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Thema: Interessanter Vergleich Schamanismus - hermetische Magie

  1. #1
    Tyrion
    Gast

    Interessanter Vergleich Schamanismus - hermetische Magie


    Magie und Schamanismus - Einige Reflektionen dazu.




    Es ist bemerkenswert, wie wenig informiert häufig Gesprächspartner von mir über moderne magische Strömungen sind. Da höre ich von Schamanisten, daß das Ausüben der Magie "Teufelswerk" ist, oder zumindestens schwarze Magie. Sofort werden die Klischeebilder der Kirche heraufbeschworen, was Satansmessen und Menschenopfer betrifft. In meinen Augen ist das schizophren: Einerseits die eigenen Wurzeln und sich selbst im Schamanentum finden zu wollen, das gerade in Mode sein soll, und andererseits die magischen (und letztlich schamanischen) Traditionen vor der eigenen Nase zu ignorieren und sogar rundweg abzulehnen.


    Notwendigerweise sollte an dieser Stelle unterschieden werden, zwischen magischen und religiösen Strömungen. Wicca, das Neuheidentum oder die anthroposophischen Richtungen sind religiöser oder mystischer Natur, besitzen aber auch einige magische Elemente. Reiki und andere energetische Wege stellen bei genauerer Analyse der Techniken einen Teilbereich des schamanischen Arbeitens dar - der Energiearbeit, der Kontaktaufnahme mit dem Jenseits (neuerdings "channeln" genannt - ein klebriger Anglizismus) oder der Divination. Wobei bei diesen Wegen oft ein starkes Dogma vermittelt wird, das einen unverstellten und vorurteilsfreien Angang an andere Wege erschweren kann. Ein Weg ist nur so gut wie der Mensch, der ihn beschreitet.


    Die Trennung zwischen Schamanentum und Magie ist künstlich. Sie wurde anscheinend unbewußt durchgeführt, als Schamanismus durch Harner und Castaneda bekannt gemacht wurde und zu einer Modeströmung mutierte. Daß diese Trennung bestenfalls eine Verdrängungsreaktion von offensichtlichen Tatsachen darstellt wird jedem einleuchtend klar, der sich mit dem schamanischen Phänomen in der Welt ernsthaft auseinandersetzt, und die erreichbare ethnologische Literatur studiert. Die Magie ist im allgemeinen Bewußtsein und Wissen immer noch mit dem Nimbus des Verbotenen oder Schwarzmagischen belastet. Zum Teil liegt das sicherlich auch an der quasi angeborenen Zurückhaltung magisch arbeitender Gruppen, an die öffentlichkeit zu gehen (wobei es unmöglich ist, zwischen der Ursache und der Wirkung zu unterscheiden: Ob die Gruppierungen sich deshalb zurückhalten, weil es ein derart schiefes Bild der Magie gibt, oder umgekehrt). Es gibt in den letzten Jahrzehnten zwar wirklich gute Versuche, die pragmatische Magie öffentlicher zu machen, aber es scheint, daß diese Versuche nur kleinste Teilerfolge zu verbuchen haben. Es wurden hervorragende Werke der praktischen Magie verfaßt und veröffentlicht. Im Anschluß an diesen Artikel werde ich eine kleine Literaturliste angeben, in der die interessanteren der magischen Werke aufgelistet werden.


    Ich habe Mitte der 90er Jahre schnell entdeckt, daß es sehr schwierig ist, zwischen magischen und schamanischen Ansätzen zu unterscheiden. Zumindest wurde mir klar, daß es weitaus mehr magische Elemente im schamanischen Arbeiten gibt, als gemeinhin zugegeben oder angenommen wird. Ein sehr verbreiteter Ansatz des Schamanentum ist es, durch die Führung und den Kontakt mit Wesenheit in der nichtalltäglichen Wirklichkeit Informationen zu erhalten, die in irgendeiner Form (Rituale, Lebenshilfe, Heilungen etc.) im Alltag genutzt werden können. Der Schamane muß dazu keine außergewöhnlichen persönlichen Eigenschaften mitbringen, außer die Befähigung, eben diesen Kontakt herzustellen. Dazu steht im Gegensatz der magische Gedanke, aufgrund gemachter Erfahrungen und dem eigenen Willen ein Ritual zu persönlichen Zwecken auszuführen. Dabei hängt es vom Dogma des Magiers ab, inwieweit dabei moralische Parameter eine Rolle spielen. Vereinfacht gesagt, befragt ein Schamane die Geister um die Lösung eines Problem es zu erhalten, während der Magier eher auf die Erfahrung und das eigene Wissen zurückgreift. Es handelt sich dabei um zwei Extrempole. In der tatsächlichen Praxis bewertet der Schamane die Informationen die er erhält und vergleicht sie mit bereits gemachten Erfahrungen, während sich der Magier sehr häufig auch durch Wesenheiten über Details beispielsweise einer Evokation informieren läßt.


