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Thema: Der Alltag als Übung

  1. #1
    WB
    Gast

    Der Alltag als Übung

    >Liebe Forumsteilnehmer,

    >nach der Übung der Gedankenkontrolle, welche sozusagen „im stillen Kämmerlein“ erfolgt, führt uns bereits die zweite Übung in den Alltag, um dort schließlich alles mit vollem Bewusstsein zu vollbringen - unser Leben lang.

    >Beim ersten Lesen der Übungsanweisungen wird kaum deutlich, zu welchen ungeahnten Tiefen bereits diese ersten beiden Übungen führen können. Sie bereiten vor, was bei der Stufe acht des Lehrgangs beschrieben wird: Dem Akasha anpassen; Akasha als das große JETZT anerkennen, danach denken und handeln.

    >Immer wieder wird in der Literatur auf die Bedeutung des Alltags hingewiesen. So zum Beispiel Dr. M. K.: „Der Hermetiker lebt, arbeitet, isst, schläft, benimmt sich wie alle anderen Menschen - aber hundertprozentig bewusst! Jede Sekunde nützt er für die Entwicklung und/oder für die Hilfe am Nächsten, den Bedürftigen, die ihm die Vorsehung geschickt hat...Alles, was auf uns zukommt, sollen wir mit Demut und Dankbarkeit zur Göttlichen Vorsehung begrüßen... Freudig im großen JETZT selig leben...“

    >Die griffige Formulierung „Der Alltag als Übung“ stammt von Karlfried Graf Dürckheim und ist Buchtitel und Programm zugleich. Für mich ist dieser Band eine wertvolle Ergänzung zu Bardons Bücher und ich glaube, dass er einen Hinweis in diesem Forum verdient.

    >Was durch die Gedankenkontrolle erreicht werden kann, nennt Dürckheim - so verstehe ich es - „Zulassung des Wesens“: „Übung im Alltag bedeutet immerzu Einkehr und Umkehr, Loslassen der Welt und Zulassen des Wesens. Und wenn wir den innersten Kern unseres Selbst einmal fühlen und in uns das Wesen erwacht - dann spüren wir auch das Wesen der Dinge, und mitten im weltlichen Dasein begegnet uns allenthalben das Sein.“ (S.37)

    >Den Alltag leben als Übung ist Übung zu weltlicher Leistung und zugleich „Übung auf dem inneren Weg“.

    >Misserfolge erklärt er u.a. so:

    >„Jeder Versuch, ein Persönlichkeitsideal ohne Bereinigung des Grundes und ohne Fühlung mit dem Wesen zu verwirklichen, ist zum Scheitern verurteilt.“ (S.27)

    >„Solange der Mensch in der Übung etwas für sich sucht, was es auch sei: Gewinnung höherer Fähigkeiten, schöne Erlebnisse oder auch Gelassenheit, Harmonie oder selbst sein eigenes Heil, verfehlt er den Weg.“ (S.35)

    >„Zwei Fehlhaltungen sind es vor allem, die der Selbstverwirklichung aus dem Wesen verhindern: Verkrampfung und Aufgelöstheit. In jener äußert sich die Verhaftung in einem den Kräften der Tiefe entfremdeten und immerzu auf seine Sicherheit bedachten Ich. Aus dieser spricht ein Mangel an Gespür und Verantwortung für die dem Wesen gemäße und seine Auszeugung ermöglichende und darstellende Form.“ (S.38)

    >„In der Verkrampfung blockiert ein Übermaß an Eigenwille und nie nachlassende Steuerung und Beobachtung des allzu wachen Ichs jene wesensgemäß wirkenden Kräfte, die nach eigenem Gesetz im Verborgenen walten. Um ungestört wirken zu können, bedürfen sie eines Grundvertrauens, darin der Mensch sich zuversichtlich dem in seinem Wesen anwesenden schöpferischen und erlösenden Sein überlässt. Jede Verkrampfung ist Ausdruck eines Misstrauens gegenüber dem göttlichen Sein.... So zeigt die rechte Verfassung stets ein Ineinandergreifen von vertrauensvollem Geschehenlassen und selbstverantwortlichem Mittun.“ (S.39)

    >Auch wenn diese Ausführungen für viele „Selbstverständlichkeiten“ darstellen, so können sie doch vielleicht wiederum für andere eine gewisse Hilfestellung geben.

