Viele Menschen haben schon versucht, Bardon zu verwirklichen und sind klaeglich gescheitert. Zuerst wurde er von ihnen - Dank seiner genauen Aufzeichnungen - in den Himmel gehoben und schließlich - infolge des eigenen Versagens - in die Hoelle gestoßen. In den meisten Faellen ist der Grund darin zu finden, dass zwar viele Menschen seine Werke studieren, doch nicht die geringste Ahnung haben, was Gedankenstille ueberhaupt bedeutet.
Wie in Begleitwerken einzusehen ist, hat sich Bardon intensiv mit verschiedenen Yoga-Praktiken auseinadergesetzt, denn das Beherrschen des achtfachen Yoga-Pfades bildet die Grundlage eines jeden Verwirklichers, ganz egal, welche Art seine darauf folgende Praxis auch annehmen wird. Yoga bildet in allen Geistes-Schulen die Basis zur Erkenntnis und das schon seit Beginn der weltweiten spirituellen Kultur!
Im wesentlichen besteht Yoga aus acht ineinandergreifenden Einheiten, die sich - simpel ausgedrueckt - aus folgenden Disziplinen zusammensetzen: aeußere Reinigung, innere Reinigung, Koerperbeherrschung, Atembeherrschung, Rueckzug der Sinne von aeußeren Objekten, Konzentration, Meditation und Erkenntnis.
Wer Verstand besitzt, wird den Wert des Yoga sofort erkennen, ohne den eine spirituelle Entwicklung unmoeglich ist. Im WWA, zum Abschluß der ersten Stufe, erklaert Franz Bardon:
"Fuer eine dieser Uebungen wird eine Zeitspanne von vierzehn Tagen bis zu einem Monat vorgesehen. Diejenigen, die sich bereits praktisch mit Konzentration und Meditation beschaeftigt haben, duerften mit dieser Zeitdauer auskommen. Solche, die darin noch nicht bewandert sind, muessen selbstverstaendlich die Uebungszeit je nach Bedarf verlaengern..."
Diese kurz gehaltene Erklaerung wird von denen, die sich noch nicht mit Yoga beschaeftigt haben, in den meisten Faellen mißverstanden! Sie glauben, sie brauchen sich nur gelegentlich fuer zehn Minuten oder etwas laenger hinzusetzen und schon kommen sie zur Gedankenstille. Weit gefehlt!
Eigentlich haette Bardon naeher darauf eingehen muessen, was es mit der Gedankenstille tatsaechlich auf sich hat. Warum es dieses nicht tat, mag verschiedene Gruende haben. In vielen Faellen spielen Verlags-Vereinbarungen eine wesentliche Rolle, wenn es um die Laenge einer bestimmten Schrift geht, denn jede zusaetzliche Seite verschlingt Geld und Arbeitsaufwand, was die Autoren oft zu Kuerzungen ihrer Werke zwingt. [Ich spreche hier aus eigener Erfahrung.]
Auch deutet das Gesamtwerk Bardons darauf hin, dass er zu wesentlichen Kuerzungen "gezwungen" war. Doch weist er bestaendig darauf hin, dass sich einem strebsam Uebenden die Tore von selbst oeffnen werden. Und damit hat er vollkommen recht! Fuer einen Menschen, der sich verwirklicht, sind die Bardon-Werke eine wahre Fundgrube spiritueller Schaetze. Ja, er weiß es sogar zu schaetzen, dass gerade die kurze und geraffte Darstellung der Techniken weit mehr bringt, als jede ausschweifende Umschreibung.
Doch ohne Beherrschen der Yoga-Praxis bleibt jedem Suchenden der Inhalt verborgen, ganz egal, wie er ihn auch deuten mag! Schließlich dauert es bei regelmaeßiger taeglicher Uebung Jahre, bis ein Mensch tatsaechlich zur echten Gedankenstille kommt. Wer taeglich zum Sonnenaufgang zwei Stunden meditiert, wird nach einigen Jahren in die Stille eintreten. Doch am Anfang mag man mit kleinen Uebungseinheiten beginnen und sich dann kontinuierlich steigern, bis man etwa zwei volle Stunden sitzen kann.