    In der Zielsetzung unterscheidet sich das moderne Schamanentum von der hermetischen Magie dadurch, daß der Schamane seine Fähigkeiten einsetzt, um seiner Gesellschaft das Wissen der unsichtbaren Wirklichkeit zugänglich zu machen während der Magier danach strebt die eigene göttliche Natur zu entdecken, zu entwickeln, sich bewußt zu machen, und sie zu leben. Ein weiterer, nicht zu vernächläßigender Bereich befaßt sich damit, mit magischen Mitteln das Leben im Alltag zu erleichtern - die sogenannte niedere Magie (die auch am meisten in Verruf geraten ist). Der wichtigste Teil der hohen Magie ist aber die Selbstillumination. Magier werden, sind sie Teil einer magischen Loge, immer auch in diese initiiert. Vor einer Initiation in eine magische Strömung steht eine verschieden lange Lehrzeit, abhängig vom Paradigma, das vertreten wird. Die magischen Lehrgebäude vermitteln unterschiedliche Erklärungsmodelle und Matrizen der nichtalltäglichen Wirklichkeit. Prominentes Beispiel einer solchen Matrix ist der Lebensbaum der Qabalah. Es ist zwar möglich, ohne jeglichen persönlichen Kontakt zu einem erfahreneren Magier die magische Persönlichkeit zu entwickeln, dieser Weg ist jedoch sehr schwer und selbst mit der heute zur Verfügung stehenden Bibliothek magischen Wissens mit großen Risiken behaftet. Besucht hingegen jemand einen Basiskurs im schamanischen Arbeiten und erlernt die grundlegenden schamanischen Techniken, so ist das Gefahrenpotential zunächst einmal zu vernachlässigen. Es bleibt auch gering, solange der schamanisch Interessierte sich im vertrauten Rahmen bewegt. Krafttier und Lehrer sind starke Schutzinstanzen und genügen im Regelfall völlig den Ansprüchen. Beide Instanzen sind die wichtigsten Anlaufstellen in spirituellen Fragen, oder auch als Hilfestellung bei Problemen des Alltags. Da die nichtalltägliche Wirklichkeit an sich die beste Quelle für eigene Rituale darstellt, wird ein schamanisch arbeitender Mensch kaum auf den Gedanken verfallen, ein magisches Ritual auszuführen, das er nicht selbst entwickelt hat - in der Regel sind schamanische Rituale, die durch die nichtalltägliche Wirklichkeit erhalten worden sind, durchweg magischer Natur - was übrigens die Eingangs erwähnten Ansichten ad absurdum führt.


    Die nichtalltägliche Wirklichkeit initiiert den Schamanen, oder auch nicht. In unserer Kultur ist gerade dieser manchmal wichtige Teil des Schamanentums nicht mehr bewußt verankert - was dazu führt, das Menschen, die sich innerhalb einer Initiationskrise befinden, dies nicht realisieren oder nicht richtig damit umgehen können. Dies ist nicht überall und bei jedem gleich. Es gibt in traditionellen Kulturen oft jahrelange Ausbildungen, der Schwerpunkt liegt bei diesen Lehren im Vermitteln der mythologischen Matrix, die es dem Schamanen ermöglicht, sich in der nichtalltäglichen Wirklichkeit zu orientieren und die Informationen korrekt zu interpretieren, die er erhält. Weitere Themengebiete sind aber auch Instruktionen im magischen Bereiche, um beispielsweise Zauber zurückzuwerfen, woran man Zauber erkennen kann, welche Klasse von Geistern es gibt, Ritualistik sowie die Bedeutung und Anwendungen der schamanischen Attribute, Heilkräutern usw. Manche Kulturen jedoch verzichten zur Gänze auf jahrelange Ausbildungen und erwarten vom Schamanen nach einer Berufung, daß er die notwendigen Informationen selbst aus der nichtalltäglichen Wirklichkeit erhält, ohne dogmatische Krücken (es scheint, daß in solchen Kulturen die Wesenheiten um einiges stärker aufgeladen sind, als in Kulturen die eine Ausbildung durch ältere Schamanen betonen). Der Schamane ist immer auch Zauberer und Hexer. Für viele kleinere Probleme ist es ausreichend, magisches Wissen anzuwenden - die sogenannte niedere oder Erfolgsmagie. Die hohen Magie ist im Schamanismus nur scheinbar nicht vorhanden. Die hohe Magie des Schamanentums manifestiert sich im Laufe vieler Jahre schamanischer Praxis, ist aber nicht das erklärte Ziel des Schamanen.


    Es gibt zwei Probleme im modernen Schamanentum: Dadurch, das es bei uns noch nicht lange wieder gelebt wird, sind die schamanischen Erfahrungen äußerst heterogen. Die praktische Schamanerei ist bei jedem einzelnen Schamanen stark individuell ausgeprägt. Obwohl dies so ist, gibt es jedoch immer wieder Autoren, die Ihren Weg als den einzig richtigen verkaufen - das andere Problem. Betrachte ich die Zielgruppe solcher Bücher - den Schamanisten - so kann diese Verkaufsstrategie großen Schaden anrichten. Ich bekomme immer wieder Zuschriften von Menschen, die durch derartige Werke ein völlig eingeengtes Bild vom Schamanentum erhalten haben, nämlich das, des jeweiligen Schamanen, und nun der Meinung sind, alle Schamanen müßten in dieses Schema passen. Es werden dort dann auch noch religiöse Elemente anderer (mit Vorliebe indianischer) Kulturen eingemengt, die gelegentlich strenge dogmatische Forderungen stellen (sogar in der FSS, bei Harner, kann dies in seinem Buch beobachtet werden). Merkwürdig sind die Blüten, die das Gewächs der Esoterik so treibt, und manchmal zweifelhaft, was dahintersteckt. Sobald ein Autor das schamanen in unserer Kultur dazu benutzen möchte, ausschließlich davon zu leben, ist der einen starken Erfolgsdruck ausgesetzt, der dann zu Fehlern führt, die u. U. ein inflationäres Ego zur Folge haben können (mangels Erdung) oder sogar einen Klienten Schaden könnten. Timeo danaos et dona ferentes. Geld und Spiritualität sind zwar nicht von vornherein antithethisch, es sollte jedoch bei einem gesunden Verhältnis bleiben.


