Hi,
ich habe hier einen kleinen Teil einer Geschichte, die ich momentan vor mich herspinne. Es ist eine magische Übung. Mich interessiert vor allem, was das für Wirkungen bei Euch hinterlässt und was Euch nicht passt. Das hier ist zwar kein Schreiberforum, aber hier haben sicherlich einige Leute ihre Sinne mehr ausgebildet, als normale Leser.
Schreibt einfach eure Meinung. Was löst es beispielsweise aus? Wie gut kann man sich das vorstellen? usw. usf.
Es ist übrigens eine Rohfassung, also kaum korrigiert worden.
Da stehe ich, blicke mit hocherhobener Brust auf einer einsamen Plattform über die Grenzen allen menschlichen Seins und bin doch starr vor Angst. Die Luft ist weich und süßlich. Sie hüllt mich ein wie eine warme Decke und spendet mir ein wenig, jedoch kaum Trost, auf Grund erdrückender Bewusstseinseingebungen. Sie schützt mich aber ganz und gar nicht vor dem, was mein trauriges Auge just in diesem Augenblick einzufangen vermag. Ich sehe die aufleuchtende Stadt und den grenzenlosen Himmel mit seinen purpur Wattewölckchen. Für mich handelt es sich eindeutig um die Endlichkeit in der Unendlichkeit und die Begrenzheit unseres Seins.... Das trifft mich hart wie ein Blitz und spaltet meinen Verstand und mein Herz, so dass ich uneins bin oder müsste es nicht viel eher anderherum sein, es eint mich und doch bin ich nicht ICH selbst?
Die Sonne, die am Horizont in einem goldenen Abendrausch übergeht und mein Wesen mit einem letzten Seufzer berührt, hält mich schwach vor einem Sprung in den Abgrund zurück.
Ich denke bei mir, warum bist du selbst zu schwach? Diese Welt hält dich nicht mehr und doch willst du Sie nicht verlassen? Was ist nur in dich gefahren, dass du überhaupt mit dem Gedanken spielst zu bleiben? Die Menschen um dich herum fügen sich gegenseitiges Leid zu. Sie erzeugen gegenseitige Popporeibungen und tarnen dies als Nächstenliebe!
Sie meinen, Sie hätten Kontrolle, doch lassen Sie sich von ihren Dämonen kontrollieren, Tag für Tag, Stunde um Stunde, Minute für Minute, Sekunde um Sekunde, bis Sie tot sind. Es ist abscheulich wie hundegesichtige Bundeskanzler oder menschenfressende Maschinen.
Selbst wenn ein Glücklicher seine Dämonen los wird, junge Dämonen werden von Neuem herangezüchtet, wie Hühnchen in der Legebatterie. Die Medien sind der grosse Versorger dieser Dämonen und halten Sie bei Laune. Oh ich danke Euch dafür wie Normalsterbliche für die Band Tokio Hotel. Wenigstens habe diese, chicke Frisuren und strotzen vor Männlichkeit, was man von unserem Kanzler beispielsweise nicht behaupten kann. Doch fernab dieser zerstörerischen Gefühlsausbrüche kommt in mir dennoch etwas Weiches zum Vorschein, etwas Tröstendes, etwas, dass alles gleichgültig macht.
Es übergießt mich wie ein warmer Regen und erregt meinen ganzen Körper wie ein sinnlicher Kuss einer verruchten Schönheit.
Meine Erregtheit steigert sich in Form vibrierender konzentrischer Wellen, die mich wie in ein Meeresrauschen einhüllen.
Plötzlich ertönt wie aus der Ferne, mit ungeheurer Geschwindigkeit anrauschend, ein Signalton in mir, mit gleichzeitig ansteigenden Druck und Hitze in meinem Kopf. Es fühlt sich an als würde der Druck in Hitzewallungen übergehen, die meinen Körper umschließen. Doch gerade mein physischer Körper scheint starr zu sein, alleine meine Aufmerksamkeit glänzt vor Klarheit. Ich vernehme plötzlich soetwas wie eine leise Stimme aus dem Nichts. Diese Stimme hat etwas sehr Friedliches an sich, Sie erzählt mir, dass meine Wut über diese Welt meine Unfähigkeit zu handeln darstellt. Dieser Satz ist so einprägend formuliert, dass in mir ein zufriedenes JA aufsteigt und eine innere Befreiungskettenreaktion auslöst.
Sie hat völlig Recht diese Stimme, sage ich mir, ich fühle mich so machtlos in Anbetracht dieser Tatsachen wie sinnlose Gewalt gegenüber Natur und Mensch, dass wir täglich mehr und mehr krankgemacht werden.
Ist es deshalb mein Recht den Tod herbei zu sehen und mich gewaltsam aus diesem Elend zu entreisen?
Die Ohnmachtschreie längst vergessener Tage werde durch dramatische Ereignisse stets von Neuem gerufen.
Man fühlt sich wie ein Zauberlehrling, ja, die Dämonen, die geschaffen wurden, wird man nun nicht los.
Wenigstens ist die Umgebung um mich, in ein sanftes Grün gebettet. Ich denke mir, es ist der passende Ort um zu sterben.
Hier soll mein Grab sein. Hier will ich zurücklassen, was mich belastet, was ich war und was ich jemals sein werde.
Die Wärme in mir beruhigt, ich fühle einen tiefen Frieden in mir, ein Gefühl, dass der Geborgenheit einer Mutter gleicht, die ihr Kleines zärtlich umarmt und in einen Schutzmantel aus Fürsorge und Liebe einhüllt.
WIe aus dem Nichts zieht eine urgewaltige Kraft in mir. Es fühlt sich an, als würde mir Jemand die Gedärme entreißen wollen und ich schreie vor Schmerzen. Diese Kraft bildet einen Tunnel um mich und zieht mich zum Abgrund. Ich stemme mich mit aller Gewalt gegen diese wurmähnliche Kraft doch werde immer schwächer und schwächer, bis ich aufgebe.
Die Kraft beschleunigt mich und ich springe in die Tiefen des Abgrunds, voller Schrecken und Ohnmacht.
Copyright by Daniel Spengler 2006



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