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Thema: Wie begegne ich dem "Bösen"

  1. #1
    Tom
    Gast

    Wie begegne ich dem "Bösen"

    >Liebe Freunde

    >Jesus sagte: "Wenn dich einer auf die linke Backe schlägt, dann halte ihm auch die rechte hin." Doch wie sieht es in der Realität damit aus? Wie soll ich als Hermetiker den negativen Kräften begegnen? Ganz ohne Gegenwehr? Ist es nicht auch dem Lernprozess eines sogenannten "bösen" Menschen förderlich, wenn er manchmal auf Widerstand stösst und in seine Schranken gewiesen wird? Ist es nicht in letzter Konsequenz auch ein Akt der Liebe und erfährt der "Agressor" nicht nur die gesetzmäßigen Wirkungen seiner gesetzten Ursachen?

    >Beispiel: Wie würden die Dinge wohl verlaufen, wenn man gewisse Diktatoren - Saddam Hussein und ähnliche - einfach gewähren ließe, ohne einen zeitweiligen Widerstand zu setzen?

    >Ich danke euch sehr für eine Antwort auf die erste meiner Fragen.

    >Euer Tom


  2. #2
    667
    Gast

    mal andersrum gedacht...

    >Wie verhält sich der "Agressor" wenn er keine Angriffsfläche hat? Wenn seine "Angriffe" ins Leere laufen? Wie heiße Luft verpuffen?

    >Moin Tom,

    >ich spinne nur mal so vor mich hin... was gescheiht, wenn ich mich "durchlässig" mache für Angreifer, wenn ich keine Fläche biete, die weder zurückwirft, was ankommt, noch es annimmt, sondern es einfach an sich vorbei.. durch sich durch ziehen lässt?

    >Das ist natürlich ein schwieriges Beispiel, wenn ich das auf Saddam und Konsorten übertragen will, aber nur für dich persönlich gesehen, was denkst du, wird es dem "Agressor" irgendwas bringen, wenn er merkt, daß er bei dir nicht weiterkommt, weil seine Agression bei dir NICHT auf fruchbaren Boden fällt, sondern einfach keinen Ansatzpunkt findet?

    >Nur mal so laut gedacht... ;-)

    >

    >Grüße von

    >667


  3. #3
    Tom H.
    Gast

    Hallo 667

    >>Wie verhält sich der "Agressor" wenn er keine Angriffsfläche hat? Wenn seine "Angriffe" ins Leere laufen? Wie heiße Luft verpuffen?

    >>Moin Tom,

    >>ich spinne nur mal so vor mich hin... was gescheiht, wenn ich mich "durchlässig" mache für Angreifer, wenn ich keine Fläche biete, die weder zurückwirft, was ankommt, noch es annimmt, sondern es einfach an sich vorbei.. durch sich durch ziehen lässt?

    >>Das ist natürlich ein schwieriges Beispiel, wenn ich das auf Saddam und Konsorten übertragen will, aber nur für dich persönlich gesehen, was denkst du, wird es dem "Agressor" irgendwas bringen, wenn er merkt, daß er bei dir nicht weiterkommt, weil seine Agression bei dir NICHT auf fruchbaren Boden fällt, sondern einfach keinen Ansatzpunkt findet?

    >>Nur mal so laut gedacht... ;-)

    >>

    >>Grüße von

    >>667

    >Hallo 667

    >Dein Ansatz leuchtet mir ein, nur frage ich mich, ob er in unserer dreidimensionalen polaren Welt funktioniert und Früchte trägt. Wenn ich meine Umwelt so betrachte, dann muss ich feststellen, dass ein vorübergehender Widerstand, eine Gegenwehr, aúch durchaus in letzter Konsequenz ein positives Endergebnis zur Folge haben kann. Pragmatische Beispiele: Mobbing im Geschäftsleben; Versuchte Vergewaltigung, Kriegstreiberei u.ä. Wichtig ist dabei jedoch die Bereitschaft - und das muss betont werden - stets zu Liebe und Mitgefühl zurückzukehren, da es sich bei dem gesetzten Widerstand schließlich nur um eine belehrende Maßnahme handeln soll, und nicht etwa um der sinnlosen Agression willen. Vielleicht dazu eine kleine Analogie: Ist nicht das große Leben, das Schicksal selbst vorübergehend hart gegen uns, wenn wir uns "danebenbenehmen", wenn wir gegen das Prinzip der universellen Harmonie verstossen. Wie oben, so unten. Was meinst du (ihr) dazu?

    >Liebe Grüße

    >Tom H.


  4. #4
    realist
    Gast

    Re: mal andersrum gedacht...