    >„Jeder Augenblick ist der beste aller Gelegenheiten“, schreibt Dürckheim und ich wünsche allen viel Erfolg auf ihrem Weg.

    >WB

    >Literatur

    >Dr. Lumir Bardon / Dr. M.K.: Erinnerungen an Franz Bardon, Rüggeberg - Verlag

    >Karlfried Graf Dürckheim: Der Alltag als Übung, achte Auflage, Verlag Hans Huber


  2. #2
    ROSI
    Gast

    Re: Der Alltag als Übung

    >>Liebe Forumsteilnehmer,

    >>nach der Übung der Gedankenkontrolle, welche sozusagen „im stillen Kämmerlein“ erfolgt, führt uns bereits die zweite Übung in den Alltag, um dort schließlich alles mit vollem Bewusstsein zu vollbringen - unser Leben lang.

    >>Beim ersten Lesen der Übungsanweisungen wird kaum deutlich, zu welchen ungeahnten Tiefen bereits diese ersten beiden Übungen führen können. Sie bereiten vor, was bei der Stufe acht des Lehrgangs beschrieben wird: Dem Akasha anpassen; Akasha als das große JETZT anerkennen, danach denken und handeln.

    >>Immer wieder wird in der Literatur auf die Bedeutung des Alltags hingewiesen. So zum Beispiel Dr. M. K.: „Der Hermetiker lebt, arbeitet, isst, schläft, benimmt sich wie alle anderen Menschen - aber hundertprozentig bewusst! Jede Sekunde nützt er für die Entwicklung und/oder für die Hilfe am Nächsten, den Bedürftigen, die ihm die Vorsehung geschickt hat...Alles, was auf uns zukommt, sollen wir mit Demut und Dankbarkeit zur Göttlichen Vorsehung begrüßen... Freudig im großen JETZT selig leben...“

    >>Die griffige Formulierung „Der Alltag als Übung“ stammt von Karlfried Graf Dürckheim und ist Buchtitel und Programm zugleich. Für mich ist dieser Band eine wertvolle Ergänzung zu Bardons Bücher und ich glaube, dass er einen Hinweis in diesem Forum verdient.

    >>Was durch die Gedankenkontrolle erreicht werden kann, nennt Dürckheim - so verstehe ich es - „Zulassung des Wesens“: „Übung im Alltag bedeutet immerzu Einkehr und Umkehr, Loslassen der Welt und Zulassen des Wesens. Und wenn wir den innersten Kern unseres Selbst einmal fühlen und in uns das Wesen erwacht - dann spüren wir auch das Wesen der Dinge, und mitten im weltlichen Dasein begegnet uns allenthalben das Sein.“ (S.37)

    >>Den Alltag leben als Übung ist Übung zu weltlicher Leistung und zugleich „Übung auf dem inneren Weg“.

    >>Misserfolge erklärt er u.a. so:

    >>„Jeder Versuch, ein Persönlichkeitsideal ohne Bereinigung des Grundes und ohne Fühlung mit dem Wesen zu verwirklichen, ist zum Scheitern verurteilt.“ (S.27)

    >>„Solange der Mensch in der Übung etwas für sich sucht, was es auch sei: Gewinnung höherer Fähigkeiten, schöne Erlebnisse oder auch Gelassenheit, Harmonie oder selbst sein eigenes Heil, verfehlt er den Weg.“ (S.35)

    >>„Zwei Fehlhaltungen sind es vor allem, die der Selbstverwirklichung aus dem Wesen verhindern: Verkrampfung und Aufgelöstheit. In jener äußert sich die Verhaftung in einem den Kräften der Tiefe entfremdeten und immerzu auf seine Sicherheit bedachten Ich. Aus dieser spricht ein Mangel an Gespür und Verantwortung für die dem Wesen gemäße und seine Auszeugung ermöglichende und darstellende Form.“ (S.38)

