Folgenden unten aufgeführten Beitrag aus dem Jahre 2000 habe ich hier im Forum gefunden. Würde gerne eure Meinung zum Thema "Starren auf einen Punkt" wissen.
Ich persönlich, bin der Meinung, das es nicht gefährlich ist, wenn man die Augenlieder für mehrere Minuten starr läßt. Ein anfängliches Tränen und brennen der Augen hört sehr schnell auf. Im Rahmen meines Kampfsprttrainings in den letzten 10 Jahren, habe ich diese Übung in abgewandelter Form zigmal durchgeführt.
So nun bin ich gespannt auf eure Meinung.
Frank
>Übung zum Visualisieren mit offenen Augen:
>Ich schaue an die weisse Decke und suche mir einen kleinen schwarzen Punkt und fixiere diesen. Nach einer Weile ist er fast weg, dann ist er ganz weg, ich finde ihn einfach nicht wieder. Die Decke wird immer heller, fast strahlend und von den Seiten nähern sich graue wolken, wie gewitterwolken, das sehfeld wird dadurch eingeschränkt. Ich denke, klasse, nun wird gleich meine visualisation erscheinen und mache weiter. dann kommt eine art schwindelgefühl im kopf und ich denke, dass es jetzt wirklich gleich losblitzt, dann hör ich lieber auf damit. Vielleicht weiss jemand ob das schädlich ist?
>gruß von gabi
Wenn man einen kleinen schwarzen Punkt irgendwo fixiert, dann verschwindet er. Warum?
Hier handelt es sich um rein physiologische Vorgänge im Auge bzw. Gehirn.
Unser Auge/Gehirn-System (man sollte wissen, daß das Auge embryonalentwicklungsmäßig ein Teil des Gehirns ist, eine Ausstülpung des Gehirns im Unterschied zu den anderen Sinnesorganen) ist besonders darauf hin gebaut, um VERÄNDERUNGEN wahrzunehmen. Veränderungen im Gesichtsfeld im Sinne von Bewegungen.
Um dies möglichst gut bewerkstelligen zu können gibt es einen aktiven Prozess, der versucht, alles was sich im Gesichtsfeld nicht verändert, abzuschwächen.
Diesen Prozess kennt jeder von uns als die sogenannten Gegenfarben.
Wenn du einen Gegenstand, Fläche usw. mit einer bestimmten Farbe anschaust, dann wird vom Auge/Gehirn die genaue Gegenfarbe des Objekts künstlich erzeugt und zwar umso stärker, je länger sich das Objekt nicht verändert, sich nicht im Gesichtsfeld bewegt. Etwas was sich nicht bewegt, wurde schon wahrgenommen und enthält deshalb weniger neue bzw. relevante Information, die sehr viel wichtiger für das Überleben ist.
Z.B. ein Auto das sich nicht bewegt (weil es z.B. geparkt ist) ist mit großer Wahrscheinlichkeit sehr viel weniger gefährlich als ein fahrendes, sich bewegendes Auto.
Also versucht das Gehirn alle Gegenstände verschwinden zu lassen, die nicht neu sind, und zwar sollen sie umso stärker verschwinden, je länger sie schon da sind.
Durch die künstliche Erzeugung der Gegenfarbe die sich mit der Orginalfarbe kombiniert, wird der Gegenstand buchstäblich ausgelöscht.
Nimmt man jetzt den Sinnesreiz der äußeren Welt weg, indem man schnell weg und dann auf einen weißen Hintergrund schaut oder die Augen schließt, dann bleibt die künstliche Gegenfarbe alleine übrig, die dann entsprechend langsam wieder abgebaut wird, je länger (und auch je heller) das ursprüngliche Objekt war.
Wenn man es schafft seinen Augapfel absolut bewegungsfrei auf eine bestimmte Stelle zu haften, was eher schwierig ist, dann wird nach einiger Zeit das ganze Gesichtsfeld weiß, es verschwindet buchstäblich alles ! Meist macht man aber doch irgendwann eine kleine winzige Augenbewegung und dann isses wieder da.
Durch die Überanstrengung und durch die Konzentration auf die subjektive Welt kann es aber zu einer Spontantrance kommen. Falls es keine Trance gibt kannst du starren wie lange du willst, du wirst keinesfalls einen "Geist" sehen. Die weißen wallenden Wolken die man dabei sieht sind auf die vorhin besprochenen Effekt zurückzuführen.
Starren ist sehr ungesund für das Auge. Die Hornhaut muß regelmäßig durch den Lidschlag befeuchtet werden, da sie sonst austrocknet. Das Auge reagiert relativ schnell auf das Austrocknen und es wird einem fast unmöglich den Lidschlag zu unterdrücken, die Augen brennen (=Signal etwas stimmt nicht) "tränen" stark (Reaktion auf das Austrocknen -> Hornhaut soll befeuchtet werden).
Von diesen Praktiken zum Erlangen des "Hellsehens" ist also durchaus abzuraten.



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