl. Darum ist auch der Begriff des „sehr physischen Gefühls“ durchaus zweifelhaft. Denn da jegliche Objektität (ganz im Sinne Schopenhauers) grundsätzlich ohne Subjekte und deren Art der Wahrnehmung entsprechend spezifischer und dabei ganz und gar nicht „physischer“ Qualitäten dessen undenkbar ist, ist auch die Frage nach der Beschaffenheit von „Physis“ letztlich eine Frage zu deren Beantwortung eine Definition notwendig ist, welche diverse Seins-Setzungen durch in dieser Hinsicht sich einig seiende Subjekte erfordert – und wenn diese Einigkeit nicht grundsätzlich gegeben ist, dann ist „Physis“ auch nicht gleich „Physis“....

    >*****Wenn Du magst, erkläre mir, warum eine gefühlte Kongruenz selbstbestimmtes Handelns mit der eigenen subjektiv reflexierten Individualität nicht auch den Körper -als den Ort, an dem die Ökologie des Lebens ihren Niederschlag findet- positiv beeinflussen soll. (Buchtipp: Eberhard Wenzel: "Die ökologie des Körpers")*****

    >Einen solchen „Einfluss“ habe ich doch gar nicht bestritten!

    >Meine Gegenfrage ist folgende: Wer sagt, dass ein „Selbst-Sein“ g r u n d s ä t z l i c h in Zusammenhang mit dem möglichen Erfahrungshorizont einer Person stehen muss, deren Wesen an eine wie auch immer interpretierte Form einer Körperlichkeit im herkömmlichen Sinn dahingehend gebunden sein soll, dass letztere den Stellenwert einer vermeintlich „objektiven“ Größe zugesprochen bekommen soll, welche – so der weit verbreitete und darum unausgesprochene Imperativ – als eine vermeintlich erkenntnisnotwendige Voraussetzung schlechthin zu interpretieren sei? Die Subjektsfrage ist ohnehin nach wie vor eine problematische, und eine diesbezüglich einhellige Definition hat sich als Ding der Unmöglichkeit erwiesen.... Die „Ökologie des Körpers“ greift angesichts der eigentlichen Problemstellung nicht, zumal die ontologischen Voraussetzungen einer solchen „Ökologie“ sicher nicht in gänzlich unbegründeter Form in Frage gestellt werden dürfen....

    >Mir geht es nicht um Fragen aus den Bereichen Medizin-Soziologie (das ist Wenzels Fachgebiet) sondern um eine per se metaphysische – um nicht zu sagen „okkulte“ Thematik.

    >>>>>><>****Schön ist der Satz auch, weil er dazu aufruft, das eigene und innerste Bestreben im Leben zu finden, weil man letztlich kaum eine andere Möglichkeit hat, als diesen "Willen" zu finden. ****<<<<<<<<<

    >>>>>>Soooo? Wer ist denn „man“????? Ja, was heißt denn hier „kaum“??? Zum Lachen ist das! <<<<<<<

    >******"Man" ist eine von mir (in der Tat zu kurzfristig) gedachte Verallgemeinerung des von mir als bestätigt erfahrenen Eindrucks des Autors diese Zitates.****

    >„Zum Lachen“ ist das natürlich nicht unbedingt... Ich sehe dabei ein ganz entscheidendes Problem: Schon allein das aufrichtige .....Bestreben, ein „Bestreben“ zu finden, ist schon ein Bestreben! Das erinnert mich immer an die Anhänger Crowleys, die ihren „wahren Willen“ suchen, ohne dabei zu fragen, ob denn nicht schon diese „Suche“ Ausdruck eines möglicherweise „unwahren Willens“ ist... Sonst hätten sie ihn ja schließlich schon... Also: Die Frage ist, ob das „Suchen“ und das mögliche „Finden“ hier nicht Entscheidendes außer Acht lassen muss....

    >Und Gleiches sehe ich für DIESES o. g. „Bestreben“.... Was ist denn eigentlich die SUCHE? Warum findet sie statt? Was ist der Zweck? Und was sind die treibenden Kräfte?

    >Hier kommen wir in interessante immanente (aber zugleich metaphysische) Bereiche hinein.....