    In unserer Kultur nun gibt es seit vielen Jahrhunderten eine magische Tradition, die aus den Zweigen der praktischen Alchemie und der theoretischen und praktischen Qabalah, neben unterschwelligen Einflüssen der alten druidische Tradition, die im 10. und 11. Jahrhundert in den Untergrund gedrängt wurden und dem christlichen Paradigma Platz machen mußte, sich entwickelt hat. Die Wurzeln der heutigen, traditionellen zeremoniellen Magie gehen noch weiter zurück, und reichen zurück über Griechenland nach Palästina, ägypten, dem Zweistromland und letztlich nach Afrika. Kenneth Grant gelingt es in seinem Werk über die typhonische Magie "Cults of the Shadow" die parallele zwischen hebräischer Qabalah und den Fetischkulten der Westküste Afrikas zu ziehen. Auch die Wurzeln des hawaianischen Huna liegen in Afrika (siehe dazu: Max Long "Geheimes Wissen hinter Wundern"). Magie, die sich nicht im biblischem erlaubten Rahmen abspielte, war jedoch Teufelswerk und wurde vehement verfolgt ; der Hexenhammer ist ein bedrückendes und sehr nachdenklich stimmendes Zeugnis dieser Zeit des Hexenwahns. Praktiker der Magie wurden so in den Untergrund getrieben und mußten sich verstecken. In schwer verständlichen Grimoires versuchten die damaligen Zauberer, ihr Wissen der Nachwelt zu erhalten. Sie mußten es verschlüsseln um den Scheiterhaufen zu entgehen - was ihnen oft genug nicht gelang. Die bekanntesten dieser Werke sind: Clavus Solomonis, das Lemegeton, das Grimoire Armadel, das Sepher Jetzirah, das Sepher Rezial, das Liber Juratus und die heilige Magie des Abramelin. Parallel dazu erging es der alchemistischen überlieferung nur wenig besser, die sich mit der inneren Entwicklung des Alchemisten sowie mit der damit einhergehenden Erzeugung des Steins der Weisen befaßt. Die Alchemisten hatten ein etwas gnädigeres Schicksal und wurden eher geduldet, als die Magier. Die Wandlung unedler Metalle im Gold stellte für viele Fürsten des Mittelalters eine verlockende Alternative dar, als den Alchemisten gleich dem Feuer zu überantworten (das taten sie dann, wenn sich der Alchemist als inkompetent erwies). Agrippa von Nettesheim unternahm schließlich den gewagten Versuch, das magische Wissen seiner Zeit zu systematisieren. Seine Werke wurden ihm beinahe zum Verhängnis, und er mußte ins Ausland fliehen. Er revolutionierte die praktische Magie und gab ihr ein brauchbares Fundament. Zeitgleich etwa formulierte Paracelsus grundlegendes in der Heilkunde und Homöopathie. Es gab bis in die Neuzeit jedoch immer wieder kranke Auswüchse des dualistischen christlichen Denkens in Form von Teufelsglauben und dem Verhöhnen des christlichen Ritus. Die Verballhornung und Degeneration einiger überlieferungsstrange magische Kunst taten ihr übriges und so entstanden viele kleinere Zauberbücher, die eher einer krankhaften Phantasie entsprangen, als daß sie einen wirklichen Nutzen hätten. In die Zeit des viktorianischen Englands fällt dann auch die Entdeckung des henochischen Systems, das der Hofmathematiker John Dee durch das Medium Edward Kelley diktiert bekam. Die henochische Magie spielte jedoch erst im Golden Dawn wieder eine nachweisliche Rolle und es ist einigen Zufällen zu verdanken, daß es überhaupt erhalten blieb. Die magische überlieferungen und die Geschichte der Magie in Europa ist sehr verzweigt, alles sehr viele Unterströmungen gab und gibt, sowie viele Einzelpersonen - wie Meister Eckehardt, Eliphas Levi, Aleister Crowley, Austin Osman Spare, Franz Bardon, Rah Omir Quintscher, Pascal Beverly Randolph, Mesmer, Gregorius, Pete Carroll usw. usf. - die der heutigen Magie jeweils einen eigenen Eindruck hinterließen.


    Wie bereits weiter oben dargestellt, hat die moderne schamanische Strömung hat einen Nachteil (der aber genau besehen, ein Vorteil ist). Es gibt keinerlei Traditionen, die das betont schamanische Arbeiten in Europa zum Gegenstand haben - an diese Stelle ist eben die Magie getreten, oder besser: übrig geblieben. Das Wissen um die Runen wird erst seit wenigen Jahren wieder ohne die Belastung durch die NS-Vergangenheit gelebt und erfahren. Die Strömung des Schamanismus wurde erst durch die Modewelle des New-Age richtig bekannt, wobei es jedoch weitaus mehr Schamanisten als Schamanen gibt. Schamanisten sind Menschen, die schamanische Techniken erlernen um sich selbst zu heilen, sich selbst zu finden oder dadurch versuchen einen neuen Zugang zu ihrer Umwelt zu gewinnen, oder aber schlicht einen Schamanen als Hilfe in Anspruch nehmen. Sie arbeiteten (wenn sie es tun) für sich selbst und nicht für Klienten. Oft ist der Reiz des neuen bald verflogen und sie suchen sich schnell ein neues Interessensgebiet, wie es die Esoterik ja zuhauf bietet. Diejenigen, die jedoch dabei geblieben sind, und auch nach langen Jahren noch schamanen, zählen zu den individuellsten Menschen, denen ich je begegnet bin. Sie bereisen die nichtalltägliche Wirklichkeit in ihrer eigenen Mythologie und leisten damit weitaus schwierigeres, als jeder traditionelle Magier, der sich ja auf eine überlieferung stützen kann. Die Fehler und die Erfahrungen, die im Laufe vieler Jahre gemacht werden, formen diesen neuen Menschen. Das Fehlen einer Tradition gibt die Chance, neue und bisher unbekannte Wege zu beschreiten. Es ist durchaus nachvollziehbar, daß der moderne, schamanische Weg durchaus Gefahren in sich birgt, die in der traditionellen Magie und im traditionellen Schamanismus nicht auftreten können. Dieser Gefahrenmoment kann gemildert werden, wenn der schamanischen Interessierte sich auch mit den magischen Strömungen der Neuzeit auseinandersetzt. So werden z. B. im Kursus der praktischen Magie von Frater V.D. viele Grundlagen gelegt und Zusammenhänge erläutert, die einem Schamanen von wirklichem Nutzen sein können. Eigentlich sollte der Begriff des Schamanen durch den des Zauberers ersetzt werden, nicht zuletzt, weil der Begriff des Zauberers in der deutschen Sprache tief verankert ist, im Gegensatz zum Begriff des Schamanen. Eine Beschäftigung mit magischem Wissen eröffnet es dem Interessierten, beispielsweise die innere Systematik eines schamanischen Rituales besser zu verstehen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Lehren der Geister und dem Wissen, daß in der Magie überliefert und vom dogmatischen Ballast befreit wurde, eröffnet dem schamanisch Arbeitenden neue Horizonte (die magische Literatur sollte immer mit Verstand gelesen werden, niemals ohne).