    >>„In der Verkrampfung blockiert ein Übermaß an Eigenwille und nie nachlassende Steuerung und Beobachtung des allzu wachen Ichs jene wesensgemäß wirkenden Kräfte, die nach eigenem Gesetz im Verborgenen walten. Um ungestört wirken zu können, bedürfen sie eines Grundvertrauens, darin der Mensch sich zuversichtlich dem in seinem Wesen anwesenden schöpferischen und erlösenden Sein überlässt. Jede Verkrampfung ist Ausdruck eines Misstrauens gegenüber dem göttlichen Sein.... So zeigt die rechte Verfassung stets ein Ineinandergreifen von vertrauensvollem Geschehenlassen und selbstverantwortlichem Mittun.“ (S.39)

    >>Auch wenn diese Ausführungen für viele „Selbstverständlichkeiten“ darstellen, so können sie doch vielleicht wiederum für andere eine gewisse Hilfestellung geben.

    >>„Jeder Augenblick ist der beste aller Gelegenheiten“, schreibt Dürckheim und ich wünsche allen viel Erfolg auf ihrem Weg.

    >>WB

    >>Literatur

    >>Dr. Lumir Bardon / Dr. M.K.: Erinnerungen an Franz Bardon, Rüggeberg - Verlag

    >>Karlfried Graf Dürckheim: Der Alltag als Übung, achte Auflage, Verlag Hans Huber

    >Hallo WB,

    >DANKE für Dein Posting. In der Tat kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden wohin kontinuierliche Übungen führen "könnten" !!

    >DANKE auch für die Buchtitel.

    >Und Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg

    >ROSI


  3. #3
    WB
    Gast

    Re: Lächelnd erkennen: "Der Alltag als Übung!"

    >Liebe ROSI,

    >du lächelst und erkennst: „Der Alltag als Übung!“, wenn...

    >... du dir einen gemütlich-faulen Nachmittag machen willst und die Schwiegermutter (Pardon!) zu Besuch erscheint.

    >... du dich auf ein heißes Bad freust und nur kaltes Wasser kommt.

    >... die Waage einige Kilo zuviel anzeigt.

    >... die Katze ihre Krallen an den neuen Tapeten geschärft hat.

    >.... du vor einem wichtigen Termin im Stau stecken bleibst.

    >... dein Partner versehentlich deinen Schlüsselbund mitgenommen hat.

    >...

    >... dich mein Beitrag irgendwie unangenehm berührt hat.

    >

    >Richten wir uns vielleicht besser bei solchen Situationen innerlich auf, bevor wir mit einem „Unmöglich!“ bei den kategorischen Forderungen die Flinte ins Korn werfen. Die Einstellung, die wir bei der Gedankenkontrolle geübt haben, hilft uns dabei.

    >Deine liebevolle positive Antwort hat mich erfreut, das „könnten“ etwas bekümmert. Vielleicht wie ein Kind einfach trauen.

    >Viele liebe Grüße

    >WB


  4. #4
    Daniel
    Gast

    Re: Der Alltag als Übung

    >Hallo WB.

    >Ich bin heute auf das Forum gestossen und habe beim lesen Deines Textes bzw. Zitates eine Frage bezüglich des folgenden Abschnittes

    >>„Zwei Fehlhaltungen sind es vor allem, die der Selbstverwirklichung aus dem Wesen verhindern: Verkrampfung und Aufgelöstheit. In jener äußert sich die Verhaftung in einem den Kräften der Tiefe entfremdeten und immerzu auf seine Sicherheit bedachten Ich. Aus dieser spricht ein Mangel an Gespür und Verantwortung für die dem Wesen gemäße und seine Auszeugung ermöglichende und darstellende Form.“ (S.38)

    >Bedeutet dies ein enfremdetes ICH führt zur Aufgelöstheit?

    >Ich schätze ich war nie gut in diesen Satzverschachtelungen, aber diese Passage hat mich sehr zum nachdenken angeregt und würde gern etwas mehr darüber erfahren.