    >**** "Kaum" steht nicht für eine inhaltliche Relativierung, sondern für ein von mir nur unsicheren Versuch, eine rückgedeutete Konsequenz der im Zitat beschriebenen Erfahrung auch aus meiner bisherigen Lebenspraxis zu finden.***

    >(Entschuldige meine unverschämte Art! Manchmal ziehe ich los, um „mit dem Hammer“ zu philosophieren...

    >>Gegenrede und Widerlegung:

    >>__________________________

    >>

    >>*****Die Leute sagen, dass wir alle nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir suchen. Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendig-Seins****

    >>„Ich glaube...“ Ha! Er w e i ß noch nicht einmal, was er sagt! Halleluja!

    >>Glaube ist das vornehmste Wort für das typisch menschliche Nicht-Wissen! Und da brauche ich nicht einmal zu sagen, welche Terror-Ideologie es angesichts der Beschaffenheit der Massen geschafft hat, dass Unwissenheit -- unter tosendem Beifall, versteht sich – zur globalen Tugend erklären zu wollen.... Sie wird letztENDLICH scheitern! Unter den höheren Geistern gibt’s nicht zu glauben! Je höher ein Geist steht, desto weniger will er „glauben“.... Das ist ein GESETZ!

    >****Richtig - nur gibt's wohl keinen "höheren Geist", der nicht auch mal geglaubt hat. Glauben heißt aber auch -davon abgesehen- fühlen und erahnen.*****

    >Dabei drängen sich zwei Fragestellungen auf:

    >1) WER „glaubt“? 2) WAS wird „gefühlt“ oder geahnt“?

    >Wer sagt, dass ein Mensch von geistiger Größe einmal „geglaubt“ habe, der muss in diesem Zusammenhang anerkennen, dass ein solcher seinen „Glauben“ nicht als blindes „Vertrauen“ auf ein ihm unbekanntes X versteht, von dem überall geredet wird, aber das keiner je kennengelernt hat, sondern als ein Dafürhalten, welches den Irrtum nicht ausschließt und eine entsprechende Korrektur zulässt, ja mitunter geradezu erwartet.

    >Das also bedeutet, dass die Qualität des „Glaubens“ abhängig ist von der Qualität dessen, der sich eines Dafürhaltens bedient. „Glaube“ aber im uns nur allzu bekannten (um nicht zu sagen verhassten) Sinn nennt sogleich einen Verbindlichkeitsanspruch sei eigen, welcher es nicht duldet, angetastet zu werden. So dass das Hinterfragen in den Augen Vieler als eine Form ungeheuerlicher Ketzerei erscheint. Eben dieser Umstand ist einer kulturellen Fortentwicklung nicht förderlich, auch wenn er für bestimmte Kreise unserer Gesellschaft geradezu daseinsnotwendig war und ist.

    >Was „ahnen“ und „fühlen“ doch nicht so manche Leute alles – ohne sich ja die Frage gestellt zu haben, ob denn nicht all ihr „Ahnen“ und „Fühlen“ bereits WIRKUNG eines ganz und gar nicht ahnenden und fühlenden „Glaubens“ ist, so dass -- wenigstens – in diesem Falle das Fühlen und Ahnen eben letztlich genau gar keine Form des Glaubens ist??? Ja, wie oft basiert denn „Ahnen und Fühlen“ nicht auf Irrtümern und Fehleinschätzungen, also auf Nicht-Wissen? Andererseits: Wie steht es denn mit dem, w a s da „geahnt“ und „gefühlt“ wird? Zeigt sich denn nicht gerade in diesem eine Vielfalt der Qualitäten völlig unterschiedlicher Individuen, so dass die Möglichkeit gegeben ist, bestimmte Formen des „Ahnens“ und „Fühlens“ a priori als Fehler zu erkennen? Ja, wie hartnäckig setzen sich doch Irrtümer in unseren Köpfen fest, ganz so als beabsichtigten sie, dort ihr ungestörtes Eigenleben zu führen!

