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Thema: Die große Schule des Lebens

  1. #1
    Jenny
    Gast

    Die große Schule des Lebens


    "Sobald unser Geist von jeglicher Abhängigkeit befreit ist ind weder an das Gute noch an das Böse denkt, muß man aufpassen,

    nicht in der reinen Leere vor sich hin zu dämmern

    und einer tödlichen Unbeweglichkeit anheimzufallen. Man muß sich vielmehr bemühen, sein Wissen zu erweitern und seine Fähigkeiten

    zu steigern, um sich seines eigenen Geistes bewußtwerden zu können und die Lehre aller Erleuchteten von Grund auf zu begreifen.

    Man muß einen Geist harmonischen Gleichklangs mit den anderen pflegen und sich von der alles einvernehmenden Idee eines

    "Selbst" und eines "Nächsten" befreienbis man die vollkommene Erleuchtung erreicht und sich seines eigenen unveränderbaren

    Wesens voll bewußt wird." ( Huei-Neng )


    "Man sieht immer wieder Menschen, die die Leute lehren, in gebeugter Haltung zu verharren, ihren Geist zu betrachten,

    die Reinheit zu betrachten, sich nicht zu bewegen, nicht zu rühren. Dadurch, daß sie derartige Anstrengungen auf sich nehmen,

    gelangen die verblendeten Menschen jedoch nicht zur Erleuchtung, sondern bleiben den Phänomenen verhaftet und erzeugen den

    Irrtum."

    "Lange Zeit in sitzender Haltung auszuharren, führt zu nichts anderem als einer Störung des Körpers ohne irgendeinen Nutzen für

    den Geist.

    Den Geist ruhig zu halten, um ihn in seiner Ruhe zu betrachten, ist keine Zendisziplin, sondern verschafft eher Mißbehagen.

    Lebendig bleibt man sitzen, ohne sich auszustrecken.

    Tot bleibt man ausgestreckt, ohne sich hinzusetzen.

    In beiden Fällen ist es nichts anderes als ein Haufen stinkender Knochen!

    Was hat das mit der großen Schule des Lebens zu tun?" (Huei-Neng )"












  2. #2
    Träumer
    Gast

    Re: Die große Schule des Lebens


    Als Antwort auf: Die große Schule des Lebens geschrieben von Jenny am 02. Mai 2001 09:17:01:


    Hallo


    der Mann hat wohl die sprichwörtliche Weisheit mit den Löffeln

    gegessen. Und hier ist sie nun !?


    Sicherlich hat er recht, daß man es mit der Unbeweglichkeit und dem

    vor-sich hindämmern übertreiben kann. Ich denke , wir hier in Mittel- und

    Westeuropa können im allgemeinen eher das entgegengesetzte Extrem beobachten,

    daß die Leute nämlich den ganzen Tag wie kleine Lemminge von einer

    Aufgabe zur nächsten hetzen, ohne einen einzigen klaren Gedanken zu fassen.


    Und dieses "Man muß" kann ich kaum nachvollziehen. Das verursacht einen

    unnatürlichen Druck. Wo hat Bardon einmal "Man muß" geschrieben?

    Man muß garnix!


    >Lange Zeit in sitzender Haltung auszuharren, führt zu nichts anderem als einer >Störung des Körpers ohne irgendeinen Nutzen für den Geist.


    Es dürfte doch unbestreitbar sein, daß es zumindest für Anfänger und

    Ungeübte wesentlich leichter ist, den Geist warzunehmen, wenn der Körper

    eine Weile ruhig verharrt. Das bedeutet ja nicht das man den ganzen

    Tag steif dasitzt wie eine Pagode.


    gruß T










  3. #3
    Jenny
    Gast

    Re: Die große Schule des Lebens


    Als Antwort auf: Re: Die große Schule des Lebens geschrieben von Träumer am 06. Mai 2001 11:27:26:


    >Hallo

    >der Mann hat wohl die sprichwörtliche Weisheit mit den Löffeln

    >gegessen. Und hier ist sie nun !?


    Es sind einfache Worte, welche IMO den Kern der Sache wiederspiegeln.

    Vielleicht sollte ich der vollständigkeit halber hinzufügen, daß Huei-Neng der letzte Patriarch der großen Schule des Ch'an war und von 638-713 lebte.


    >Sicherlich hat er recht, daß man es mit der Unbeweglichkeit und dem

    >vor-sich hindämmern übertreiben kann. Ich denke , wir hier in Mittel- und

    >Westeuropa können im allgemeinen eher das entgegengesetzte Extrem beobachten,

    >daß die Leute nämlich den ganzen Tag wie kleine Lemminge von einer

    >Aufgabe zur nächsten hetzen, ohne einen einzigen klaren Gedanken zu fassen.