    >>Wie verhält sich der "Agressor" wenn er keine Angriffsfläche hat? Wenn seine "Angriffe" ins Leere laufen? Wie heiße Luft verpuffen?

    >>Moin Tom,

    >>ich spinne nur mal so vor mich hin... was gescheiht, wenn ich mich "durchlässig" mache für Angreifer, wenn ich keine Fläche biete, die weder zurückwirft, was ankommt, noch es annimmt, sondern es einfach an sich vorbei.. durch sich durch ziehen lässt?

    >>Das ist natürlich ein schwieriges Beispiel, wenn ich das auf Saddam und Konsorten übertragen will, aber nur für dich persönlich gesehen, was denkst du, wird es dem "Agressor" irgendwas bringen, wenn er merkt, daß er bei dir nicht weiterkommt, weil seine Agression bei dir NICHT auf fruchbaren Boden fällt, sondern einfach keinen Ansatzpunkt findet?

    >>Nur mal so laut gedacht... ;-)

    >>

    >>Grüße von

    >>667

    >

    >Dann mein Lieber wirst Du im KZ vergast, in einer dunklen Gasse vergewaltigt, wegen 3 Mark Fünfzig umgebracht, Dein Lebensraum wird mit Sonder und Atommüll verseucht, Dein essen vergiftet etc...

    >Dein Ansatz ehrt Dich durchaus, aber schon ein paar Seiten nachdem Plato in Der Staat seinen Philosophenstaat vorstellt, widerspricht er dieser Idee selber und sieht ein, daß das mit der Natur der Menschen nicht funktionieren kann.

    >Ich lehne Gewalt absolut ab, und wo auch immer es geht bin ich dafür gütliche Einigungen zu erzielen. Geht aber nicht immer. Ich denke mir mal, es wäre ziemlich schwierig Saddam an sich abprallen zu lassen wenn man ein Kurde im Grenzgebiet ist.

    >Traurig aber war.

    >Liebe Grüße

    >Realist


  5. #5
    Hakim
    Gast

    Re: mal andersrum gedacht...

    >Hier muss ich jetzt einfach den philosophischen Faden fallenlassen und zu einem politischen Greifen:

    >Was wohl die 8 Millionen durch das USA/UN-Embargo verreckten Menschen über so eine Diskussion sagen würden, die leider das Pech hatten, als Iraker in dieser wiederwärtigen Welt gelandet zu sein?

    >Ob diese Opfer "humanistischer" Grossmachtsphantasien Zeit und Energie hatten, über den Umgang mit "dem Bösen" nachzudenken`?


  6. #6
    Severus Snape
    Gast

    Re: Wie begegne ich dem "Bösen"

    >Hallo Tom

    >Super, dass du dieses Thema hier anschneidest! Ich als pazifistischer Kampfsportler habe mir schon einige Gedanken dazu gemacht. Bin zum Schluss gekommen, dass es keine allgemeine Methode gibt, die man in jeder Situation anwenden könnte.

    >Kann dir nur sagen, wie *ich* versuche, dem "Bösen" zu begegnen:

    >Ich versuche, möglichst intuitiv, d.h. "auf die innere Stimme achtend" der Situation zu begegnen. Diese Stimme ist bei mir weitaus pazifistischer als der Verstand.

    >Und während der gefährlichen Situation versuche ich, nicht aus Wut auf den Gegner zu handeln. Dabei hilft ein wichtiger Gedanke, den ich mir vor Augen halte: "Der Gegner ist nicht von grundauf ein schlechter Mensch, sondern schlecht erzogen worden durch Gesellschaft und soziales Umfeld. Er hatte vielleicht nicht die gleichen Chancen im Leben wie ich! Hinter seiner Verblendung steckt der reine Mensch, das göttliche Ebenbild."

    >Das ist sicher ein zu "milder" Gedanke, aber er hilft, dass bei mir kein Hass und keine Wut aufkommen.

    >So kannst ich meine Gegenwehr, ob verbal oder physisch, viel besser dosieren.

    >Für mich ist das allerwichtigste: Niemals aus Wut handeln. Ein Gedanke ist auch eine Handlung!

    >Okay, soweit die ach so schöne Theorie. Muss selber noch viel lernen, um sie auch konsequent anwenden zu können.

    >Was sind eure Meinungen?

    >Gruss & viel Freude auf dem Weg

    >Severus Snape

    >PS: Auf diesem Forum scheint sich in zwischenzeit ja eine tolle Kultur aufgebaut zu haben. Es gab Zeiten, da schien es mir anders zu sein :0).

    >Kompliment an die guten Beiträge, die hier gepostet werden!


