Ich gebe die gesamte Diskussion wider -Paladins Ausführungen sind hervorgehoben
>1)Hermetik ist kein Mittel, individuelle Schwächen der natürlichen Evolution zu überwinden.
>Individuelle Schwächen sind immerhin noch Teil der natürlichen Evolution, also normal?
Das ist selbstverständlich richtig. Die natürliche Evolution des individuellen Menschen und die zu ihr gehörenden Erfahrungen sind jedoch zugleich auch der Bereich, in dem diese sukzessive überwunden werden. Hermetik im Sinne einer die evolutiven Gesetze überschreitenden Anwendung außerordentlicher Kräfte gibt es nicht.
>Vielmehr ist sie ein ganzheitliches System für Individuen, die im normalen Dasein nichts mehr zu lernen haben. Das gilt für 99 % der „Hermetik“-Aspiranten nicht – mit allen Folgen aus dieser Tatsache.
>Wir reden hier aber immer noch von einem Menschen oder? Die Tatsache das WIR, die 99% Masse, so etwas wie die Hermetik überhaupt kennen, ist also die Folge der individuellen Schwächen der Hermetiker.... außerhalb der natürlichen Evolution – selbstverständlich:-)
Es gibt kein „Wir der 99%“ – in genau diesem Wir – Mißverständnis liegt der Fehler – von außen und statistisch gesehen ist tatsächlich die weitaus überwiegende Zahl von Aspiranten der Hermetik heute alles andere als „reif“ für diese – doch für den einzelnen suchenden Menschen gilt, daß er sich eben, wenn er auf entsprechendes veröffentlichtes Material stößt, mit diesem auf seine eigene Verantwortung und nach bestem Wissen und Gewissen auseinandersetzen muß. Die allgemeine – dazu als Zahl symbolisch zu nehmende Angabe – dient dann zweierlei: 1) einer Förderung der Skepsis gegenüber den eher religiösen Anwandlungen, die man unter Bardon-Anhängern zu ausgeprägt findet 2) einer Förderung der Vorsicht angesichts der bei genauerem Nachdenken doch titanischen Ansprüche und Last, die ein „Schüler der Hermetik“ auf sich nimmt. Hinzu kommt, daß in einem ganz erfahrungsbezogenen Sinne, gerade viele Menschen sich vom „Okkulten“ angezogen fühlen, die hierfür am Ungeeignetesten sind – vom Wissen wie von den Absichten und der Integrität der Persönlichkeit.
>2) Hermetik ist kein Mittel, dem Göttlichen zu dienen. Das Göttliche bedarf keiner Helfer und schon gar keiner Diener. Diese Auffassung ist durch hermetisch irreguläre theistische Positionen entstanden und diese entsprechen keinesfalls der Urinitiation.
>Vielmehr ist Hermetik der Kanon der Gesetze, die es ermöglichen, in gerechter und harmonischer Form dem Göttlichen freiwillig und in besonderer Weise ( d.h. über dem Stand der natürlichen Evolution stehend) so weit Ausdruck zu geben, wie es der relativen Welt entspricht, in der dies geschehen soll.
>Braucht aber nicht die Menschheit Helfer und Diener? Ist es nicht so das es zwangsläufig jene gibt, die durch den komplexen Prozess der natürlichen Evolution diese überwinden? Genauso gibt es jene die in diesem Prozeß der natürlichen Evolution nicht Schritt halten können und von der Gemeinschaft getragen werden. Wenn sich also die Gemeinschaft um jene kümmert die zurück bleiben, wäre es da nicht die Pflicht jener die vorausgeschritten sind sich um die etwas zurückbleibende Gemeinschaft zu kümmern aus der heraus sie entstanden sind, so wie sich die Gemeinschaft ihrerseits um die Nachzügler kümmert?
