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Thema: Diskurs und Forum

  1. #1
    EosPhoros
    Gast

    Diskurs und Forum


    Hallo Ranma, hallo SNR, Haoll alle Interessierten


    Eure Diskussion war übrigens ein Beispiel dafür, daß hier fruchtbare Diskussionen möglich sind ... warum geht es nicht immer so ?


    Nun nicht (nur) die Provokateure Azatoth/EosPhoros SNR, Maya und andere sind daran "schuld" ... es sind eben auch und gerade die emotionalen Reflexe der eher dogmatischen und devotionalen Fraktion. Und am schlimmsten ... die Motive, die aus völlig sinistren Ecken kommen -- Jan van Helsing alias Udo Holey und Konsorten.


    Aber diese Fraktion ... und das ist das wirklich interessante ... ist selten fähig, auf versöhnlichere Töne einzugehen, wie z.B. ich sie manchmal vernehmen lasse (aber auch SNR ... bereits früher)


    Außerdem ... um es noch einmal zu wiederholen "Intellekt/Intelligenz sind nicht alles, aber ohne sie (oder das Bemühen um sie -- um der Evolution mikro- wie makrokosmisch ihre Chance zu lassen) bleibt alles nichts. Hinzu kommt: Ein Forum ist und bleibt ein "luftiges" weil kommunikatives Medium, ist dem Prinzip des Diskurses verpflichtet und wird somit zwangsläufig "intellektlastig". Wenn dessen Gesetze allerdings dauernd verletzt werden, wird es kritisch ...


    Auffällig in diesem Zusammenhang ist auch , daß keiner der Devotionalen hier je einen eigenen mystischen Text von sich gegeben hat - einerseits sicher aus Furcht, von den bösen Zynikern in einer ja nun wirklich persönlichen Sache angegriffen zu werden ... und dafür habe ich Verständnis, andererseits aber (Unterstellung) weil solche Erfahrungen zu allermeist schlichtweg fehlen. Es ist vielmehr eine von Außen, von dem Gewohnheitszwang der etablierten religiösen Muster fremdbestimmte Haltung, die bestimmte einseitige Vorstellungen aufrechtzuerhalten und zu verteidigen sucht, die man gar nicht selbst gebildet hat, aber mit seiner Energie jederzeit zu nähren bereit ist. Und dies ist das Fatale an der Devotionalität: Sie macht unfrei ... hat nichts mit dem Guten, Wahren,Schönen und Rechten zu tun ... vielmehr führt sie persönlich wie kollektiv dazu, daß es verloren wird.


    Anders ausgedrückt: Devotionalität ist eine Emanation der dämonishcen Hierarchie ... und genauso, wie es positive spirituelle Momente in der Religionsgeschichte der Menschheit gab, die ihre Inspiration und makrokosmische Unterstützung aus den Bereichen Positiver Genien zogen, genauso gab und gibt es (und im monotheistischen Breich leider überwiegend)die entsprechenden negativen Gesetze. Aber -- und das ist wichtig -- letztlich ist es der Mensch, der das eine oder andere virulent werden läßt auf der Ebene der Zeit und der Geschichte.


    Mein ganzes Anliegen, ob als Azatoth oder als EosPhoros besteht darin, den Finger in diese Wunde zu legen. Meine dabei spürbare Emotion rührt daher, daß mir Hermetik aus ganz anderen Zusammenhängen, als den rein Bardonischen sehr sehr viel bedeutet --- und ich die leider gerade auch durch die Rezeptionsgeschichte von Bardon geradezu massenhaft werdende Vulgarisierung derselben als sehr quälend empfinde. Ich bin mir absolut sicher, daß hier meistens ein großes Unrecht geschieht ... das leicht zum Gegenteil des Erwünschten führen kann. Hermetik war die letzte und vielleicht wichtigste alte okkulte Tradition (besonders für den "Westen"), die nun dem Massenmenschen und seinen Instinkten für die schmale Chance seiner Erleuchtung zum Opfer gebracht wird ... und in welcher Form ....


