"Sobald unser Geist von jeglicher Abhängigkeit befreit ist ind weder an das Gute noch an das Böse denkt, muß man aufpassen,
nicht in der reinen Leere vor sich hin zu dämmern
und einer tödlichen Unbeweglichkeit anheimzufallen. Man muß sich vielmehr bemühen, sein Wissen zu erweitern und seine Fähigkeiten
zu steigern, um sich seines eigenen Geistes bewußtwerden zu können und die Lehre aller Erleuchteten von Grund auf zu begreifen.
Man muß einen Geist harmonischen Gleichklangs mit den anderen pflegen und sich von der alles einvernehmenden Idee eines
"Selbst" und eines "Nächsten" befreienbis man die vollkommene Erleuchtung erreicht und sich seines eigenen unveränderbaren
Wesens voll bewußt wird." ( Huei-Neng )
"Man sieht immer wieder Menschen, die die Leute lehren, in gebeugter Haltung zu verharren, ihren Geist zu betrachten,
die Reinheit zu betrachten, sich nicht zu bewegen, nicht zu rühren. Dadurch, daß sie derartige Anstrengungen auf sich nehmen,
gelangen die verblendeten Menschen jedoch nicht zur Erleuchtung, sondern bleiben den Phänomenen verhaftet und erzeugen den
Irrtum."
"Lange Zeit in sitzender Haltung auszuharren, führt zu nichts anderem als einer Störung des Körpers ohne irgendeinen Nutzen für
den Geist.
Den Geist ruhig zu halten, um ihn in seiner Ruhe zu betrachten, ist keine Zendisziplin, sondern verschafft eher Mißbehagen.
Lebendig bleibt man sitzen, ohne sich auszustrecken.
Tot bleibt man ausgestreckt, ohne sich hinzusetzen.
In beiden Fällen ist es nichts anderes als ein Haufen stinkender Knochen!
Was hat das mit der großen Schule des Lebens zu tun?" (Huei-Neng )"



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