„Die Menschheit“ gibt es überhaupt nicht – hier handelt es sich um ein zwar äußerst virulentes, aber nichtsdestotrotz erfundenes Konstrukt. Hilfe benötigen immer nur konkrete Menschen, ob als Person oder Gruppe. Dabei stellt sich dann bezüglich der Hilfe auch immer die Frage der Angemessenheit – besonders für Hermetiker, die weitergehende Einsichten für sich in Anspruch nehmen. Genauso ist es immer fraglich, wann das „Zurückbleiben in der Evolution“ Hilfe verdient und wann nicht. Aggressiven und intoleranten Gruppen von Menschen auch noch aus welchen Gründen auch immer Hilfe zukommen zu lassen, während man andere still sterben läßt, ist wohl kaum als würdige Arbeit reifer Individuen einzuordnen – aber heute vielerorten UNO Politik. Generell muß gesagt werden, daß es Formen des selbstverschuldeten Zurückbleibens gibt, die nicht auch noch die aufwendige Zuwendung fortgeschrittener Menschen verdient, seien dies nun Hermetiker oder nicht. Noch dubioser wird es beim „Dienen“. Dieses Konzept ist nun nachgerade nichts als eine Herabsetzung des Helfenden, der als freiwillig und gutherzig Gebender im Sinne einer ominösen Auftragsinstanz „Gott“ oder „Menschheit“ degradiert wird zu einem fremdbestimmten und abhängigen Erfüllungsgehilfen. Das gesamte Denken in diesem Zusammenhang ist pure und fadenscheinige Ideologie – der ideengeschichtliche Ursprung gerade im Bereich des Monotheismus äußerst belastet. Es ist lächerlich, vom „Dienen“ aus Liebe zu sprechen: wenn man liebt, dient man dem anderen nicht, sondern man WIDMET sich ihm mit Gedanke, Wort und Tat, mit Überlegung, Herz und Hand. Die Metapher des Dienens entstammt einem niedrigen orientalischen Verständnis spiritueller und gesellschaftlicher Beziehungen, deren dreiste Anmaßung bei der Unreinheit der Quellen weniger verwundert als die unüberlegte devotionale Tendenz diese völlig obsoleten Einstellungen weiter wert zu schätzen.
>3) Hermetik ist kein Mittel für die Menschheit. Die Menschheit ist ein offenes Feld der Evolution, in welchem sich die Entwicklung von freien Individuen durch das Erzeugen und Durchleben eines Schicksalsmusters abspielt. Die Menschheit als Ganzheit ist nichts als ein zeitgebundenes und relatives Konstrukt – als numerisches Kollektiv hat sie qualitativ keine irreduzible Bedeutung.
>Eine pauschale Wertigkeit / Qualität der Menschheit als solche gibt es also nicht. Entscheidend für Dich, die Wertigkeit der Menschheit betreffend, ist also nur die Quantität und Qualität der aus diesem Kollektiv heraustretenden hermetischen Eliten?
>Vielmehr ist Hermetik der Weg, durch den ein wirklich hochstehendes Individuum aus seinen eigenen Kräften gerade die Grenzen der jeweiligen menschlichen Gesellschaft(en) überwinden kann, um sich Zielen und Idealen zu widmen, deren Erreichung jenseits des Vermögens üblicher Verfahren liegt.
>Verachtung für jene die ihre Chancen nicht nutzen?(unterstelle an diesem Punkt einfach mal, ist jedoch nicht böse gemeint) Wie hälst Du es mit jenen die keine Chance zur Entwicklung haben oder mit jenen die auf unser Mitgefühl angewiesen sind – den Tieren?
>
Ich gebe hier nur einen Hinweis, wie man den Begriff „Menschheit“ (nicht „Die Menschheit“) evtl. terminologisch noch retten kann – trotz der Belastungen durch einen „geschlossenen Gebrauch“. Und natürlich hat eine nicht existierende Entität keinen Wert ... Das andere ist ein Mißverständnis, bei dem logisch nicht zu verstehen ist, wie man darauf kommen kann. Ich wäre der Letzte, der behauptet, ein Mensch wäre nur als Hermetiker etwas wert. Vielmehr ist alles, was ich ausdrücken will genau umgekehrt: Menschlicher Wert entsteht durchaus unabhängig von Hermetik und Hermetik bedarf als Voraussetzung der Arbeit in ihr des autonomen menschlichen Wertes des jeweiligen Individuums. Noch unverständlicher bleibt die „unterstellende“ Bezugnahme auf Tiere: Also kurz gesagt: Achtung und Mitgefühl, Zuneigung und Hilfe, sind hier Stichworte adäquaten Verhaltens – ob nun Hermetiker oder nicht.