    Genug für jetzt...

    ich werde das Thema vertiefen und auch andere "Basen" schaffen, um dem "Diskurs" auf die Bahn zu helfen


    EosPhoros

  2. #2
    M.D.Kohn
    Gast

    Re: Diskurs und Forum


    Azatoth und Werner...da sind sie wieder. Vereint und immer noch im Oberlehrer-Stil.

    Gelegentlich beleidigend, drohend, regelrecht vom Haß zerfressen.

    Am Leben verzweifelnde Kreatur?


    Der eine als Furie, der andere ein wandelndes Lexikon für allerlei okkultes was dieser Planet zu bieten hat. Respekt für letzteres, in aller Form Respekt!

    Und dennoch, was hilft das Studieren wenn plump die Unvernunft am Ende steht!?


    Da mutiere ich dann zum Adeppen, über meinen Namen wird gelästert und der Jude

    Kohn wird gar zum Antisemiten. Wirrer Geist der solch Unfug vollbringt.

    Freilich, die Attacken gehen fehl.

    Und dann noch Rüggeberg, ja was soll ich dazu sagen?

    Was diskreditiert den Inhalt Bardonscher Lehre mehr, der Auftritt von Azatoth und Co, oder Rüggeberg?

    Die Frage muß erlaubt sein. Bis heute kein auch nur grober Beleg für geharnischte Vorwürfe. Miserabel der Stil wie der Ton. Respektlos draufhauen...pfui.

    Muß ich mich tatsächlich erst durch Rüggebergsche Lehre quälen?

    Oder bekomme ich auch so eine Antwort, warum denn der Mann ein solcher Unmensch ist?

    Aber halt, ich will keine neue Diskussion, Thema erledigt.


    Was sagten Sie an anderer Stelle:


    ***Was Bardon selbst betrifft - die problematischen Fragen sind einfach da - wenn ich mir die Zeit nehmen würde, könnte ich ein ganzes Buch darüber schreiben. Diese Fragen aufzuwerfen ist nicht per se diskreditierend - aber man muß sie beantworten können. Die Leute, die ich als "Bardons Beste Bande" tituliere, haben es noch nie geschafft, auch nur ein einziges der angerissenen Probleme kohärent und vernünftig zu beantworten - und es gibt noch schwerere Fragen.***


    Sie reden von Fragen, ich sehe nur Antworten. Offenbar alles eine Sache der Wahrnehmung. Gewiß, ohne geistiges Band ist alles Fragen endlos, es mangelt dann an Antworten.

    Letztlich: Dieses "Franz Bardon Forum" ist ebenso elend wie seine Vorgänger.

    Eine wahre Schande und trotzdem nicht ohne Sinn!


    Dem geneigten Leser Dank für die Aufmeksamkeit und Shalom!



  3. #3
    EosPhoros
    Gast

    Re: Ja ... und was soll so Etwas ?


    Herr Kohn, ein paar einfache Frage:




    Warum meinen Sie, diese Urteile, die Sie gerade abgegeben haben, seien adäquat ?


    Wie kommen Sie darauf, daß Ihr Standpunkt fundiert, zutreffend und gerecht ist ?


    Wenn Sie all' die vorgeorfenen (Un)Qualitäten so abscheulich finden, warum bedienen Sie sich ihrer immerzu selbst ?


    Warum machen Sie es so leicht, die "unliebsamen" Thesen von SNR und mir bestätigt zu finden ?


    Sie haben in Bezug auf die sehr inhaltsreichen Beiträge der von Ihnen nicht geschätzten Forumsteilnehmer noch nie (weder damals noch jetzt) irgendwelche sachlichen und diskursiv brauchbaren eigene Beiträge einzubringen gewußt ?




