In der westlichen Eso-Welt hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte ein unglaublicher Chakren-Mythos entwickelt, der ueberwiegend aus Illusionen entstanden ist, wobei der Phantasie freien Lauf gelassen wurde. Die wenigsten Menschen hatten einen Lehrer, der ihnen zeigte, was es mit der Chakren-Kultur tatsaechlich auf sich hat. Haeufig wurden Stimmen laut, die bemaengelten, dass sich die Anordnungen der Chakren in verschiedenen Darstellungen widersprechen wuerden. Aber auch diese Annahme ist nur ein Resultat von Unwissenheit.


Tatsache ist, dass jede esoterische Schule in Ost und West ihr „eigenes Chakra-System“ besitzt, womit die Menschen innerhalb der Schule theoretisch und praktisch arbeiten. Einige westliche Schulen haben hierfuer Teile aus oestlichen Systemen uebernommen oder gar eigene entwickelt. Ich selbst kenne Leute, die ganz ihr eigenes System entwickelt haben, was fuer den Einzelpraktizierenden sicher am besten ist. Warum das so ist, will ich gleich noch etwas naeher erklaeren.


Wenn man sich einmal das hinduistische, buddhistische und kabbalistische System betrachtet, so erkennt man sofort die gravierenden Unterschiede, die in den Systemen vorherrschen. Dennoch erfuellt jedes System seinen Zweck. Wie ist das moeglich, wo doch im hinduistischen System die Luft dem Herz-Chakra zugeordnet wird, im buddhistischen und kabbalistischen System jedoch dem Wurzel-Chakra?


Auf gleiche Art wird im hinduistischen System das Feuer dem Nabel-Zentrum zugeordnet, im buddhistischen System der Kehle und im kabbalistischen System dem Kopf. Diese Beispiele lassen sich auf saemtliche Anordnungen der Elemente uebertragen. Aber auch die Sinne, Planeten, Farben, Symbole Zahlen, Klaenge und menschlichen Charakter-Zuege haben eine voellig unterschiedliche Anordnung.


Wie schon gesagt, erfuellt dennoch jedes System seinen Zweck. Das eine ist nicht besser oder schlechter als das andere!


Zuerst einmal muß man verstehen, dass jede esoterische Schule mit Chakren arbeitet. Chakren sind feinstoffliche Energie-Zentren, die im Astral-Koerper des Menschen existieren. Sie dienen im niederen Sinne dazu, kosmische Kraefte in fuer Menschen brauchbare Lebensenergie umzuwandeln, was bedeutet, dass sie ihm jene Kraefte zufuehren, die er fuer seine Taetigkeiten benoetigt. Im hoeheren Sinne bilden sie Stationen zur Umwandlung von Sexual- in Geistes-Kraft, damit der Mensch auf ihnen wie auf einer Leiter von der Wurzel zum Scheitel emporsteigen kann, um sich hier mit dem Geiste zu vereinigen.


Um dieses zu erreichen, ist das Wissen um die Symbolik der Chakren voellig unnoetig. Um z.B. die Sexual-Kraft in die Ebene des Geistes zu transformieren, gibt es genau zehn Stationen, die man zuruecklegen muß. Diese sind das Sexual-Zentrum (Geschlechtsteile), Wurzel-Zentrum (Damm), Steißbein-Zentrum (Eingang zur Wirbelsaeule), Kreuzbein-Zentrum (inmitten der Wirbelsaeule), Nabel-Zentrum (inmitten der Wirbelsaeule), Herz-Zentrum (inmitten der Wirbelsaeule), Kehl-Zentrum (inmitten der Wirbelsaeule), Kleinhirn-Zentrum (das gesamte Kleinhirn), Großhirn-Zentrum (beide Gehirnhaelften gleichzeitig) und Scheitel-Zentrum (Bereich der Fontanelle). Dieser Weg ist der einzige Weg, um sich erfolgreich im Scheitel mit dem kosmischen Geist zu vereinigen!


Im spaeteren Verlauf wird die im Scheitel empfangende Energie im Mund gesammelt und ueber die Luftroehre in beide Lungenfluegel geleitet. Von hier aus geht die Konzentration weiter zur Leber. Esoterisch wird die Leber als Sammelstelle aller seelischen Kraefte angesehen. Der Grund liegt darin, dass sich waehrend des Schlafens die gesamten Energien des Blutes in die Leber zurueckziehen. Im Nei Jing (der Bibel der chinesischen TCM) heißt es: „Waehrend des Schlafes zieht sich das Blut in die Leber zurueck.“ Das ist auch der Grund, warum der Koerper waehrend des Einschlafens stark abkuehlt und sich der Mensch zudecken muß.