>4) Hermetik ist kein Mittel, religiösen Anschauungen zu stärkerer Geltung zu verhelfen oder gar Religionen zu gründen. Religionen sind häufig das erfahrungsgemäß meist verderbliche Nebenprodukt der Aktivitäten nicht völlig ausgereifter höherer Individualitäten – und je nach deren persönlichen Eigenarten steht es um das religiöse System dann besser oder schlechter. Manche Religionen haben auch einen völlig korrupten Ursprung und dienen nur der evolutiven Ertüchtigung ihrer Gegner. Der Islam ist das Paradebeispiel.
>Ja ja - So wie sie nach oben winseln, so treten sie nach unten. Aber wie schaut es mit den ethischen Grundsätzen jener aus die, so wie Du lieber Werner, eher an die Kraft der natürlichen Selektion als an einen Gott der Barmherzigkeit glauben. Wie war das mit den Indianern in Amerika? Hälst Du das niedermetzeln eines ganzen Volkes, diese evolutive Ertüchtigung, für bedauerlich, für notwendig oder für unausweichlich?
>Vielmehr ist Hermetik der Weg gegen jede Religiosität im Sinne des willkürlichen Akzeptierens von unkontrollierbaren Offenbarungen und darauf basierenden irrationalen Machtansprüchen – egal auf welcher Ebene und von welcher vermeintlich letzten Instanz ! „Hermetische Religion“ ( um diesen eigentlich widersprüchlichen Ausdruck doch zu bilden) besteht in der höchsten Freude am und Bewußtheit des ungeschaffenen „Sein allen Seins“, das sich in jeder Schöpfung selbst zum Ausdruck bringt.
>Wie schön
Ich bin nicht Werner – hatten wir schon – aber noch einmal – und darüber hinaus: Hier scheint ein Komplex vorzuliegen – ich sehe jetzt nicht meine Aufgabe darin, ihn zu analysieren, aber selbst sollte man es schon tun, wenn Werner/SNR und seine Radikalkritik nicht humorvoll genommen werden können, scheint sie mehr zu treffen, als es seinen Gegnern lieb sein kann.
An die Kraft der natürlichen Selektion – also jetzt wird es schwierig 1) die Unterstellung richtet sich an eine andere Person. Ich bestreite einmal auch für Werner, daß er daran glaubt – im Gegenteil. 2) ich lehne dieses Konzept allein schon aus wissenschaftlichen Gründen völlig ab – jetzt mal ganz böse gesagt: würde es wirken, gäbe es keine Nazis; Stalinisten und religiöse Fundamentalisten. Es ist doch auffallend, daß alle besonders verbrecherischen Traditionen der realen Geschichte von primitiven Menschen zu verantworten sind, daß es kein nachweisbares ethisch völlig korruptes Genie gibt, dessen schlechte Taten seine Leistungen weit überragen – daß aber genau das bei letztlich dummen und rohen Menschen im Alltag wie in der Geschichte andauernd vorkommt. Der vorgebliche Glaube an den „Gott der Barmherzigkeit“ hat übrigens bekanntermaßen realgeschichtlich vorher unbekannte Ausmaße der Intoleranz und Metzelei in Gang gesetzt – und auch eine Form des „spirituellen Rassismus“, der zur von mir besonders verabscheuten Behandlung der indianischen und anderer naturreligiöser Völker führte. Hierzu möchte ich noch bemerken, daß bezeichnenderweise bis heute in der Schulwissenschaft der ungemein wichtige Begriff des „spirituellen Rassismus“ in seiner umfassenden Bedeutung fehlt. Höchstens verstände man darunter bekannte rassistische Positionen mit „esoterischem“ Hintergrund, nicht jedoch das was hier gemeint war: Gerade die intolerante und expansive Verfechtung eigener religiöser Überzeugungen zur Heranbildung einer „spirituellen Rasse“, die alle anderen menschlichen Lebensweisen auslöschen oder zumindest ihrer Botmäßigkeit unterwerfen will.
>5) Hermetik bedarf nicht des Opfers und der Märtyrer – Opfer ist letztlich ein primitives und wenig heilsames religiöses Konzept, das völlig auf den bekannten Formen menschlichen Daseins entnommenen Vorstellungen beruht. Das Göttliche bedarf keines Opfers – es besteht unwandelbar jenseits aller positiven oder negativen menschlichen Taten – und oft kann überhaupt nicht entschieden werden, ob Opfer das eine oder das andere sind.