    Ergo ... ansonsten siehe unten


    EosPhoros



  4. #4
    EosPhoros
    Gast

    Re: Ergänzung ... im lebhaften Fluss der Beiträge


    Noch eine Ergänzung:




    Die Gründe für die Ablehnung des Herrn Dieter Rüggerber bzw. seines Wirkens finden sich doch in den von Ihnen inkriminierten Beiträgen der Ihnen so sehr dem "Bardonschen Geist" fremden Personen.




    Außerdem verfügen Sie doch evidentermaßen über einen Internet-Anschluß: "Dieter Rüggeberg" in eine Suchmaschine eingegeben, kann die vorgeblich aufrichtig gestellten Fragen nach dem Gründen leicht beantworten.


    Merkwürdig, daß Sie das nicht in den Jahren längst getan haben ...

    Wie sagten Sie sinngemäß: Menschen, die sich über Jahre nicht ändern ...




    Ja ... aber Herr Kohn


    Hochachtungsvoll

    EosPhoros



  5. #5
    Kohn schon wieder
    Gast

    Re: Ja ... und was soll so Etwas ?


    Oh je, das nimmt mal wieder kein Ende. Sei's drum...


    ***Herr Kohn, ein paar einfache Frage:


    Warum meinen Sie, diese Urteile, die Sie gerade abgegeben haben, seien adäquat ?

    Wie kommen Sie darauf, daß Ihr Standpunkt fundiert, zutreffend und gerecht ist ?

    Wenn Sie all' die vorgeorfenen (Un)Qualitäten so abscheulich finden, warum bedienen Sie sich ihrer immerzu selbst ?

    Warum machen Sie es so leicht, die "unliebsamen" Thesen von SNR und mir bestätigt zu finden ?

    Sie haben in Bezug auf die sehr inhaltsreichen Beiträge der von Ihnen nicht geschätzten Forumsteilnehmer noch nie (weder damals noch jetzt) irgendwelche sachlichen und diskursiv brauchbaren eigene Beiträge einzubringen gewußt ?***




    So geht das wenn einer über Toastbrot und der andere über Tomaten schwätzt, dann

    reden beide vortrefflich aneinander vorbei.

    Ich habe aus meiner Sicht gesprochen: Die ist selbstverständlich nicht übertragbar oder gar allgemeingültig. Mitnichten!

    Wir haben offenbar völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Gedankenaustausch.

    Unter anderem Sie haben den Pflock in den Boden gerammt und Rüggeberg zum "kompletten Idioten" gemacht. Ich sehe daher Sie in der Bringschuld das zu erklären. Und bitte nicht mit irgendwelchen hingeworfenen Brocken.

    Vorher sehe ich keine Veranlassung, mich durch diverse Internetseiten zu wühlen.

    In Ihren Beiträgen vermag ich keine stichhaltigen Begründungen zu erkennen.

    Was meinen Ton angeht: Der war lediglich ein Echo! Ich passe mich an, was Sie

    sicher bemerkt haben.

    Noch etwas grundsätzliches: Sie und andere behaupten hier fortgesetzt nichts weniger, als dass Bardons Werke in die Hände eines Wahnsinnigen gefallen sind.

    Ich halte das, mit Verlaub, für völlig unmöglich.


    Mir geht es gar nicht um Rüggeberg, mir geht es nicht einmal um Bardon als Person. Beide haben mich schließlich nicht zum Verteidiger Ihrer Sache bestellt.


    Mir geht es schlicht um den Inhalt der Bücher!


    Und wenn ich mir die Spekulationen hier im Forum dazu anschaue, ja nun dann fällt auch mir nichts mehr ein.

    Sollte da tatsächlich ein zusammengeschustertes Werk vorliegen, haufenweise inhaltliche Fehler, gar abgeschrieben?

    Ich muß die Dinger wohl mal lesen...oder beißen sich hier vielleicht doch nur einige Stümper an schwieriger Lektüre die Zähne aus?

    Wobei, was ist schwierig?


    Fazit: Ob Rüggeberg die Bücher vertreibt, oder Müller, Meier etc., ist mir egal.

    Ob auf den Büchern Bardon oder Muckelfutz steht, auch egal.