Die Konzentration auf die Leber schließlich sammelt nicht nur die seelischen Energien des Blutes, sondern verbindet diese vollkommen mit dem Nektar des Geistes, der im Scheitel empfangen wurde. Diese Essenz wird schließlich in das Solar-Zentrum eingefuehrt, das sich hinter dem Magen, dicht vor der Wirbelsaeule, befindet.


Mit dieser Methode erst wird die Grundlage geschaffen, dass es zu einer echten Entkoerperung kommen kann, die anders gar nicht moeglich ist. Aus dem Nabel loest sich der „muetterliche Lebenskeim“ und steigt nach oben, waehrend sich aus dem Scheitel der „vaeterliche Lebenskeim“ loest und nach unten steigt. Beide treffen sich im Solar-Zentrum. Unter Einsatz der Willenskraft, in Parallele mit bewußtem Atemstillstand, kommt es schließlich zur besagten Entkoerperung:


Die irdischen feinstofflichen Substanzen des Koerpers sinken in die waesserigen, die waesserigen verdunsten im elementaren Feuer und das Feuer verlaeßt mit dem Wind den stofflichen Koerper. Dies geschieht ueber die sogenannte Akasha-Bruecke, einer inneren Leitbahn, die Herz- und Scheitel-Zentrum miteinander verbindet.


Der Geist dreht sich rechtslaeufig an jener Stelle aus dem Kopf, wo sich nach hinten gelegen der große Haarwirbel befindet. Dass sich der Haarwirbel bei jedem Menschen zeigt, deutet darauf hin, dass jedem Menschen (unbewußt) die Prozesse der Entkoerperung bekannt sind, denn er erlebt sie jede Nacht beim Einschlafen. Die Haeufigkeiten der Entkoerperungen sorgen schließlich fuer die Anordnung des Wirbels.


Wenn sich z.B. bei Menschen genau an dieser Stelle eine Glatze bildet, so ist das ein Zeugnis davon, dass sie den Kontakt mit dem Geiste mehr und mehr verlieren oder schon verloren haben – in den meisten Faellen ein Resultat der Selbst- oder Triebbefriedigung, die den Hormonvorrat im Kopf erschoepft, bis saemtliche Sinne ihre Taetigkeiten verloren haben. Da ich mich frueher selbst haeufig aus Unwissenheit befriedigt habe, neigte ich ebenfalls zu einer Glatzenbildung. Durch den Prozeß der Transformation jedoch habe ich wieder volles Haar.


Vielleicht kommen jetzt einige Menschen auf die Idee, eine Leberkonzentration vorzunehmen, weil sie gelesen haben, dass sich hier die seelischen Energien sammeln?! Dem ist stark abzuraten, weil dadurch großer Schaden entstehen koennte! Auch ist eine Konzentration auf das Solar-Zentrum, in der Hoffnung, den „negativen Zustand“ zu erreichen, nicht sinnvoll, denn bei den meisten Menschen ist dieses Zentrum komplett ueberreizt. Erst wenn der Organismus vollkommen entgiftet ist und die Nahrung ausgewogen und ohne jeglichen Ueberfluß zugefuehrt wird, kommt langsam eine Art Gleichgewicht sowohl in der Leber als auch im Solar-Zentrum zustande, die direkt miteinander verbunden sind.


Ich habe bisher nur ein paar Andeutungen gemacht, doch ist schnell daraus zu ersehen, dass die Verwirklichung des spirituellen Weges auch ohne jede Chakra-Symbolik auskommt. Eine andere Art von Verwirklichung, um zur Erkenntnis des Selbst zu gelangen, gibt es nicht! Wer das behauptet, redet Worte der Unwissenheit oder der Ignoranz, weil er es nicht schafft, seine Triebe unter Kontrolle zu bringen. Ohne Veredlung der Prima-Materie ist jede Art von Selbsterkenntnis zum Scheitern verurteilt. Schließlich gibt es nur zwei Dinge zu erkennen -: was es mit dem Mythos Tod tatsaechlich auf sich hat und dass wir Wesen der Ewigkeit sind!


An dieser Stelle kommt das sogenannte „kindliche Wirken“ der Okkultisten ins Spiel. Sie schaffen ein System, dem sie eine bestimmte Symbolik zuordnen, mit der sie ihre Zeit auf Erden vertreiben. Die erste Basis des Systems ist der sogenannte Chakra-Baum. Dieser Baum ist zu Beginn noch ganz nackt ohne jeden Makel.


Angenommen, ich entscheide mich fuer ein Siebener-System. Die Chakren in diesem System ordne ich Wurzel, Kreuzbein, Nabel, Herz, Kehle, Kopf und Scheitel zu. Wie schon gesagt sind sie voellig nackt und ohne jede Symbolik! Daoisten z.B. arbeiten mit einem Achter- und Neuner-System, Mahayana-Buddhisten mit einem Fuenfer- und Siebener-System, Kabbalisten mit einem Zehner-System usw.