    >Das traditionelle Problem „Glaube“ tritt gerne mit einem Verbindlichkeitsanspruch in Erscheinung, der sich bisher als grundsätzlich ungesund erwiesen hat. Eben das hat uns die europäische Geistesgeschichte in aller Deutlichkeit demonstriert. „Ich glaube...“, und eine begrenzte Menge an Individuen klatscht dazu fleißig Beifall – das Resultat heißt dann „Glaubenswahrheit“, und wehe dem, der da nicht mehr „glauben“ will.

    >Man mag diesen Mechanismus auf die Religion beschränkt sehen, Tatsache aber ist, dass wir es hier mit einem Mechanismus zu tun haben, welcher viel zu tief in der Seele viel zu vieler Menschen verwurzelt ist, so dass wir dessen Auswirkungen nicht etwa nur in massen-vernichtenden Massen-Ideologien wie dem Marxismus und Nationalsozialismus beobachten konnten, nein, er wirkt auch im Okkultismus nicht weniger als in den exakten Wissenschaften und in anderen Bereichen. Hier offenbart sich in der Tat eine tiefe Problematik der menschlichen Seele, welche im nicht allerweitesten Sinne mit dem Selbsterhaltungsinstinkt verknüpft ist....

    >

    >****Und was hat die vom Autor gewählte Bezugsart der Generierung seiner Idee (nicht Wissens!) mit dem INHALT des Zitats zu tun?****

    >Ersteres legitimiert die Relativierung des Letztgenannten.

    >*****Bei einem Blick auf die Uhr muß ich leider sagen, daß mir die zeit davonrennt. Schade... ich denke aber, daß das Zitat ganz und gar nicht "diese oder jene zufriedenstellende Situation des persönlichen Daseins..." angesprochen haben will. Das Lebendigsein ist für den Autor eine von ihm im Leben nicht mit der Suche nach Sinn identisch verstandene (und gemeinläufige!) Erfahrung - geht es nicht darum?****

    >Er mag sein Leben beurteilen, wie er will, aber er soll mir gegenüber nicht mit dem Anspruch auf Verbindlichkeit auftreten. Ich....... g l a u b e ihm nicht..... *lol*

    >***** besser hätte man das Zitat wohl nicht interpretieren können! Dank Dir Werner :-) *****

    >Na ja, ich denke, im Zuge einer längeren Diskussion kämen wir wohl zu dem Ergebnis, dass wir uns relativ einig sind. Der Punkt ist, dass wir in gänzlich anderen Erfahrungszusammenhängen und Darstellungssystemen denken, so dass wir gleichlautende Worte entsprechend jeweiliger Vorbedingungen unterschiedlich deuten und verarbeiten....

    >****Entschuldigung für die "Hetze" am Schluß. ***

    >Null Problemo!

    >Herzliche Grüße an dich

    >Werner

    >P.S.: Sag mal, bist du Soziologe???


  6. #6
    Marten
    Gast

    Re: ob Quatsch oder nicht liegt an Dir. Das sei dahingestellt....

    >Lieber Werner,

    >danke für Deine so umfangreiche Antwort - ich würde gerne viel dazu sagen, aber meine Diplomarbeit schreibt sich leider nicht von alleine :-) Dazu weiter unten mehr. Dennoch ein paar meiner Gedanken zu einigen Punkten - auch wenn einiges aus dem Zusammenhang gerissen wird, was nicht meine Absicht ist.

    >>Vor dem Hintergrund unserer – jedenfalls in meinen Augen – alles andere als >glücklichen – Kulturgeschichte hege ich große und tiefe Sympathien für alles >........„Ketzerische“!

    >Dafür hast Du auch ein großes Talent - nur manchmal -so scheint mir- beraubst Du Dich mit Deinem "Hoppla... Hurra-Stil" ein wenig Deiner eigenen Ernsthaftigkeit?

    >

    >>BÜCHER zu lesen gehört unzweifelhaft zu Leben einer gewissen Kategorie von Menschen. Man lernt auch in okkulter oder spiritueller Hinsicht aus Büchern. Schließlich haben diese ihren Zweck, und die Vernichtung etwa der Bibliothek von Alexandria ist noch heute eine Tatsachen, die so mancher innerlich zutiefst beweint. (Dazu zählt sicher nicht die Putzfrau von gegenüber.)

