>Medien und schwarze Magie

> Aus: Rudolf Steiner, „Das Initiatenbewusstsein“ GA 243

>

>

> Sehen Sie sich also das Medium an. Das Medium kann nur dadurch Medium sein, dass

> es alles in Lethargie, in absolute Trägheit zurücksinken lässt, was benutzt wird von dem

> normalen Menschen, und dass tätig wird dieses Phantom, das ich geschildert habe. Das

> können Sie zum Beispiel an der Art beobachten, wie das Medium schreibt. Es könnte

> natürlich auch nicht schreiben, wenn nicht dadrinnen ebenso wie im Gehirn alles leichter

> würde; denn alles Schwere schwimmt in einer Flüssigkeit, wird in dem Gefühl, in der

> Empfindung leicht, und es schreibt da in dem, worinnen, als indem Leichten, das Ich sonst

> die Feder führt. Da führt in diesem Menschenphantom dann das Elementarwesen die

> Feder beim Medium.

>

> Sie sehen, es ist also tatsächlich, wenn das Medium so dasitzt oder in irgendeiner

> anderen Weise sich manifestiert, das Hereinragen einer anderen Welt. So wie in die

> Bewegungen des Mediums die Wesen der anderen Welt, diese ahrimanischen

> Wesenheiten hereinragen können, so auch in die Ausstrahlungen, in alle Ausstrahlungen,

> die ich gestern beschrieben habe. Und es sind ja immer, namentlich in den Gegenden

> der menschlichen Organisation, wo Drüsen sind, mächtige Flüssigkeitsausstrahlungen

> vorhanden. Also in die Flüssigkeitsausstrahlungen, in die dringen dann wiederum solche

> Wesen der elementarischen Welt ein, ebenso in die Atmungsausstrahlungen, in die

> Lichtausstrahlungen. Nur dann, wenn die chemischen Ausstrahlungen kommen, dann ist

> ein bewusster Verkehr vorhanden zwischen dem, der diese chemischen Ausstrahlungen

> benützt, und diesen Wesenheiten, die in diese chemischen Ausstrahlungen

> hereinkommen. Da beginnt dann eben, wie ich schon gestern charakterisiert habe, die

> schwarze Magie, das bewusste Arbeiten mit den Wesenheiten, die auf die Art

> hereinkommen, wie ich es beschrieben habe.

>

> Beim Medium, und in der Regel auch bei demjenigen, der mit dem Medium

> experimentiert, ist ja eigentlich Unbewusstheit vorhanden über die eigentlichen Vorgänge.

> Beim schwarzen Magier tritt meistens eine volle Bewusstheit darüber auf, dass er sich in

> die chemischen Ausstrahlungen von Menschenwesenheiten, meistens in seine eigenen,

> hereinruft diese Wesenheiten der elementarischen Welt. Der schwarze Magier ist also

> eigentlich immer umgeben von einer Schar von Dienern, die in solchen Elementarwesen

> bestehen, und denen er entweder durch seine eigenen Ausstrahlungen oder durch

> Räucherungen, die er in seinen Laboratorien vollbringt, die Möglichkeit gibt, die

> okkult-chemischen Impulse hier in dieser physisch-sinnlichen Welt zu benutzen.

>

> Das führt uns eben hinein in die Erkenntnis: Geradeso wie die Belladonna hinaufwächst

> in eine Welt, in die sie nicht hineingehört und dadurch giftig wird, so wächst die geistige

> Welt durch das Mediumwesen in unsere Welt hier herein, die wir bewohnen zwischen

> Geburt und Tod. - Aber im Grunde genommen ist die Gefahr, dass diese geistige Welt in

> ähnlicher Weise hereinwächst, wie wir es bei der Belladonna beschrieben haben,

> jedesmal vorhanden, wo der Bewusstseinszustand, das heißt die Ich-Erfüllung, im

> Menschen unterdrückt wird, wo der Mensch also in einem benommenen,

> ohnmachtähnlichen Zustande ist oder in einer wirklichen Ohnmacht. Jedesmal, wenn das

> Bewusstsein des Menschen nicht durch den normalen Schlaf, sondern durch etwas

> anderes herabgedämmert ist, ist die Gefahr vorhanden, dass da ein Fenster sich öffnet

> für die Welt, die ich jetzt beschrieben habe. Und inwiefern das im Menschenleben eine

> ungeheuer bedeutsame Rolle spielt, dass sich solche Fenster durch die

> herabgedämpften Bewußtseine der Menschen eröffnen, das wollen wir dann morgen und

> in den nächsten Vorträgen weiterhören.