Jetzt kommt es darauf an, was ich in meinem Leben esoterisch oder magisch bewirken moechte, d.h. mit welcher Praxis ich mich beschaeftigen moechte, um mein Leben, meinen Aufenthalt auf der Erde, sinnvoll zu gestalten. Der „Prozeß der Selbsterkenntnis“ hat, wie schon angedeutet, mit alledem nichts zu tun. Die kosmisch-koerperlichen Energien koennen auch ohne jede Symbolik verarbeitet werden. Doch wenn ich mich magisch entwickeln moechte, ist es von Vorteil, auf eine bestimmte Sysmbolik zuzugreifen, um diese im vorerst „nackten Chakra-Baum“ zu installieren, damit sie mir bestaendig zugaengig ist.


Ich kann mich z.B. mit den elementaren Kraeften des Universums beschaeftigen und versuchen, dass sie bewußt Teil meines Wesens werden. Laut Erkenntnis der Alten gibt es fuenf Elemente im Universum, die sich gegenseitig durchdringen und befruchten. Diese sind die Erde, das Wasser, das Feuer, die Luft und der Aether, wobei der Aether eigentlich kein Element darstellt, sondern eine Quelle ist, aus der alle anderen Elemente ins Dasein treten und wohin sie wieder zurueckkehren. Darum wird der Aether als goettlicher Urgrund bezeichnet.


Diese Elemente ordne ich jetzt dem Chakra-Baum zu. Wie wir sie dort unterbringen, ist von sekundaerer Natur. Die indische Chakren-Lehre erscheint mir hier am sinnvollsten, denn hier sind die Elemente anhand ihres Dichtigkeitsgrades uebereinandergestellt, d.h. anhand jenes Grades, wie sie sich, angefangen beim Erd-Element, nacheinander aufloesen, um schließlich im goettlichen Aether aufzugehen.



So koennen wir z.B. dem Wurzel-Zentrum das Element Erde zuordnen, dem Lenden-Zentrum das Element Wasser, dem Nabel-Zentrum das Element Feuer, dem Herz-Zentrum das Element Luft und dem Kehl-Zentrum das Element Aether. Um den Chakren-Baum zu vervollstaendigen ordnen wir noch das Kopf-Zentrum dem Geiste (dem Selbstsinn) zu und das Scheitel-Zentrum dem kosmischen Geiste.


Hier muß nochmal eindringlich erwaehnt werden, dass die einzelnen Elemente keinerlei Beziehung zu den Chakren selbst haben, sondern lediglich Zuordnungen zum sonst „leeren Baum“ darstellen, der dadurch schließlich zum Eigenleben erwacht. Die Zuordnungen der Elemente sind nur sinnvoll, wenn wir bereit sind, mit ihnen praktisch zu arbeiten, bis wir auf diesem Gebiet eine Art Vollkommenheit erlangt haben - eine Meisterschaft in der Beherrschung der elementaren Kraefte.


Wir koennen z.B. daran gehen, die vier Grundgefuehle (heiß, kalt, leicht und schwer) zu entwickeln. Wir koennen die Elemente dergestalt in uns verdichten, bis wir das Gefuehl haben, selbst zu ihnen geworden zu sein. Wir koennen die Elemente einzeln, in Kombination oder zusammen in uns verdichten – es gibt viele Moeglichkeiten.


Sobald wir im Scheitel den Nektar des Geistes empfangen, kann die Arbeit mit den Elementen losgehen. Der Nektar ist notwendig, damit die Bilde-kraefte aktiviert werden koennen. Er bildet quasi den Baustoff fuer jede schoepferische Kreation. Ohne diesen Baustoff ist jedes geistige Bauwerk zum Scheitern verurteilt! Es hat keinen Sinn, seine Vorstellungskraft einfach in den leeren Raum zu projezieren. Dabei koennen keinerlei bleibende Resultate erzielt werden.


Unter Einbeziehung der Geistes-Kraft jedoch treten bei der Verdichtung der Elemente wahre Wunder in Erscheinung, die eine derartige Kraft offenbaren, dass es dem Praktizierenden mitunter schwer faellt, sich davon zu loesen und seinen Weg weiterzugehen.


Der jeweilige Dichtigkeitsgrad ist eigentlich nichts anderes als eine bestimmte feinstoffliche Schwingungsstufe. Je mehr wir z.B. das Element der Erde in uns verdichten, um so mehr passen wir uns der Grundschwingung der Erde an, bis wir eines Tages vollkommen mit ihr uebereinstimmen, was jedoch Jahre der praktischen Uebung bedarf.


