>Zunächst muss unterstrichen werden, dass es in der Tat gänzlich inadäquat ist, ein Zahlungsmittel in irgendeiner Weise als „Energie“ zu betrachten. Allenfalls lassen sich mit Hilfe von Zahlungsmitteln Energien freisetzen. Entscheidend ist, dass ein Zahlungsmittel dabei an spezifische kultur-historische und politische Rahmenbedingungen geknüpft ist. Eine Banknote aus den 20er Jahren hat heute allenfalls nur noch Sammlerwert. Münzen können als Zahlungsmittel wertlos sein, aber dafür unter Sammlern beachtliche Gebote an gültigen Zahlungsmittel hervorrufen. – All das sind Eigenschaften, die deutlich machen, dass Geld zwar selbst keine Energie ist, aber dass Geld mit verschiedenen Energieformen in engster Beziehung zu stehen vermag.
>„Magische Dienstleistung gegen Geld...“ Warum oder warum nicht? Es gibt in Sachen Magie sehr grob gesprochen zwei konträre Grundpositionen: Zum einen mag jemand sagen: I c h b e n u t z e diese oder jene Kräfte, um damit persönlich dieses oder jenes zu erreichen – und sei es Macht- oder Gelderwerb durch entsprechende Praktiken und „Dienstleistungen“. Die andere Position besteht darin, dass sich eine Person nicht persönlich dieser oder jener Kräfte bedient, sondern sich i n d e n D i e n s t dieses oder jenes als göttlich zu bezeichnenden Prinzips stellt und diesem entsprechend handelt, wobei persönliche Interessen a u s g e b l e n d e t sind. Solche Menschen sind nicht nur äußerst selten, sie betrachten den Gelderwerb nicht als ihr Ziel. Und vor allem: Die höchsten Formen der Magie lassen sich nur im Zustand der Gottesverbundenheit bzw. des überpersönlichen Einklangs mit den universellen Gesetzen realisieren.
>(Eine besondere Kategorie von asiatischer Magie der Auflösung... sei hier unberücksichtigt)
>
>Das Problem ist, dass es sich ohne Zahlungsmittel nicht leben lässt. So haben wir denn auch eine berufliche Priesterschaft, die durch ihre Gläubigen oder auch Laien und nicht zuletzt durch den Staat f i n a n z i e l l u n t e r s t ü t z t wird. (Eine Priesterschaft, die aber trotzdem nicht darauf verzichtet, fleißig zu betteln, und das oftmals sogar bei Personen, deren Monatslohn wesentlich kleiner ausfällt als die eigenen Gehälter)
>Schon die alten Ägypter hatten hauptberufliche Priesterschaften und Eingeweihten-Schulen, die staatlich organisiert und gefördert wurden. „Geld“ war dort also nicht das Thema. Dort arbeiteten einst die Adepten ab ca. dem 12. Lebensjahr tagtäglich an ihren Kenntnissen und Praktiken – und zwar unter strenger Kontrolle. Heute aber ist davon nichts mehr übrig. Die staatlich geförderte Priesterschaft besteht eben nur aus Theologen, die selbst nicht mehr wissen, was in ihren Texten steht, deren Rituale bestenfalls den Wert langweilender Theaterstücke aufweisen, deren Vorgänger das Blut von zig Millionen vergossen haben, die sich Dogmen (=Beschlüsse) zurechtgelegt haben, welche mittlerweile gehörig widerlegt sind und denen man heute kaum mehr glauben will, da Rationalismus und Materialismus als Mittel gegen priesterliche Machtansprüche und potenzielle Machtmissbräuche ihre Wirkung bisher nicht völlig verfehlt haben. Dies stört die Priester bisher nur in relativ begrenztem Maße, denn die Gläubigen wissen davon nichts. Die Masse macht’s, möchte so manch einer spotten.
>In genau dieser Situation – in der die Priester-Macht zurückgedrängt ist -- tauchen nunmehr Leute auf, die in welcher Qualität auch immer (zumeist in ungenügender Form) okkulte Praktiken ausüben (wollen), die (wenn auch nicht alle!!!) einstmals staatlichen Schutz genossen, weil sie in korrekter Form von Eingeweihten ausgeübt wurden. Die Mysterien wurden verraten und verkauft und nun hält sich jeder für kompetent, okkult tätig zu werden. In der Tat: Unfähiger als die Berufspriesterschaft kann selbst der größte Scharlatan nicht sein. D. h alles heißt aber andererseits, dass sich der h e u t i g e Adept (der es ernst meint) darum kümmern muss, beruflich auf diese oder jene Weise sein Geld zu bekommen, um sich dann in der Freizeit seinen Übungen zu widmen, wobei die Berufspriester ihn und seinesgleichen argwöhnisch beobachten und spezielle Sekten-Beauftragte einsetzen, um die Konkurrenz auszuschalten, Gläubige zu warnen usw....