>Vielmehr bedarf der Mensch oft bestimmter bewußter Entscheidungen nach den Gesetzen der Hermetik, um in der Rangfolge seiner Ziele und Ideale den wirklich bedeutendsten unter diesen gerecht zu werden. Diese Entscheidungen ( auch zum Verzicht auf bestimmte Vorlieben etc) praktisch umgesetzt sind kein Opfer, sondern ein Mittel, die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal einzusetzen. Man kann sie auch, wenn man es unbedingt will, Askese nennen – aber sie beruhen auf Vernunft und nicht auf obskurer Liebedienerei gegenüber einer vermeintlich höheren Instanz.
>Gut
>Welche Qualitäten und Quantitäten halten das Rad des Lebens denn am Laufen? Jene die unsere Gesetze erfüllen, leisten sie keine Opfer?
>
Es mag sein, das Menschen, auch Hermetiker Opfer bringen – das bedeutet aber keine unumgängliche Gesetzmäßigkeit oder unfreiwillige Verpflichtung auf zu berechtigten Interessen nachteiligen Verhaltensweisen ! Die Hermetik als idealtypischer Kanon der universalen Theorie und Praxis hat insofern direkt selbst nicht mit dem Konzept des Opfers zu tun. Dieses ist nun sehr alt ... auch älter als die spezifische Form von „Demut“, die Menschen seit jüngeren Zeiten und aus faßbareren Quellen aufoktroyiert wird. Und dieses Konzept ist auch kosmologisch vielschichtiger – schließlich haben ganze Kulturen den Bestand der Welt von verschiedenen Ausgestaltungen der Opferidee abhängig gedacht. Hermetik jedoch hat nach ihrer UrSynthese hiermit nichts zu tun. Ob Hermetiker aus anderen Gründen, den „Weg des Opfers“ gehen ist ihre Sache und liegt in der Freiheit des verantwortungsvollen und reifen Menschen.
>6) Hermetik bedarf nicht der Demut, denn diese ist eine negative und unfruchtbare Haltung. Da der Hermetiker das Göttliche nicht zu einer Person degradiert, ist die aus sozialen Umständen geborene Forderung nach Demut per se unsinnig – „Demut wie Hochmut waren Fehler – so wird das Unnennbare seinen Namen nicht nennen“. Zumeist kann noch nicht einmal bei den sogenannten Devotionalen von echter Demut als vollständiger Anerkenntnis des eigenen Ungenügens die Rede sein – denn eine solche wertbezogene Feststellung macht nur als Vergleich zwischen Menschen Sinn – und gerade hier wurde die willkürliche und völlig abstrakte Lehre von der „Gleichheit aller Menschen“ in die theistischen Religionen eingeführt – die aber im Konkreten dann stets verletzt wurde und wird.
>Natürlich, wohl wahr.
>Wie sieht es aber mit der, auf unserer mentalen Evolution gereiften Forderung nach Demut aus? da forderst Du sie doch ein oder
Ich würde nie Demut fordern – sondern nur Bescheidenheit, Zuhören, Überlegung, Einsicht, Verantwortlickeit und Mut zur Veränderung. Die Forderung kann manchmal sehr autoritär aussehen, aber das liegt nur am Ton. Strukturell ist die Aufforderung, sich rational zu verhalten, emanzipatorisch – und eher davor fürchten sich viele Leute in den dunklen Winkeln des „Esoterischen“ und „Spirituellen“. In der mentalen Evolution wird keine Demut gefordert ... sondern ganz andere Qualitäten wie das Primat kreativer und konstruktiver Absichten, die Überwindung von Skepsis auf jeder Ebene durch Reflektion, die Verfeinerung der Welterfassung durch das Durchlaufen aller zugänglichen Aspekte einer Sache etc.
>
>Vielmehr lehrt die Hermetik die höchste Achtung vor und die Liebe zu allen Gestaltungen des Seins im Kosmos und dies gerade um so prägnanter, je höher die jeweilige Individualität steht. Denn genau dies macht den Sinn der Hierarchie aus: Je höher das Wertbewußtsein in Theorie und Praxis, um so höher steht der einzelne Mensch. Zur höchsten Achtung des Seins gehört aber die unbedingt die Macht, dieser letztendlich die vollkommene Geltung zu verschaffen.
>Der Achtung des Seins vollkommene Geltung verschaffen? Wie genau soll das aussehen?