    Ist dies deine Welt? Meine schon lange nicht mehr. Wenn ich recht überlege, war das eigentlich noch nie "meine" Welt. Ich habe dieses "etwas hinterherlaufen" immer gehasst und nie verstanden. Ich lebe schon lange Zeit nicht mehr darin.




    >Und dieses "Man muß" kann ich kaum nachvollziehen. Das verursacht einen

    >unnatürlichen Druck. Wo hat Bardon einmal "Man muß" geschrieben?

    >Man muß garnix!


    Ausser mal müssen...Shit, wo ist denn hier das Klo :-)


    >Es dürfte doch unbestreitbar sein, daß es zumindest für Anfänger und

    >Ungeübte wesentlich leichter ist, den Geist warzunehmen, wenn der Körper

    >eine Weile ruhig verharrt.


    Das ist M.E. ein Trugschluß, den Huei-Neng mit diesen drastischen Worten verdeutlichen will. Deinen Geist kannst du auch betrachten, wenn du Pfannekuchen backst. Auch als Anfänger. Wie gesagt nur meine eigene, elende, kleine Meinung.


    Nun ja, dieses Posting war auch nicht unbedingt für Anfänger gedacht. :-) oder bin ich hier im Anfänger-Forum? Ich denke nicht...




    >gruß T


    CU


    Jenny












  4. #4
    Tares
    Gast

    Re: Die große Schule des Lebens


    Als Antwort auf: Re: Die große Schule des Lebens geschrieben von Jenny am 09. Mai 2001 22:51:13:


    >>Hallo

    >>der Mann hat wohl die sprichwörtliche Weisheit mit den Löffeln

    >>gegessen. Und hier ist sie nun !?

    >Es sind einfache Worte, welche IMO den Kern der Sache wiederspiegeln.

    >Vielleicht sollte ich der vollständigkeit halber hinzufügen, daß Huei-Neng der letzte Patriarch der großen Schule des Ch'an war und von 638-713 lebte.

    >>Sicherlich hat er recht, daß man es mit der Unbeweglichkeit und dem

    >>vor-sich hindämmern übertreiben kann. Ich denke , wir hier in Mittel- und

    >>Westeuropa können im allgemeinen eher das entgegengesetzte Extrem beobachten,

    >>daß die Leute nämlich den ganzen Tag wie kleine Lemminge von einer

    >>Aufgabe zur nächsten hetzen, ohne einen einzigen klaren Gedanken zu fassen.

    >Ist dies deine Welt? Meine schon lange nicht mehr. Wenn ich recht überlege, war das eigentlich noch nie "meine" Welt. Ich habe dieses "etwas hinterherlaufen" immer gehasst und nie verstanden. Ich lebe schon lange Zeit nicht mehr darin.

    >

    >>Und dieses "Man muß" kann ich kaum nachvollziehen. Das verursacht einen

    >>unnatürlichen Druck. Wo hat Bardon einmal "Man muß" geschrieben?

    >>Man muß garnix!

    >Ausser mal müssen...Shit, wo ist denn hier das Klo :-)

    >>Es dürfte doch unbestreitbar sein, daß es zumindest für Anfänger und

    >>Ungeübte wesentlich leichter ist, den Geist warzunehmen, wenn der Körper

    >>eine Weile ruhig verharrt.

    >Das ist M.E. ein Trugschluß, den Huei-Neng mit diesen drastischen Worten verdeutlichen will. Deinen Geist kannst du auch betrachten, wenn du Pfannekuchen backst. Auch als Anfänger. Wie gesagt nur meine eigene, elende, kleine Meinung.

    >Nun ja, dieses Posting war auch nicht unbedingt für Anfänger gedacht. :-) oder bin ich hier im Anfänger-Forum? Ich denke nicht...

    >

    >>gruß T

    >CU

    >Jenny




    Hallo Jenny,


    sicher es ist wahr, daß wir uns und unser Mental, Astral etc. auch während alltäglicher Arbeiten betrachten können, doch muss gesagt werden, daß man im tchan ( oder Ch'an wenn Du so magst) im grunde auch andere Ziele verfolgt.

    In jenem Weg strebt man mehr das sog. Erwachen an, ein Bewußtseinszustand der allgemeinhin als Erleuchtung im Sinne eines ständigen Hier und Jetzt präsent sein, bezeichnet werden mag.

    Darüberhinaus gibt es auch im Tchan neben dem , sagen wir direkten Weg zum Ziel, dem besagten Erwachen, auch einen zweiten, der über eine mehr tibetisch-östliche Form der Magie, Anrufung von kosmischen Kräften durch bestimmte Siegel etc. letztendlich im Erwachen mündet.