>Liegt nicht ein eigentliches Problem in einem priesterlichen Anspruch von Theologen, die nur vorgeben, mit ihrem „Gott“ zu reden, die glauben machen wollen, ihre Rituale zeigten Wirkung, die zudem vorgeben, Kenntnisse aus dem „Himmelreich“ zu haben usw....? Scharlatanerie, Massenverdummung und Heuchelei als prunkvolle Staatsreligion von ahnungslosen Narren zelebriert, welche man sich in Europa im Zuge vieler Jahrhunderte durch blutige Zuchtwahl mühsam aber sorgfältig unter höchstem Organisationsaufwand herangezüchtet hatte – was will man denn da überhaupt noch erwarten???
>Andererseits: Wirkliche spirituelle Kapazitäten haben niemals Geld verlangt für Unterweisungen, aber (ich bleibe hier bei dem Beispiel Gautama Buddhas) als Bettelmönche haben sie diese oder jene Geschenke entgegengenommen. Ist eigentlich schon mal ein echter „Meister“ unbeabsichtigt verhungert??? Mir ist keiner bekannt... und das ist nicht ohne Grund so.
>Zu unterscheiden ist bei dieser Thematik m. E. zweierlei: Geld für Unterweisungen und Geld für die Anwendung dieser oder jener Praktiken.
>Nehmen wir einmal das Beispiel des Yoga: Wer den ganzen Tag Unterricht für Interessenten der verschiedensten Art gibt, der kommt nicht umhin, sich eine passende Räumlichkeit anzumieten und seine Kosten zu decken. In Indien gibt es etwa Ashrams, wo selbstverständlich für die Unterkunft zu zahlen ist. Der Unterricht ist ebenfalls nicht umsonst zu haben, da der Ashram selbst unterhalten werden muss. Nur: Die zu zahlenden Preise sind den Verhältnissen des Landes angemessen (für Westler unglaublich billig). Zugleich aber ist auch der Komfort dem Land entsprechend (für Westler unglaublich primitiv). In solchen Ashrams z. B. in Rishikesh wird man kaum Westler treffen, zumindest aber völlig andere Leute als in Poona...
>Die gebotenen Übungen stehen aber auf einem Level, dass sicht nicht als „okkult“ bezeichnen lässt. Aber: Ein (möglicherweise tantrischer) Yoga-Lehrer mag aber nebenbei auch Schüler haben, die er privat unterrichtet, weil er sieht, dass sie hochbegabt sind – und denen bringt er eben all das bei, dass er in den Kursen für die Allgemeinheit genau n i c h t vorträgt, weil es dort auch nicht passen würde.
>Echte Initiation war und ist in Indien (wie auch anderswo) kostenlos!!! Die Bedingung dafür ist z. B. in Indien eine andere: Es wird nach traditioneller Astrologie ein Geburtshoroskop erstellt – und just dies ist eines der wichtigsten Kriterien. Zeigt es n i c h t bestimmte Aspektierungen auf, so ist es etwa bei vielen tantrischen Richtungen unmöglich aufgenommen zu werden. Daneben gibt es noch so einige Prüfungen der verschiedensten Art.... Man bedenke: einem echten Lehrer geht es um die Sache, nicht um Geld, das er mit dem Tode eh nicht mehr gebrauchen kann. Folglich sucht er sich auch seine Schüler gut aus, und akzeptiert nicht jeden Neugierigen. Das wäre Energieverschwendung. Auch die Tibeter bieten inzwischen in Dharam Sala allerhand Meditations-Kurse an. Das aber hat auch nichts mit Initiation zu tun. (Von einem Ausländer lassen sich Tibeter eh nicht so leicht in ihre Karten schauen.)
>Die tatsächlich boshafte Scharlatanerie beginnt dort, wo ein „Guru“ (Lehrer) anfängt, sich dem Luxus zu widmen, wobei er seinen Anhängern notwendig und fleißig Geld aus der Tasche zieht – und das auch noch für wirre Lehren, die (nicht nur) für indische Verhältnisse drittklassig sind. Es gibt z. B. tatsächlich in Benares Leute, deren Geschäfte nicht so gut liefen, so dass sie plötzlich in englischer Sprache für ihre „Kundalini-Yoga“-Kurse warben und werben. So etwas kostet dann mal eben 500US$ für zwei Wochen Chakra-Training! Umgerechnet sind das etliche Monatsgehälter eines mittleren Beamten. Über so manchen Westler, der sich dort mal schnell seine Chakren aufpolieren ließ wurde und wird dort am Ganges lauthals gelacht!!! Und im Vergleich zum Rolls-Royce-Sammler „Osho“ und Seinesgleichen sind solche „Lehrer“ kleine Fische. U.G. Krishnamurti hat es mal klar gesagt: „Rajneesh ist ein Scharlatan und Zuhälter“ – fertig. That’s it. Man muss in Indien wirklich mal sehen, was da in Poona so los ist, und wie da die Westler so „drauf“ sind. Wie im Irrenhaus! Und nicht anders sieht es hierzulande aus. (Ein anderes – internationales -- Kaliber sind freilich „Autoritäten“ wie Mme. Blavatzki mit samt ihren „Meistern“ aus dem Nichts..... Ihr Motto: „Kannst du andere nicht überzeugen, verwirre sie mit grenzenlosem Unsinn!“ Mit einer echten Kot-Humus-Schleim-Lehre erwirbt man nicht nur Geld--- man wird berühmt!