>
Indem man Gedanken, Worte und Taten so vollzieht, daß sie nicht mentale, seelische und physische Existenzbedingungen verletzen und vielmehr diese zerbrechliche Welt der Bedingungen nutzt, um unzerstörbaren Idealen dadurch fortschreitend differenzierter Ausdruck zu geben, daß man sie zivilisatorisch realisiert.
>7) Hermetik bedarf nicht der Erlösung. Jede Individualität trägt nach den Urgesetzen selbst die Verantwortung für ihr Schicksal. Es gibt kein Gesetz, das zu Hilfe verpflichtet und schon gar nicht zur radikalsten Hilfe überhaupt: der Erlösung. Wer anderen beisteht, tut dies freiwillig und mit vollem Risiko, wenn er es blind tut, denn Beistand ist nicht von selbst besser als das Bekämpfen. Der Wert beider Ausrichtungen richtet sich stets nach dem Wert der in Frage stehenden Personen und Umstände – und viel zu oft sind Menschen nicht willens oder in der Lage, diese ethisch gerecht zu beurteilen. Die Hermetik weiß, daß Unterstützung von Menschen oft teuer bezahlt werden muß – auch wenn die handelnde Person diese Gesetze nicht bewußt kennt. Aber sie hat es selbst zu verantworten, daß sie ohne Reflektion einem dazu oft fremdbestimmten Hang zur ungerechtfertigten Caritas nachgeht.
>Vielmehr geht es dem Hermetiker um die Ungebundenheit als autonomes und verantwortliches kosmisches Individuum. Die Gesetze der Entwicklung nutzt er bewußt, um dieses formale Ziel zu erreichen. Formal ist dieses Ziel, weil es allgemein für alle echten Hermetiker gültig ist, unabhängig von den jeweiligen eigenen und spezifischen inhaltlichen Zielsetzungen. Diese dürfen nie diese basale Maxime verletzen.
>Lese ich da zwischen den Zeilen ein bisschen Sozialdarwinismus? Ohne Dich jetzt mit politischer Korrektheit zu langweilen ... eine undankbare Frage:
>Afrika – Krieg, Überbevölkerung, Raubbau, Dürre - eine große Hungersnot – Du hast entweder sehr viel Geld oder die politische Macht über sehr viel Geld – die Afrikaner wollen (und können) von Deinen Lebensweisheiten bekanntlich nichts wissen – sie wollen nur Nahrung .... für sich und ihre vielen Kinder – von Dir
>Was tust Du? Und Warum
Einem Okkultisten muß klar sein, daß das von mir oben genannte Gesetz immer gilt – und zwar auch im Hinblick auf mangelndes Mitgefühl, wo dieses angebracht wäre. Aber Mitgefühl ist nicht immer angebracht – besonders dort nicht, wo der Mitleidsbedürftige selbst gezeigt hat, daß er selbst in besseren Lagen dieses mißachtet. Hinzu kommt, daß Hilfe immer freiwillig ist – und jemand der einem anderen nichts schuldet, muß ihm buchstäblich nichts geben, wenn er nicht will. Zwar zeichnet das „Buch des Schicksals“ auch dieses Verhalten auf – aber es bleibt z.B. dort ohne jede Folge, wo ein Individuum es schicksalsmäßig versteht, so „tüchtig“ zu sein, daß er nie in die Lage eines Schwachen kommt – nicht zuletzt auch deshalb, weil er nie etwas nimmt, was ihm nicht zusteht. Die Angabe dieses Gesetzes beinhaltet kein Werturteil über Hilfe per se – nur eine falsche humanitaristische Hysterie fühlt sich hier getroffen. Die allerdings hat aus eigenen Gründen gerade in unserer Gesellschaft schon fast epidemischen Charakter. Die Assoziation mit dem Sozialdarwinismus ist aus zweierlei Gründen ziemlich platt: 1) Ich habe aus einer okkulten Perspektive gesprochen, bei der vorausgesetzt wurde, daß der zur Hilfe aufgeforderte „beurteilen“ kann, wie die schicksalsmäßigen Zusammenhägne angelegt sind. Oft ist auch im normalen Leben Vergleichbares zu finden: Leute, von denen man die Kenntnis hat, wie wenig freundlich sie anderen Wesen