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Thema: Hat ein Hund Buddha-Natur?

  1. #1
    Anzeraq
    Gast

    Hat ein Hund Buddha-Natur?




    Das bekannteste Zen-Koan stammt vom chinesischen Chan-Meister Joshu (Chao-chou Ts'ung-shen, 778-897), es lautet:


    Ein Mönch fragte Joshu:


    "Hat ein Hund Buddha-Natur oder nicht?"


    Joshu antwortete: "Mu."



    („Mu“ entstammt der chinesischen Sprache und ist ein Ausdruck der Negativitaet; es bedeutet soviel wie „nichts“ oder „nicht“.)




    F: Dann hat also ein Hund keine Buddha-Natur?


    A: Buddha sagte, dass alles, was existiert, Buddha-Natur hat, folglich auch der Hund.


    F: Dann ist sogar der Hund erleuchtet?


    A: Ein Hund kann nicht erleuchtet sein, ebensowenig wie eine Pflanze, doch beide besitzen die Buddha-Natur.


    F: Der Hund ist also nicht Buddha?


    A: Das ist unmoeglich. Der Mensch muß z.B. atmen, um zu leben. Der Atem ist in ihm und wirkt in ihm. Das bedeutet aber nicht, dass der Mensch selbst der Atem ist. So ist es auch mit der Buddha-Natur.


    F: Dann bin ich selbst auch nicht Gott, sondern das Goettliche ist in mir...?


    A: So ist es. Sie sind ein Mensch, das Gras ist Gras, der Himmel ist Himmel, das Feuer ist Feuer und Gott ist Gott. In eurer Bibel steht schon geschrieben, dass die Dinge nicht in Gott sind, sondern Gott in den Dingen. Er selbst hat mit den Erscheinungsformen nichts zu tun; sie sind eine Kreation des egobehafteten Geistes.


    F: Also koennte ich mit einem Koerper versehen niemals die Erfahrung des Goettlichen machen?


    A: So ist es. Koerper und Gott oder Koerper und Buddha sind zwei ganz unterschiedliche Dinge – das eine ist die Erfahrung des Egos, das andere die Erfahrung des Geistes. Darum koennte ein Hund niemals Buddha oder Gott sein. Dennoch besitzt ein Hund Buddha-Natur, ebenso wie er keine besitzt – also: Mu (nichts).


    (aus: Zen and other teachings, Henry Kaiser, Dumont-Verlag, 1976)





  2. #2
    King Of The Circulating Library
    Gast

    Re: Hat ein Hund Buddha-Natur?


    >

    >Das bekannteste Zen-Koan stammt vom chinesischen Chan-Meister Joshu (Chao-chou Ts'ung-shen, 778-897), es lautet:

    >Ein Mönch fragte Joshu:

    >"Hat ein Hund Buddha-Natur oder nicht?"

    >Joshu antwortete: "Mu."


    >(„Mu“ entstammt der chinesischen Sprache und ist ein Ausdruck der Negativitaet; es bedeutet soviel wie „nichts“ oder „nicht“.)

    >

    >F: Dann hat also ein Hund keine Buddha-Natur?

    >A: Buddha sagte, dass alles, was existiert, Buddha-Natur hat, folglich auch der Hund.

    >F: Dann ist sogar der Hund erleuchtet?

    >A: Ein Hund kann nicht erleuchtet sein, ebensowenig wie eine Pflanze, doch beide besitzen die Buddha-Natur.

    >F: Der Hund ist also nicht Buddha?

    >A: Das ist unmoeglich. Der Mensch muß z.B. atmen, um zu leben. Der Atem ist in ihm und wirkt in ihm. Das bedeutet aber nicht, dass der Mensch selbst der Atem ist. So ist es auch mit der Buddha-Natur.

    >F: Dann bin ich selbst auch nicht Gott, sondern das Goettliche ist in mir...?

    >A: So ist es. Sie sind ein Mensch, das Gras ist Gras, der Himmel ist Himmel, das Feuer ist Feuer und Gott ist Gott. In eurer Bibel steht schon geschrieben, dass die Dinge nicht in Gott sind, sondern Gott in den Dingen. Er selbst hat mit den Erscheinungsformen nichts zu tun; sie sind eine Kreation des egobehafteten Geistes.

    >F: Also koennte ich mit einem Koerper versehen niemals die Erfahrung des Goettlichen machen?

    >A: So ist es. Koerper und Gott oder Koerper und Buddha sind zwei ganz unterschiedliche Dinge – das eine ist die Erfahrung des Egos, das andere die Erfahrung des Geistes. Darum koennte ein Hund niemals Buddha oder Gott sein. Dennoch besitzt ein Hund Buddha-Natur, ebenso wie er keine besitzt – also: Mu (nichts).

    >(aus: Zen and other teachings, Henry Kaiser, Dumont-Verlag, 1976)

    >



    Kann ein buddhistischer Mönch eigentlich jemals eine andere letztendliche Antwort geben als "mu"?

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