    Auf dem Buchmarkt gibt es verschiedene magische Werke, die von hohem praktischen Nutzen sind. Die einzelnen Autoren vertreten natürlich ihr eigenes Dogma. Um den besten Nutzen aus diesen Werken zuziehen ist es empfehlenswert sich zu vergegenwärtigen das der Glaube ein Werkzeug ist. Ein chaosmagischer Grundsatz lautet: Es gibt möglicherweise keine absoluten Wahrheiten. Die folgenden Werke sollten mit diesem Satz im Hintergrund gelesen werden.


    Frater V.D.: Kursus der praktischen Magie - Modul 1 - 3, Edition Magus.

    Der umfassendste Kursus der praktischen Magie, den es gibt. Leider etwas teuer, aber die Ausgabe lohnt sich. Auch wenn der Kursus nicht der Weisehit letzter Schluß ist, was praktische Magie betrifft, er ist es beinahe.


    Franz Bardon: Der Weg des wahren Adepten, Die magische Evokation, Die wahre Kabbalah.

    Bardon ist überhaupt empfehlenswert. Das was bei V.D. fehlt, ergänzt Bardon. Bardon geht nach einem Stufenplan vor, der bei Anfängern durchaus Sinn macht. Fortgeschrittene werden schnell entdecken, das sie bereits vieles der höheren Stufen beherrschen - was wiederum die Virtualität eines Stufenplanes nach Bardon nahelegt. Die magische Evokation geht explizit auf das beschwören überwiegend planetarer Wesenheiten ein. Die Dinge, die Bardon im dritten Buch schreibt, zählen ebenso zu den praktischen und einfach nachvollziehbaren Dingen, obwohl dieses Werk einen gewissen Grad an magischer Reife erfordert.


    Nicholas Hall: Chaos & Hexenzauber, Bohmeier Verlag

    Ein Hexenmeister aus der Chaosströmung, dessen Ansätze der Erfolgsmagie absolut interessant sind, nicht zuletzt deshalb, weil Hall es versteht, die Phantasie des Lesers anzuregen, eigene Wege zu beschreiten in der Realisierung.


    Frater 717: Handbuch der Chaosmagie, Bohmeier Verlag

    In der chaosmagischen Ritualistik gibt es eigentlich kein Standartwerk. So ist auch dieses nur eine Momentaufnahme. Frater 717 zusammengstelltes Sammelsurium verschiedener Rituale aus der Chaosmagie gibt einen guten Einblick in mögliche praktische Arbeit


    Max F. Long: Geheimes Wissen hinter Wundern, Bauer Classic.

    Wer Max Long ließt, wirft Serge Kahili King in die Ecke. Longs Werk ist äußerst kompakt verfaßt und geht weitaus umfassender und authenthischer auf die Magie des Huna ein, als es King je gelungen ist. Böse Zungen behaupten, King hätte von Long abgeschrieben :-) Max Longs Verdienst ist es, das System des Huna genau analysiert zu haben. Ein Muß für den praktisch denkenden Menschen.


    Max F. Long: Kahuna Magie, Bauer Classic.

    Nun, das zweite in deutsch erschienene Werk geht weitaus pragmatischer an die Materie der Huna-Magie heran, als das erste. Übungen und Techniken entwickeln das Verhältnis zwischen dem Mittleren und dem Niederen Selbst - und damit den Kontakt zum Höheren Selbst. Sehr gut!


    Austin Osman Spare: Gesammelte Werke, Edition Ananael.

    Wer glaubt, das Hunasystem Longs sei nur in Hawaii beheimatet, der irrt gewaltig. Spares magisches System läßt erahnen, das es in Europa eine ähnliche Überlieferung gegeben haben muß. Es sind eindeutige Parallelen zwischen Long und Spare zu finden. Und beide Systeme sind extrem effizient. Auch wenn Spare wirklich schwer zu lesen ist.


    Jan Fries: Visuelle Magie, Helrunar und Seidhways

    Yeah. Was Kreativität und Ideenreichtum betrifft, ist Fries ungeschlagene Spitze. Freistilschamanismus pur und erfrischende neue Ansätze! Seidhways ist leider nur in Englisch verfügbar. Das einzige praktische Werk über den europäischen (schamanischen) Weg: Seidh.


    Ich führe hier nur diese Werke an, obwohl es noch weitere, interessante Autoren gibt - die allerdings nicht so leicht erreichbar sind. Ich möchte da nur Wilhelm Quintschers Werke nennen, die ebenso wirksame wie stimmige Instruktionen enthalten. Quintscher ist leider nicht im Buchhandel erhältlich, und es scheint auch nichts in dieser Richtung zu geschehen.


    © 2001 by Aufsteigender Adler




    Grüsse


    Tyrion



  2. #2
    Tariel+Karsten(sind eins)
    Gast

    Re: Interessanter Vergleich Schamanismus - hermetische Magie


    >Magie und Schamanismus - Einige Reflektionen dazu.