gegenüberstehen, wollen Hilfe und die nicht zu knapp. Schon hier haben wir es mit einer völlig anderen Situation zu tun, als bei einem selbst hilfsbereiten und entgegenkommenden Menschen, der in Not gerät. Aber auch hier ist es freiwillig, wenn ein diesem Menschen nichts Schuldender ihm hilft – so hartherzig das unter Umständen sein mag. Nur ein perfider und anderen Zwecken dienender religiöser Ansatz, den wir alle in seiner christlichen Gestalt kennen, würde hier von „Hilfe ohne Ansehen der Person“ faseln – nun der Zweck dahinter ist, die autonome menschliche Unterscheidung im Sinne der Gerechtigkeit aufzuheben um einer fremdbestimmenden ungreifbaren Instanz namens „unerforschliche Gnade des Herrn“ Platz und Herrschaft zu verschaffen – und die „Stellvertreter“ dieser unbegründbaren Macht halten dann die tatsächliche Herrschaft – zumindest die moralische -in Händen – egal ob sie es bewußt so planen oder aus *) ihrer spirituellen Regungen dahin kommen lassen. 2) Sozialdarwinismus will die „Schlechten“ aus der Gesellschaft ausmerzen – zumeist sind die Qualitätsbegriffe solcher Ansätze selbst jedem wirklichen Elitarismus diametral entgegengesetzt. Wo wurde der Schluß ermöglicht – Hermetik in der dargelegten Form beabsichtige dies ? Hermetik in dem oben definierten Sinne befaßt sich lediglich mit Grundbedingungen aller Abläufe in der Natur und der im hermetischen Sinne zu ihr gehörenden Gesellschaft (ohne daß man der Hermetik einen fehlgeleiteten „Naturalismus“ unterstellen sollte – aber die Begründung hierfür führt jetzt zu weit – man muß nur wissen, daß der Vorwurf von der akademischen Wissenschaft unweigerlich käme – und aus deren Blickwinkel auch berechtigt ist, solange Hermetik nicht ihre Auffassung klarlegt. Hat sie aber noch nie getan – höchstens in Symbolen) Was die einzelnen Menschen – und auch die, die tatsächlich darum wissen, daraus machen, bleibt ihrer Verantwortung überlassen. Auch ist es angesichts des „chronischen Blicks von unten“, also der den unteren Schichten von Gesellschaften einseitig entgegenkommenden Moralen der meisten realexistierenden Religionen interessant zu sehen, wie perfide der jeweilige Klerus dieser „Systeme“ selbst im Hinblick auf diese nicht universell durchdachten eigenen Ideale agiert – und wie schier nichts durch diese seit nunmehr Jahrtausenden wütenden Kretins der Religion wirklich geändert wurde. Hinzu kommt, daß alle wirklichen humanisierenden Fortschritte, die auf „Inseln in Zeit und Raum“ auf unserem Planeten erreicht wurden, meist und im Westen vollständig gegen die Interessen und die Machenschaften der Religionen durchgesetzt werden mußten.
Nun noch eine „konkrete“ Antwort auf das „Afrika Problem“: Ich helfe Afrika – und im Gegenzug erlauben mir die Menschen dort, Geburtenmanagement und Kontrolle der zur Verfügung gestellten Ressourcen, damit diese nicht zweckentfremdet genutzt werden. Das ist leicht gesagt, wäre aber real aufgrund des Widerstandes allein der korruptionsinteressiereten Gruppen vor Ort wie weltweit ein gewaltiges Unterfangen – das sich zur Konfrontation mit unglaublich komplexen Schicksalsmustern hochschaukeln könnte, die nicht zu handeln sind, will man nicht die Selbstbestimmung des Menschen ad acta legen im Sinne folgender These: „Du bist kein freies Wesen mehr, aber Dir ist in Deiner Not geholfen“. Hier liegt tatsächlich ein Knotenpunkt hermetischer Problematik: die Selbstbestimmung zum Guten wie zum Schlechten wollte diese Tradition nie ur Disposition stellen – und die ontologischen Gründe hierfür sind sehr stark.