    >I´ch lese jetzt den Rest der Mitteilungen und sage bis bald

    >DN


  5. #5
    WB
    Gast

    Re: Der Alltag als Übung - "Entschachtelung"

    >Hallo Daniel,

    >tut mir leid, dass ich unbedacht sprachlich Schwerverdauliches serviert habe.

    >

    >Unter „Aufgelöstheit“ versteht Graf Dürckheim das Sich-gehen-Lassen. In der „Aufgelöstheit“ lässt der Mensch sich gehen und „fällt aus der Form“.

    >

    >Die Satzverschachtelung wäre so aufzulösen:

    >Zwei Fehlhaltungen sind es vor allem, die der Selbstverwirklichung aus dem Wesen verhindern: Verkrampfung und Aufgelöstheit (= Sich-gehen-Lassen).

    >In der Verkrampfung äußert sich die Verhaftung in einem den Kräften der Tiefe entfremdeten und immerzu auf seine Sicherheit bedachten Ich.

    >Aus der Aufgelöstheit spricht ein Mangel an Gespür und Verantwortung für die dem Wesen gemäße und seine Auszeugung ermöglichende und darstellende Form.

    >

    >Der Mensch unserer Zeit, schreibt Graf Dürckheim ferner, pendele zwischen den sich ausschließenden Zuständen „Verspannung - Auflösung“ hin und her. Auch wo er von Entspannung rede, suche er in Wahrheit oft nichts als die entgrenzende Auflösung - nur um sich alsbald wieder neu zu verspannen.

    >Verkrampfung und Aufgelöstheit behinderten jede Genesung von Krankheit und ständen auch dem Heilswerden des Menschen, seiner personalen Selbstverwirklichung im Wege. Und jeder, der es ernst meine, müsse sich um die Überwindung dieser ärgsten Widersacher der rechten Verfassung bemühen.

    >

    >Es dauert sicher etwas, bis man sich bei Graf Dürckheim eingelesen hat. Dann aber erfreut seine präzise Ausdrucksweise (und natürlich das, was er uns mitteilen möchte).

    >Der Alltag beschert uns eine Fülle von Möglichkeiten uns weiterzuentwickeln. Lächelnd möglichst viele davon zu erkennen und zu nutzen wünscht dir

    >WB


  6. #6
    Daniel
    Gast

    Re: Der Alltag als Übung - "Entschachtelung"

    >Hallo WB,

    >vielen Dank für Deine frühe Antwort und Deine Mühe!

    >Ich schätze ich bin jetzt in dieser Hinsicht etwas bestätigt.

    >Seit einigen Jahren beschäftige ich mich sozusagen Geistesverfassung meiner selbst. Das hört sich zwar leicht schizophren an, aber ich denke Du und die

    >anderen Forumsteilnehmer wissen am ehesten was ich damit meine.

    >Daher versuche ich Gedankengänge und Anregungen so zu erleben, daß ich sie

    >mit meinen eigenen Worten wiedergeben kann.

    >Ich hoffe ich nerve Dich nicht, wenn versuche noch eine andere Sichtweise in Worte zu fassen.

    >Du kennst doch bestimmt das Bild einer Sinuskurve auf dem Oszillographen.

    >Dann wäre z.B. die Verkrampfung der tiefste Punkt und die Aufgelöstheit der

    >höchste Punkt auf der Kurve. Das "Heils werden mit dem Körper", wäre dann

    >also in der Mitte(Nulllinie?) zu finden.

    >Vermutlich sind wir Menschen den Extremen zugeneigt denn sonst wäre der Weg

    >der rechten Geisteshaltung etwas offensichtlicher gestaltet worden, hahaha.

    >Wie dem auch sei, mitlerweile finde ich diesen Weg sehr spannend und weiß

    >Deinen Rat

    >>Der Alltag beschert uns eine Fülle von Möglichkeiten uns weiterzuentwickeln. Lächelnd möglichst viele davon zu erkennen und zu nutzen wünscht dir

    >>WB

    >ernsthaft zu schätzen. Gerade heute einige Male, hahaha.

    >Also nochmals Danke und bis bald.

    >DN


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