Im Augenblick der Anpassung findet in uns eine Art chemische Reaktion statt – uns wird irgendwie deutlich, dass wir uns in einer anderen Dimension befinden. Es dauert eine ganze Zeit, bis wir uns auf dieser Ebene tatsaechlich zurechtfinden: Dinge und Wesen tauchen ploetzlich auf usw., die von ganz realer, greifbarer Natur sind.


Das Solar-Zentrum schließlich ist der Ort, an dem die Verdichtung zusam-mengezogen wird, waehrend wir ueber den Scheitel entkoerpern. Haben wir z.B. das Erd-Element in uns verdichtet, befinden wir uns schlagartig in den Sphaeren des Erdelementes. Allein die Praxis der Erd-Vedichtung ist nur von Menschen moeglich, die ueber wahren Glauben und starke Willlenskraft verfuegen. Innerhalb dieser Uebung koennte man tatsaechlich behaupten, lebendig begraben zu werden!


Welchen Extremen sind wir erst ausgesetzt, wenn wir uns mit der Natur des Wassers oder gar des Feuers beschaeftigen. Die Feuer-Verwirklichung ist nur jenen Menschen moeglich, die ihren gesamten Koerper fuer diesen Prozeß sorgfaeltig praepariert haben, da sie sonst tatsaechlich von innen nach außen verbrennen wuerden. Es gibt Menschen, die diesen Vorgang ausloesen, wenn die Stunde des irdischen Abscheidens naht. Sie hinterlassen keine Spuren und sind doch nicht gestorben.


Die hinduistische Anordnung der Elemente hat einen einfachen Grund. Beim Prozeß der Transformation naemlich nehmen wir geistig Kontakt zu den Elementen auf, die wir ja im Chakren-Baum angelegt haben. Beim Aufstieg zum Scheitel durchlaufen wir also den Prozeß der Aufloesung, wie er sich bei der Entkoerperung offenbart. Das eine Element geht in das andere ueber und alle zusammen enden schließlich im Geiste, dessen Wirkungsfeld wir in unserem Kopf angelegt haben. Auf diese Weise wird uns deutlich, was es z.B. mit dem „Tode“ auf sich hat.


Hier sei noch mal erwaehnt, dass die zugeordneten Elemente innerhalb der Chakren keine wirkliche Beziehung zu den Chakren selbst haben wie von Unwissenden oft angenommen wird, sondern eine einfache Symbolik darstellen, die den Chakra-Baum dergestalt praepariert, dass uns Mittel zum spirituellen Wirken zur Verfuegung stehen, die wir uns persoenlich aussuchen und aneignen. Damit sie Teil unseres Wesens werden und wir nach Belieben auf sich zugreifen koennen, ordnen wir sie den Chakren zu. Innerhalb der Chakren bekommen sie eine echte energetische Praesenz, die ausgeloest wird durch den Prozeß der Transformation.


Jetzt hat der Chakren-Baum seine „Unschuld“ verloren und ist zu eine Art Eigenleben erwacht. Wir haben die Elemente in ihn installiert und begonnen, mit ihnen praktisch zu arbeiten. Die eben erwaehnte Gefuehlsverdichtung stellt nur eine von unzaehligen Methoden dar, wie mit den Elementen gearbeitet werden kann. Auf naehere Erklaerungen moechte ich aber nicht eingehen, da hier der Raum dazu fehlt. Es soll ja auch nur gezeigt werden, was es mit den unterschiedlichen Ansichten der einzelnen Chakra-Baeume auf sich hat und dass sich diese in keiner Weise widersprechen, sondern jeder Baum ein System fuer sich darstellt.


Wer sich allein auf die Elemente einlaeßt, besitzt Material, mit dem er bis zu seinem irdischen Ableben eindrucksvoll arbeiten kann. Der indische Chakra-Baum (Ashvattaman) z.B. weist eine Fuelle von Zuordnungen auf, die ein Mensch niemals in die Praxis umsetzen kann, denn dazu ist sein Leben einfach zu kurz. Fuer das Aneignen der Fuelle besteht auch gar keine Notwendigkeit. Die Symbolik wird nur soweit aufgenommen, wie wir unkompliziert mit ihr arbeiten koennen, d.h. wie wir sie verwirklichen koennen, bis wir darin Meisterschaft erlangt haben.