Der Uebende muß sich das entsprechende Umfeld samt Raeumlichkeit schaffen, um ungestoert meditieren zu koennen. Er muß sich von saemtlichen Einfluessen fremder Medien trennen, denn diese erzeugen nur neue Gedankeninhalte. Er muss lernen, seine Begierden und Leidenschaften zu beherrschen, denn diese sind nichts anderes als emotional geladene Gedankenformen. Er muss sich quasi von allem befreien, das ihn in stressartige Situationen versetzt und ein gelassenes und ruhiges Leben fuehren usw.
Begleitend zu Bardon sind vielleicht zwei Werke von aeußerster Wichtigkeit, mit denen sich der Uebende auseinandersetzen sollte:
1. Die Schlangenkraft [von Arthur Avalon]
2. Meditation [von Paul Brunton]
Dies sind die besten Werke die es gibt, weil sie sich der Essenz der Bardon-Werke nahtlos anpassen. Dafuer sind alle anderen Schriften zu verwerfen, denn sie sorgen nur fuer erneutes Denken und Gruebeln. "Meditation" von Paul Brunton ist eine fantastische Darstellung, was es mit tatsaechlicher Gedankenstille auf sich hat, waehrend "Die Schlangenkraft" von Arthur Avalon eine anatomisch genaue Darstellung liefert, wie die Kundalini zur Entfaltung kommt, ohne die jede spirituelle Entwicklung zum Scheitern verurteilt ist!
"Der Weg zum wahren Adepten" ist das beste Handbuch zur magischen Entwicklung, das in der Neuzeit verfasst wurde. Doch die Praxis des Yoga bildet die Basis fuer den Inhalt und dessen Verwirklichung! Yoga ist nicht zu verwechseln mit der Praxis, die zum Yoga fuehrt, denn Yoga bedeutet "Vereinigung" und kann als "Gedankenstille" verstanden werden - eben die Vereinigung mit dem Selbst!
Die meisten Menschen, die Yoga praktizieren, kommen ueber die Voruebungen nicht hinaus, denn alles erfordert jahrelange disziplinierte Hingabe, und das ist alles andere als der kommerzialisierte Yoga, wie er im Westen durch die Medien propagandiert wird.
Nur der wirklich Berufene, jener, der in sich den Ruf Gottes vernimmt, ist faehig, in Ruhe und Gelassenheit Yoga zu ueben, und selbst der Berufene wird Jahre damit verbringen, bis er in echte Gedankenstille eingetreten ist!
Wer jedoch, obwohl er hingebungsvoll uebt, noch in gesellschaftliche Angelegenheiten involviert ist, wird die wahre Gedankenstille nicht erreichen koennen, sondern nur die angrenzende! Dieses "nur" ist jedoch nicht negativ zu verstehen, denn die "Angrenzende Sammlung" erzeugt schon die "Beruehrung mit dem Ewigen" und demzufolge tiefen Frieden und ungetruebtes Wohlbefinden. Die "Volle Sammlung" kann nur von dem erreicht werden, der alles Weltliche hinter sich laeßt, waehrend er die "Verschmelzung mit dem Ewigen" erwartet.
Ich habe absichtlich den Begriff "erwartet" gewaehlt und nicht den Begriff "anstrebt", denn in letzter Instanz kann nichts mehr aus eigenem Antrieb bewirkt werden, sondern alles ist allein von der Gnade Gottes abhaengig, die uns schließlich ins Reich wahrer Stille fuehrt!
Ist die Stille erreicht, mag man noch mal bedenken, was es mit dem "magischen Weg" tatsaechlich auf sich hat. Die Moeglichkeit, ihn zu verwirklichen, haengt ebenfalls mit der Gnade Gottes zusammen, denn Gott sucht sich seine Diener selbst aus, die in seinem Namen wirken oder diesen gar als "geheimes Wort" zum Einsatz bringen!
Freundliche Grueße aus der Stille :-)



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