    Obgleich sicher viele nach Bardon wegen der okkulten Kräfte streben mögen, ist das "wahre Ziel" doch ein anderes.


    So gibt es nuneinmal viele Wege, die alle zu DEM Ziel führen werden- früher oder später zumindest :-)


    Liebe Grüsse

    Tares










  5. #5
    Jenny
    Gast

    Re: Die große Schule des Lebens


    Als Antwort auf: Re: Die große Schule des Lebens geschrieben von Tares am 10. Mai 2001 20:44:46:


    >Hallo Jenny,

    >sicher es ist wahr, daß wir uns und unser Mental, Astral etc. auch während alltäglicher Arbeiten betrachten können, doch muss gesagt werden, daß man im tchan ( oder Ch'an wenn Du so magst) im grunde auch andere Ziele verfolgt.

    >In jenem Weg strebt man mehr das sog. Erwachen an, ein Bewußtseinszustand der allgemeinhin als Erleuchtung im Sinne eines ständigen Hier und Jetzt präsent sein, bezeichnet werden mag.

    >Darüberhinaus gibt es auch im Tchan neben dem , sagen wir direkten Weg zum Ziel, dem besagten Erwachen, auch einen zweiten, der über eine mehr tibetisch-östliche Form der Magie, Anrufung von kosmischen Kräften durch bestimmte Siegel etc. letztendlich im Erwachen mündet.

    >Obgleich sicher viele nach Bardon wegen der okkulten Kräfte streben mögen, ist das "wahre Ziel" doch ein anderes.

    >So gibt es nuneinmal viele Wege, die alle zu DEM Ziel führen werden- früher oder später zumindest :-)

    >Liebe Grüsse

    >Tares


    Hi Tares,


    vielen Dank erstmal für die Erklärung. Aber was "Das Ziel" angeht, ist es nicht "das Erwachen"? Gilt es nicht das "innere göttliche Selbst" zum erwachen/erleuchten zu bringen? Oder bin ich hier im falschen Film, oder was. Ist es nicht Bardons Prämisse, den "dummen, verblendeten Schüler" gottgleich werden zu lassen? Und ist Gott nicht ein Erwachter?


    Nun, wie auch immer, ich bin nur ein Sammler solcher Weisheiten und ich dachte es möge sich gut einfügen in die Gehirne der armen Sucher nach der letzten Wahrheit. Mir gefällt so etwas einfach, deshalb möchte ich es auch weitergeben.


    Das ist alles


    Jenny










  6. #6
    PA
    Gast

    Re: Die große Schule des Lebens


    Als Antwort auf: Re: Die große Schule des Lebens geschrieben von Jenny am 10. Mai 2001 22:03:47:


    Hallo Jenny,




    >Ist es nicht Bardons Prämisse, den "dummen, verblendeten Schüler" gottgleich werden zu lassen?


    Ich habe aus der Lektüre von Bardons Büchern einen ganz anderen Eindruck gewonnen. Ich kann den "dummen, verblendeten Schüler" nirgends in seinen Büchern finden. Mir scheint es eher so zu sein, dass er sein System zur Entwicklung von schon ziemlich fortgeschrittenen Menschen geschrieben hat. Nein, so kann man da auch wieder nicht sagen. Also, ich glaube, daß er sein System für alle Menschen entwickelt hat, (fast) ganz unabhängig vom jeweiligen Entwicklungszustand eines speziellen Menschens.


    Je unentwickelter ein Mensch ist, umso mehr Zeit muß er dann eben aufwenden, um den Kurs nach Bardon zu absolvieren. Das was du Dummheit und Verblendung nennst ist die *natürliche* Auswirkung des momentanen Entwicklungszustandes eines Menschen. So ein Mensch kann gar nicht anders. Er wird irgendwann in Zukunft anders können, eben dazu ist ja das menschliche Leben da, nämlich um sich fortzuentwickeln.


    Deshalb kann man mit ruhigem Gewissen sagen, dass der Mensch mehr oder weniger immer dumm und verblendet bleiben wird bzw. schon jetzt ziemlich cool, schlau, intelligent und moralisch integer ist.


    Es hängt nur davon ab, wo du deine Beobachtungs = Beurteilungsposition fest machst. Gemessen an deinem Zusand in 30 Jahren bist du (ich meine nicht dich persönlich) jetzt nämlich ziemlich blöd und verblendet. Gemessen am Zustand wie du vor 80 Jahren warst (mal angenommen, es gibt die Reinkarnation), dann bist du jetzt ziemlich gut drauf (linear denkend, zur Vereinfachung der Überlegung).