    >>Und genau das ist der springende Punkt: Es geht nicht um „das Leben“. Auch die einfachsten Hilfsarbeiter nehmen daran teil. Nein, Es geht mir um spezifische Qualitäten des Lebens, zu deren Ausdruck nun einmal auch Werke gehören, anhand derer sich ein Geist weiterbilden kann, und das gleichwohl eindeutig in spiritueller Hinsicht. Um einmal ein anschauliches Beispiel zu nennen:

    >>Hätte man es zur Voraussetzung gemacht, dass jeder „Westler“, der nach Indien reist, sich zuvor intensiv und sorgfältig mit den verschiedenen Richtungen indischer Philosophie beschäftigte, dann hätte Bhagvan Sri Rajneesh alias „Osho“ sicher keine englischen Nobelkarossen sammeln können. Das was ich zu spirituellen Fragen denke, hat übrigens Azatoth einmal in einer recht eleganten Weise auf den Punkt gebracht: „Intellekt ist nicht alles, aber ohne Intellekt ist alles nichts...“ Herzliche Geistlosigkeit war und ist ein Ausdruck das Mangels an inneren Qualitäten. Und „Bücher-Lesen“ ist ein Ausdruck für Intellektualität und mitunter auch einer tiefen Spiritualität, welche zwar von Vielen als „weltfremd“ oder auch „theoretisch“ abgetan wird, die aber trotzdem zu Erfolgen führt, welche der Masse unzugänglich waren, sind und stets bleiben werden. Ohne Bildung geht nichts! Und genau d a s ist ein in unserer Zivilisation fundamentaler Aspekt des Lebens!

    >Stimme ich mit Dir überein - aber um Deine Rolle etwas zu übernehmen - warum sieht unsere "Kulturgeschichte" denn so ärmlich aus? Von zu wenig Bildung sprich Information kann in unserer westlichen Zivilisation ja wohl nicht die Rede sein - gab es doch noch nie vorher so viele Möglichkeiten (und überhaupt erst den Luxus der Möglichkeit) der Informationsbeschaffung. Erklärt nicht erst die Unterscheidung in verschiedene Qualitäten von "Wissen" (etwa Bildung/Wissen/Weisheit), warum (salopp gesagt) noch sie so viele Menschen so viel wußten und noch nie so dumm waren? Einfach gesagt... Du wirst mir wohl recht geben, wenn ich sage, daß ich kein Hermetiker bin - nur weil ich Bardon gelesen habe.

    >>>****Dieses Lebendig-Sein, sprich "sich-selbst-sein" ist auch in der Tat ein sehr physisches Gefühl und machen wohl viele der schönsten Momente im Leben aus.****

    >>>Falsch! Gar .......zum Lachen! (Sich-Selbst-Sein... des kleinen Mannes, ja was ist denn das, wenn nicht innere und äußere Armut???)

    >>*****Du kannst eine von MIR affektiv geäußerte Lebenserfahrung nicht widerlegen, indem Du (wieder) nach derselben Erfahrung einer von mir nicht genannten Bezugsgröße ("dem kleinen Manne") fragst*****

    >>Nein, da hast du natürlich völlig Recht. Der Punkt aber ist, dass ich das gar nicht getan habe. Meine „Bezugsgröße“ diente nur einer Zweckmäßigkeit: „Lebendig-Sein“ im Sinne eines Bewusstseinszustandes einer ichlichen Monade ist bei Weitem nicht ein „Sich-selbst-sein“, welches als eine e i n h e i t l i c h e Qualität der selbstbezüglichen Bewusstheit von Individuen s c h l e c h t h i n zu betrachten wäre. Anders gesagt: Das „Sich-Selbst-Sein“ eines Jivanmukta ist ein völlig anderes als dasjenige eines Tyrannen oder Idioten – um einmal gewisse Extreme anzuführen.

    >Jetzt noch mal ganz platt: Ein Tyrann dürfte sich trotzdem wohler fühlen, wenn er tyrannisiert als wenn er im Yoga-Sitz meditieren würde. Daß das "lebendig-sein" eines Yogi vom absoluten Standpunkt aus gesehen etwas anders zu bewerten ist, ändert daran auch nichts...