    Deine Reflektionen?

    >

    > Es ist bemerkenswert, wie wenig informiert häufig Gesprächspartner von mir über moderne magische Strömungen sind.




    ICH würde mich freuen,DEINE Bemerkensfähigkeit kennen zu lernen!


    Da höre ich von Schamanisten, daß das Ausüben der Magie "Teufelswerk" ist, oder schwarze Magie.




    So

    nur eins

    es werde

    es ist

    IN Liebe Karsten

    +





    Sofort werden die Klischeebilder der Kirche heraufbeschworen, was Satansmessen und Menschenopfer betrifft. In meinen Augen ist das schizophren: Einerseits die eigenen Wurzeln und sich selbst im Schamanentum finden zu wollen, das gerade in Mode sein soll, und andererseits die magischen (und letztlich schamanischen) Traditionen vor der eigenen Nase zu ignorieren und sogar rundweg abzulehnen.

    > Notwendigerweise sollte an dieser Stelle unterschieden werden, zwischen magischen und religiösen Strömungen. Wicca, das Neuheidentum oder die anthroposophischen Richtungen sind religiöser oder mystischer Natur, besitzen aber auch einige magische Elemente. Reiki und andere energetische Wege stellen bei genauerer Analyse der Techniken einen Teilbereich des schamanischen Arbeitens dar - der Energiearbeit, der Kontaktaufnahme mit dem Jenseits (neuerdings "channeln" genannt - ein klebriger Anglizismus) oder der Divination. Wobei bei diesen Wegen oft ein starkes Dogma vermittelt wird, das einen unverstellten und vorurteilsfreien Angang an andere Wege erschweren kann. Ein Weg ist nur so gut wie der Mensch, der ihn beschreitet.

    > Die Trennung zwischen Schamanentum und Magie ist künstlich. Sie wurde anscheinend unbewußt durchgeführt, als Schamanismus durch Harner und Castaneda bekannt gemacht wurde und zu einer Modeströmung mutierte. Daß diese Trennung bestenfalls eine Verdrängungsreaktion von offensichtlichen Tatsachen darstellt wird jedem einleuchtend klar, der sich mit dem schamanischen Phänomen in der Welt ernsthaft auseinandersetzt, und die erreichbare ethnologische Literatur studiert. Die Magie ist im allgemeinen Bewußtsein und Wissen immer noch mit dem Nimbus des Verbotenen oder Schwarzmagischen belastet. Zum Teil liegt das sicherlich auch an der quasi angeborenen Zurückhaltung magisch arbeitender Gruppen, an die öffentlichkeit zu gehen (wobei es unmöglich ist, zwischen der Ursache und der Wirkung zu unterscheiden: Ob die Gruppierungen sich deshalb zurückhalten, weil es ein derart schiefes Bild der Magie gibt, oder umgekehrt). Es gibt in den letzten Jahrzehnten zwar wirklich gute Versuche, die pragmatische Magie öffentlicher zu machen, aber es scheint, daß diese Versuche nur kleinste Teilerfolge zu verbuchen haben. Es wurden hervorragende Werke der praktischen Magie verfaßt und veröffentlicht. Im Anschluß an diesen Artikel werde ich eine kleine Literaturliste angeben, in der die interessanteren der magischen Werke aufgelistet werden.

    > Ich habe Mitte der 90er Jahre schnell entdeckt, daß es sehr schwierig ist, zwischen magischen und schamanischen Ansätzen zu unterscheiden. Zumindest wurde mir klar, daß es weitaus mehr magische Elemente im schamanischen Arbeiten gibt, als gemeinhin zugegeben oder angenommen wird. Ein sehr verbreiteter Ansatz des Schamanentum ist es, durch die Führung und den Kontakt mit Wesenheit in der nichtalltäglichen Wirklichkeit Informationen zu erhalten, die in irgendeiner Form (Rituale, Lebenshilfe, Heilungen etc.) im Alltag genutzt werden können. Der Schamane muß dazu keine außergewöhnlichen persönlichen Eigenschaften mitbringen, außer die Befähigung, eben diesen Kontakt herzustellen. Dazu steht im Gegensatz der magische Gedanke, aufgrund gemachter Erfahrungen und dem eigenen Willen ein Ritual zu persönlichen Zwecken auszuführen. Dabei hängt es vom Dogma des Magiers ab, inwieweit dabei moralische Parameter eine Rolle spielen. Vereinfacht gesagt, befragt ein Schamane die Geister um die Lösung eines Problem es zu erhalten, während der Magier eher auf die Erfahrung und das eigene Wissen zurückgreift. Es handelt sich dabei um zwei Extrempole. In der tatsächlichen Praxis bewertet der Schamane die Informationen die er erhält und vergleicht sie mit bereits gemachten Erfahrungen, während sich der Magier sehr häufig auch durch Wesenheiten über Details beispielsweise einer Evokation informieren läßt.

