Im Forum begegnet man, wenn es um das Buch "Frabato" geht gelegentlich zwei entgegengesetzte Ansichten:
1. "Frabato" entspricht ganz dem Geist Bardons und alles ist wörtlich zu nehmen.
2. "Frabato" ist ein Machwerk von einer Bardonschülerin und Herr Rüggeberg und damit gänzlich wertlos.
Da für mich der Anteil Franz Bardons an dieser "Autobiographie" nicht völlig nachvollziehbar ist, kann ich keine Aussagen mit absoluten Wahrheitsanspruch machen, sondern nur meine Grundeinstellung zu dem Buch zum besten geben.
Ich weiß noch, als der WWA noch recht neu für mich war und ich mir den "Frabato" bestellt hatte, las ich das Buch in einem Zug gleich im Laden und war zu einer kritischen Sicht nur im begrenztem Maße fähig. Im laufe der Zeit rückte aber die Bemerkung im Nachwort immer mehr in mein Bewußtsein, daß Bardon für das Buch nur das Grundgerüst geliefert hat. Des weiteren ist bekannt, daß Herr Rüggeberg eine (sicher auch notwendige) Korektur des Mansukriptes vornahm (kennt jemand die andere Ausgabe des "Frabato", in wie fern weicht diese Ausgabe inhaltlich von der Rüggeberg-Ausgabe ab?). Doch meine Gespräche mit und das lesen der Bücher von ihm, haben in mir gewisse Zweifel aufkommen lassen, in wie fern Herr Rüggeberg tatsächlich die notwendige Befähigung mitbringt, um die Manuskripte ganz im Sinne Bardons zu bearbeiten.
Meine jetzige Sicht auf das Buch "Frabato" ergibt sich, wenn ich mich ganz in den Geist der ersten drei Werke Bardons und dem Buch "Fragen an Meister Arion" vertiefe und sehe in wie fern sich dieser im "Frabato" wiederspiegelt.
Als erstes fällt ins Auge, daß wenn man das Buch als wörtliche Autobiographie betrachten würde, es den Eindruck der Selbsrverherrlichung macht (wem das nicht einsichtig ist, dem führe ich einige Zitate an). Wenn man sieht, das Frau Votavova (wenn ich mich richtig erinnere) als Bardonschülerin ihre sicher gut gemeinte, individuelle Sicht zum besten gegeben hat, so wird dieser Umstand nachvollziehbar.
Trotzdem meine ich, daß der "Frabato" für einen ernsthaften Bardonschüler wichtige Informationen beinhaltet:
- Die Existens und das Wirken der "Brüder des Lichtes" und Urgayas. In diesem Zusammenhang die Zusage an allen Menschen guten Willens, daß ihnen (bei ihren wie es ihnen sicher manchmal erscheinen mag aussichtslosen Wirken, in diesen und kommenden schwierigen Zeiten) unsichbare Hilfe zu Teil werden wird.
(Manche werden eine andere Einstellung zum Thema "magisches Gebet" haben, aber ich kann Gott nicht mit Bitten entgegentreten, nur im Geiste von Liebe, Demut, Dankbarkeit und "Dein Wille geschehe!". Anders sieht es aus gegenüber meine "größeren Brüderen", wenn es um Dinge geht, die ich als Teil meiner Lebensaufgabe betrachte.)
- Es gibt viele Verschwörungstheorien die sich mit dem Thema auseinandersetzen: was spielt sich wirklich in politischer Hinsicht auf der Erde ab, heute und auch historisch gesehen?
Solange man sich nicht bewußt ist, welche Möglichkeiten sich aus dem Wissen und der Anwendung der universellen Naturgesetze, zum "Guten" wie zum "Bösen" ergeben, kann man nur an der Oberfläche des Problems kratzen.
Ob sich die im "Frabato" angegebenen Beispiele für das Wirken der sogenannten FOGC-Loge genau so abgespielt haben, oder diese Loge nie existiert hat, ist für die genannte Fragestellung zweitrangig.
- Ich hatte zwar im WWA gelesen, daß im Akasha alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige enthalten ist, ich betrachtete diese Aussage aber mehr so: wenn ich ein Stück komponiere, eine Erfindung mache usw. so ist das nicht "auf meinen Mist gewachsen", sondern je nach Reife bin ich in der Lage das gewünschte aus der entsprechenden Ebene zu ziehen.
Um so mehr man sich über den Vorgang der hinter kreativem Schaffen steht bewußt wird und ganz in dem Geiste wirkt, nur das zu veröffentlichen was man vor der Vorsehung rechtfertigen kann, um so erfolgreicher wird man in dieser Hinsicht.
Die Geschichte in der Frabato einem Theoretiker praktisch das Wirken des Schicksals vor Augen führt (am Pulverturm in Prag) verdeutlicht aber, daß oben genannte Aussage noch viel tiefer gehend ist, als es mir zu erst schien.
- Wenn man weiß welch schweres Schicksal Franz Bardon hatte, so ergibt sich die Frage warum sich Bardon als Meister der Hermetik nicht mit magischen Mitteln z.B. selbst geheilt hat.
Aus dem Umstand, welchen man dem "Frabato" entnehmen kann, wird dieser Umstand absolut nachvollziehbar und darüber hinaus z.B. auch verständlich warum Jesus sein Schicksal über sich ergehen lassen hat.
- Ich habe mich nach meinen Irr- und Umwegen auf dem Weg der Hermetik, meinen Begegnungen mit "Zauberern" welche berechtigte Warnungen in Bardons Büchern (zu ihrem und teilweise dem Schaden anderer) ignorierten, dem Wirken von selbsternannten Meistern der Magie (die aber meist nur blinde Blindenführer waren) und letztendlich nach dem ich damit konfrontiert wurde welchen Nutzen Schwarzmagier aus der Enthüllung der Mysterien ziehen, gefragt: warum hat Bardon seine Bücher geschrieben- "die Perlen vor die Säue geschüttet"?
Das Buch "Frabato" gibt darauf Antworten, die zu mindestens teilweise für mich befriedigend sind, wenn man dem Buch zu mindestens in dieser Hinsicht Glauben schenkt: Über Jahrtausende war es nur wenigen Auserwählten möglich den Weg zur Vollkommenheit zu beschreiten und viele ehrlich Suchende beklagten sich nun nach ihrem Tot, daß ihnen nicht die Möglichkeit gegeben wurde, auf Erden den Weg der Einweihung zu gehen...
Diese Beispiele sollen genügen um meine Ansicht zu untermauern, daß die Angaben im "Frabato" zwar nicht in jeder Hinsicht wörtlich zu nehmen sind, das Buch für einen Hermetiker aber sicher auch nicht völlig wertlos ist.
SIMON MAGUS



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