    >>Na ja, ich denke, im Zuge einer längeren Diskussion kämen wir wohl zu dem Ergebnis, dass wir uns relativ einig sind. Der Punkt ist, dass wir in gänzlich anderen Erfahrungszusammenhängen und Darstellungssystemen denken, so dass wir gleichlautende Worte entsprechend jeweiliger Vorbedingungen unterschiedlich deuten und verarbeiten....

    >Jetzt muß ich auch mal ganz ketzerisch und sehr interessiert anmerken, daß es mir so scheint, daß Du auch nicht unbedingt vor einem hermetischen Hintergrund diskutierst? Verzeihe mir diese evtl. unverschämte Frage... nur wie Du gemerkt hast, kann ich dies nämlich nicht besonders gut (und deshalb wahrscheinlich auch nur schlecht bei Deinen Worten dahinter kommen)... womit wir bei Deiner Frage wären, ob ich Soziologe sei. Danke für das Kompliment :-) ...meine ich ernst, denn in meiner Diplomarbeit (als angehender Diplom-Pädagoge - bitte nicht so laut stöhnen... ich bin einer von den Exemplaren, die sich leidenschaftlich gerne mit kritischen Fragen des Faches auseinandersetzen) fließen sehr viele (gesundheitswissenschaftlich begründete) Ansätze soziologischen Denkens ein. Auch wenn ich mittlerweile meine Tee-Tasse nach entsprechenden Deutungsmustern interpretiere, hab ich mir als jemandem mit einem starken Hang zur Hermetik nach der Verwendbarkeit diese Wissens zur Hermetik gefragt... (bin der Meinung, daß ein hermetisch interessierter Mensch solchen Diskussionen standhalten MUSS) und muß enttäuscht feststellen, daß mir das zwar gelingt, aber immer nur von "außen". wie Du siehst klingt alles "soziologisch" (bzw. psychologisch) - aber hermetisch? Ich weiß es nicht... Du auf jeden Fall bist ein promovierter Philosoph wie mir scheint - mit einem großen Talent Sachverhalte theoretisch aufzurollen. Naja - ein Zweitstudium wird mich wahrscheinlich (mit 23 geht das noch) auch der Philosophie und der Psychologie näher bringen. Mal schauen :-)

    >

    >Grüße zurück!!

    >Marten

    >


  7. #7
    Werner
    Gast

    Re: Das sei dahingestellt.... Ecce Homo!

    >Lieber Marten!

    >Über deine Antwort habe ich mich sehr gefreut. Ich halte dich für einen brillanten und überaus begabten Geist. Du hast dich auch nicht von mir so einfach „beeindrucken“ lassen, und damit offenbarst du eine Geisteshaltung, welche wirklich als respektabel zu bezeichnen ist. Da gibt es absolut nichts zu diskutieren! .........Mein Kompliment!

    >*****Dafür hast Du auch ein großes Talent - nur manchmal -so scheint mir- beraubst Du Dich mit Deinem "Hoppla... Hurra-Stil" ein wenig Deiner eigenen Ernsthaftigkeit? *****

    >Ja und Nein.... Manches meine ich auch gar n i c h t in vollem Ernste, anderes soll einzig provokativ sein. Zudem gibt es Dinge, welche nicht in ein Forum dieser Art gehören. Vieles soll ungesagt bleiben. In einer Hinsicht hast du ohne jeden Einwand Recht: Es ist eine Schwäche, auf die eigene intellektuelle Arroganz hereinzufallen. Es gibt immerhin Köpfe denen gegenüber eine solche nicht angemessen ist..... Diese aber sollten sich durch einige meiner nicht immer wohlwollenden Formulierungen auch nicht angesprochen fühlen! – Und wie auch dein Beispiel verdeutlicht: Sie tun es auch nicht!

    >*******Stimme ich mit Dir überein - aber um Deine Rolle etwas zu übernehmen - warum sieht unsere "Kulturgeschichte" denn so ärmlich aus?****

    >Dazu vertrete ich eine radikale Position, welche hier m. E. nicht erläutert gehört..... Du kannst dir aber sicher denken, welche. Friedrich Nietzsche hat dazu schon so einiges gesagt, das ich nur unterzeichnen kann!