Dabei ist es notwendig, dass wir nicht zwei Dinge in Parallele praktizieren, sondern uns ganz „einer einzigen Praxis“ hingeben, bis wir diese zum Abschluß gebracht haben. Ein altes bekanntes Sprichwort sagt: „Wer zwei Hasen jagen moechte, faengt keinen einzigen!“


Wenn z.B. im hinduistischen Chakra-Baum der Geruch mit dem Wurzel-Zentrum assoziiert wird, der Geschmack mit dem Sexual-Zentrum, das Sehen mit dem Nabel-Zentrum usw., so sind auch diese Zuordnungen keinesfalls woertlich zu nehmen wie oft geglaubt wird.


Wie koennte das Riechen z.B. mit dem Wurzel-Zentrum in Verbindung stehen? Oder: Riechen die Mahayana-Buddhisten etwa mit der Kehle? Denn bei ihnen ist nicht nur der Geruch, sondern auch das Feuer-Element (amitabha) der Kehle zugeordnet usw.


Im kabbalistischen Lebensbaum werden die vier Grund-Elemente gar vollstaendig dem Wurzel-Zentrum zugeordnet, wo heraus sie schließlich eine Art von Eigendynamik entwickeln, d.h. wenn sie fuer bestimmte kabbalistische Anwendungen herausgeloest werden, um z.B. das Feuer im Kopf, die Luft in der Brust, das Wasser im Bauch oder die Erde in den Beinen und Fuessen zu plazieren usw.


Wir koennen also immer wieder sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Baeume zur Anwendung kommen. Wenn wir daran gehen, die Sinnesfunktionen in den Baum zu integrieren, so hat diese Vorgehensweise nur eine Bedeutung, wenn wir praktisch mit ihnen arbeiten, d.h. wenn wir Sehen, Hoeren, Fuehlen, Riechen und Schmecken zur vollen Entfaltung bringen, was z.B. ja mit dem Gefuehl schon geschehen ist. Wie die Sinnesfunktionen in den Baum integriert werden, ist jedem Menschen selbst ueberlassen – das wesentliche ist, dass er mit ihnen arbeitet.


Jeder Sadhaka (Praktizierende), der in den Prozeß der Transformation eingeweiht wurde, besitzt einen „eigenen Baum“, den er nicht nur in seinen Koerper installiert, sondern den er auch aeußerlich kuentlerisch gestaltet, indem er ihn mit Farben auf Papier, Pappe, Holz oder Leinwand bringt und ihn sichtbar in seinem Meditationsraum plaziert, damit er stets tiefsinnig darueber meditieren kann. In diesen Baum zeichnet er ausschließlich nur jene Symbolik ein, die er praktisch zur Anwendung bringt – nicht mehr und nicht weniger. Allein in diesem Sinne kann man von einem „echten Baum“ sprechen, der zum eignen Leben erwacht!


Nur Unwissende „schmuecken sich“ mit uebernommenen Chakra-Baeumen und raetseln verzweifelt ueber die Zuordnungen und Bedeutungen der symboltraechtigen Anordnungen. Wer einen Chakra-Baum in der Oeffentlichkeit vorstellt, sollte darauf verweisen, dass dieses „sein Baum“ ist, den er sich anhand seiner selbstentwickelten Praxis angefertigt hat. Außerdem sollte der Hinweis nicht fehlen, dass der Baum nur als Beispiel dient, damit andere Suchende ebenfalls die Moeglichkeit besitzen, ihren eigenen zu entwickeln und diesen zu benutzen.


Es sollte nicht vergessen werden, dass der Prozeß der Transformation immer ueber die zehn erwaehnten Zentren ablaeuft und ganz unabhaengig ist von der Symbolik der einzelnen Chakren. Wenn sich die Chakren mit den Zentren der Transformation decken, so ist das ganz natuerlich, denn es gibt innerhalb des Transformationsweges sieben Haupt-Zentren, die eine besondere Bedeutung haben. Die Bedeutung liegt aber nicht in der zugeordneten Symbolik, sondern bezieht sich auf die Funktionen verschiedener Druesen, mit denen die sieben Haupt-Zentren in Verbindung stehen. Außerdem sind sie maßgeblich fuer bestimmte Konzentrationen, durch die besondere Siddhis oder Kraefte erworben werden koennen.


Ist die Arbeit mit den Elementen und Sinneswahrnehmungen schließlich zum Abschluß (zur Meisterschaft) gelangt, kann man wiederum daran gehen, ein neues Thema aufzunehmen. Wenn man sich jedoch in Erinnerung ruft, was bisher schon alles verwirklicht wurde, kann ohne falsche Scham gesagt werden, dass man es schon zu eine Art Uebermensch gebracht hat, der (fuer Außenstehende) unglaubliche Faehigkeiten besitzt, die er sich mit Muehe und Willenskraft angeeignet hat.


Um z.B. eine Beziehung zum aeußeren Universum zu bekommen, kann ich jetzt daran gehen, den Zentren sieben Planeten zuzuordnen (vielleicht in der Abfolge des geozentrischen Weltbildes).