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>Niemand, der es ernst meint und der wirklich etwas zu lehren hat, würde sich -- egal wo auf Erden – an seinen Schülern bereichern wollen oder unsinnige, widersprüchliche und falsche Geheimlehren zusammenschmieren, die zuvor noch niemand gehört hat, und andererseits würde kein gewissenhafter Schüler konkrete und persönliche GELDFORDERUNGEN akzeptieren oder auf solche Geheimlehren, Eismagie usw. hereinfallen. (Tipp an V.D. : Jetzt neu: "Wüstenmagie" Hähähä!!)
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>Interessant ist die Frage nach bestimmten okkulten Dienstleistungen: Wie steht es mit dem Astrologen, der stundenlang dasitzt und zwei persönliche Geburtshoroskope erstellt, um zu sehen, ob entsprechend der Tradition zwei Partner zusammenpassen oder nicht? (in Indien Gang und Gebe) Logisch, dass der Astrologe sich seine Arbeit bezahlen lässt. Und wie steht es mit dem Arzt, der sich okkultere Heilmethoden bedient? Darf er Geld nehmen?? Wie steht es mit dem Psychologen, der Lebensberatungen anbietet und dabei auf okkulte Erkenntnisweisen zurückgreift? Es gibt offensichtlich R a n d b e r e i c h e des Okkulten, wo die Geldfrage nicht mit einem grundsätzlichen JA oder einem grundsätzlichen NEIN zu beantworten ist... Im K e r n aber sieht es anders aus.
>Ein Okkultist, Magier, Mönch...Yogi oder oder.... stellt doch dann keine Geldforderungen, wenn es um die reine Anwendung geistiger Kräfte ganz im Sinn von Magie geht und er seine Künste wirklich beherrscht. Er bräuchte schließlich nicht für diese oder jene Person irgendwelche Kräfte in Bewegung zu setzen, um an deren Geld zu kommen. Er würde, wenn er es in e g o i s t i s c h e r Absicht darauf anlegte, Reichtum zu erwerben, d i r e k t dafür sorgen, in einem Maße vermögend zu werden, dass er zu den reichsten Leuten seines Landes gehört. Dazu gibt es einige sehr rabiate Praktiken, die wirken! (Aber die halt auch ihre schmerzhaften „Nachwirkungen“ haben.) Wer hingegen in s e l b s t l o s e r Weise handelt, der ist halt ein Werkzeug gewisser Prinzipen (Mächte, Genien... der Vorsehung... Gottes... oder wie man es auch nennen mag) und nimmt allenfalls Geld-Geschenke entgegen. Und wenn er seine Sache gut macht, dann wird er davon reichlich bekommen. Für einem wirklich spirituellen Menschen ist Geld oder Wohlstand nicht mehr als Mittel zum Zweck – nicht das Ziel! Er würde auch -- sofern er es als angemessen erkennt -- wirken, selbst wenn er wüsste, dass er dafür nichts bekäme. Es gibt Formen des Ausgleichs, die haben mit Geld absolut gar nichts zu tun... Diese wirklich entscheidenden Gestaltungskräfte aber kann man durchaus als „Energie“ bezeichnen.
>Der besondere Punkt ist, dass X Scharlatane fleißig Geld kassieren und nichts leisten. Deren ganze vorgebliche „Leistung“ ist nicht überprüfbar. Stellte man sie auf die Probe, versagten sie. Man lese mal so etwas: „Ich arbeite mit Puppen-Zauber, kostet DM 500,- ... Erfolgschance 60%... Ich habe die Bude voll sitzen...usw.“ Das war neulich zu lesen. Eine große und dumme Klientel zu bedienen, sagt nichts über die Qualität der Leistung. (Siehe Kirche) Und die 60% Erfolg hätte es auch ohne Buden-Zauber geben können. Und selbst wenn ein solcher „Magier“ tatsächlich diese oder jene Erfolge erzielt, dann verstößt er gegen Gesetze, die er nicht kennt oder nicht kennen will. Also zahlt ER früher oder später selbst und sein Geldgeber zahlt gleich noch einmal dazu.
>*****Was nicht in das eigne Weltbild passt kann nicht sein und wenn man keine Argumente hat wird man dogmatisch.*****
>Was Argumente angeht: Es gibt zig Argumente g e g e n die Bezahlung vermeintlicher „Magier“, „Meister“, „Frater“ und anderer Figuren. Mit der Magie ist’s doch wie mit der Liebe: Sie kostet nichts, ist aber dennoch unerschwinglich. Käufliche Magie weist entschiedene Ähnlichkeiten zur käuflichen Liebe auf.... Das Grundproblem scheint aber eine Berufspriesterschaft zu sein, die IHR Geld nicht wert ist!!!
>Werner



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