    Für den Inhalt ohne jede Bedeutung. Entweder ist er wahr oder falsch. Punkt!






  6. #6
    Tyrion
    Gast

    Hinweise auf Quellen zu Rüggeberg und Büchern


    Hallo,

    das Problem ist, Rüggebergs Verschwörungstheorien (siehe Buch "Geheimpolitik")sind wirklich mittlerweile jenseits aller Realität und Vernunft.


    Das kurioseste, was ich mal auf einer Website damit im Zusammenhang las, war eine Theorie über Nazis auf der dunklen Seite des Mondes, die ihn nach 1945 (43, 44 Weltraumprojekte) Kolonisiert hätten und für die UFO Phänomene verantwortlich wären.

    Kein Witz...angeblich lebten da oben nun 7 Millionen "Volksdeutsche", die in Bälde die Rückkehr planten.


    Der Mann hat sich fleissig um Neuauflagen und Organisation zu Bardons 3 magischen Büchern verdient gemacht.


    Scheint mittlerweile aber extrem exzentrisch geworden zu sein...mir antwortete er mal auf eine Mail, in der ich ihn darauf hinwies, das die "Protokolle der Weisen von Zion" antisemitische Fälschungen eines Russen von anfang des 20. Jahrhunderts seien (nachgewiesen!), das mache keinen Unterschied.

    Wichtig sei nur, das die Welt sich heute genau so wie in den Protokollen beschrieben (jüdisches Weltherrschaftsstreben) verhielte.


    Unglaublich! Denn Dieter Rüggeberg hat in "Geimpolitik I und II" und auf seiner Website die "Protokolle der Weisen von Zion" mal zitiert und als Quellen angegeben!

    Dort wird der Eindruch erweckt, diese seien historisch echt und glaubwürdig!


    Was ist mit dem Mann nur los? Altersstarrsinn? Ich weiß es nicht...

    Geht es ihm wirklich nur ums GELD?

    Hat er zuviel theosophischen Blödsinn von Blavatsky (mit ihren bizarren Menschenrassen Theorien) gelesen?

    Oder zuviel von Steiner, der leider auch davon beeinflusst wurde (Anthroposophie von Theosophie quasi abgespalten).


    Bei extrem-rechten Esoterikern (gibts auch!) ist er einer der Standardautoren....




    *seufz*




    Lesen sie selbst, Herr Kohn! (schauen sie sich zumindest bei www.amazon.de die Rezensionen und Inhaltsangaben an)







    Bücher von Rüggeberg:


    Geheimpolitik, Bd.1, Der Fahrplan zur Weltherrschaft

    von Dieter Rüggeberg


    Lesen sie:

    -------------------------------------------------------------------------------

    Rezensionen


    Kurzbeschreibung

    Hier einige Überschriften aus dem Inhalt:

    Die "Protokolle der Weisen von Zion" als Grundlage internationaler Machtausübung. Kirchen, Logen und Orden im Kampf um die Weltherrschaft. Geheime Machtpolitik durch Religion und Magie. Deutschland im Fadenkreuz. Die Verbindungen zwischen der Geheimgesellschaft des C. Rhodes, dem Orden "Skull & Bones" und dem Vatikan. Wall-Street und die Finanzierung des Nationalsozialismus. Ursachen des "Eisernen Vorhanges" zwischen Ost und West. Die Kriegspläne gegen Mitteleuropa hinter dem Versailler Vertrag, dem Morgenthau-Plan, dem Deutschlandvertrag und dem Zwei-plus-Vier-Vertrag. Die "Protokolle" als Hintergrund der "Neuen Welt-Ordnung" des früheren US-Präsidenten George Bush. Ursachen und Hintergründe für den Zusammenbruch der Sowjetunion und die Planung des 3. Weltkrieges.