Dies hat nur dann einen Sinn, wenn ich mich in der Folgezeit dergestalt mit den zugeordneten Planeten befasse, dass ich mir alles Wissen aneigne, das ich ueber die Planeten in Erfahrung bringen kann, so dass ich zu einem echten Kenner der Astrologie werde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Magier gibt, die keine Kenntnisse darueber besitzen, da die Schule der Astrolgie unbedingt notwendig ist, wenn es darum geht, sich mit den planetaren Sphaeren in Verbindung zu setzen.


Durch die Bestimmung der sieben Zentren in meinem Koerper, die ich ja auch waehrend der Transformation durchlaufe, und durch die Zuordnung von sieben Planeten (vielleicht Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn) bekommt der Chakren-Baum jetzt auch eine starke kosmische Beziehung. Im Laufe des Astro-Studiums wird mir klar, was die Aussage „Wie oben, so unten“ tatsaechlich bedeutet.


Da es schon Photos von den einzelnen Planeten gibt, gehe ich dazu ueber, die Planeten selbst in den einzelnen Zentren zu visualisieren. Im Laufe der Zeit lerne ich alles ueber die Tierkreiszeichen und die Stellung der Planeten und wie sie sich in Konstellation zu den entsprechenden Haeusern befinden. Ich kann schließlich die Ephemeriden zum Einsatz bringen und genaueste Berechnungen anstellen usw.


Jetzt kann ich dazu uebergehen, in Zeiten zu entkoerpern, die bestimmte planetare Konstellationen offenbaren, d.h. zu Zeiten, in welcher die eine oder andere Planetenschwingung vorherrscht, so daß ich die Moeglichkeit habe, mich direkt mit der Planetenschwingung zu verbinden. Eine Erklaerung der genauen Vorgehensweise wuerde hier den Rahmen sprengen. Es soll, wie schon erwaehnt, nur erkannt werden, wie der ausgewaehlte Chakren-Baum zum Eigenleben kommt.


Menschen, die diesen lebendigen Baum in sich tragen, wandeln wirklich mit einem erhabenen Wesen umher, denn durch die bestaendige Transformation in Analogie zum praktischen Studium (in diesem Falle das Studium der Elemente, der Sinneswahrnehmungen und der Astrologie) nimmt ihr Bewußtsein unglaubliche Ausmaße an!


Wenn wir immer noch nicht genug haben, koennen wir uns z.B. weiterfuehrend mit Klaengen befassen. Fuer unsere sieben Chakren eignet sich am besten das westliche Oktaven-System. Wir koennen daran gehen, jedes Chakra mit einer Grund-Oktave zu versehen wie z.B. das Wurzel-Zentrum mit C-Dur, das Kreuzbein-Zentrum mit D-Dur, das Nabel-Zentrum mit E-Dur, das Herz-Zentrum mit F-Dur, das Kehl-Zentrum mit G-Dur, das Kopf-Zentrum mit H-Dur (A-Dur) und schließlich das Scheitel-Zentrum mit dem naechst hoeheren C-Dur der folgenden Tonleiter.


Jetzt geht es darum, derartig mit den einzelnen Toenen zu verschmelzen, bis wir vollkommen eins mit ihnen geworden sind. Dies geschieht wieder unter Einbeziehung des geistigen Nektars aus dem Scheitel, da sonst die entsprechende Wirkung ausbleiben wuerde.


In allen Geistesschulen gibt es z.B. ein Instumentarium (Orgel, Klavier, Harmonium usw.), das die Uebenden u.a. fuer die entsprechende Klangverdichtung verwenden. Es geht darum, dass der entsprechende Ton dergestalt in uns verdichtet wird, bis wir ihn nie mehr verlieren und ihn exakt sowohl denken als auch intonieren koennen.


Dadurch wird uns tatsaechlich eine Art vollkommenes Hoeren zuteil, das schließlich empfaenglich wird fuer die feinsten Spaehrenklaenge. Unser ganzes Wesen wird im Laufe des Uebens von unglaublichen Klaengen erfuellt, von denen die Eingeweihten sagen, dass die Engel ihre Sinfonien spielen. Viele große Komponisten sind aus den unterschiedlichsten esoterischen Schulen hervorgegangen, und sie alle haben das „innere Hoeren“ so verwirklicht wie hier geschildert.