    > In der Zielsetzung unterscheidet sich das moderne Schamanentum von der hermetischen Magie dadurch, daß der Schamane seine Fähigkeiten einsetzt, um seiner Gesellschaft das Wissen der unsichtbaren Wirklichkeit zugänglich zu machen während der Magier danach strebt die eigene göttliche Natur zu entdecken, zu entwickeln, sich bewußt zu machen, und sie zu leben. Ein weiterer, nicht zu vernächläßigender Bereich befaßt sich damit, mit magischen Mitteln das Leben im Alltag zu erleichtern - die sogenannte niedere Magie (die auch am meisten in Verruf geraten ist). Der wichtigste Teil der hohen Magie ist aber die Selbstillumination. Magier werden, sind sie Teil einer magischen Loge, immer auch in diese initiiert. Vor einer Initiation in eine magische Strömung steht eine verschieden lange Lehrzeit, abhängig vom Paradigma, das vertreten wird. Die magischen Lehrgebäude vermitteln unterschiedliche Erklärungsmodelle und Matrizen der nichtalltäglichen Wirklichkeit. Prominentes Beispiel einer solchen Matrix ist der Lebensbaum der Qabalah. Es ist zwar möglich, ohne jeglichen persönlichen Kontakt zu einem erfahreneren Magier die magische Persönlichkeit zu entwickeln, dieser Weg ist jedoch sehr schwer und selbst mit der heute zur Verfügung stehenden Bibliothek magischen Wissens mit großen Risiken behaftet. Besucht hingegen jemand einen Basiskurs im schamanischen Arbeiten und erlernt die grundlegenden schamanischen Techniken, so ist das Gefahrenpotential zunächst einmal zu vernachlässigen. Es bleibt auch gering, solange der schamanisch Interessierte sich im vertrauten Rahmen bewegt. Krafttier und Lehrer sind starke Schutzinstanzen und genügen im Regelfall völlig den Ansprüchen. Beide Instanzen sind die wichtigsten Anlaufstellen in spirituellen Fragen, oder auch als Hilfestellung bei Problemen des Alltags. Da die nichtalltägliche Wirklichkeit an sich die beste Quelle für eigene Rituale darstellt, wird ein schamanisch arbeitender Mensch kaum auf den Gedanken verfallen, ein magisches Ritual auszuführen, das er nicht selbst entwickelt hat - in der Regel sind schamanische Rituale, die durch die nichtalltägliche Wirklichkeit erhalten worden sind, durchweg magischer Natur - was übrigens die Eingangs erwähnten Ansichten ad absurdum führt.

    > Die nichtalltägliche Wirklichkeit initiiert den Schamanen, oder auch nicht. In unserer Kultur ist gerade dieser manchmal wichtige Teil des Schamanentums nicht mehr bewußt verankert - was dazu führt, das Menschen, die sich innerhalb einer Initiationskrise befinden, dies nicht realisieren oder nicht richtig damit umgehen können. Dies ist nicht überall und bei jedem gleich. Es gibt in traditionellen Kulturen oft jahrelange Ausbildungen, der Schwerpunkt liegt bei diesen Lehren im Vermitteln der mythologischen Matrix, die es dem Schamanen ermöglicht, sich in der nichtalltäglichen Wirklichkeit zu orientieren und die Informationen korrekt zu interpretieren, die er erhält. Weitere Themengebiete sind aber auch Instruktionen im magischen Bereiche, um beispielsweise Zauber zurückzuwerfen, woran man Zauber erkennen kann, welche Klasse von Geistern es gibt, Ritualistik sowie die Bedeutung und Anwendungen der schamanischen Attribute, Heilkräutern usw. Manche Kulturen jedoch verzichten zur Gänze auf jahrelange Ausbildungen und erwarten vom Schamanen nach einer Berufung, daß er die notwendigen Informationen selbst aus der nichtalltäglichen Wirklichkeit erhält, ohne dogmatische Krücken (es scheint, daß in solchen Kulturen die Wesenheiten um einiges stärker aufgeladen sind, als in Kulturen die eine Ausbildung durch ältere Schamanen betonen). Der Schamane ist immer auch Zauberer und Hexer. Für viele kleinere Probleme ist es ausreichend, magisches Wissen anzuwenden - die sogenannte niedere oder Erfolgsmagie. Die hohen Magie ist im Schamanismus nur scheinbar nicht vorhanden. Die hohe Magie des Schamanentums manifestiert sich im Laufe vieler Jahre schamanischer Praxis, ist aber nicht das erklärte Ziel des Schamanen.

    > Es gibt zwei Probleme im modernen Schamanentum: Dadurch, das es bei uns noch nicht lange wieder gelebt wird, sind die schamanischen Erfahrungen äußerst heterogen. Die praktische Schamanerei ist bei jedem einzelnen Schamanen stark individuell ausgeprägt. Obwohl dies so ist, gibt es jedoch immer wieder Autoren, die Ihren Weg als den einzig richtigen verkaufen - das andere Problem. Betrachte ich die Zielgruppe solcher Bücher - den Schamanisten - so kann diese Verkaufsstrategie großen Schaden anrichten. Ich bekomme immer wieder Zuschriften von Menschen, die durch derartige Werke ein völlig eingeengtes Bild vom Schamanentum erhalten haben, nämlich das, des jeweiligen Schamanen, und nun der Meinung sind, alle Schamanen müßten in dieses Schema passen. Es werden dort dann auch noch religiöse Elemente anderer (mit Vorliebe indianischer) Kulturen eingemengt, die gelegentlich strenge dogmatische Forderungen stellen (sogar in der FSS, bei Harner, kann dies in seinem Buch beobachtet werden). Merkwürdig sind die Blüten, die das Gewächs der Esoterik so treibt, und manchmal zweifelhaft, was dahintersteckt. Sobald ein Autor das schamanen in unserer Kultur dazu benutzen möchte, ausschließlich davon zu leben, ist der einen starken Erfolgsdruck ausgesetzt, der dann zu Fehlern führt, die u. U. ein inflationäres Ego zur Folge haben können (mangels Erdung) oder sogar einen Klienten Schaden könnten. Timeo danaos et dona ferentes. Geld und Spiritualität sind zwar nicht von vornherein antithethisch, es sollte jedoch bei einem gesunden Verhältnis bleiben.