    ----------------------------------------------------------------------------





    Geheimpolitik, Bd.2, Logen-Politik

    von Dieter Rüggeberg





    Weiter auch (rechtsextreme Esoterik):







    Weltverschwörungstheorien. Die neue Gefahr von rechts.

    von Eduard Gugenberger, Franko Petri, Roman Schweidlenka




    Boten der Apokalypse. Visionäre und Vollstrecker des Dritten Reichs.

    von Eduard Gugenberger





    Mutter Erde, Magie und Politik. Zwischen Faschismus und neuer Gesellschaft





    Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Grundlage des modernen Antisemitismus - eine Fälschung.

    von Jeffrey L. Sammons (Herausgeber)


    >>>>>>><
    Sollte da tatsächlich ein zusammengeschustertes Werk vorliegen, haufenweise inhaltliche Fehler, gar abgeschrieben? <<<<<<<<<<<




    Nein, Franz Bardons 3 Bücher sind schon sehr gut!

    Und auch viel Eigenarbeit, teilweise auch aus anderen (aber seriösen Quellen).


    Ich werde noch mehr dazu posten...vorerst nur so viel:


    http://f25.parsimony.net/forum63373/messages/4968.htm




    Lesen sie sich diesen Beitrag von mir über Emil Stejnars Forschungen zu Bardon durch!

    Und da sind auch die Fehler in Bardons Büchern angegeben und berichtigt.

    Nicht Bardons Fehler...sondern Fehler ds Bauer Verlages!


    >>>Ich muß die Dinger wohl mal lesen...oder beißen sich hier vielleicht doch nur einige Stümper an schwieriger Lektüre die Zähne aus?

    Wobei, was ist schwierig?<<<




    Nein, die Bücher sind gut und verständlich geschrieben.

    Aber lesen sie meine Beiträge (siehe Link) dazu.

    Auch andere hier im Forum!




    >>>Fazit: Ob Rüggeberg die Bücher vertreibt, oder Müller, Meier etc., ist mir egal.<<<<




    Aber Rüggeberg weigert sich, die nachgewiesenen Fehler korrigieren zu lassen.

    Momentan muß man für eine korrigierte Version (im Emil Stejnars "Schutzengelbuch" und den 6 "Meisterbüchern") viel Geld bezahlen, die sind gut, werden aber nur im Selbstverlag gedruckt!





    >>>Ob auf den Büchern Bardon oder Muckelfutz steht, auch egal.

    Für den Inhalt ohne jede Bedeutung. Entweder ist er wahr oder falsch. Punkt!<<<


    Er kann aber auch GRÖSSTENTEILS wahr sein...und dann durch den Verlag leicht verfälscht...!


    Bardons Quellen scheinen mir, nach allem was ich herausfinden konnte, durchaus seriös. Er war selber ein Meisterschüler eine Magiers (dazu poste ich noch etwas mehr).

    Rüggeberg mit seinen verrückten Ideen ist das einzige Problem...*seufz*




    Ich habe manchmal das Gefühl, als Okkultist muß man klug oder naiv sein.


    Naiv, um nicht vom bizarren Weltbild mancher Vertreter abgeschreckt zu werden.

    Oder klug...um das exzentrisch-verrückte vom wahren-genialen zu trennen.






    Grüsse


    Tyrion







  7. #7
    Tyrion
    Gast

    Angebliche "Protokolle der Weisen von Zion"




    Ein Artikel zu den historischen Hintergründen einer euch heute noch beliebten rechten Verschwörungstheorie.










    Steigen Verschwörer ab?


    Ein weiterer Vorteil von Verschwörungstheorien liegt in der monokausalen, vereinfachenden Darstellung von komplizierten gesellschaftlichen Zusammenhängen. Wenn die hochtechnisierte Wirklichkeit, aber auch komplexe chemische oder physikalische Vorgänge nicht mehr zu verstehen sind, suchen viele Menschen einfache Erklärungen. So werden hinter allen Ereignissen die Machenschaften kleiner, aber sehr mächtiger Verschwörergruppen gesehen. Mal sind es die Freimaurer, dann die Jesuiten, die Illuminaten, die Briten, das Echo, die 98er Fans, die Juden, der Vatikan, die Blumenhändler, die RAF oder alle zusammen oder ganz aktuell das MAI.