    Da es (zumindest für uns) keine erkennbar Grenze der Entwicklung gibt, werden wir auch weiterhin zwar immer besser werden, aber in Bezug auf die Zukunft, werden wir immer noch besser drauf sein können.


    Bei der Lektüre von Bardon hatte ich den Eindruck, dass er ein Menschenbild in dieser Art hatte, und weniger vom Schüler als Dummerle und Schwachkopf ausging.


    (Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Gedanken rüber bringen konnte?)


    Grüzis von Paul.


    >Und ist Gott nicht ein Erwachter?


    Ich würde sagen, dass das Prinzip, das manche Menschen Gott nennen, jenseits solcher Eigenschaften oder Zuordnungen steht.


    >Nun, wie auch immer, ich bin nur ein Sammler solcher Weisheiten und ich dachte es möge sich gut einfügen in die Gehirne der armen Sucher nach der letzten Wahrheit. Mir gefällt so etwas einfach, deshalb möchte ich es auch weitergeben.

    >Das ist alles

    >Jenny












  7. #7
    Tares
    Gast

    Re: Die große Schule des Lebens


    Als Antwort auf: Re: Die große Schule des Lebens geschrieben von Jenny am 10. Mai 2001 22:03:47:


    >Hi Tares,

    >vielen Dank erstmal für die Erklärung. Aber was "Das Ziel" angeht, ist es nicht "das Erwachen"? Gilt es nicht das "innere göttliche Selbst" zum erwachen/erleuchten zu bringen? Oder bin ich hier im falschen Film, oder was. Ist es nicht Bardons Prämisse, den "dummen, verblendeten Schüler" gottgleich werden zu lassen? Und ist Gott nicht ein Erwachter?

    >Nun, wie auch immer, ich bin nur ein Sammler solcher Weisheiten und ich dachte es möge sich gut einfügen in die Gehirne der armen Sucher nach der letzten Wahrheit. Mir gefällt so etwas einfach, deshalb möchte ich es auch weitergeben.

    >Das ist alles

    >Jenny





    Liebe Jenny,


    in der Tat ist für die überwiegende Mehrheit jenes "Erwachen" ein bewußt angestrebtes Ziel, möglicherweise aber nicht für alle, die bsp.-weise nach FB üben. Doch welcherlei Weg wir auch gehen, irgendwann werden wir wohl alle dort ankommen, naja zumindest hoffe ich das doch :-)


    Nun zu Bardons prämisse hat ja Paul schon einiges geschrieben.

    So wie ich es sehe, bietet FB einen weisen gangbaren Weg unser innerstes Sein, gewissermassen unser wahres Selbst, daß als "Ebenbild Gottes " beschrieben wird, mehr und mehr zu leben, indem wir durch fortschreitenden Ausgleich unserer irdischen zwiespältigen Natur , diese zunehmend klären und so unserem höheren Willen und Natur Ausdruck verleihen.


    Über die Natur Gottes haben sich schon viel grössere Geister als wir den Kopf zerbrochen.....


    Definierst Du ihn als "Erwachten" so schliesst Du Gott gleichzeitig in all denen aus, die eben - noch - nicht erwacht sind.

    Ein Erwachter gleicht einem winzigen Tropfen Wasser in einem unbegrenzten Ozean, der sich als selbiger erkennt. Es mag sein, daß sich jener Tropfen( Mensch ), nach dem er aus einem längerem Schlummer und einigen Träumen (Inkarnationen) erwacht, indem Moment wo er sich als Meerestropfen erkennt, sagt:" Ich bin Gott". Er könnte auch präziser sagen:"Ich bin ein Teil, ein Ebenbild, Kind Gottes"

    Naja, ist aber auch Ansichtssache jenes Tropfens, oder ?


    Interessant zum weiteren Verständnis Gottes und der Schöpfung mit ihren vielen Ebenen des Seins ist übrigens die Kabbala.

    In ihr wird symbolisch Gott in MANIFESTATION als die Sephira Kether, die Krone bezeichnet ( Hebräisch :AHIH was soviel bedeutet wie ICH BIN [der sich ständiger Manifestion erfreut] ), die sich symbolisch auf uns Menschen bezogen ÜBER unserem Kopf befindet. Kether ging aus dem sog. Grenzenlosen Licht hervor und dieses aus 2 weiteren "Ebenen" die dem "Nichts", im Sinne von Nicht - Manifestiert oder -Vorstellbar, entstammen.

    Vielleicht erklärt das u.a. auch, warum uns geraten wird sich von Gott kein Bildnis ( Vorstellung, Definition) zu machen, denn dies ist tatsächlich unmöglich.


    Das Du u.a. solcherlei Sprüche sammelst und uns, sowie Dich selbst, damit zu unterstützen suchst, finde ich toll :-))


    Alles Liebe

    Tares

















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