    >******Von zu wenig Bildung sprich Information kann in unserer westlichen Zivilisation ja wohl nicht die Rede sein - gab es doch noch nie vorher so viele Möglichkeiten (und überhaupt erst den Luxus der Möglichkeit) der Informationsbeschaffung.*****

    >Allgemein gesehen stimme ich dir dabei völlig zu. In einer g a n z g e w i s s e n Hinsicht muss ich aber klar sagen, dass es in bezug auf diese erbärmlich aussieht. Ich denke, ich brauche dir nicht zu sagen, welche ich meine... (Siehe etwa das letzte Posting von Prometheus, der sich der tiefgreifenden Problematik durchaus bewusst ist) Da gab es andere Zeiten, in denen es in Hinblick auf spezifischer Fragestellungen für den Fragenden wesentlich weniger Probleme gab als in der Gegenwart – ganz im Gegenteil!

    >*****Erklärt nicht erst die Unterscheidung in verschiedene Qualitäten von "Wissen" (etwa Bildung/Wissen/Weisheit), warum (salopp gesagt) noch sie so viele Menschen so viel wußten und noch nie so dumm waren? Einfach gesagt... Du wirst mir wohl recht geben, wenn ich sage, daß ich kein Hermetiker bin - nur weil ich Bardon gelesen habe.****

    >Da spende ich dir lauten Beifall!!!!!! Bedanke aber die Begrenztheit des „Wissens“! Gut, heute gibt es zahlreiche gebildete Menschen.... in unserem Kulturkreis. Aber rechne das mal auf die Menschheit hoch. Dann hast du wieder völlig andere Relationen. Von 6.000.000.000 sind doch sicher mehr als 4.000.000.000 Analphabeten... (Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber sicher liege ich da nicht ganz falsch mit meiner pauschalen Einschätzung...)

    >Noch ein Wort zur Ernsthaftigkeit: Ich habe mir schon einmal den Witz erlaubt etwa Folgendes zu sagen: „Man nehme die Zahl 1.000.000 und lasse aus Versehen die „Eins“ weg. Ja, was bleibt denn da noch??? Man nehme mal alle Michael Jackson Fans und nehme das Idol weg... Was bleibt denn übrig??? Es ist immer wieder meine Rede: Die Massen sind blöd! Ist da nicht jeder zur globalen Größe ausgebaute Gnadenakt eine „Umkehr aller werte“??? Und dabei möchte ich nicht einmal sagen, welcher Methoden sich die „Herren“ der Gnade bedienten, um ihre – wenn auch relativ begrenzte – Macht zu konstitutionalisieren.

    >******Jetzt noch mal ganz platt: Ein Tyrann dürfte sich trotzdem wohler fühlen, wenn er tyrannisiert als wenn er im Yoga-Sitz meditieren würde. Daß das "lebendig-sein" eines Yogi vom absoluten Standpunkt aus gesehen etwas anders zu bewerten ist, ändert daran auch nichts...*****

    >Ha! Da lässt sich doch noch einhaken! Der Tyrann mag sich in bestimmten Situationen seines Daseins in gewisser Hinsicht „auserwählt“ fühlen (Z. B. Hitler als vorgebliches „Werkzeug der Vorsehung“). Er mag glauben, unantastbar zu sein... Letztendlich aber wie er gestürzt und sein Un-Werk zerschlagen. Und zuvor muss er mitunter darauf achten, nicht seinen – zu Recht – hasserfüllten Feinden zum Opfer zu fallen, weshalb er etwa Wert auf Stahlgepanzerte Karossen lagt (J. Stalin oder auch Saddam Hussein) Dazu gibt es ein paar recht interessante Gedanken von Mohandas Karamcand „Mahatma“ Gandhi, welche exakt diese Umstände beschreiben. Gesetzt, der Tyrann würde „im Yoga-Sitz“ meditieren, und gesetzt, er wäre gar nicht tyrannisch, so würden ihm ganz andere Energien zufließen. Er wäre glücklicher!

    >Weißt du, was ein genialer Geist heute z. B. aus dem Iraq gemacht hätte??? – ein blühendes Land! Der Tyrann aber ist sich in seiner inneren Umnachtung all dessen nicht bewusst, weil die Beschaffenheit seiner Person eben das nicht zulässt. Kurzum: Die mittelmäßigen Glücksmomente eines Tyrannen sind beschränkter Natur und haben vor allem für ihn in entscheidender Konsequenz vernichtende Folgen! Daran ist nicht zu rütteln!