    Das Unbehagen an der Moderne ergreift immer mehr Menschen und bestimmt deren Seelenlagen. Es ist zu befürchten, daß durch die bevorstehende Jahrtausendwende das Verschwörungsfieber weiter um sich greift und alle möglichen Unheilsprophezeiungen und Heilsversprechen Hochkonjunktur bekommen. Aus diesem Grunde wollen wir heute einmal etwas genauer darstellen, wie es zu solchen Wahnideen kommen kann und bereits gekommen ist. Es geht um die Entstehungsgeschichte der ``Protokolle der Weisen von Zion'', in denen die These von der großen jüdischen Weltverschwörung entwickelt wird. Diese These hatte im ``3.Reich'' den Rang einer wissenschaftlichen Tatsache und ist mitverantwortlich an den millionenfachen Morden. Sie war nicht nur fester Bestandteil des NSDAP-Programms, sondern auch und gerade offizielle deutsche Politik. Die ``Protokolle'' waren in der Weimarer Republik weit verbreitet; Adolf Hitler zitierte zustimmend daraus in ``Mein Kampf'' ebenso wie der Partei-Chefideologe Alfred Rosenberg.

    In den ``Protokollen'' werden von angeblich 12 Ältesten der Stämme Israels Strategien besprochen, mit welchen geheimen Plänen die Juden das ganze Gold der Welt und schließlich die Welt selbst in ihren Besitz bringen wollen. So sei es Plan der Juden, sich mit Ariern zu vermischen, um rassisch minderwertige ``Bastarde'' zu zeugen. Der Adel und nichtjüdisches Kapital solle verführt werden, hohe Schulden zu machen, um darüber dann alle Wertpapierbörsen der Welt und den gesamten Welthandel zu kontrollieren.

    Selbstverständlich würden die Juden auch die Kontrolle über Presse und Kirche anstreben. Ein wichtiger Teilerfolg sei gewesen, den Heiland der Christen zu kreuzigen. Ferner sollen die 12 Weisen von Zion geplant haben, die damals in manchen Ländern verbotene Mischehe zwischen Juden und Christen einzuführen, zumindest für Männer; jüdische Frauen sollten laut Plan rassisch rein bleiben müssen. Künstlich erzeugte Krisen und Warenverknappungen sollen zu Kriegen und Revolutionen führen, aus denen dann die Juden als Könige der Welt hervorgehen. In manchen Übersetzungen und Ausgaben wird behauptet, daß sich die Juden mit dem Teufel verbündet haben, um ihre Ziele zu erreichen. Die demokratischen Forderungen des Liberalismus, wie sie in der französischen Revolution zum Ausdruck kamen, werden unentwirrbar mit aristokratischen oder monarchistischen Politikkonzepten vermengt. Die Juden erscheinen in den Protokollen als Herrscher und als Revolutionäre zugleich.

    Der Historiker Norman Cohn bezeichnet die Protokolle als ``Bevollmächtigung zum Völkermord''. Nachdem die Verbreitung der Protokolle bereits im zaristischen Rußland der Jahrhundertwende zu einigen Pogromen gegen die jüdische Minderheit geführt hatte, wurde 1922 die Ermordung Walter Rathenaus u. a. damit begründet, daß er als einer der Weisen von Zion enttarnt worden wäre.


