Patanjali: "Die Ruhe des Citta [des Denkens] kann nur durch Regulierung des Prana erreicht werden."
Kommentar:
Patanjali gibt neben anderen Methoden zur Erreichung der "Ruhe des Citta" auch den Pranajama (oder die Wissenschaft des Atems oder der pranischen Energie) an. Pranayama ist eines der drei Wissensgebiete oder Verfahren, die alle aufeinander bezogen und miteinander verbunden sind.
1.] Die Wissenschaft des rhythmischen Lebens oder die Regulierung des taeglichen taetigen Lebens durch planvolle Zeiteinteilung und durch kluge Nutzung des Raumes. Dadurch wird der Mensch geschickt und tuechtig; er wird zum Schoepfer auf der physischen Ebene und zum Mitarbeiter an den Planungen der Hierarchie, die in zyklischer Entwicklung sichtbar werden.
2.] Die Wissenschaft des Atems, oder die Visualisierung des niederen Menschen durch Ein- und Ausatmen. Der Mensch weiß, dass er, okkult gesehen, eine "lebendige Seele" ist, und er macht sich den Faktor des Atems zunutze. Dadurch wird er sich der Einheit des Lebens bewußt und der Beziehung, die zwischen allen Formen besteht, in denen das Leben Gottes wohnt. Er wird sowohl ein Bruder als auch ein Adept, und er weiß, dass Bruderschaft eine Tatsache in der Natur, und nicht bloß eine erhabene Theorie ist.
3.] Die Wissenschaft von den Zentren, oder Laya-Yoga; das ist die Anwendung des Gesetzes auf die Kraefte der Natur und die wissenschaftliche Nutzbarmachung dieser Kraefte durch den Menschen. Das bedingt, dass man siebenfaeltige Energie entlang der Wirbelsaeule durch die Zentren in einer bestimmten geometrischen Progression nach oben bis in den Kopf bringt. Das macht den Menschen zu einem Meister im Psychischen und bringt in ihm gewisse latente Kraefte zur Entfaltung; sobald dies der Fall ist, bringen sie ihn mit der Seele aller Dinge und mit der inneren Seite der Natur in Beruehrung.
Patanjali
Der Yoga-Pfad
Kommentar: Alice Bailey



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