    > In unserer Kultur nun gibt es seit vielen Jahrhunderten eine magische Tradition, die aus den Zweigen der praktischen Alchemie und der theoretischen und praktischen Qabalah, neben unterschwelligen Einflüssen der alten druidische Tradition, die im 10. und 11. Jahrhundert in den Untergrund gedrängt wurden und dem christlichen Paradigma Platz machen mußte, sich entwickelt hat. Die Wurzeln der heutigen, traditionellen zeremoniellen Magie gehen noch weiter zurück, und reichen zurück über Griechenland nach Palästina, ägypten, dem Zweistromland und letztlich nach Afrika. Kenneth Grant gelingt es in seinem Werk über die typhonische Magie "Cults of the Shadow" die parallele zwischen hebräischer Qabalah und den Fetischkulten der Westküste Afrikas zu ziehen. Auch die Wurzeln des hawaianischen Huna liegen in Afrika (siehe dazu: Max Long "Geheimes Wissen hinter Wundern"). Magie, die sich nicht im biblischem erlaubten Rahmen abspielte, war jedoch Teufelswerk und wurde vehement verfolgt ; der Hexenhammer ist ein bedrückendes und sehr nachdenklich stimmendes Zeugnis dieser Zeit des Hexenwahns. Praktiker der Magie wurden so in den Untergrund getrieben und mußten sich verstecken. In schwer verständlichen Grimoires versuchten die damaligen Zauberer, ihr Wissen der Nachwelt zu erhalten. Sie mußten es verschlüsseln um den Scheiterhaufen zu entgehen - was ihnen oft genug nicht gelang. Die bekanntesten dieser Werke sind: Clavus Solomonis, das Lemegeton, das Grimoire Armadel, das Sepher Jetzirah, das Sepher Rezial, das Liber Juratus und die heilige Magie des Abramelin. Parallel dazu erging es der alchemistischen überlieferung nur wenig besser, die sich mit der inneren Entwicklung des Alchemisten sowie mit der damit einhergehenden Erzeugung des Steins der Weisen befaßt. Die Alchemisten hatten ein etwas gnädigeres Schicksal und wurden eher geduldet, als die Magier. Die Wandlung unedler Metalle im Gold stellte für viele Fürsten des Mittelalters eine verlockende Alternative dar, als den Alchemisten gleich dem Feuer zu überantworten (das taten sie dann, wenn sich der Alchemist als inkompetent erwies). Agrippa von Nettesheim unternahm schließlich den gewagten Versuch, das magische Wissen seiner Zeit zu systematisieren. Seine Werke wurden ihm beinahe zum Verhängnis, und er mußte ins Ausland fliehen. Er revolutionierte die praktische Magie und gab ihr ein brauchbares Fundament. Zeitgleich etwa formulierte Paracelsus grundlegendes in der Heilkunde und Homöopathie. Es gab bis in die Neuzeit jedoch immer wieder kranke Auswüchse des dualistischen christlichen Denkens in Form von Teufelsglauben und dem Verhöhnen des christlichen Ritus. Die Verballhornung und Degeneration einiger überlieferungsstrange magische Kunst taten ihr übriges und so entstanden viele kleinere Zauberbücher, die eher einer krankhaften Phantasie entsprangen, als daß sie einen wirklichen Nutzen hätten. In die Zeit des viktorianischen Englands fällt dann auch die Entdeckung des henochischen Systems, das der Hofmathematiker John Dee durch das Medium Edward Kelley diktiert bekam. Die henochische Magie spielte jedoch erst im Golden Dawn wieder eine nachweisliche Rolle und es ist einigen Zufällen zu verdanken, daß es überhaupt erhalten blieb. Die magische überlieferungen und die Geschichte der Magie in Europa ist sehr verzweigt, alles sehr viele Unterströmungen gab und gibt, sowie viele Einzelpersonen - wie Meister Eckehardt, Eliphas Levi, Aleister Crowley, Austin Osman Spare, Franz Bardon, Rah Omir Quintscher, Pascal Beverly Randolph, Mesmer, Gregorius, Pete Carroll usw. usf. - die der heutigen Magie jeweils einen eigenen Eindruck hinterließen.

    > Wie bereits weiter oben dargestellt, hat die moderne schamanische Strömung hat einen Nachteil (der aber genau besehen, ein Vorteil ist). Es gibt keinerlei Traditionen, die das betont schamanische Arbeiten in Europa zum Gegenstand haben - an diese Stelle ist eben die Magie getreten, oder besser: übrig geblieben. Das Wissen um die Runen wird erst seit wenigen Jahren wieder ohne die Belastung durch die NS-Vergangenheit gelebt und erfahren. Die Strömung des Schamanismus wurde erst durch die Modewelle des New-Age richtig bekannt, wobei es jedoch weitaus mehr Schamanisten als Schamanen gibt. Schamanisten sind Menschen, die schamanische Techniken erlernen um sich selbst zu heilen, sich selbst zu finden oder dadurch versuchen einen neuen Zugang zu ihrer Umwelt zu gewinnen, oder aber schlicht einen Schamanen als Hilfe in Anspruch nehmen. Sie arbeiteten (wenn sie es tun) für sich selbst und nicht für Klienten. Oft ist der Reiz des neuen bald verflogen und sie suchen sich schnell ein neues Interessensgebiet, wie es die Esoterik ja zuhauf bietet. Diejenigen, die jedoch dabei geblieben sind, und auch nach langen Jahren noch schamanen, zählen zu den individuellsten Menschen, denen ich je begegnet bin. Sie bereisen die nichtalltägliche Wirklichkeit in ihrer eigenen Mythologie und leisten damit weitaus schwierigeres, als jeder traditionelle Magier, der sich ja auf eine überlieferung stützen kann. Die Fehler und die Erfahrungen, die im Laufe vieler Jahre gemacht werden, formen diesen neuen Menschen. Das Fehlen einer Tradition gibt die Chance, neue und bisher unbekannte Wege zu beschreiten. Es ist durchaus nachvollziehbar, daß der moderne, schamanische Weg durchaus Gefahren in sich birgt, die in der traditionellen Magie und im traditionellen Schamanismus nicht auftreten können. Dieser Gefahrenmoment kann gemildert werden, wenn der schamanischen Interessierte sich auch mit den magischen Strömungen der Neuzeit auseinandersetzt. So werden z. B. im Kursus der praktischen Magie von Frater V.D. viele Grundlagen gelegt und Zusammenhänge erläutert, die einem Schamanen von wirklichem Nutzen sein können. Eigentlich sollte der Begriff des Schamanen durch den des Zauberers ersetzt werden, nicht zuletzt, weil der Begriff des Zauberers in der deutschen Sprache tief verankert ist, im Gegensatz zum Begriff des Schamanen. Eine Beschäftigung mit magischem Wissen eröffnet es dem Interessierten, beispielsweise die innere Systematik eines schamanischen Rituales besser zu verstehen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Lehren der Geister und dem Wissen, daß in der Magie überliefert und vom dogmatischen Ballast befreit wurde, eröffnet dem schamanisch Arbeitenden neue Horizonte (die magische Literatur sollte immer mit Verstand gelesen werden, niemals ohne).