    Dialog in der Hölle


    Der eigentliche Schöpfer der meisten Formulierungen war der Franzose Maurice Joly und der hatte ganz anderes im Sinn. Sein Buch, betitelt ``Dialog in der Hölle'', erschien 1864 in Belgien, nachdem er in Frankreich keinen Drucker dafür gefunden hatte. Es war unterteilt in 25 satirische Dialoge, in denen sich Montesquieu und Machiavelli einen heftigen fiktiven Streit liefern. Das Buch klagte Kaiser Napoleon III. an, die in der französischen Revolution erkämpften Freiheiten wieder abzuschaffen. Während Montesquieu den Part des Verteidigers der bürgerlichen Freiheiten und humanistischen Werte sprach, verkündete Napoleon III. durch den Mund Machiavellis seine despotischen und zynischen Halbwahrheiten : Politik und Moral seien Gegensätze, Macht und Recht seien identisch. Wörtlich spricht er zu Montesquieu: ``Ihr Fehler ist, daß sie das Volk achten. Sie haben keine Ahnung, wie dumm es ist.''

    Der damals weit über die Grenzen von Paris bekannte Rechtsanwalt Maurice Joli wollte mit seinem Buch das französische Volk aufrütteln und vor der Diktatur Napoleons III. warnen. Er wollte aufzeigen, wie leicht ein Diktator die Schwächen der Demokratie nutzen kann. In einer Wirtschaftskrise würde nur ein passender Feind gebraucht, gegen den das Volk aufzubringen sei, und gegen den ein Diktator dann als Retter in der Not auftreten könne. Kein Wunder, daß Joli in Frankreich keinen Drucker für derartiges fand, müßte dieser doch um sein Leben bangen. Kein Wunder, daß das Buch verboten und eingestampft wurde. Joly mußte zwei Jahre im Kerker verbringen und eine hohe Geldstrafe bezahlen; beruflich kam er nie wieder auf einen grünen Zweig.


    Kapitalismus und Oktober-revolution: Schuld der Juden?


    Der deutsche antisemitische Autor Herrmann Goedsche muß dieses Buch gekannt haben. 1868 veröffentlichte er unter seinem Pseudonym ``Sir John Retcliffe'' den Roman ``Biarritz'', in dem über 160 Stellen direkt bei Maurice Joly abgeschrieben sind. Goedsche hatte Zugang zum preußischen Hof und gilt Literaturwissenschaftlern als Anhänger Bismarcks und der Monarchie. Der Titel seines Romans weist auf die Stadt Biarritz, die häufig von Bismarck und Napoleon III. besucht wurde. Beide standen für Goedsche im Rang von Helden, die die altehrwürdige Ordnung gegen die Angriffe des modernen Liberalismus und seiner Gleichmacherei verteidigten. Waren es bei Joly noch zwei sich streitende Kontrahenten, die in einer Satire die Diktatur entlarven sollten, werden bei Goedsche zwölf jüdische Stammväter daraus, die sich in wesentlichen Fragen einig sind. Er vermischt die fiktiven Aussagen von Montesquieu und Machiavelli, wobei die Aussagen Machiavellis einen noch größeren Stellenwert bekommen, als im Original bei Maurice Joly. Diese eigentümliche Mischung von politisch konträren Ansichten stellt für sich gesehen einen interessanten Mechanismus dar. Diese Mischung erlaubte z. B. den Nationalsozialisten, die Juden für den Kapitalismus genauso verantwortlich zu machen wie für die Oktoberrevolution 1917 in Rußland.

    Obwohl all dies spätestens seit den 20er Jahren bekannt ist, werden die Protokolle bis heute aufgelegt und verbreitet. In den USA paradoxerweise vom Ku Klux Klan und der Sekte ``Black Muslims'' (!). Auch deutsche Autoren wie Jan van Helsing oder Rüggeberg greifen tief in die altbekannte Kiste des Judenhasses, um ihre Auflagen zu steigern.


    Der Antichrist kommt

    Unter dem Titel ``Der bald herannahende Antichrist'' wurde 1905 eine russische Übersetzung von Sergej Nilus herausgegeben. Spätere Ausgaben erhielten den Zusatz, daß sich die Protokolle auf einen Vortrag von Theodor Herzl auf dem ersten Zionistenkongreß 1897 in Basel beziehen würden. Diese Version der Protokolle ist die bis heute am meisten verbreitetste. Herzl gilt als der theoretische Begründer des Zionismus, der nicht die angestrebte Weltherrschaft des Judentums zum Ziel hat, sondern fast das Gegenteil! Es geht wohl eher darum, die in der Welt verstreut lebenden Juden nach Palästina zu holen und dort zu vereinen. Einen weiteren Zusatz in den Protokollen haben wir Nilus zu verdanken: die Vermischung der Juden mit den Freimaurern, den Illuminaten, anderen Orden und Logen.