Uebrigens gibt es ein fantastisches Freeware-Tool, mit dem man unzaehlige Klaenge generieren und als WAV- oder Mp3-Datei abspeichern kann. Man kann z.B. einen Grundton zehn oder zwanzig Minuten aufnehmen und anschließend darueber meditieren, waehrend man den Ton in gleichbleibender Lautstaerke aeußerlich hoert. Ist der Ton beendet, kann man ihn im Geiste nachklingen lassen usw., bis man vollkommen eins mit ihm geworden ist. Oder man kann alle sieben Toene in bestimmten Zeitintervallen aufnehmen und eine Sitzung vornehmen, in denen diese Toene nacheiander in Erscheinung treten. Alles kann auf CD gebrannt werden, damit beim Hoeren das Geraeusch des Computers wegfaellt usw. Selbst fuer Profi-Musiker offenbart dieses Tool reichhaltiges Material. Wer es mal ausprobieren moechte, kann sich hier bedienen:



Wir koennen also sehen, wie der speziell hier kreierte Lebensbaum immer deutlichere Formen annimmt. Falls wir die Klaenge zur Beherrschung bringen, ist es ein wahrer Genuß, auf den sieben Grundtoenen „zum Himmel aufzusteigen“, um daselbst mit dem Geiste zu kommunizieren, der uns teilhaben laeßt an seinen kosmischen Klaengen. Fortgeschrittene Menschen koennen die Oktaven innerlich dergestalt meistern, dass sie sich schließlich in den hoechsten Toenen „verlieren“ und gar jenen allesdurchdringenden Grund erreichen, in dem sie entstehen.


Wenn wir all dies bewaeltigt haben, was bisher im Chakren-Baum angelegt wurde, sind sicher mehr als zehn Jahre Praxis vergangen. Zur Erinnerung sei noch mal gesagt, dass ich hier etwas Aufklaerung geben moechte, was es tatsaechlich mit den verschiedenen Chakren-Systemem auf sich hat, die in den unterschiedlichsten Kulturen anzutreffen sind. Dies sind keine Anleitungen zu irgendwelchen Uebungen.


Die ersten Anfaenge sind also gezeigt, wie sich ein Chakren-Baum langsam entwickelt. Jetzt ist es vielleicht etwas besser zu verstehen, was es mit den sogenannten „widerspruechlichen Zuordnungen“ auf sich hat, die uns in den verschiedenen Kulturen und Glaubensformen begegnen. Hier kann wieder angeknuepft werden (wie oben angedeutet), dass die Moeglichkeit besteht, seinen eigenen Baum anzufertigen.


Dazu ist es notwendig, dass sich der Praktikant ganz von den Chakren und dem damit verbundenen Transformationsprozeß angezogen fuehlt als sei es seine innere Berufung. Jede Art von Zwang waere hier vollkommen Fehl am Platze und wuerde nur Mißerfolge manifestieren. Jeder sollte mit dem Weg zufrieden sein, den er fuer sich persoenlich waehlt und nicht auf andere Wege schielen, die augenscheinlich groeßere Phaenomene hervorbringen als der eigene. Mißgunst, egal wie sie ausgelegt wird, ist immer ein Resultat des eigenen Versagens. Wer tatsaechlich an sich arbeitet, den wird es nicht stoeren, welchen Weg andere gehen!


Der eigene Weg ist tatsaechlich das groeßte Phaenomen, das es gibt und dafuer sollte jeder dankbar sein, der ihn entdeckt! Wer seinen eigenen Weg gefunden hat, wird alle anderen Wege akzeptieren, denn er erfreut sich sowohl am eigenen schoepferischen Wirken als auch am Wirken seiner Brueder und Schwestern, weil er weiß, dass jeder ehrlich Strebende seinen Teil dazu beitraegt, den „kosmischen Tempel“ zu vollenden und erst ruht, wenn auch der letzte seinen Einzug gehalten hat!


Hier moechte ich noch mal kurz auf die drei oben erwaehnten Religionszweige zu sprechen kommen, die allesamt mit entsprechenden Chakra-Baeumen arbeiten. Wenn man sich jetzt die Fuelle der Zuordnungen anschaut, wird man feststellen, dass diese gar nicht in einem Leben bewaeltigt werden kann. Viele Generationen haben dazu beigetragen, die Symbolik mehr und mehr zu erweitern. Die groeßte Symbolik weist ohne Zweifel der kabbalistische Lebensbaum auf. Hier sind sogar Generationen damit beschaeftigt, allein die schon angelegte Symbolik zu entschluesseln, die weit in der „grauen Vorzeit“ angefertigt wurde.


Wir koennen also sehen, dass die Chakren-Zuordnungen allesamt nur sekundaere Bedeutung haben. Lediglich die eigene Praxis ist wichtig, die in den „unbefleckten Baum“ integriert wird. Wir installieren sozusagen den kosmischen Menschen in uns selbst!