    > Auf dem Buchmarkt gibt es verschiedene magische Werke, die von hohem praktischen Nutzen sind. Die einzelnen Autoren vertreten natürlich ihr eigenes Dogma. Um den besten Nutzen aus diesen Werken zuziehen ist es empfehlenswert sich zu vergegenwärtigen das der Glaube ein Werkzeug ist. Ein chaosmagischer Grundsatz lautet: Es gibt möglicherweise keine absoluten Wahrheiten. Die folgenden Werke sollten mit diesem Satz im Hintergrund gelesen werden.

    >Frater V.D.: Kursus der praktischen Magie - Modul 1 - 3, Edition Magus.

    >Der umfassendste Kursus der praktischen Magie, den es gibt. Leider etwas teuer, aber die Ausgabe lohnt sich. Auch wenn der Kursus nicht der Weisehit letzter Schluß ist, was praktische Magie betrifft, er ist es beinahe.

    >Franz Bardon: Der Weg des wahren Adepten, Die magische Evokation, Die wahre Kabbalah.

    >Bardon ist überhaupt empfehlenswert. Das was bei V.D. fehlt, ergänzt Bardon. Bardon geht nach einem Stufenplan vor, der bei Anfängern durchaus Sinn macht. Fortgeschrittene werden schnell entdecken, das sie bereits vieles der höheren Stufen beherrschen - was wiederum die Virtualität eines Stufenplanes nach Bardon nahelegt. Die magische Evokation geht explizit auf das beschwören überwiegend planetarer Wesenheiten ein. Die Dinge, die Bardon im dritten Buch schreibt, zählen ebenso zu den praktischen und einfach nachvollziehbaren Dingen, obwohl dieses Werk einen gewissen Grad an magischer Reife erfordert.

    >Nicholas Hall: Chaos & Hexenzauber, Bohmeier Verlag

    >Ein Hexenmeister aus der Chaosströmung, dessen Ansätze der Erfolgsmagie absolut interessant sind, nicht zuletzt deshalb, weil Hall es versteht, die Phantasie des Lesers anzuregen, eigene Wege zu beschreiten in der Realisierung.

    >Frater 717: Handbuch der Chaosmagie, Bohmeier Verlag

    >In der chaosmagischen Ritualistik gibt es eigentlich kein Standartwerk. So ist auch dieses nur eine Momentaufnahme. Frater 717 zusammengstelltes Sammelsurium verschiedener Rituale aus der Chaosmagie gibt einen guten Einblick in mögliche praktische Arbeit

    >Max F. Long: Geheimes Wissen hinter Wundern, Bauer Classic.

    >Wer Max Long ließt, wirft Serge Kahili King in die Ecke. Longs Werk ist äußerst kompakt verfaßt und geht weitaus umfassender und authenthischer auf die Magie des Huna ein, als es King je gelungen ist. Böse Zungen behaupten, King hätte von Long abgeschrieben :-) Max Longs Verdienst ist es, das System des Huna genau analysiert zu haben. Ein Muß für den praktisch denkenden Menschen.

    >Max F. Long: Kahuna Magie, Bauer Classic.

    >Nun, das zweite in deutsch erschienene Werk geht weitaus pragmatischer an die Materie der Huna-Magie heran, als das erste. Übungen und Techniken entwickeln das Verhältnis zwischen dem Mittleren und dem Niederen Selbst - und damit den Kontakt zum Höheren Selbst. Sehr gut!

    >Austin Osman Spare: Gesammelte Werke, Edition Ananael.

    >Wer glaubt, das Hunasystem Longs sei nur in Hawaii beheimatet, der irrt gewaltig. Spares magisches System läßt erahnen, das es in Europa eine ähnliche Überlieferung gegeben haben muß. Es sind eindeutige Parallelen zwischen Long und Spare zu finden. Und beide Systeme sind extrem effizient. Auch wenn Spare wirklich schwer zu lesen ist.

    >Jan Fries: Visuelle Magie, Helrunar und Seidhways

    >Yeah. Was Kreativität und Ideenreichtum betrifft, ist Fries ungeschlagene Spitze. Freistilschamanismus pur und erfrischende neue Ansätze! Seidhways ist leider nur in Englisch verfügbar. Das einzige praktische Werk über den europäischen (schamanischen) Weg: Seidh.

    > Ich führe hier nur diese Werke an, obwohl es noch weitere, interessante Autoren gibt - die allerdings nicht so leicht erreichbar sind. Ich möchte da nur Wilhelm Quintschers Werke nennen, die ebenso wirksame wie stimmige Instruktionen enthalten. Quintscher ist leider nicht im Buchhandel erhältlich, und es scheint auch nichts in dieser Richtung zu geschehen.

    >© 2001 by Aufsteigender Adler

    >

    >Grüsse

    >Tyrion



  3. #3
    Tyrion
    Gast

    Re: Interessanter Vergleich Schamanismus - hermetische Magie


    Hi,

    der Artikel ist von einem Schamanenbord.

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