    Die russische Intelligenz war damals liberal eingestellt und forderte demokratische Reformen vom Zarenhaus. Zuerst wurden die Protokolle dazu benutzt, die Unzufriedenheit großer Bevölkerungsgruppen mit der zaristischen Bürokratie gegen die angebliche weltweite jüdische Verschwörung zu richten. Nachdem ihre wahre Herkunft aufgedeckt werden konnte, wurden die Protokolle in Rußland offiziell verboten, um dann kurz vor und während der Oktoberrevolution eine Wiederbelebung durchzumachen. Die Konkurrenten Lenin und Kerenski wurden nun gleichermaßen als jüdische Agenten in die Protokolle eingebaut. Diese Versionen erfuhren weltweite Verbreitung in den englischsprachige Tageszeitungen TIMES und MORNING POST. 1920 erschienen die Protokolle in einer großen amerikanischen Tageszeitung, die Henry Ford gehörte. Die englische Times und Ford distanzierten sich später von ihren Veröffentlichungen, und v. a. die Times trug viel dazu bei, den wahren Charakter der Protokolle und deren Ursprung aufzudecken. In jedem Land wurden die Protokolle in den jeweiligen Vorworten anders interpretiert. So galten die Protokolle in den USA als Dokument der britischen Verschwörung, in England als deutsch-jüdische; in Frankreich als US-britische und in Japan wurde die jüdisch-freimaurerische Verschwörung für die Bedrohung aus China verantwortlich gemacht. Ab 1929 gehörten die alleinigen Rechte an dem Buch der Partei NSDAP, die etwa 40 Auflagen der Protokolle herausbrachte. Aus einem Vorwort von Theodor Fritsch: ``Eines aber ergibt sich als unabweisbare Forderung aus diesen ``Protokollen'' : Das Judentum darf nicht länger unter uns geduldet werden! Es ist eine Ehrenpflicht der gesitteten Nationen, dieses räudige Geschlecht auszuscheiden, da es schon durch seine Anwesenheit alles verpestet, die Völker geistig und seelisch krank macht, gleichsam die geistige Luft vergiftet, in der wir atmen... . Mit der Ausscheidung des Judentums würde mit einem Schlage ein Großteil der Übel verschwinden, an denen die Kulturvölker heute kranken. Die ``Protokolle'' enthalten ja die umfänglichsten Geständnisse, wie alle die Zeitnöte durch die dämonischen Machenschaften der Volks- und Staatsverwüster künstlich genährt und gezüchtet wurden.'' (Fritsch S. 76-77; Hervorhebung im Original)

    Seit ihrem ersten Erscheinen wurden die Protokolle angezweifelt, auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht und bekämpft. Im Herbst 1934 kam es in Bern zu einem aufsehenerregenden Prozeß gegen die schweizerischen Herausgeber der Protokolle, nachdem die dortige jüdische Gemeinde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Bernische Schundgesetz erstattete. Der Richter verhängte Geldstrafen und sagte in seinem Schlußwort: ``Ich hoffe, es werde eine Zeit kommen, in der kein Mensch mehr begreifen wird, wieso sich im Jahre 1935 beinahe ein Dutzend sonst ganz gescheiter und vernünftiger Leute vierzehn Tage lang vor einem bernischen Gericht über die Echtheit oder Unechtheit dieser sogenannten ``Protokolle'' die Köpfe zerbrechen konnten, die bei allem Schaden, den sie bereits gestiftet haben und noch stiften mögen, doch nichts anderes sind als ein lächerlicher Unsinn.''




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