Der Transformationsprozeß laeuft immer ueber die oben geschilderten zehn Zentren ab – einen anderen Weg gibt es nicht! Doch die Arbeit mit den einzelnen Chakren weist eine ganz andere Natur auf. Sie bietet uns die Moeglichkeit, die eigene Praxis in unserem Astral-Koerper zu installieren, so dass wir uns in den naechsten Lebensformen wieder daran erinnern. Je sorgfaeltiger wir dabei vorgehen, um so tiefer praegen sich die Aktionen in unserem Speicherbewußtsein ein und um so leichter ist es, sich an sie zu erinnern. Je nach Sorgfalt entwickeln die Menschen weniger oder mehr Freude an ihrer spirituellen Vorgehensweise.


Viele Menschen muessen noch berichtigen, was sie in vergangenen Daseinsformen an Oberflaechlichkeit zurueckgelassen haben. Dabei scheint der Weg im jetzigen Dasein oft voller Muehen zu sein. In vielen Faellen praktizieren die Menschen Techniken, die sie eigentlich gar nicht benoetigen, um zur Erkenntnis des Selbst zu gelangen! Erst wenn sie zur tatsaechlichen Erkenntnis gelangt sind, sollten sie, je nach Berufung, daran gehen, sich mit anderen Praktiken zu beschaeftigen. Ansonsten muessen sie eben in diesem Leben berichtigen, was sie im vorherigen „verbockt“ haben. Darum ist Sorgfalt der bodenstaendigste Charakterzug, den ein Mensch aufweisen sollte, der am kosmischen Tempel mitarbeitet.


Innerhalb dieser Sorgfalt darf jedoch keinerlei Zwang in Erscheinung treten. Heiterkeit ist angesagt - Heiterkeit und Schaffensfreude! Man sollte die „Kunst des Klatschens mit einer Hand“ beherrschen. Die meisten Menschen aergern sich schon oder werden gar wuetend, sobald sie zu stolpern beginnen – nicht wenige stoßen dabei einen Fluch aus. Gerade in derartigen Situationen waere, falls keine Verletzungen aufgetreten sind, ein echtes Lachen ueber sich selbst wirklich angebracht, oder?


Und selbst wenn wir verletzt sind, bedarf es nicht der Wut, sondern eher der Erkenntnis, das wir geistig abwesend waren. Wir sind, weil wir nicht ueber genuegend Lebenskraft und Willenskraft verfuegen, in eine illusorische Traumwelt gefallen und dadurch kam es zur Verletzung. Wir haben uns nicht unbedingt dadurch verletzt, weil dies unser Karma ist, sondern einfach aus einem Mangel an Lebenskraft. Durch diesen Mangel entsteht uebrigens jede Art von Verletzung.


Die Reaktionen des Karmas haben eine viel tiefere Ursache, denn Karma bedeutet woertlich: „Wille zur Tat“ und ist nicht zu verwechseln mit dem, was uns widerfaehrt. Da der Wille zur Individualitaet eines jeden Menschen gehoert, kann in diesem Sinne auch nicht von „Gruppenkarma“ oder „voelkischem Karma“ gesprochen werden, wie das Wort „Karma“ in der westlichen Welt oft zur Interpretation kommt.


Abschließend noch etwas zum tantrischen Chakra-Baum:


In verschiedenen Religionen gibt es z.B. die unterschiedlichsten Gottheiten, die alle bestimmte Eigenschaften aufweisen. Diese Gottheiten bewohnen die einzelnen Chakren im Astral-Koerper des Menschen, d.h. sie wurden dort von den Uebenden regelrecht installiert. Die installierten Gottheiten bilden allesamt „untergeordnete Gottheiten“, waehrend man sich selbst als die hoechste Gottheit denkt, in der die anderen Gottheiten „ihre Heimat“ haben.


Jede Gottheit weist bestimmte Faehigkeiten auf. Sie hat oft mehrere Arme und traegt in den Haenden Utensilien, die diese Faehigkeiten symbolisch darstellen. Die Praxis des Studenten sieht jetzt so aus, dass er sich all die Faehigkeiten aneignet, die die einzelnen Gottheiten offenbaren, nicht mehr und nicht weniger. Auf diese Weise wird der Praktizierende im Laufe der Zeit selbst zu eben der vorgestellten Gottheit, mit welcher er sich die ganze Zeit identifiziert hat. All die Faehigkeiten der „untergeordneten Gottheiten“ sind auf ihn uebergegangen.




PS: Da ich im Moment nur wenig Zeit habe, den Text zu korrigieren und in eine Art Entfassung zu bringen, moege man mir verzeihen, wenn es an manchen Stellen zu Wiederholungen gekommen ist!


Viel Freude bei der Installation des eigenen Chakra-Baumes!




Herzliche Grueße


Anzeraq