Interessanterweise ist es aber unabhängig von der Hermetik oft so, daß Okkultisten anderer und weniger umfassender Traditionen, die sich unter den härtesten Bedingungen zu ihren Kräften „empor“gerungen haben, gegen ihre eigenen Gesellschaften und die Schwächeren in ihnen außerordentlich erbarmungslos ja sogar völlig illegitim operieren. Wo gerade von Afrika gesprochen wird – auch gerade hier könnte man so manches Beispiel finden – aber auch andernorts. Interessanterweise ist gerade die Hermetik in dieser Hinsicht am wenigsten belastet – gerade aufgrund ihres bisher nicht aufgegebnen Elitarismus ist sie auch nicht in die Hände „okkulter Piraten der reinen Selbstertüchtigung“ geraten !
>
>8) Hermetik bedarf nicht des Leidens als Agens der Entwicklung. Im eigentlichen Sinne zeigt das in die hermetische Entwicklung hineingenommene Leiden eines Menschen nur an, daß er den Bereich der natürlichen Evolution nicht adäquat bewältigt hat – so vielfältig und völlig unvergleichbar die Gründe hierfür auch sein mögen. Auch die sog. „karmischen Schläge“ gerade bei okkult Beflissenen weisen in diese Richtung – der hermetische Schüler im eigentlichen und ursprünglichen Sinne kennt derartige Begleiterscheinungen nicht – im Gegenteil: er bemerkt, wie er sich von allem Anfang seiner Entwicklung an allen Anfechtungen aktiv wie passiv leicht entziehen kann. Rückschläge vermag er gesetzmäßig und rational sofort auf konkretes eigens Fehlverhalten zurückzuführen. Dies gilt umso stärker für fortgeschrittene Hermetiker und erst recht für Meister. Das Leiden von Meistern ist ein Alarmsignal – was keine Herabwürdigung per se beeinhaltet. Nur hat man es dort mit Schicksalen zu tun, die im ursprünglichen und universalen hermetischen Sinne irregulären Charakter haben. Entweder ist dies Ausdruck des „Prometheus – Problems“ ( kurz erklärt: der Folge aus einer nicht autorisierten Verwendung hermetischen Wissens, das anderen gehört oder aus sich heraus falsch eingesetzt wurde) oder der Adept/Meister übersprang das „Prinzip der Neutralität“ und versuchte aus freier Entscheidung Menschen zu helfen, die es nach den reinen Urgesetzen des Kosmos nicht verdienen. ( das „Christus – Problem“) Um dies überhaupt umsetzen zu können, muß er sich dann mit elenden Begleitumständen auf allen drei Ebenen auseinandersetzen, die seiner Stufe an sich nicht entsprechen.
>Vielmehr sind alle dem universalen Göttlichen vollständig entsprechenden Werke von Meistern völlig frei von allen Schwierigkeiten. Die negativen Mächte sind keinesfalls in der Lage, irgend ein Negativum in der Umsetzung dieser zu bewirken – und es ist auch gar nicht ihre gesetzmäßige „Aufgabe“. Schwierigkeiten entstehen bei sog. „Missionen für die Menschheit“, also letztlich bei nicht dem Prinzip der Gerechtigkeit vollständig genügenden okkulten Aktivitäten zu Gunsten des selbstverschuldet ( wie sonst) belasteten menschlichen Kollektivs.
>Alle diese Angaben der Gesetze sind keine Herabwürdigung – sondern lediglich eine notwendige Richtigstellung aus authentischer hermetischer Sicht gegenüber Tendenzen im Gefolge der irregulären Popularisierungen von „Esoterik“ seit ca. 130 Jahren. Es ist zu beachten, daß diese einfachen Ausführungen keineswegs die vollständige Form im Inneren Sinne der Hermetik darstellen.
>Copyright: „Poimandros“
>Ich bin wirklich sehr erstaunt darüber das Du hier einen derart konstruktiven und charakterisierenden Beitrag eingestellt hast. Das passt irgendwie nicht zu Deinem sonst so viel zitierten Perlen vor die Säue Problem. Wie schön diesen Beitrag zu lesen. Es war mir eine Freude. Vielleicht besteht ja in absehbarer Zeit noch die Chance einen Buchtip “dem universalen Göttlichen vollständig entsprechenden Werke von Meistern“ von Dir zu bekommen, Wer weiß?
Vielleicht überlege ich mir wirklich mal, was man guten Gewissens zum Lesen empfehlen kann – ansonsten sprichst Du unter falschen Vorstellungen von der Person, zu der Du sprichst.
Liebe Grüße
>Paladin
Viele Grüße an Dich
Poimandros
____________________
*) Gelöscht - der Moderator



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