    >*******Jetzt muß ich auch mal ganz ketzerisch und sehr interessiert anmerken, daß es mir so scheint, daß Du auch nicht unbedingt vor einem hermetischen Hintergrund diskutierst?*****

    >Das ist ganz und gar nicht „ketzerisch“. Du hast schlicht eine durchdringende Art, mit der du Sachverhalte erfasst! Das nenne ich eine vergleichsweise reife Urteilsfähigkeit! Näheres würde hier nicht hergehören!

    >*****Verzeihe mir diese evtl. unverschämte Frage... nur wie Du gemerkt hast, kann ich dies nämlich nicht besonders gut (und deshalb wahrscheinlich auch nur schlecht bei Deinen Worten dahinter kommen)... womit wir bei Deiner Frage wären, ob ich Soziologe sei. Danke für das Kompliment :-) ...meine ich ernst, denn in meiner Diplomarbeit (als angehender Diplom-Pädagoge - bitte nicht so laut stöhnen... ich bin einer von den Exemplaren, die sich leidenschaftlich gerne mit kritischen Fragen des Faches auseinandersetzen) fließen sehr viele (gesundheitswissenschaftlich begründete) Ansätze soziologischen Denkens ein.*****

    >Das war nicht zu übersehen! Allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass du Pädagoge bist.

    >******Auch wenn ich mittlerweile meine Tee-Tasse nach entsprechenden Deutungsmustern interpretiere, hab ich mir als jemandem mit einem starken Hang zur Hermetik nach der Verwendbarkeit diese Wissens zur Hermetik gefragt... (bin der Meinung, daß ein hermetisch interessierter Mensch solchen Diskussionen standhalten MUSS)*****

    >Damit bist du eines von wenigen Exemplaren einer seltenen Spezies, die sich einer einschneidenden Problematik bewusst geworden ist, was sie eindeutig vom „großen Haufen“ der 08/15 Okkultisten unterscheidet!

    >Man sollte – unter uns „Ketzern“ – die Fragestellung sogar einmal auf den Kopf stellen: Geht es nicht eher darum, nicht etwa das von dir angeführte Wissen für die „Hermetik“ zu verwenden sondern die Hermetik zu dem nunmehr ganz and gar anderen Wissen, welches in keiner Weise zu verachten oder geringzuschätzen ist, zu verwenden????

    >********.....und muß enttäuscht feststellen, daß mir das zwar gelingt, aber immer nur von "außen". wie Du siehst klingt alles "soziologisch" (bzw. psychologisch) - aber hermetisch? Ich weiß es nicht...*****

    >Kein Grund zum Pessimismus!!! Es ist nur gut, dass das SO klingt! Wo wärst du, wenn dein Wissen „hermetisch“ klänge??? Unter uns: Dann könntest du ...gehen!

    >*****Du auf jeden Fall bist ein promovierter Philosoph wie mir scheint - mit einem großen Talent Sachverhalte theoretisch aufzurollen.****

    >Danke für die Blumen! Da liegst du nicht falsch, (ich bin Dr. phil.) wobei es Leute gibt, die auch o h n e Promotion genialer sind als ich. (Na, wer jetzt wohl lachend am Monitor sitzt??? *lol* Trotzdem: Da soll „man“ auch nicht mit faulen Ausreden kommen, weil „man“ es unterlassen hat, eine Doktorarbeit zu schreiben, gel???)

    >*****Naja - ein Zweitstudium wird mich wahrscheinlich (mit 23 geht das noch) auch der Philosophie und der Psychologie näher bringen. Mal schauen :-)*****

    >Ich kann dir nur gratulieren. Für 23 Jahre ist deine Entwicklung mehr als nur überdurchschnittlich! Ich könnte dir dazu noch einiges sagen, aber das gehört hier nicht her..... Wenn du das Geld dafür hast: Zieh die Sache durch, studiere auch Soziologie und mach deinen „Dr.phil.“. Damit wirst du keine Probleme haben!

    >Liebe und freundliche Grüße

    >Werner


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