  7. #7
    Eckbert
    Gast

    Re: Wie begegne ich dem "Bösen", das Böse ein Frage des Charakters

    >Der Charakter wird uns nicht in die Wiege gelegt. Wir erlernen

    >ihn regelrecht, und zwar in der Kindheit:

    >Unsere Eltern loben und tadeln uns, vermitteln uns damit Werte und setzen uns Grenzen. Wir speichern diese Eindrücke unbewusst in der Großhirnrinde ab.

    >Die Großhirnrinde ist das Informationszentrum, sozusagen die "Festplatte" unseres Gehirns.

    >

    >Kommen wir später in ähnliche Situationen wie als Kind, ruft die Großhirnrinde die Erinnerungen –ebenfalls unbewusst – ab.

    >Wissenschaftler glauben, daß der Charakter im Limbischen System lokalisiert ist. Es ist der älteste Teil unseres Gehirns.

    >Hier werden unsere Emotionen, positive wie negative, verarbeitet. Das Limbische System ist erst nach der Pubertät, also etwa im Alter von 15 Jahren, ausgereift.

    >Wie wird Charakter definiert?

    >Die moderne Persönlichkeitspsychologie sieht im Charakter die übergeordnete moralische Instanz, mit der wir zwischen Gut und Böse differenzieren.

    >Jemand hat "Charakter", wenn er sich gegen Widerstände durchsetzt und (Zivil) courage beweist. Außerdem hält der Charakter unser Temperament im Zaum- ein Choleriker kann mit dem Charakter sein aufbrausendes Wesen in den Griff bekommen. In allen Kulturen gibt es Charaktereigenschaften mit denen wir andere Menschen treffend beurteilen können, die so genannten Big Five:

    >Offenheit:

    >Sind wir gesellig, gesprächig und aktiv oder gehemmt und ängstlich?

    >Verträglichkeit:

    >Sind wir warmherzig und kompromissfähig oder streitsüchtig und egoistisch?

    >Gewissenhaftigkeit:

    >Sind wir ernsthaft und verläßlich in Beziehung und Beruf oder

    >sind wir notorische Fremdgeher und Faulpelze?

    >Emotionale Stabilität: Sind wir entspannt und emotional stabil

    >oder haben wir Probleme und sind labil?

    >Offenheit für neue Erfahrungen:

    >Wie gehen wir mit neuen Situationen um ? Stecken wir sofort

    >den Kopf in den Sand oder finden wir schnell eine pragmatische

    >Lösung?

    >Vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen machen sich die positiven Big Five Eigenschaften bemerkbar:

    >Wissenschaftler nehmen an, daß sich diese Eigenschaften im

    >Lauf der Evolution als sinnvoll erwiesen haben:

    >Schon für den Neandertaler war es wichtig, sich auf seine

    >Jagdgenossen verlassen zu können- also war

    >"Gewissenhaftigkeit" gefragt. Kam es beim Jagen zu einer

    >gefährlichen oder lebensbedrohlichen Situation, war derjenige

    >gefragt, der schnell eine gute Lösung fand- also zählte hier

    >"Offenheit für neue Erfahrungen."

    >Vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen machen sich

    >die positiven Big Five Eigenschaften bemerkbar:

    >Offene verträgliche Menschen führen generell glücklichere und längere

    >Beziehungen als notorische Nörgler und Fremdgeher.

    >Was prägt den Charakter, die Gene oder die Eltern und

    >das Umfeld?

    >Um diese Frage zu beantworten, werden seit Jahrzehnten immer wieder eineiige Zwillinge untersucht.

    >Denn sie haben exakt die gleichen Gene.

    >Wäre der Charakter genetisch bedingt, müßten die Zwillinge genau gleich sein.

    >Doch das besonders drastische Beispiel der siamesischen Zwillinge Lori

    >und Reba Schapell zeigt, daß dem nicht so ist:

    >Die beiden 38-jährigen Schwestern sind untrennbar am Kopf

    >zusammengewachsen.

    >Erst kürzlich wurden die beiden im Kernspintomographen

    >untersucht. Mit frappierendem Ergebnis: Lori und Reba teilen

    >sich nicht nur ihre Gene, sondern auch große Teile des

    >Gehirns. Trotzdem sind sie völlig unterschiedlich: Lori ist die

    >Praktikerin, hat eine Ausbildung als Krankenschwester

    >gemacht. Reba ist die Kreative – sie ist Country-Sängerin.

    >Für Aussehen und bestimmte Vorlieben trifft eine genetische

    >Veranlagung zu. Für den Charakter offenbar nur in geringem

    >Maß- maximal 30-40 Prozent sind genetisch bedingt.

    >

    >Gruß Eckbert

    >


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